Das Wichtigste in Kürze
  • Kosmetischer Puder besteht zumeist aus sehr fein gemahlener Stärke, Talkum, Kaolin und farbigen Pigmenten. Je nach Zusammensetzung mattieren und ebnen die Puderpartikel die Haut oder verleihen ihr ein gesundes Strahlen. Damit die Haut zusätzlich genährt wird, enthalten hochwertige Produkte zudem feuchtigkeitsspendende und pflegende Inhaltsstoffe.
  • Puder besitzen generell eine trockene Textur. Jedoch können die einzelnen Partikel in loser oder gepresster Form vorliegen. Letztere sind sogenannte Kompaktpuder, die sich leicht auftragen lassen und dank der Pressung besonders praktisch für unterwegs sind.
  • Sowohl lose Puder als auch die kompakten Varianten decken ein breites Farbspektrum ab. Je nach Intensität der Farbpigmente können Puder transparent sein oder sie besitzen eine leichte bis mittlere Deckkraft und minimieren so kleine Unebenheiten und Rötungen.

puder test

Mattierende und illuminierende Puder sind aus dem Beauty- und Kosmetik-Bereich nicht wegzudenken. Täglich greifen bis zu 9,5 Millionen Frauen in Deutschland zum Puder und verleihen ihrem Make-up den letzten Schliff. Dies ergab eine VuMa-Analyse aus dem Jahr 2017.

puderDoch Puder kann noch deutlich mehr als lediglich zu mattieren und ungewollten Glanz zu verhindern. Richtig benutzt, können Sie die Tragedauer Ihrer Foundation deutlich verlängern, den Teint ebnen oder gezielt Highlights im Gesicht setzen.

Aber welche Puder eignen sich für welchen Hauttyp und wie findet man eigentlich die richtige Farb-Nuance heraus? In unserem Puder-Vergleich 2020 beantworten wir Ihnen alle relevanten Fragen und unterstützen Sie zudem bei der Wahl des richtigen Puder-Produkts.

puder vergleich

1. Puder-Vergleich 2020: Besitzen Puder eine hohe Deckkraft?

Kaum ein anderes Beauty-Produkt ist so vielseitig und einfach in der Anwendung wie ein Puder. Ob zur Fixierung auf der Foundation oder zum Ausgleichen des Hauttons: Puder kann sowohl mattieren als auch für ein strahlendes Finish sorgen.

Im Gegensatz zu Mineral-Puder besitzen klassische Gesichtspuder keine hohe Deckkraft und können Ihre Foundation nicht ersetzen. Die Deckkraft variiert je nach Pigmentierung von leicht bis mittel; transparente Puder besitzen keinerlei Deckkraft, sondern glätten und ebnen Ihren Hautton in erster Linie.

Neben Puderperlen, die nur selten Verwendung finden, gibt es zwei klassische Darreichungsformen, die wir Ihnen im Folgenden genauer vorstellen.

Art Erklärung
loser puderloser Puder
  • sehr fein gemahlen
  • deckt zumeist großes Farbspektrum ab

+ ideal zum Fixieren der Foundation

+ eignet sich für Baking

- Dosierung & Auftrag erfordern etwas Übung

kompaktpuderKompaktpuder
  • Puder-Pigmente liegen in gepresster Form vor
  • deckt zumeist großes Farbspektrum ab

+ besitzt im Schnitt mehr Deckkraft als loser Puder

+ einfacher Auftrag – auch unterwegs

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden: Im Schnitt sind Puder sowohl mit trockener Haut, Mischhaut oder fettiger Haut kombinierbar.

Achten Sie jedoch darauf, vor der Anwendung eine Gesichtscreme aufzutragen, um trockene Stellen auf der Haut nicht unvorteilhaft zu betonen.

puder farben

2. Kaufberatung: Was sollte beim Puder-Kauf beachtet werden?

2.1. Farbauswahl & Hauttyp: Puder eignet sich für alle Hauttypen

Die Farbpalette an Pudern ist sehr breit. Sie reicht von transparenten Produkten bis hin zu getönten Pudern. Letztere eignen sich besonders gut, wenn Sie das Puder statt Make-up auftragen und Ihrem Gesicht einen Hauch von Farbe schenken wollen.

