Das Wichtigste in Kürze
  • Lawinen stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar: Wer sich in Skigebieten aufhält, sollte stets ein Lawinenpiepser-Set dabei haben.
  • Darin enthalten ist auch das LVS-Gerät, mit dem Sie andere Verschüttete suchen können, aber auch selbst ein Signal aussenden, falls Sie von einer Lawine erfasst wurden.
  • Günstige Geräte sind ab circa 150 Euro erhältlich, Produkte der Spitzenklasse lassen sich für rund 250 bis 450 Euro erwerben.

LVS-Gerät Test

Die obige Produkttabelle sowie die hier folgende Kaufberatung sind Teil unseres LVS-Geräte-Vergleichs 2020 – es handelt sich hierbei aber nicht um einen LVS-Geräte-Test!

Keines der in der Tabelle auftauchenden Produkte haben wir tatsächlich selbst getestet, wir haben lediglich Informationen aus dem Internet zusammengetragen und optisch aufgearbeitet für Sie zusammengestellt, damit Sie eine bessere Übersicht haben.

Der Autor dieses Ratgebers, der auch die Produkte für die Tabelle ausgewählt sowie bewertet hat, ist kein Experte für Schneelandschaften oder Lawinen.

LVS-Gerät Vergleich

Achtsamkeit ist gefragt – sowohl im Schnee als auch zuvor schon bei der Wahl des Equipments.

In unserer Vergleich.org-Kaufberatung informieren wir Sie unter anderem über Aspekte wie die empfohlene Reichweite, die MARK-Funktion oder typische Batterielaufzeiten. Mithilfe der folgenden Links können Sie sich auch bequem auf unserer Seite Ihr individuelles Lawinenausrüstungs- bzw. LVS-Set zusammenstellen.

1. Die Reichweite: 60-70 Meter sind sehr gut

Die Reichweite ist bei einem Lawinensuchgerät natürlich ein wichtiges Kriterium. Schneelandschaften sind schließlich vor allem eines: unübersichtlich. In einer Outdoor-Landschaft voller weißem Boden fallen das Suchen und die Orientierung sehr schwer und so können Reichweitenunterschiede von beispielsweise 10 oder 20 Metern bereits große Unterschiede machen. Ist die verschüttete Person zum Beispiel 50 Meter von Ihnen entfernt, Ihr LVS-Gerät hat zugleich aber nur eine Reichweite von 40 oder 45 Metern, so kann es passieren, dass Sie an der verschütteten Person vorbeilaufen. In einem solchen Fall müssten Sie quasi zufällig 10 Meter in die richtige Richtung gehen, bevor das LVS-Gerät Ihnen anzeigt, dass Sie richtig unterwegs sind.

Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche: Sind Sie selbst verschüttet und auf ein rasches Entdecken angewiesen, machen Sie es Ihren Helfern mit einem signalstarken Gerät leichter.

LVS Test

Wenn eine Ecke aussieht wie die andere, ist eine große Reichweite von Vorteil.

Dementsprechend empfiehlt sich ein Lawinenpiepser mit möglichst großer Reichweite. Während viele Geräte 40 bis 50 Meter weit reichen, gibt es besonders starke Produkte, die bis zu 70 Meter abdecken können.

Im Zweifelsfall können diese wenigen Meter mehr oder weniger über Leben und Tod entscheiden.

2. Wie wichtig ist die MARK-Funktion bei Mehrfachverschüttung?

Nicht selten kommt es vor, dass nicht nur eine, sondern mehrere Personen von einer Lawine erfasst wurden und gesucht werden müssen. In solch einem Fall kann das Problem auftreten, dass das Lawinensuchgerät bei einer bereits verorteten Person mehrfach anschlägt und man sich als Suchender davon irritieren lässt. Hat man dann eine weitere Person gefunden oder schlägt das Gerät erneut bei der bereits gefundenen Person an? So können wertvolle Zeit und die Orientierung verloren gehen.

Da man im Vorfeld natürlich nie wissen kann, wie viele Menschen bei einer Lawine erfasst werden und mit der LVS-Ausrüstung gesucht werden müssen, empfehlen wir dringend, nur Geräte mit der sogenannten MARK-Funktion einzusetzen.

Mithilfe der MARK-Funktion können bereits verortete Sucherfolge markiert werden, sodass das Gerät anschließend ohne Reibungsverluste für die Suche nach weiteren Personen eingesetzt werden kann.

LVS Vergleich

Viele Verschüttete, viele Suchende. Die MARK-Funktion hilft dabei, den Überblick zu wahren.

3. Der Selbsttest: Wie wird sichergestellt, dass das Gerät im Notfall einsatzbereit ist?

Machen Sie den LVS-Geräte-Test

Vor jeder Tour sollten stets vier Punkte beachtet werden:

  1. Hat jeder ein LVS-Gerät dabei?
  2. Funktioniert jedes Gerät (sowohl im Sende- als auch im Such-Modus)?
  3. Kann jeder sein Gerät bedienen?
  4. Ist das Gerät bei jedem richtig verstaut und auf Senden eingestellt?

