
Marken wie UHU geben bei ihrem Fliesenkleber generell Hinweise zur richtigen Anwendung und Handhabung.
Wer schon einmal Fliesenkleber kaufen wollte, wurde mit einer riesigen Auswahl an Produkten und Kleber-Kategorien konfrontiert. Für jeden Bedarf scheint es den dafür perfekt abgestimmten Fliesenkleber zu geben. Vieles davon ist jedoch mehr Schein als Sein, denn die Marken verwirren mit uneinheitlichen Namensgebungen, hinter denen sich größtenteils die gleichen Fliesenkleber-Arten verstecken. Um Ihnen einen besseren Überblick zu verschaffen und Ihnen bei der Suche nach dem besten Fliesenkleber für Ihre Bedürfnisse zu helfen, erklären wir im Folgenden vier wesentliche Fliesenkleber-Typen.
2.1. Klebemörtel
Was ist Mörtel?
Mörtel besteht aus einem Bindemittel (bei Fliesenkleber Zement) und einer Gesteinskörnung von maximal vier Millimetern Korngröße. Unter Umständen werden zudem Zusatzstoffe und -mittel hinzugefügt. Durch Beimischen von Wasser entsteht eine chemische Reaktion, die die Bindemittel erhärtet. Die Geschichte des Mörtels führt bis in die Antike zurück.
Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei der größten Gruppe unter den Fliesenklebern um Mörtel – teilweise werden sogar Mörtel & Fliesenkleber synonym verwendet oder als Klebemörtel-Fliesenkleber bezeichnet. Der Klebemörtel zeichnet sich durch einen hohen Zement-Anteil und seine Pulverform aus. Das heißt, Sie müssen diese Art des Fliesenklebers anrühren, bevor Sie ihn verarbeiten können und müssen. Denn der Klebemörtel härtet schnell aus, sodass Sie zügig zu Werke gehen sollten. Was auf der einen Seite nachteilig erscheint, hat andererseits den positiven Effekt, dass mit Klebemörtel verlegte Fliesen zum Teil schon nach wenigen Stunden belastbar sind.

Laut unseren Informationen ist dieser Probau-Fliesenkleber zum Fliesen im Dünn- und Mittelbettverfahren geeignet.
Der Zementkleber kann beispielsweise auf Beton, Estrich und Putz (Wand & Boden) angewandt werden, sodass sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten ergeben. Wir denken, Sie gehören in Hände von Menschen, die bereits erfahren (Kategorie Handwerker oder routinierter Heimwerker) sind.
2.2. Flexmörtel

Schritt 2: Dann müssen Sie den Fliesenkleber mit einem Spachtel auf der entsprechenden Fläche anbringen.
Der Flexkleber ist eine Unterkategorie des Klebemörtels. Flexkleber unterscheidet sich durch die Zugabe von Kunststoffzusätzen, die dafür sorgen, dass der getrocknete Fliesenkleber flexibler, also weniger starr ist als gewöhnlicher Klebemörtel, deshalb wird er auch als verformungsfähiger Fliesenkleber bezeichnet. Bewegungen des Untergrundes können mit einem Flex-Fliesenkleber besser aufgefangen werden, wodurch Fliesen weniger schnell abplatzen oder einreißen. Kritischeren Untergründen wie Trockenestrichelementen oder Faserzementplatten kann somit sorgenfrei begegnet werden. Außerdem weist der Flexkleber eine höhere Klebekraft auf, wodurch weitere kritische, in diesem Fall sehr glatte Untergründe bearbeitet werden können. Innerhalb der Flexkleber gibt es Spezialprodukte wie beispielsweise den Natursteinkleber Ceresit Fliesenkleber Naturstein Spezial Flexibel , womit Natursteine wie Marmor + Granit verlegt werden können.

