
Ein LKW-Navi von Becker.
Die grundsätzliche Funktion eines Navigationssystems ist sicher vielen Menschen klar (falls Sie nicht zu dazu gehören, verweisen wir gern auf unseren Abschnitt weiter unten). Vor allem, nachdem das Smartphone Einzug in unseren Alltag gehalten hat, scheinen Geräte, welche für einen einzigen bestimmten Zweck gebaut werden, nicht mehr zeitgemäß zu sein.
Mit dem kleinen tragbaren Gerät mit GPS-Sensor schien die Zeit der Navigationsgeräte abgelaufen zu sein: Viele Menschen verwendeten nun Navigations-Apps auf dem Smartphone. Dennoch sind dezidierte Navigationssysteme für viele Anwender nach wie vor erste Wahl: Sie
- bieten ausgefeilte Lösungen für ihren Verwendungszusammenhang
- sind robust und
- lenken nicht vom Wesentlichen ab.
Daher legen viele Autofahrer weiterhin Wert darauf, ein Navigationssystem anstelle einer Navi-App zu verwenden. Noch deutlicher ist die Frage, ob ein spezielles Gerät angeschafft werden sollte, mit „ja“ zu beantworten, wenn es sich beim gefahrenen Fahrzeug um eines größeren Typs handelt.

Wir können auf diesem Foto die große Tastatur auf dem Touchscreen des TomTom-Lkw-Navis „GO Expert Plus“ erkennen, die die Eingabe erleichtert.
Darunter fallen zum Beispiel Busse, Caravans und eben LKW. Diese Fahrzeuge verfügen meist über eine größere Breite und Länge als der Großteil der Verkehrsteilnehmer. Daher ist es sinnvoll, die Abmessungen des Fahrzeugs mit in die Routenplanung einfließen zu lassen. Insbesondere Tunnel, Brücken und Kurven stellen sich häufig als Herausforderung für größere Fahrzeuge dar.
Abmessungen des Fahrzeugs

Eine Fahrbahn mit zwei Metern Breite ist für den Durchschnitts-Brummi zu eng.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, kann bei den meisten LKW-Navis in einschlägigen Tests eine Angabe über die Abmessungen des Fahrzeuges gemacht werden. Dies betrifft vor allem Höhe, Breite und Länge des Gefährts. In vielen Geräten haben Sie zusätzlich die Option, Profile anzulegen. Das ist z.B. sinnvoll, wenn Sie mal mit, mal ohne Anhänger auf Tour gehen.
Durch die eingestellten Parameter kann das Navigationssystem Routen vorschlagen, die für das eingegebene Fahrzeug sinnvoll sind. So wird sichergestellt, dass Sie nicht auf enge Straßen in Wohngebieten oder auf sehr kurvige Strecken geleitet werden.

Auch eine Brücke mit der Durchfahrthöhe von 3,8 Meter kann zu niedrig sein.
Die eingegebene Höhe soll zudem verhindern, dass sich Trucker auf Strecken befinden, die für sie nicht ausgelegt sind, was die lichte Höhe betrifft. Die maximal erlaubten Abmessungen sind durch eine Richtlinie des europäischen Rates definiert. Sie betragen demnach:
- Länge: 18,75 Meter
- Breite: 2,55 Meter
- Höhe: 4 Meter
Diese Begrenzungen bestimmen lediglich den innereuropäischen Güterverkehr. Davon unbenommen können die Mitgliedsländer der EU eigene Bestimmungen erlassen. Die StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) nimmt an den vorgegebenen Abmessungen keine Änderungen vor, sondern fügt den Vorgaben lediglich eine Mindestleistung hinzu. Diese muss laut § 35 fünf Kilowatt (ca. 6,8 PS) pro Tonne zulässiges Gesamtgewicht betragen. Das bedeutet, dass eine Zugmaschine für einen 40-Tonnen-Sattelschlepper mindestens 200 KW (272 PS) leisten muss. In den meisten Fällen sind die Maschinen jedoch mit mehr Leistung ausgestattet.
Es kann jedoch immer wieder zu Fällen kommen, in denen die Lastkraftwagen, Sattelzüge oder Busse trotz der Einhaltung der maximalen Abmessungen nicht unter verschiedenen Hindernissen auf der Fahrtstrecke hindurchpassen. Solche Fälle ereignen sich bspw. unter Brücken oder in Tunneln. Einige Beispiele für den missglückten Versuch, unter einer Brücke hindurchzufahren, sehen Sie in diesem Video:
Achtung: Machen Sie sich mit den Abmessungen Ihres Fahrzeuges vertraut, insbesondere, wenn es sich um eines handelt, welches Sie nicht regelmäßig benutzen.
Masse des Fahrzeuges

