
Ist der ungefähre Fundort in einer Lawine ermittelt, entscheidet die Suche mit der Sonde, wo gegraben wird.
3.1. Die Handhabung hat im Notfall oberste Priorität
Unter dem Zeitdruck, der einer Lawinenrettung innewohnt, fallen auch einfachsten Handgriffe plötzlich schwer oder misslingen. Wie leicht sich eine Lawinensonde benutzen lässt, ist deshalb besonders wichtig.
Gerade mit einer kleinen Schnur am Ende ist das Greifen vor allem in Handschuhen schwierig. Besser gestaltet sich beim Ziehen ein Griff am Ende des Zugseils, während große und stets geöffnete Handschlaufen, wie zum Beispiel bei verschiedenen Lawinensonden von Ortovox oder Black Diamond, ideal für die Bedienung in Handschuhen sind.
Alle Lawinensonden haben die Funktion, dass sich das Seil automatisch arretiert. Hier gibt es lediglich verschiedene Herangehensweise bei der konkreten Ausgestaltung. Mammut oder Ortovox zum Beispiel setzen auf spezielle Zugsysteme, die sich per Knopfdruck arretieren und wieder lösen lassen. Kaufen Sie Lawinensonden von unbekannten Herstellern, handelt es sich häufig um schlichte Druckknöpfe, die automatisch ausfahren.
Die Hersteller haben für ihre Schnellspannsysteme spezielle Begrifflichkeiten etabliert, so dass der Vergleich unterschiedlicher Modelle leicht zur Verwirrung führen kann. Das Kürzel PFA bei Lawinensonden von Ortovox steht zum Beispiel für das Schnellspannsystem dieses Herstellers. Es ist unter anderem in der Ortovox Alu 320+ PFA Lawinensonde verbaut. Das Schnellspannsystem von Mammut nennt sich Speed Lock und kommt unter anderem in den Sonden Mammut 280 Speed Lock oder 320 Speed Lock zur Anwendung. Ob eine Speed Lock Lawinensonde besser ist als eine PFA-Sonde lässt sich kaum vergleichen. Beide Systeme ermöglichen einen schnellen Zugriff bzw. Zusammenbau.
Tipp: Die Schnelligkeit des Aufbaus wird nur selten vom Zugsystem beeinflusst. Das Einklappen, das aber ohne Zeitdruck auskommt, kann bei einfachen Lawinensonden länger dauern.
Tipp: Machen Sie selbst den Lawinensonden-Test, indem Sie die Neuanschaffung ganz in Ruhe ausfahren und wieder zusammenfalten. So sind Sie in einer Notsituation bereits mit dem Handgriff vertraut.
3.2. Das Packmaß entscheidet mit
Lawinensonden lassen sich auf den ersten Blick schnell als Ballast abtun, der nur mit geringer Wahrscheinlichkeit zum Einsatz kommen wird. Dann aber ist er von so essentieller Bedeutung, dass ein Verzicht gar nicht infrage kommt.
Damit die Versuchung gänzlich ausbleibt, auf das Lawinenset im Ganzen oder nur auf Teile zu verzichten, zählen besonders eine geringe Größe und Masse. Beim Packmaß bleiben die Lawinensonden der meisten Marken bei 45 cm oder weniger. So passt die Sonde in fast jeden Rucksack und die einzelnen Glieder bleiben lang genug für eine hohe Stabilität. Positiv hervorzuheben ist hier beispielsweise das Modell Probe 240 Short von Mammut. Durch die Bauweise mit sieben Klappsegmenten statt sechs, wird die Packlänge auf besonders kurze 38 cm begrenzt.
Das Gewicht in g liegt in der Regel unterhalb von 400 g. Selbst teure Modelle, wie beispielsweise die Lawinensonde Ortovox 280 PFA+ aus Kohlenfaserstoffen, liegt nur knapp unter dieser Grenze. Eher finden sich einfach gestaltete Lawinensonden mit geringer Länge mit niedrigerem Gewicht, obwohl es auf Skitouren kaum auf 100 bis 200 g ankommen sollte.
Tipp: Nehmen Sie lieber ein Utensil Sicherheitstechnik mehr mit, als dass es im entscheidenden Moment fehlt. Das gilt erst recht bei etwas so Leichtem und Kompaktem wie einer Lawinensonde.
