Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Lungenautomat oder auch Atemregler ermöglicht Ihnen das Atmen unter Wasser und ist damit essentieller Bestandteil Ihrer Tauchausrüstung. Er besteht aus einer ersten und zweiten Stufe. Die erste senkt den Tauchflaschendruck und die zweite passt den neuen Druck der Umgebung an: Sie können atmen.
  • Atemregler gibt es für Kalt- und Warmwasser. Kaltwasseratemregler besitzen einen speziellen Frostschutz, sodass Sie auch in Gewässern mit weniger als 10 °C tauchen können.
  • Viele Atemregler-Sets enthalten einen sogenannten Oktopus. Das ist Zweitregler, der als Notfallversorgung oder für einen Tauchpartner dienen kann.
atemregler test

Exotische Fische und Unterwasserwelten – und das Gefühl der Schwerelosigkeit: Mit einem Atemregler sind Sie beim Tauchen immer mit ausreichend Sauerstoff versorgt.

Spanien, Italien und Kroatien gelten laut einer Umfrage vom ADAC als die drei beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Am Strand liegen, im Meer abkühlen oder aber unter die Wasseroberfläche abtauchen: Flora und Fauna dieser bunten Meereswelten ziehen Taucher zu Rifftauchplätzen, Wracktauchgängen und Cave-Dives.

Schnorchelsets mit Schnorchelmasken und Schwimmflossen reichen zu Beginn, wenn Sie sich vor der Tauchschule einen ersten Eindruck der Vielfalt unter Wasser machen.

Wenn Sie Tauchgänge zu Riffs und Höhlen planen, reicht eine Schnorchelausrüstung natürlich nicht mehr. Beweglichkeit und das Gefühl natürlichen Atmens unter Wasser sind möglich mit einer professionellen Tauchausrüstung, in der ein Atemregler nicht fehlen darf.

Unsere Kaufberatung führt Sie zu Ihrem persönlichen Atemregler-Testsieger. Professionelles Tauchzubehör erhöht den Komfort beim Tauchen und sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Mit Lungenautomaten aus unserem Atemregler-Vergleich 2020 wird Ihr nächster Tauchgang zum Tauchvergnügen. Ohne die richtige Tauchausrüstung nützt aber der beste Atemregler nichts.

Für ein optimal zusammengestelltes, sicheres Tauchset haben wir daher folgende Produkte der Kategorie Tauchausrüstung verglichen:

1. Erste Stufe und zweite Stufe kurz erklärt: Was genau ist ein Atemregler?

Atemregler Taucher Tauchmaske Zweite Stufe

Ein Atemregler lässt Sie unter Wasser atmen. Atemgas fließt aus den Pressdruckflaschen in den Druckminderer, ehe es durch die sogenannte zweite Stufe geatmet werden kann.

Zu einem Atemregler-Test gehört die erste Stufe und die zweite Stufe.

Scubapro MK17 ist eine erste Stufe.

Ein Atemregler oder auch Lungenautomat lässt einen Taucher unter Wasser atmen und besteht aus einer ersten und zweiten Stufe.

Die erste Stufe ist das Stück, das direkt am Ventil der Pressluftflasche befestigt wird. Die erste Stufe wird auch Druckminderer genannt, da sie den Druck von Flaschen mit 200 oder 300 Bar auf einen Mitteldruck von circa 4 bis 15 Bar über dem Umgebungsdruck vermindert.

Die zweite Stufe von einem Lungenautomat

Eine zweite Stufe mit Mundstück.

Die zweite Stufe wird an die erste Stufe angeschlossen. Das Atemgas fließt durch einen Druckschlauch zum Mundstück der zweiten Stufe und wird an den Umgebungsdruck angepasst: Sie können unter Wasser ganz natürlich atmen.

Viele Hersteller wie Cressi, Beuchat und Apeks bieten Sets mit einer Kombination aus erster und zweiter Stufe an. Einige Hersteller wie Aqualung, Scubapro und Mares erweitern Ihr Tauchset durch eine Atemreglertasche, einen Tauchflaschen-Adapter und einem Finimeter.

2. Welche Atemregler-Typen gibt es?

Wenn Sie in Ägypten tauchen, muss Ihr Atemregler andere Kriterien erfüllen, als wenn Sie im Bodensee tauchen.

So entscheidet die Wassertemperatur, welcher Atemregler Sie zuverlässig mit Atemgas versorgen kann und welcher vereisen würde.