Obwohl nur wenige Puder eine hohe Deckkraft besitzen und sich die Pigmente oftmals dem eigenen Hautton anpassen, kann ein falscher Farbton dennoch schnell unnatürlich wirken. Achten Sie daher in jedem Fall auf die jeweilige Kennzeichnung des Herstellers.

kosmetikGenerell gilt: Wenn Sie bestimmte Areale in Ihrem Gesicht zum Strahlen bringen wollen, sollten Sie einen Puder nutzen, der heller als Ihr natürlicher Hautton ist. Zum mattieren der T-Zone empfiehlt sich eine Nuance, die Ihrem Hautton entspricht. Und zum Fixieren Ihrer Foundation raten wir Ihnen zu einem transparenten Puder.

Letzterer kann jedoch bei dunkleren Hauttönen schnell einen unschönen weißen oder grauen Effekt erzielen.

puder deckend

2.2. Anwendung & Haltbarkeit: Puder ist extrem ergiebig

Unabhängig davon, ob Sie Ihren Puder auf dem Make-up oder bevorzugt solo tragen: Je nach Formulierung sorgt er für einen matten oder frischen Teint.

Je feiner der Puder gemahlen ist, desto leichter verschmilzt er auch mit Ihrer Haut und wirkt sehr natürlich.

puder pressenAchten Sie jedoch bei deckenden Pudern auf die Dosierung. Generell sind pudrige Konsistenzen sehr ergiebig und sollten mit Bedacht aufgetragen werden.

Zu viel Produkt kann das Gesicht – besonders auf einer Foundation aufgetragen – schnell trocken, fahl und älter wirken lassen.

Der große Vorteil an Pudern: Sie können sie bei Bedarf auch während des Tages erneuern. Wenn Sie besonders ölige Haut haben oder einen Puder gegen Schweiß suchen, ist es besser, ihn nach einigen Stunden aufzufrischen als direkt eine dicke Schicht aufzutragen. Hierfür empfiehlt sich der Auftrag mit einer Quaste, da Sie punktuell arbeiten können und Ihre Grundierung nicht verwischen.

deckendes puder

2.3. Pflege- und Inhaltsstoffe: Setzen Sie auf hautfreundliche Puder ohne irritierende Duftstoffe

puder pressenPuder selber machen?

So können Sie den Puder ohne Talkum anmischen und exakt auf Ihren Hautton abstimmen:

  • 2 TL Stärke (Mais- oder Speisestärke)
  • ca. 2 TL fein gemahlene Heilerde
  • Zimt oder ungesüßten Kakao

Je mehr Zimt oder Kakao hinzugefügt wird, desto dunkler wird Ihr DIY-Puder. Möchten Sie lediglich ein mattierendes, weißes Puder für ein natürliches Make-up, sollten Sie nur geringe Mengen der dunklen Pigmente verwenden.

Puder ist ein wahrer Alleskönner und eignet sich nicht nur, um eine glänzende T-Zone zu mattieren, sondern kann am ganzen Körper zum Einsatz kommen.

Je nach Farbwahl schaffen Sie so mehr Dimensionen und Konturen oder verstecken kleinere Makel auf Ihrer Haut.

Dadurch, dass Gesichtspuder so vielseitig ist und für viele Schmink-Enthusiasten täglich zum Einsatz kommt, ist es umso wichtiger, dass die Inhaltsstoffe stimmen.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen und auf bedenkliche Zusätze wie Mineralöle, Parabene und Silikone verzichten wollen, raten wir Ihnen zu Naturkosmetik.