3.3. Die Länge bietet zwei Betrachtungen
Eine Lawinensonde mit 320 cm reicht natürlich weiter in den Schnee hinein, zeigt sich aber bei schnellen Absuchen und Einstechen sowie Herausziehen als vergleichsweise unhandlich.
Bei 240 cm können Sie schneller vorankommen, aber vielleicht fehlt in der einen entscheidenden Situation die nötige Länge. Allerdings ist ein Verschütteter in mehr als einem Meter Tiefe unter einer Lawine extremen Druck und Luftmangel ausgesetzt, was mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem schnellen Ersticken führt, sodass auch die kurze Sonde ihre Aufgabe rational betrachtet vollumfänglich erfüllt.
Viele Hersteller, die auch Modelle in 240 oder 320 cm anbieten, favorisieren die goldene Mitte von 280 cm. Wir von Vergleich.org meinen, dass sich so die beschriebenen Vor- und Nachteile recht gut die Waage halten.
Beispiel für beliebte Modelle unter 300 cm Länge:
- Pieps iProbe BT 220
- Pieps iProbe Carbon 220 Pro
- Mammut Probe 240
- Mammut Probe 240 Light
- Mammut Probe 240 Carbon
- Mammut Probe 240 Short
- Ortovox Alu 240 PFA
- Ortovox Carbon 240 Superlight
- Quickdraw Carbon Probe 240
- Pieps iProbe BT260
- Pieps Carbon 260 Pro
- Ortovox Carbon 280+ PFA
- Mammut Probe 280 Speed Lock
Beispiele für beliebte Modelle über 300 cm Länge:
- Pieps Probe BT300
- Pieps Carbon 300 Pro
- Mammut Probe 320
- Mammut Probe 320 Speed Lock
- QuickDraw Pro Probe 320
- Ortovox Alu 320+ PFA
Wie in der Auflistung gut ersichtlich, sind
3.4. Weitere Eigenschaften kaum ausschlaggebend

Mit mehreren Helfern kann die Suche koordinierter ablaufen und das Graben gelingt natürlich zügiger.
Eine große Auswahl an Farben gibt es wie bei allen Outdoor-Artikel auch bei den Lawinensonden. Eine auffällige Farbe wie Neon-Orange ist für eine bessere Sichtbarkeit natürlich von Vorteil, aber auch Schwarz oder Silber wird die Funktionalität nicht einschränken. Gebenenfalls sind auch nur die Griffe oder sichtbare Kernelemente der Sonde in Neon-Orange oder Signalrot gehalten.
Einen begrenzten Temperaturbereich gibt es wegen fehlender elektronischer Teile nicht. Bei einem LVS-Gerät sollten Sie aber genau hierauf achten, da in höheren Lagen auch schnell -30 °C unterschritten werden können.
3.5. Die Marken sind bekannt
Vor allem bei Sicherheitstechnik für Wintersport findet sich eine Vielzahl namhafter Hersteller, die für Sportausrüstung bekannt sind. Bei Gerätschaften, die für die Lebensrettung gedacht sind, dürfen sie sich erst recht keinen Fauxpas bei der Herstellung erlauben.
Da es außerdem leider keinen passenden Lawinensonden-Test bei Stiftung Warentest zu finden gibt, hilft die Orientierung an bekannten Namen:
- Ortovox
- Salewa
- Pieps
- Mammut
- BCA
- K2
- Black Diamond
- Arva
- MSR

Hallo,
bei den Spitzen der Stangen sind mit Unterschiede aufgefallen. Gibt es da besonders gute Formen oder worauf muss ich hier achten?
Grüße Tobi
Guten Tag Herr Wächtler,
teilweise setzen die Hersteller tatsächlich auf verschiedene Formen. So soll eine besonders stromlinienförmige Spitze leichtgängiger sein.
Einen wirklichen Effekt hat eigentlich nur die verbreiterte Spitze, damit der schmalere Schaft der Sonde im Schnee Spielraum hat und das Herausziehen ohne viel Reibung leicht funktioniert.
Wesentlich wichtiger ist in diesem Zusammenhang aber, dass Sie Handschuhe tragen, um die Stange nicht zu erwärmen. Sonst schmilzt Schnee daran und friert wieder fest, wodurch sie wesentlich schwerer versenkt und herausgezogen werden kann.
Beste Grüße
Ihr Vergleich.org-Team