Kaltes Wasser: Unterschreitet die Wassertemperatur beim Tauchen 10 °C, besteht die Gefahr, dass Ihr Atemregler vereist. Entscheiden Sie sich für einen Atemregler mit speziellem Frostschutz zum Kaltwassertauchen. Diese haben eine hohe Kaltwassertauglichkeit und funktionieren ebenso in wärmerem Wasser.

2.1. Warmwasser

Tauchsafari im Korallenriff: Atemgeräte machen es möglich

Tropische Gewässer gehören zum Warmwasser und sind perfekt für eine Tauchsafari. Aber auch Seen, deren Temperatur über 10 °C liegt, können mit einem Atemgerät für Warmwasser betaucht werden.

In einer Wassertemperatur von 10 °C und höher funktionieren alle Atemregler einwandfrei. Falls Sie zum Beispiel in Kroatien tauchen möchten, empfehlen wir Ihnen ein kolbengesteuertes Atemgerät. Diese Art ist besonders komfortabel für Tauchgänge im Meer und robuster als membrangesteuerte Atemregler.

Kolbengesteuerte Regler sind nur mit speziellen Materialien auch für Kaltwassertauchgänge geeignet.

Achtung: Mit zunehmender Tiefe nimmt die Wassertemperatur ab. Kontrollieren Sie bei Ihrem Tauchgang mit einem Tauchcomputer regelmäßig die Temperatur. Liegt der Wert nur knapp über 10 °C sollten Sie nicht weiter absteigen, um eine Vereisung Ihres Atemreglers zu vermeiden.

2.2. Kaltwasser

Kaltwassertauchen im See: Ihr Atemregler muss kältetauglich sein, damit er den Atemregler-Test auch besteht

Wasser zählt als Kaltwasser, wenn 10 °C unterschritten werden. Verwenden Sie für Kalttauchgänge membrangesteuerte Lungenautomaten.

Diese Atemregler-Typen verhindern das Fließen von Wasser in die erste Stufe und wirken Vereisen entgegen. Kolbengesteuerte Atemregler benötigen spezielle Materialien, um einen zuverlässigen Frostschutz zu bilden.

Die wichtigsten Punkte zu kältetauglichen Atemreglern haben wir für Sie zusammengefasst:

  • geringes Vereisungs-Risiko
  • für Kalt- und Warmwasser
  • für Warmwassertauchgänge, die in der Tiefe 10 °C unterschreiten
  • tieferes Tauchen möglich
  • herstellerabhängig sogar Eistauchen bis -1,6 °C möglich
  • kostenintensiver als Atemregler ohne Kältetauglichkeit

Tauchen ist in Deutschland nur mit einem Kaltwasser-Atemgerät möglich. Mit diesem Atemregler-Typ können Sie die zahlreichen Seen in Deutschland von ihrer anderen Seite entdecken.

Mit einer Fläche von knapp 536 km² bietet zum Beispiel der Bodensee ein beliebtes Ziel für Taucher. Auch die Müritz mit 109 km² erfreut sich wachsender Beliebtheit unter Tauchern.

3. Kaufkriterien: Was macht einen guten Atemregler aus?

In einer Tauchschule erklärt ein Tauchlehrer das Gerätetauchen

In Tauchschulen erklären Tauchlehrer die Technik des Tauchens. Ein Tauchkurs bereitet Sie optimal auf Ihren ersten Tauchgang vor und hilft, die Sicherheit unter Wasser zu gewährleisten.

Atemregler Sets oder einzelne Atemregler günstig kaufen ist ein Oxymoron. Doch der Vergleich online lohnt in jedem Fall, um zumindest günstigere Angebote zu finden. Der beste Atemregler für Sie ist übrigens bereits montiert und geprüft.

Folgende Marken bieten ein umfangreiches Angebot an Atemreglern an:

  • Scubapro
  • Mares
  • Aqualung
  • Apeks
  • Cressi
  • Beuchat
  • Poseidon

3.1. Messing, Titan oder Edelstahl sind beste Materialien für die erste Stufe

Ein DIN-Schraubverschluss links und ein INT-Bügelverschluss rechts

Ein DIN-Schraubverschluss (links) wird auf das Ventil der Pressluftflasche geschraubt. Ein INT-Bügelverschluss (rechts) wird auf das Flaschenventil geklemmt.

Die erste Stufe bildet die Basis der Atemgeräte. Sie ermöglicht, in welchen Temperaturbereichen Sie sicher tauchen können, wie viel Zubehör angeschlossen werden kann und ob Ihr Atemregler auch im Ausland funktioniert.