Naturkosmetika setzen zudem meist auf Zutaten in Bio-Qualität.

puder pressenBesonders Allergiker sollten stets die Inhaltsstoffe beachten. Die meisten Produkte sind stark parfümiert. Das kann nicht nur für Kopfschmerzen sorgen, sondern auch zu Hautirritationen führen.

Welche Duftstoffe besonders oft zu allergischen Reaktionen führen, erfahren Sie in dieser Meldung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2018.

Marken wie lavera oder Sante verzichten bewusst auf derartige Inhalte, die den Körper und die Umwelt belasten und reichern ihre Produkte zusätzlich mit Bio-Ölen wie Arganöl, Kokos– oder Jojobaöl an. Diese Pflegestoffe sorgen dafür, dass Ihre Haut vor dem Austrocknen bewahrt wird.

Suchen Sie jedoch gezielt nach stark mattierenden Pudern, sollten Sie auf ölfreie Formulierungen (Zusammensetzungen) setzen. Marken und Hersteller wie Clinique, Sensai und Chanel bieten hierfür speziell ölfreie Rezepturen an, die für ein mattes Hautbild sorgen.

puder auftragen

3. Puder richtig auftragen: Mit welchen Tricks gelingt das Make-up?

Selbst der beste Puder wird Ihren Teint nicht verschönern können, wenn Sie das Produkt falsch auftragen. Mit den folgenden Tipps gelingt Ihnen die Applikation jedoch immer.

Um Puder wirkungsvoll aufzutragen, können Sie folgende Kosmetik-Tools nutzen:

Kategorie Beschreibung
puderquastePuderquaste
  • presst den Puder in die Haut

+ ermöglicht einen sehr ebenmäßigen Auftrag

+ vereinfacht das Nachpudern, da überschüssiges Öl sanft abgetragen wird

puderpinselPuderpinsel
  • Pinsel erzeugt ein sehr natürliches Finish

+ verteilt den Puder schnell im ganzen Gesicht

+ ideal zum mattieren der T-Zone

puderschwammSchwamm
  • presst den Puder in die Haut

+ eignet sich besonders, um eine hohe Deckkraft zu erzielen

- kann schnell zu viel Produkt auf der Haut verteilen

Gängige Puder-Tests zeigen, dass Sie jedes Beauty-Tool nutzen können, um Puder aufzutragen. Jedoch empfiehlt es sich – je nach Gesichtspartie und Verwendungszweck – auf mehrere Helfer zu setzen.

kosmetikNutzen Sie bevorzugt losen Puder, um Ihre Haut zu mattieren, raten wir Ihnen zu einem großen, buschigen Puderpinsel. Klopfen Sie diesen jedoch vor der eigentlichen Applikation ab, um nur einen Hauch Puder auf dem Gesicht zu verteilen und keine dicke Schicht aufzutragen.

Gleiches gilt für das Abpudern der Foundation. Hier können Sie sowohl zu einer Quaste als auch zu einem Pinsel greifen. Achten Sie jedoch bei beiden Typen darauf, nur eine geringe Menge aufzunehmen.

Sollten Sie jedoch einen Puder mit farbigen Pigmenten und hoher Deckkraft nutzen, sind Schwämmchen, Kabuki- oder Buffer-Pinsel die bessere Wahl, da Sie die einzelnen Pigmente richtig in die Haut einarbeiten können. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.

puder zerbrochen

4. FAQs zum Thema Puder

Noch Fragen? Im Folgenden geben wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Gesichtspudern:

4.1. Wie repariert man einen zerbrochenen Puder?

Obwohl Kompaktpuder enorm praktisch für unterwegs sind, sind sie jedoch auch relativ stoß- und bruchanfällig. Größere Erschütterungen in der Handtasche oder ein Sturz können aus einem gepressten Puder schnell eine zerbröselte und unansehnliche Mixtur entstehen lassen.