Hierbei handelt es sich um einen sehr wichtigen LVS-Test: Das LVS-Gerät überprüft sich in regelmäßigen Abständen selbst und sorgt so dafür, dass es im Notfall auch einsatzbereit ist.

Ohne dass Sie etwas dafür tun müssen, checkt das Gerät also, ob alle wichtigen Hard- und Software-Funktionen noch einsatzbereit sind.

So werden beispielsweise die Empfangsantennen und die Sendefrequenz überprüft. Auch der Prozessor sowie der Verstärker werden beim LVS-Geräte-Test bedacht.

Und selbst etwas Banales wie der Ladestand der Batterien fällt nicht unter den Tisch – Sie können schließlich das beste LVS-Gerät kaufen, doch wenn im entscheidenden Moment die Batterie leer ist, bringt es nichts.

LVS-Gerät kaufen

LVS-Gerät dabei, aber funktioniert es noch einwandfrei? Praktisch, wenn das Gerät diese Frage selbstständig beantwortet.

4. Die Batterie: Wie lange halten günstige LVS-Geräte durch?

Ob beim Skifahren, Bergsteigen oder Klettern: Wird man von einer Lawine erfasst und vom Schnee begraben, ist man in aller Regel von der Rettung durch andere Menschen abhängig.

Dabei bleiben oft nicht mehr als 15 Minuten Zeit, um den Verschütteten zu bergen, bevor dieser erstickt.

Da mutet es leicht übertrieben an, dass sich die Batterielaufzeit von LVS-Geräten oft in der Kategorie von 200 bis 300 Stunden bewegt und Produkte mit besonders langem Atem sogar auf bis zu 400 Stunden kommen.

Allerdings muss beachtet werden: Die Geräte verbrauchen bereits Strom, bevor es zu einer etwaigen Katastrophe kommt. Und nicht immer werden voll aufgeladene Geräte mit auf eine Tour genommen.

Eine höhere Batterielaufzeit verringert also die Gefahr, dass das LVS-Gerät-Set ausgerechnet dann den Geist aufgibt, wenn der Notfall eintritt.

Doch was können Sie neben dem Tragen eines LVS-Geräts selbst tun, um die Überlebenschancen zu erhöhen, wenn Sie von einer Lawine erfasst werden? Die folgende Tabelle fasst einige Tipps zusammen.

Das sollten Sie tun Das sollten Sie vermeiden
lawine-lvs lawine-lvs
+ Skistöcke wegwerfen – ansonsten Verletzungsgefahr
+ versuchen, auf dem Brett bzw. den Brettern zu bleiben
+ versuchen, seitlich aus der Lawine heraus zu lenken
+ nach einem Sturz versuchen, per Schwimmbewegung oben zu bleiben
+ mit den Händen eine Höhle vor dem Mund bilden, bevor Sie unter dem Schnee begraben werden
- ohne LVS-Set in den Schnee gehen
- nicht auf das Gefühl/den Instinkt vertrauen – oft lassen sich potentielle Gefahren vorhersehen
- sich durch Gruppendynamik/sozialen Druck auf gefährliche Pisten verleiten lassen
- in zu großen Gruppen unterwegs sein (Übermut, Belastung für den Hang, Verzögerungen)

5. Fragen und Antworten rund um das Thema LVS-Geräte

Zum Abschluss unseres kompakten Ratgebers möchten wir Ihnen noch zwei Fragen beantworten, die häufig im Zusammenhang mit LVS-Geräten gestellt werden. Sie haben weitere Fragen oder Anmerkungen anderer Art zu unserem Vergleich? Scheuen Sie sich nicht, die Vergleich.org-Kommentarfunktion zu nutzen und uns direkt anzuschreiben.

lawinensonde

5.1. Welche Marken und Hersteller haben sich im Bereich der LVS-Geräte bewährt?

Es gibt zahlreiche Hersteller, die LVS-Geräte, Lawinenrucksäcke, Lawinensonden oder gleich ein ganzes Lawinen-Set anbieten. Bei der Recherche im Internet werden Sie sicherlich vermehrt auf Pieps-Lawinensuchgeräte oder Pieps-Lawinensets stoßen. Diese werden von Kennern unter den zuverlässigsten LVS-Produkten eingeordnet.

Neben den Pieps-LVS-Geräten haben sich beispielsweise auch Mammut-LVS-Produkte einen Namen gemacht.

Vergleich.org empfiehlt: Bei den LVS-Geräten sollte der Blick auf Marke und Preis nicht vernachlässigt werden. Ein Billig-Produkt bei Aldi wäre beispielsweise nicht empfehlenswert, schließlich geht es hier um Ihre Sicherheit.

5.2. Hat die Stiftung Warentest bereits einen LVS-Geräte-Test durchgeführt?

Nein, die Stiftung Warentest scheint sich bisher nicht an das Thema Lawinenschutz herangetraut zu haben und hat noch keinen Lawinenverschüttetensuchgerät-Test gemacht. Auch einen Test zum Lawinenrucksack vermisst man dort beispielsweise.

Lediglich mit (Versicherungs-)Kosten bei Skiunfällen hat sich das Institut bereits auseinandergesetzt.