Die erste Stufe kann membrangesteuert oder kolbengesteuert sein. Generell eignen sich memrangesteuerte erste Stufen besser für kalte Gewässer, während kolbengesteuerte erste Stufen für Warmassertauchen geeignet sind.

Bevor Sie einen Atemregler kaufen, recherchieren Sie bitte unbedingt, wie niedrig die Wassertemperatur Ihres Tauchziels zu Ihrer Tauchzeit voraussichtlich sein wird.

Befindet sich Ihr Reiseziel innerhalb Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz, lohnen sich Atemgeräte mit DIN-Anschluss.

Ein DIN-Anschluss ist ein Schraubverschluss, der auf das Ventil der Pressluftflasche geschraubt wird. Weltweit am häufigsten vertreten ist der INT-Anschluss. INT-Anschlüsse sind Bügelverschlüsse, die auf das Ventil der Tauchflasche gespannt werden.

Tipp: Ein INT-Adapter ist eine pragmatische Lösung bei internationalen Tauchgängen und liegt im Schnitt bei circa 30 € Anschaffungskosten. Er kann einfach mit einem DIN-Anschluss kombiniert werden.

Druckanschlüsse für Tauchzubehör befinden sich an der ersten Stufe und unterscheiden sich in Hochdruckanschlüsse und Mitteldruckanschlüssen.

  • Hochdruckanschlüsse sind mit den Buchstaben HP (engl. „High Pressure“) gekennzeichnet
  • Einen Mitteldruckanschluss erkennen Sie an den Buchstaben LP (engl. „Low Pressure“)
Mitteldruckanschluss (LP) Hochdruckanschluss (HP)
Mitteldruckanschluss am Atemregler der Marke Poseidon Hochdruckanschlüsse für Tauchcomputer, Finimeter und Tiefenmesser an der ersten Stufe der Marke Mares Prestige
für zweite Stufe

für Octopus (zusätzliche zweite Stufe)

für Inflatorschauch

x nicht für Finimeter (zeigt Flaschendruck an)

x nicht für Drucksensor vom Tauchcomputer

für Finimeter

für Drucksensor vom Tauchcomputer

x nicht für zweite Stufe

x nicht für Octopus

x nicht für Inflatorschlauch

Anzahl der Anschlüsse: Die erste Stufe weist mehr Mitteldruckanschlüsse als Hochdruckanschlüsse auf. Grund ist, dass nur wenig Tauchzubehör mit einem Hochdruckanschluss kompatibel ist.

3.2. Die zweite Stufe sorgt für verlässliche Sicherheit beim Tauchen

Das Tauchen mit einem Atemregler wird vereinzelt auch Scuba Diving genannt, während das Tauchen ohne Atemgeräte Apnoetauchen genannt wird.

Die zweite Stufe vom Lungenautomat versorgt Sie beim Tauchen mit ausreichend Luft zum Atmen.

Korallenriffe schützen

Clips und Befestigungen von Schläuchen und der zusätzlichen zweiten Stufe schonen Korallenriffe. Lose Schläuche verletzen Korallen und können an Tauchspots mit vielen Tauchern ganze Korallenriffe schädigen.
Eine Koralle aus einem Korallenriff

Die zweite Stufe wird an den Mitteldruckanschluss der ersten Stufe angeschlossen. Damit das Tauchgerät auch den härtesten Atemregler-Test besteht, sollte sie folgende Eigenschaften besitzen:

  • erleichterte Atmung
  • bequemes Mundstück
  • große Luftdusche
  • Blasenabweiser

Beim Atmen unter Wasser erzeugt der Taucher einen Unterdruck. Ein gewisser Atemwiderstand lässt sich da nicht vermeiden. Besitzt eine zweite Stufe aber zum Beispiel eine Venturi-Steuerung, kann der Atemwiderstand bis zu einem gewissen Grad manuell eingestellt werden. Je leichter die Atmung möglich ist, desto angenehmer wird das Tauchgefühl.

Das Mundstück der zweiten Stufe besteht aus Silikon und kann durch verschiedene Technologien den Kiefer entlasteten. Das macht besonders bei langen Tauchgängen einen großen Unterschied.

Eine zweite Stufe mit großer Luftdusche eignet sich für Tauchanfänger oder Taucher, die Tauchhandschuhe benutzen. Eine Luftdusche ist besonders wichtig, wenn etwas Wasser in die zweite Stufe gekommen ist. Mit der Luftdusche wird der Wasserrest hinausgespült.