Das Flexmörtel-Logo.
Tipp: Achten Sie beim Kauf von Flexkleber auf das Flexmörtel-Logo. Bei diesen Artikeln können Sie trotz der zuweilen verwirrenden Produktbezeichnungen sicher sein, dass Sie echten Flexkleber kaufen. Produkte, die dieses Logo tragen, sind beispielsweise Ceresit CBF1S, Lugato Sicherheitskleber Flexibel Ultra Plus und PCI NANOLIGHT.
2.3. Dispersionskleber

Schritt 3: Verteilen Sie den Fliesenkleber gleichmäßig mit einer Zahnkelle.
Dispersionskleber unterscheiden sich von den bisher genannten Typen. Sie enthalten keinen Zement-Anteil, sondern werden auf Kunststoffbasis hergestellt. Dispersionen sind Kunststoffteilchen, die im Wasser verteilt sind. Sie eignen sich ähnlich wie die Flexkleber für stark arbeitende Untergründe, da sie auch ausgehärtet noch äußerst flexibel sind. Aufgrund einer sehr hohen Klebekraft kommen sie insbesondere auf glatten Untergründen zum Einsatz. Eine Besonderheit der Dispersionskleber ist die direkte Möglichkeit der Verarbeitung, weil sie vorher nicht erst mit einem Rührwerk angerührt werden müssen. Da Dispersionskleber nur sehr langsam aushärten, eignen sie sich kaum für das Fliesenverlegen auf Böden. Eine weitere Einschränkung ist die fehlende Frostbeständigkeit, wodurch sie nur im Innenbereich angewendet werden können.

Während der Probau-Fliesenkleber unseres Wissens frost- und witterungsbeständig ist, wenn er vollständig ausgehärtet ist, müssen die Temperaturen bei der Verarbeitung und während des Trocknens über +5 °C liegen.
Da Dispersionskleber also recht markante Eigenheiten aufweisen, sollen im Folgenden die Vor- und Nachteile zusammengefasst dargestellt werden:
Vorteile- hohe Klebekraft
- äußerst flexibel
- kein Anmischen nötig
Nachteile- nicht frostsicher: nur innen anwendbar
- sehr langsames Aushärten: für Böden eher ungeeignet
- Kunststoff-Kleber im Vergleich zur Mörtelvariante unökologisch
2.4. Reaktionsharzkleber