Sie müssen Ihren persönlichen Puder-Testsieger jedoch nicht entsorgen. Mit wenigen Handgriffen können Sie nicht nur Puder, sondern auch Rouge, Highlighter oder Lidschatten retten.

puder pressenFolgende Utensilien sollten Sie griffbereit haben:

  • hochprozentiger Alkohol (reinen Alkohol finden Sie bevorzugt in der Apotheke)
  • einen Löffel oder Spatel
  • eine kleine Schale
  • einen Deckel oder eine Münze, die in das Puder-Pfännchen passt
  • Tücher

Wenn Sie alle Werkzeuge beisammenhaben, kann es auch schon losgehen:

  1. Geben Sie zuerst den kompletten Puder in die Schale und zerkleinern Sie die Bestandteile so fein wie möglich.
  2. Entnehmen Sie wenige Tropfen Alkohol – z. B. mit einer Pipette – und geben ihn nach und nach zu der Puder-Mischung, bis diese eine cremige Konsistenz besitzt.
  3. Füllen Sie die Mixtur zurück in die ursprüngliche Verpackung und glätten Sie die Oberfläche.
  4. Decken Sie die Oberfläche mit einem Taschentuch ab und pressen das Geldstück oder einen anderen passenden Gegenstand wiederholt und mit viel Druck auf den Puder.
  5. Jetzt müssen Sie nur noch ein paar Stunden warten, bis der Alkohol verflogen ist und Ihr Puder ist wieder einsatzbereit.

baking

4.2. Welches Puder eignet sich für das sogenannte Baking?

puder pressenEignet sich Baking für alle Hauttypen?

Generell können alle Hauttypen den Puder-Test wagen und ihr Make-up durch das Baking länger haltbar machen. Allerdings werden kleine Fältchen und trockene Stellen durch die Puderschicht zusätzlich betont. Sollten Sie sehr trockene Haut haben, raten wir Ihnen vom Baking ab.

Unabhängig davon, ob Sie einen günstigen Puder kaufen oder sich für ein hochpreisiges Produkt entscheiden: Sie können mit nahezu jedem Puder backen, sofern es transparent ist. Farbintensive Puder lassen schnell einen Schatten entstehen, der das Ergebnis unnatürlich wirken lässt.

Hinter dem Baking oder Cooking versteckt sich eine Make-up-Technik, die Ihren Teint nicht nur zum Strahlen bringt und vergrößerte Poren verschwinden lässt, sondern sowohl Foundation als auch Concealer zu einer längeren Tragedauer verhilft.

kosmetikDamit Ihnen das Baking gelingt, sollten Sie Ihre Schmink-Routine mit einer intensiven Feuchtigkeitscreme starten und im Anschluss Foundation und Concealer wie gewohnt auftragen.

Verwenden Sie im Anschluss losen Puder, der entweder transparent oder ein bis zwei Nuancen heller als Ihre Foundation ist und tragen diesen großzügig mit einem Schwamm oder einem Pinsel unter den Augen, auf dem Nasenrücken und unterhalb Ihrer Wangenknochen auf.

Die Menge stimmt, wenn Sie eine sichtbare Schicht Puder auf Ihrer Haut sehen. Lassen Sie diese ca. 20 Minuten auf der Haut sitzen.

Während dieser Phase reagieren Foundation und Co. mit dem Puder und verschmelzen miteinander. Das sorgt nicht nur für ein gleichmäßiges Hautbild, sondern highlightet diese Partien gleichzeitig.

Bildnachweise: puhhha/Shutterstock, Africa Studio/Shutterstock, Beautyimage/Shutterstock, MatoomMi/AdobeStock, gst/Shutterstock, Voyagerix/Shutterstock, Dean Drobot/Shutterstock, Ganna Vasylenko/Shutterstock, Stockforlife/Shutterstock, Now Design/Shutterstock, SUNISA KHAM/Shutterstock, ijasper/Shutterstock, kubais/Shutterstock, Dragon Images/SHutterstock, puhhha/Shutterstock (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)