Die richtigen Brandungsruten zu kaufen, ist oft gar nicht so einfach. Verschiedene Aspekte wie die Rutenlänge, das Wurfgewicht oder die Rutenaktion müssen bedacht werden – und am Ende ist dennoch vieles eine Frage des persönlichen Geschmacks und erst nach einem persönlichen Brandungsruten-Test abschließend zu beurteilen.
Im folgenden Abschnitt unseres Brandungsruten-Vergleichs 2025 erklären wir Ihnen, welche Auswirkungen die technischen Daten auf das Verhalten einer Surf-Rute haben und wie Sie die beste Brandungsrute finden können.
1.1. Ruten-Typ: Steckruten sind stabiler als Teleskopruten

Dreiteilige Steckruten mit einer Länge von 3,90 m oder 4,20 m sind die am weitesten verbreiteten Brandungsruten.
Da Brandungsruten aus einem einzelnen Stück viel zu lang zum Transportieren wären, setzen sie sich immer aus mehreren Einzelteilen zusammen. Dabei gibt es zwei verschiedene Ruten-Typen: Steckruten und Teleskopruten.
Steckruten werden zum Transport komplett auseinandergenommen und vor dem Angeln wieder zusammengesetzt. Sie bestehen meist aus zwei oder drei Einzelteilen. Zweiteilige Steckruten sind besonders stabil, aber mit einer Transportlänge von ca. zwei Metern noch relativ sperrig. Dreiteilige Brandungsruten lassen sich mit einer Transportlänge von ca. 1,5 Metern sehr gut transportieren und sind daher der De-facto-Standard für Steckruten.
Die Vor- und Nachteile von Steckruten im Überblick:
Vorteile- sehr stabil
- besonders gute Rutenaktion
Nachteile- höhere Transportlänge
- etwas aufwendigerer Auf- und Abbau
Teleskopruten bestehen aus einer größeren Zahl kleinerer Segmente – bei Brandungsruten sind es meist fünf bis sechs Teile – die ineinander geschoben werden können. So gehen Auf- und Abbau der Telerute deutlich schneller vonstatten als bei einer Steckrute. Auch die Transportlänge ist meist geringer, was Teleskop-Brandungsruten zu idealen Reiseruten für den Urlaub macht. Dafür haben Teleruten leichte Nachteile bei Stabilität und Rutenaktion.
Die Vor- und Nachteile von Tele-Brandungsruten im Überblick:
Vorteile- besonders kompakt durch geringe Transportlänge
- schnell einsatzbereit
- ideal als Reise-Brandungsruten
Nachteile- etwas schlechtere Rutenaktion
- mehr potentielle Schwachstellen
Tipp: Die meisten Hersteller, wie zum Beispiel auch Savage Gear, haben in ihrem Sortiment auch spezielle Reiseruten.
1.2. Die Rutenlänge sollte zur Körpergröße passen

Eine Brandungsrute muss immer zur eigenen Körpergröße passen. Für Kinder und Jugendliche sind die üblichen Ruten mit 4,20 m Länge wahrscheinlich zu groß.
Bei Brandungsruten haben sich Rutenlängen zwischen 3,90 m und 4,50 m als Standard etabliert. Am häufigsten sind Ruten mit einer Länge von 4,20 m zu finden. Doch sind diese Modelle mit 4,20 m Länge nicht für jeden Angler perfekt geeignet, kleinere Menschen benötigen eine Angelrute mit 3,90 m Länge, größere Menschen eine Rute mit 4,50 m. Es kommt nämlich auch auf die eigene Körpergröße an.
Für Angler, die kleiner als 1,75 m sind, ist eine 3,90-m-Brandungsrute wahrscheinlich die bessere Wahl. Wenn Sie die Möglichkeit haben, die Brandungsruten in einem Angelshop zu testen, gibt es auch einen kleinen Trick, um herauszufinden, ob die Größe passt: Dazu greifen Sie die Rute direkt oberhalb des Rollenhalters und strecken Ihren Arm waagerecht zur Seite aus. Wenn das Ende der Rute dabei über Ihrem Brustbein sitzt, stimmt die Rutenlänge.
1.3. Rutenmaterial: Carbon-Ruten überzeugen durch Stabilität und Flexibilität
Carbon-Güteklassen
Ein einheitliches System zur Bezeichnung verschiedener Carbon-Güteklassen gibt es nicht. Die Begriffe der verschiedenen Hersteller – „TC24-Carbon“, „XT30-Carbon“ oder „IM7-Carbon“ – sind daher nur schwer vergleichbar.
Wie viele andere Meeresruten besteht der Blank (also der Rutenrohling) der meisten Brandungsruten aus dem „Carbon“ genannten Kohlefaser-Material. Gelegentlich findet man jedoch auch Surf-Ruten aus Glasfaser oder einer Mischung der beiden Materialien (das sogenannte Carbon-Kompositmaterial).
Da Carbon Stabilität und Flexibilität vereint und gleichzeitig ausgesprochen leicht ist, gilt es als das ideale Material für die meisten Angelruten. Glasfaser- und Kompositruten sind im Vergleich meist etwas steifer bei der Rutenaktion.
1.4. Das Wurfgewicht sollte mindestens 150 g betragen

Wegen der schweren Montagen sind Brandungsruten auf Wurfgewichte von 150 g oder mehr ausgerichtet.
Da die Montagen beim Brandungsangeln besonders viel wiegen – denn gerade bei höherem Seegang sind schwere Bleigewichte notwendig – und gleichzeitig besonders weit ausgeworfen werden müssen, sind Brandungsruten auf ein deutlich höheres Wurfgewicht ausgelegt als etwa Forellenruten oder Zanderruten.
Die meisten Surf-Ruten haben ein maximales Wurfgewicht zwischen 150 und 250 Gramm. Zwar ist bei ruhiger See eventuell auch das Angeln mit geringerem Wurfgewicht möglich, doch dann beißen viele Meeresfische eher schlecht. Daher empfehlen wir Brandungsruten mit einem Wurfgewicht von 200 g. Diese Ruten sind für die meisten Situationen gut geeignet.
Sind die Brandungsruten in der Tabelle auch für das Angeln im Mittelmeer geeignet oder gehen die nur an Nordsee und Ostsee?
Hallo Thomas,
da es im Mittelmeer deutlich weniger Strömungen und Gezeitenunterschiede gibt als in der Nordsee, sind die schweren Brandungsruten dort nicht unbedingt erforderlich. Für den Mittelmeerurlaub können Sie auch eine robuste Karpfen- oder Feederrute verwenden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team von Vergleich.org