Handschuhe schränken die Feinmotorik ein und machen das Bedienen einer kleinen Luftdusche fast unmöglich. Wenn Sie ohne Tauchhandschuhe tauchen, können Sie aber eine kleine Luftdusche wählen. Diese ist leichter und verdeckt bei Fotos mit einer Unterwasserkamera weniger vom Gesicht.

Ein Blasenabweiser ist ein seitlicher Abgang am Ausatemventil der zweiten Stufe. Durch ihn wird die ausgeatmete Luft hinter die Tauchmaske geleitet. Dadurch haben Sie ein freies Blickfeld.

Filmen unter Wasser: Die Stiftung Warentest hat einen Buchtipp zur Nutzung von Actioncams gegeben. Einige Actioncams sind auch zum Tauchen geeignet. Allerdings sind Lungenautomaten im test-Magazin bislang nicht vertreten, obgleich ein Lungenautomaten-Test für Taucher sehr interessant wäre.

4. Apnoetauchen: Wie lässt sich ganz ohne Atemregler tauchen?

Ein Freitaucher oder auch Freediver beim Apnoetauchen: Tauchen ohne Atemregler und nur mit Luftanhalten
Der Begriff „Apnoe“ bedeutet Luftstillstand und wird im Tauchsport als willentliches Luftanhalten verwendet. Apnoetaucher sind Freitaucher (Freediver) und können bis zu 8 Minuten ihre Luft anhalten. Dabei tauchen sie beim Freediving bis zu 200 Meter tief. Focus Online zeigt ein Video, in dem eine Apnoetaucherin von einer Unterwasser-Drohne in 53 Meter Tiefe begleitet wurde.

Auch, wenn die Bilder faszinierend sind, birgt das Apnoetauchen enorme Risiken. Ab einem bestimmten Punkt kann der Mensch seine Atemreflex nämlich nicht mehr willentlich unterdrücken. Dann kann auch der erfahrenste Freitaucher ertrinken.

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Atemregler

Ist Tauchen eigentlich gefährlich? Was kann bei einem Tauchunfall passieren? Was ist besser: eine 200 Bar-Flasche oder 300 Bar-Flasche? Wir haben diese Fragen für Sie beantwortet.

5.1. Ist Tauchen riskant?

Ein tiefseetaucher mit einem Schwarm Fische

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Tauchkurse mit ausgebildeten Tauchlehrern bereiten Sie auf einen Tauchgang vor. Das Tauchen in Gruppen immer sicherer, als Alleintauchgänge.

Viele Tauchunfälle entstehen durch falsches Umgehen mit dem Umgebungsdruck. Ein Barotrauma, eine Stickstoffnarkose oder eine Lungenüberdehnungsverletzung können die Folge sein. Beim Warmwassertauchen im Meer gibt es unkalkulierbare Risiken durch Meeresbewohner. Nur selten kommt es dabei aber zu Biss- oder Stichverletungen. Im Kaltwasser wartet ein anderes Risiko auf unerfahrene Taucher: Atemregler mit keiner oder geringer Kältetauglichkeit können vereisen, wenn die Wassertemperatur zu tief fällt. Auch im Warmwasser sinken die Temperaturen mit zunehmender Tiefe und das Vereisungsrisiko steigt. Ein Tauchcomputer schafft aber Abhilfe und vermindert das Risiko eines vereisten Atemreglers.

Ausreichend trinken: Unerfahrene Taucher neigen dazu, vor dem Tauchgang nichts oder nur wenig zu trinken, um möglichst lange im Wasser bleiben zu können. Das kann aber zur Dehydrierung führen und gefährlich werden.

5.2. Wo liegt der Unterschied zwischen einer 300 Bar und 200 Bar-Tauchflasche?

Pressluftflaschen werden auch Tauchflaschen genannt und versorgen den Taucher mit atembarer Luft

Eine 300 Bar-Tauchflasche enthält vereinfacht mehr Tauchzeit als eine 200 Bar-Flasche. Eine Pressluftflasche wird aus physikalischen Gründen nie exakt 300 oder 200 Bar enthalten. Mit einem Tauchcomputer oder Finimeter erfahren Sie aber schnell, wie viel Bar wirklich in der Tauchflasche sind. Anhand dieses Wertes können Sie in etwa die mögliche Tauchzeit einschätzen.