Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Tischkamin bringt Wohlfühlatmosphäre auch in das kleinste Wohnzimmer.
  • Tischkamine verbrennen Bioethanol oder Lampenöl und können ohne Schornstein genutzt werden.
  • Egal ob Sie es rustikal mögen oder sich eher für ein futuristisches Design begeistern – Tischkamine gibt es für jeden Geschmack.

tischkamin test

Viele Menschen schätzen die wohlige Atmosphäre, die ein Kaminfeuer verbreitet. Doch einen Kamin besitzen nur die wenigsten – und gerade als Mieter ist es oft nicht möglich, einen echten Kaminofen nachzurüsten. Denn dazu müssten Sie einen Schornstein einbauen lassen und nicht jeder Vermieter macht das einfach so mit.

Es kommt also nur ein Kamin ohne Abzug in Frage. Neben Elektrokamin und Gaskamin kommen dabei auch Zimmerkamine mit Bioethanol- oder Lampenöl-Brennkammer in Frage. Und diese gibt es auch in kleinen Ausführungen als Tischkamine, die Sie zum Beispiel auf einer Kommode platzieren können – schließlich hat nicht jeder den Platz für einen Ethanol-Wandkamin.

1. Kaufberatung: Worauf sollte man achten?

Wenn Sie einen Tischkamin kaufen möchten, sollten Sie sich vorher über einige Aspekte Gedanken machen. Möchten Sie einen Kamin mit Brennpaste aus Bioethanol oder lieber einen, der Lampenöl verbrennt? Gefällt Ihnen ein Tischkamin im rustikalen Landhaus-Stil oder bevorzugen Sie ein modernes Design aus Metall und Glas?

Bei der Entscheidung für eine bestimmte Stilrichtung können wir nicht helfen, aber wir erklären Ihnen im folgenden Abschnitt unseres großen Tischkamin-Vergleichs 2020, worauf Sie achten müssen, wenn Sie sich für einen Kamin ohne Schornstein entscheiden.

1.1. Brennstoffe: Lampenöl ist sicherer, benötigt aber einen Docht

ethanol brenner: blaue flamme

Je nach Wassergehalt im Brennstoff ist die Flamme einer Ethanol-Feuerstelle meist eher bläulich als gelb.

Bei Tischkaminen und Dekofeuern sind vor allem zwei Brennstoff-Arten weit verbreitet: Bioethanol und Lampenöl. Gaskamine sind dagegen größer und eher für Terrasse und Garten geeignet.

Da Bioethanol und Lampenöl sehr unterschiedliche Brenneigenschaften haben, können Sie nicht das eine in einem Kamin der jeweils anderen Kategorie verwenden.

Bioethanol ist vergällter, reiner Alkohol mit einem Reinheitsgrad um die 95 % – im Grunde nichts anderes als Brennspiritus. Die Nutzung eines Bioethanol-Tischkamins ist einfach: Sie befüllen die Edelstahl-Brennkammer des Ethanol-Kamins mit dem Brennstoff und entzünden diesen dann direkt – ein Docht ist bei einem Bioethanol-Ofen unnötig.

Vorsicht: Ethanol ist flüchtig und sehr leicht entflammbar. Verdunsteter Bioethanol kann sich mit Luft zu einem explosiven Gemisch verbinden. Lassen Sie also den Brennstoffkanister nicht offen stehen und füllen Sie niemals Brennstoff in einen noch warmen Ethanol-Ofen – Explosionsgefahr.

wie in alter lampe: petroleum kamin

Das Lampenöl, das in manchen Tischkaminen verwendet wird, ist der gleiche Brennstoff wie in diesen klassischen Petroleum-Laternen.

Lampenöle, wie Paraffinöl oder Petroleum, sind hingegen deutlich schwerer entflammbar – und haben außerdem einen wesentlich höheren Brennwert.

Allerdings benötigt Lampenöl einen Docht, um zu brennen. Eine Lampenöl-Tischfeuerschale (zum Beispiel von Philippi) ist daher ganz anders aufgebaut als ein Bioethanol-Kamin.