Schritt 4: Platzieren Sie die Fliesen kurz nach dem Verstreichen des Fliesenklebers.
Hierbei handelt es sich um einen Fliesenkleber, der vornehmlich im gewerblichen Bereich angewendet wird, da er sehr stark klebt, zugleich aber auch sehr flexibel und beständig gegenüber Chemikalien ist. Reaktionsharzkleber besteht aus Kunstharz und einem Härter, die vor der Anwendung noch miteinander verrührt werden müssen und wobei die Vorgaben wirklich 1:1, auf das Gramm genau eingehalten werden müssen. Durch die dabei entstehende chemische Reaktion härtet der Kleber schließlich aus. Aufgrund der fast ausschließlich gewerblichen Nutzung und der verhältnismäßig sehr hohen Preise haben wir uns entschlossen, keinen Reaktionsharzkleber in unseren Überblick über Fliesenkleber-Tests aufzunehmen. Es gibt zu dieser Art unseres Wissens auch praktische keine Fliesenkleber-Tests und es dürfte auch sehr schwer werden, wenn Sie solchen Fliesenkleber entfernen möchten.
| Klebemörtel | Flexmörtel | Dispersionskleber | Reaktionsharzkleber |
| Anwendungsmöglichkeiten | flexibel | flexibel | nur innen für Böden eher ungeeignet | eher gewerblich verwendet |
| Arbeitende Untergründe | weniger geeignet | geeignet | geeignet | geeignet |
| Anmischen | nötig | nötig | nicht nötig | nötig |
| Aushärtungsdauer | kurz | kurz | lang | kurz |
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Interesse habe ich Ihren Vergleich der Fliesenkleber gelesen. Jedoch stellt sich mir hier die Frage der Vergleichbarkeit der einzelenen Produkte sowie der Bewertungsgrundsätze.
Meiner Meinung nach hinkt der Vergleich in allen Punkten.
Sie Vergleichen hier z. B. Kleber die für das Dünnbettverfahren geeignet sind mit Klebern die für Dünnbett- sowie Mittelbettverfahren geeignet sind. Zusätzlich werfen sie die kompletten Qualitätsstamdarts der DIN 12004 durcheinander. So weisen einige Kleber die Haftzugsfestigkeit der Klasse C2 auf andere wiederum der Klasse C1. Die Durchbiegung der Produkte reicht von S1 bis zu keiner Einstufung. Zwischen schnell- und normalabbindenen Kleber wird ebenfalls nicht differenziert. Auch die Verarbeitungseigenschaften (T,E,F) sind nicht vergleichbar.
Die Angegebenen Verbräuche variieren auch sehr Stark. Hier kann z.B der Verbrauch Von Sopro No. 1 von 1-20 kg nicht mit PCI FT Flexkleber verghlcihen werden. Hier sollte meiner Meinung nach ein einheitlcihe Prüfung erfolgen. Dass der Verbrauch bei einer einheitlcih geschlossenen Schichtdicke von 20 mm extrem höher lieegt als bei einer 4 mm Zahnung ist logisch. Dies Verwiert bei Ihrem Test jedoch einen Verarbeiter. VBei dem PCI Nanolight handelt es sich z.B. um einen Kleber mit Leichtzuschlagsstoffen wodurch der Verbrauch gesenkt wird der Preis aber letztendlich steigt.
In Ihrem Artikel verweisen Sie auf die Deutsche Richtlinie Flexmörtel. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine europäische Gültigkeit. Die DIN 12004 übertrifft z.B. mit der Einstufung C2 S1 die Flexmörtel Richtlinie.
Nun zu meinen Fragen:
Welches Prüfverfahren wurde zur Einstufung und Beurteilung der Produkte angewendet?
Wodurch erzielen sie eine Vergleichbarkeit der Produkte?
Woran machen sie einen Flexmörtel fest (nur anhand der Beschriftung auf dem Sack?)
Wie Wurden die Verbräuche ermittelt?
Sehr geehrter Herr Bender,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Fliesenkleber-Vergleich.
Wir haben nach Möglichkeit Fliesenkleber in den Vergleich aufgenommen, die mindestens für das Dünnbettverfahren geeignet sind, da dieses am häufigsten Anwendung findet.
Daher sind Kleber, die Dünn- und Mittelbettverfahren beherrschen selbstverständlich besonders attraktiv, da sie vielseitiger sind.
Wir haben die beiden verschiedenen Mindesthaftfestigkeiten C1 und C2 der DIN EN 12004 nicht unterschieden, da das Haftergebnis zu stark von der Arbeit des Verlegers abhängig ist.
Zwischen den Abbindgeschwindigkeiten unterscheiden wir als erstes in der Tabelle: Flexmörtel, Dispersionskleber etc.
Der Verbrauch zeigt lediglich einen Bereich vom dünnsten bis zum dicksten Auftrag an. Einige lassen sich nun mal dünner auftragen als andere. Wir halten dies für interessant, da es darüber Aufschluss bietet, wie sich der Fliesenkleber verarbeiten lässt.
Da dies ein Vergleich und kein Test ist, haben wir nur Informationen von den Anbietern und Herstellern.
In Vergleichen haben wir die Produkte nicht getestet.
Dies findet ausschließlich in unseren Tests statt.
Hersteller sind verpflichtet ihre Produkte korrekt zu deklarieren, daher muss die Beschriftung sowie die Bezeichnung valide sein.
Hoffentlich konnten wir Ihre Fragen beantworten.
Falls nicht, freuen wir uns auf den nächsten Beitrag!
Viele Grüße
Ihr Vergleich.org-Team