Zeichen 262 (Anlage 2 zu §41 StVO): Verbot für Fahrzeuge über der angegebenen Gesamtmasse.
Neben den Abmessungen ist für eine zuverlässige Routenführung mit dem LKW auch die Achslast des Zuges entscheidend. Neben scharfen Kurven und niedrigen Brücken ist ein weiteres Hindernis für eine LKW-Routenführung die Einschränkung bzgl. der Gesamtmasse des betreffenden Lastzuges. Viele Fahrtwege sind nicht für schwere Gefährte zugelassen.
Dabei sind zwei Unterscheidungen in der Beschränkung bezüglich des Gewichts zu treffen. Sie finden sich in den Verkehrszeichen 262 und 263 wieder. Während ersteres ein Fahrverbot für Fahrzeuge über dem angegebenen Gesamtgewicht bedeutet, steht zweiteres für die höchste zulässige Achslast.

Zeichen 263 (Anlage 2 zu §41 StVO): Verbot für Fahrzeuge über der angegebenen Achslast.
Beide Verkehrszeichen schränken den Fahrer eines Lastzuges in der Wahl seiner Strecke ein, weshalb Streckenabschnitte, die Beschränkungen das Gewicht betreffend unterliegen, vermieden werden müssen. Eine gute LKW-Navigation schließt daher die Informationen über gewichtsbedingte Beschränkungen der Fahrstrecke mit ein.
Ladung des Fahrzeugs
Falls ein Fahrer mit seinem Lastkraftwagen Gefahrgut transportiert, sind ihm mitunter ebenfalls weitere Beschränkungen bezüglich der zu befahrenden Strecken auferlegt.
Dieses kann sich durch verschiedene Verkehrsschildern manifestieren, jedoch auch aufgrund von europäischen Bestimmungen für die Tunnelsicherheit.

Wie wir erfahren, sind bei dem TomTom-Lkw-Navi „GO Expert Plus“ beispielsweise POIs (interessante Orte) für große Fahrzeuge aufrufbar.
Zunächst existieren Verkehrszeichen, die eine Durchfahrt für Lastzüge mit einer Ladung, die als Gefahrgut einzustufen ist, verbieten. Dazu zählen Zeichen 261 (Verbot für kennzeichnungspflichtige Kraftfahrzeuge mit gefährlichen Gütern). Damit wird die Durchfahrt für alle LKW, welche Gefahrgüter im Sinne des §410 HGB oder Art. 22 CMR geladen haben, verboten. Die Fahrer, welche übrigens im Umgang mit Gefahrgütern geschult sein müssen, müssen die entsprechenden Straßen meiden.