Um den Eindruck eines großflächigen Feuers zu erwecken, sind bei einer solchen Tisch-Feuerstelle mehrere kleine Öllampen mit Docht verbaut. Am Docht können Sie auch die Größe der Flammen regulieren. Und zum Löschen pusten Sie die einzelnen Flammen einfach aus.

Wir haben in der folgenden Tabelle noch einmal zusammengefasst, wo die Unterschiede zwischen den beiden Brennstoff-Typen liegen:

Bioethanol Lampenöl
  • reiner Alkohol (Reinheitsgrad 94 – 96 %)
  • meist mit anderen Stoffen vergällt
  • auch als Brennspiritus bekannt
  • wird oft auch als Paraffinöl verkauft
  • chemisch fast identisch zu Petroleum oder auch flüssigem Grillanzünder
brennt auch alleine
weit verbreitet, fast überall einfach zu bekommen
hoher Brennwert (bis 41 Megajoule pro Kilogramm)
schwerer entflammbar, geringere Unfallgefahr
x sehr leicht entflammbar, erhöhte Unfallgefahr
x relativ niedriger Brennwert (27 Megajoule pro Kilogramm)
x benötigt einen Docht, um zu brennen

1.2. Verschließbare Brennkammer erlaubt das Regulieren der Flamme

tischofen mit verschließbarer brennkammer

Bei diesem Ethanol-Tischkamin können Sie die Brennkammer stufenlos verschließen.

Die besten Tischkamine mit Bioethanol-Brennkammer verfügen über eine verschließbare Brennkammer. Wenn Sie die Verschlussklappe der Brennkammer nur teilweise öffnen, können Sie so die Höhe des Feuers regulieren. Außerdem können Sie die Flamme effektiver löschen und verhindern, dass überschüssiges Ethanol sich danach verflüchtigt.

Auch bei einem Zimmerkamin, der Lampenöl verbrennt, können Sie die Größe der Flamme regulieren. Ziehen Sie den Docht weiter hinaus, um eine größere Flamme zu erhalten, oder schieben Sie ihn weiter hinein, um die Flamme zu verkleinern. Üblicherweise liefern die Hersteller dafür eine spezielle Pinzette mit.

1.3. Löschhilfe: Beim Ethanol-Kamin ein Muss

Feuer & Sauerstoff

Bei Feuer handelt es sich um eine chemische Oxidationsreaktion. Daher benötigt jedes Feuer Sauerstoff. Am schnellsten Löschen Sie ein Feuer, indem Sie ihm Sauerstoff entziehen – bei kleinen Bränden geht das gut mit einer Decke.

Sie sollten einen Deko-Kamin niemals unbeaufsichtigt lassen. Daher ist es wichtig, dass Sie eine Möglichkeit haben, das Kaminfeuer zu löschen. Gerade bei einem Biokamin, der Bioethanol verbrennt, ist dies ohne Hilfsmittel kaum möglich.

Daher liefern viele Hersteller (wie Carlo Milano oder Hark) direkt eine Löschhilfe mit. Diese besteht aus einer Metallplatte, die die Öffnung der Brennkammer vollständig bedecken kann, und einem Griff. Bedecken Sie mit der Löschhilfe die Brennkammer und nach wenigen Sekunden ist die Flamme aus, da Sauerstoff fehlt.

Tipp: Bei einem Lampenöl-Zimmerkamin ist dieses Vorgehen unnötig. Dessen Flammen können Sie einfach auspusten wie eine Kerze oder Öllampe.

1.4. Schutzglas verhindert kleinere Unfälle

Viele Tischkamine verfügen über Glasplatten an beiden Seiten. Dies ist nicht nur eine Frage des Designs – wobei viele auch das moderne, futuristische Aussehen solcher Glaskamine schätzen.

Das Glas verhindert nämlich, dass Sie versehentlich mit dem Hemdsärmel oder einem Blatt Papier über die Flamme geraten und diese Feuer fangen.

kaminfeuer sicherheitstipps

2. Was sind die besten Tipps zur sicheren Nutzung des Tischkamins?

Offenes Feuer stellt immer eine potentielle Gefahrenquelle dar – und in Innenräumen gilt dies in ganz besonderem Maß. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um die Flamme einer Kerze, einen Gasherd, einen Pelletofen oder einen Kamin handelt.

Damit Sie an Ihrem Dekofeuer Freude haben, ohne das Haus abzubrennen, haben wir Ihnen die wichtigsten Sicherheits-Tipps zusammengestellt:

  1. feuerlöscher als sicherheitsmaßnahme für deko kamin

    Ein Feuerlöscher ist das wichtigste Hilfsmittel, um im Notfall das Feuer eines Bioethanol-Kamins löschen zu können.

    Halten Sie sich genau an die Bedienungsanleitung des Herstellers. Besonders wichtig dabei ist, dass Sie nur den vorgesehenen Brennstoff verwenden und diesen an einem sicheren Ort aufbewahren – möglichst weit entfernt vom Tischfeuer.

  2. Füllen Sie Brennstoff nur in einen kalten Tischkamin. Wenn der Brennstoff verbraucht ist, warten Sie bis der Deko-Kamin wieder komplett abgekühlt ist, ehe Sie neuen Brennstoff nachfüllen. Unter gar keinen Umständen sollten Sie Bio-Ethanol nachfüllen, während die Flamme noch brennt. Dies kann zu explosionsartigen Verpuffungen und schweren Verbrennungen führen.
  3. Haben Sie einen Feuerlöscher zur Hand. Wenn Sie doch einmal einen Brand löschen müssen, ist ein Schaum-Feuerlöscher das ideale Werkzeug – zur Not geht auch eine Löschdecke. Wasser ist hingegen vollkommen ungeeignet, um ein Bioethanol-Feuer zu löschen – dies würde nur zu einer Ausbreitung des Feuers führen.
  4. rauchmelder als schutzmaßnahme für gelkamin

    Ein Rauchmelder alarmiert Sie mit akustischen Warnsignalen, wenn ein Feuer ausgebrochen ist.

    Installieren Sie einen Rauchmelder. So werden Sie alarmiert, falls sich doch etwas am noch warmen Tischkamin entzünden sollte. Mittlerweile sind sogenannte Rauchwarnmelder in ganz Deutschland gesetzlich vorgeschrieben – in einigen Bundesländern (wie Berlin und Brandenburg) ist aber noch bis Ende 2020 Zeit, um die Geräte nachzurüsten. Praxis-Tipp: Mittlerweile gibt es auch Smart-Home-Rauchmelder, die Sie im Brandfall zusätzlich per SMS oder Smartphone-App informieren.

  5. Informieren Sie sich über Erste-Hilfe-Maßnahmen. Bei kleinflächigen Verbrennungen können Sie mit kaltem Wasser eine Schmerzlinderung erreichen. Um die Brandwunde keimfrei verbinden zu können, ist es sinnvoll, einen Verbandskasten im Haus zu haben. Ausführliche Tipps zum Umgang mit Brandverletzungen finden Sie auf der Website des DRK.
  6. Lüften Sie lange und regelmäßig. Zwar werben viele Marken damit, dass Bioethanol zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt – doch das stimmt nur in der Theorie. Eine Studie des Fraunhofer Instituts hat aber ergeben, dass in der Praxis auch viele giftige Stoffe entstehen – zum Beispiel Benzol, Formaldehyd, Stickstoffdioxid oder Kohlenmonoxid. Auch die Installation eines CO-Melders kann sinnvoll sein.

3. Häufige Fragen zu Tischkaminen

  • Was sagt die Stiftung Warentest über Tischkamine?

    Einen Tischkamin-Test hat die Stiftung Warentest bisher noch nicht durchgeführt. Anstatt einen Tischkamin-Testsieger zu benennen, hat die Stiftung Warentest in einem Artikel auf die Gefahren bei der Nutzung von Bio-Ethanol-Kaminen hingewiesen und eine Liste mit Tipps zum sicheren Betrieb der Öfen veröffentlicht – praktisch, nicht nur bei günstigen Tischkaminen.
  • Ist ein Tischkamin outdoor-fähig?

    Ja. Viele Kaminsets können Sie auch auf der Terrasse oder im Garten benutzen. Allerdings sollten Sie bei einem Bioethanol-Gelkamin immer auf einen sicheren Stand achten, um ein Umkippen und damit einen größeren Brand zu verhindern. Stellen Sie ihn also lieber auf die Steinterrasse als auf den unebenen Rasen.