Zeichen 269, Verbot für LKW mit potenziell wassergefährdender Ladung in Wasserschutzgebieten.
Eine weitere Einschränkung für Gefahrguttransporte, die jedoch nicht so weitreichend ist, wird durch das Zeichen 269 dargestellt. Dieses verbietet die Fahrt für Transporte, welche potenziell wasserschädigende Stoffe mit sich führen. Diese Beschränkung wird in Wasserschutzgebieten ausgesprochen. Das Durchfahrverbot für Lastzüge mit potenziell gefährdender Wirkung auf den Grundwasserpegel (dabei wird immer vom schlimmsten Fall, z.B. einer Havarie eines Tanklasters, ausgegangen) wird mit einem stilisierten Tankwagen, dessen ovale Rückseite in Orange gehalten ist, über zwei Wellenlinien im roten Kreis dargestellt. In anderen Ländern gibt es ähnliche Schilder, welche die gleichen Beschränkungen anzeigen (z.B. Belgien, Frankreich, Spanien).
Neben den Beschränkungen für Straßen unter freiem Himmel existiert eine europäische Vereinbarung, welche den Güterverkehr mit Gefahrgut reglementiert. Ein wichtiger Bestandteil dieses Abkommens ist der so genannte Tunnelbeschränkungscode. Nach der Vereinbarung wird jeder Tunnel auf europäischem Gebiet in eine der Kategorien eingeteilt. Die Kategorien der Tunnelbeschränkung haben wir Ihnen in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
| Tunnelkategorie | Art der Beschränkung | Beispieltunnel |
| A | keine | – |
| B | Durchfahrverbot für stark explosionsgefährdete Güter | Emstunnel auf der Autobahn 31 |
| C | Durchfahrverbot für (stark) explosionsgefährdete Güter sowie solche, die zu einem Austritt von Gift führen | Tunnel Alsterkrugchaussee Hamburg (zw. 21 und 6 Uhr) |
| D | Durchfahrverbot für (stark) explosionsgefährdete Güter, solche, die zu einem Austritt von Gift führen, sowie hochentzündliche Stoffe | Clyde Tunnel in Glasgow |
| E | Durchfahrtverbot für alle Gefahrgüter (mit wenigen Ausnahmen) | Rennsteigtunnel auf der Autobahn 71 |
| Beachten Sie: Jede Ladung von Gefahrengut wird mit einem Tunnelbeschränkungscode versehen, welcher entscheidet, welche Tunnelkategorien befahren werden dürfen. Die Begriffe sind jedoch nicht synonym. Der Tunnelbeschränkungscode der Ladung wird in den Beförderungspapieren dargelegt. |
Lenk- und Ruhezeiten
Neben Besonderheiten, die bei der Wahl der Strecke zu beachten sind, muss eine LKW-Routenführung noch auf die besonderen Vorgaben für den Kraftverkehr im Hinblick auf die Lenkzeiten achten. Kraftfahrer müssen spätestens nach viereinhalb Stunden Fahrtzeit eine Ruhepause von 45 Minuten einlegen. Das beste LKW-Navi hat diese Bedingungen im Speicher und lässt sie in die Berechnungen der Route einfließen.
Gerade für Mehrtagesfahrten ist es wichtig, dass das Truck-Navi auf eine große Datenbank von Park- und Rastplätzen zurückgreifen kann. Diese und andere POIs (points of interest) runden den optimalen Routenplaner für eine LKW-Tour ab.
Fazit
Ein LKW-Navi muss deutlich mehr Parameter beachten als ein normales Navigationssystem für den Privatgebrauch. Daher ist es essenziell, dass Ihr LKW-Navi im Vergleich über eine umfassende Datenbank mit Befahrbeschränkungen für Ihr Einzugsgebiet verfügt und diese auf einem aktuellen Stand ist.
Ein komplexes Thema , relativ leicht erklärt.
Auch der Vorteil der Anschaffung eines Navigeräts vs NaviApp plausibel und objektiv dargestellt
. LKW Navis müssen einfach größer sein wie ein Handy -Display .Es sei denn man hat ein ein Tablett .Dann wieder die spezielle LKW Software.Die Details spielen auch eine wichtige Rolle.
Gute gründliche Erklärung und somit indirekt auch Beratung.