Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Rasenmähen bleiben immer auch Grashalme stehen, die sich an Kanten oder in Ecken verstecken und nicht vom eher grobmotorisch arbeitenden Rasenmäher erfasst werden können. Für diese Rasenabschnitte ist eine Grasschere das perfekte Arbeitsgerät – nicht umsonst wird sie auch Rasenkantenschere genannt.
  • Grasscheren können sowohl in mechanischer als auch in elektronischer Ausführung vorkommen. In diesem Vergleich haben wir uns auf die mechanischen Grasscheren konzentriert, bei denen nicht auf die Akku-Leistung geachtet werden muss und außerdem Stromkosten vermieden werden.
  • Auch die Grasscheren werden noch einmal in zwei Kategorien unterteilt: Grasscheren für die Arbeit auf dem Boden und solche mit Stiel, mit denen im Stehen gearbeitet werden kann. Während das eine Modell schnonender für Hände, Arme und Schultern sein kann, trumpft das andere vor allem durch die Entlastung von Rücken, Knien und Becken auf.

Grasscheren Test

Die Hektik der Großstadt, der Stress auf der Arbeit, Freundschaften, die nicht vernachlässigt werden wollen – rund um die Uhr werden wir mit den zum Teil sehr strapaziösen Anforderungen des Lebens konfrontiert. Doch wer immer schneller immer mehr unter einen Hut bekommen muss, braucht auch einen Rückzugsraum, um die Zeit wieder zu entschleunigen und einmal durchzuatmen. Für viele in Deutschland lebende Menschen ist dieser Ort der eigene Garten: Mehr als jeder Zweite arbeitet mindestens einmal monatlich darin, mehr als jeder Vierte sogar mindestens wöchentlich (Quelle: GfK).

Grasscheren Vergleich

Günstige Grasscheren können mithalten: Für gut zehn Euro erhalten Sie bereits ein gutes Produkt.

Gartenarbeit kann also durchaus entspannen – vorausgesetzt, Sie haben das richtige Werkzeug und quälen sich nicht mit stumpfen Waffen herum. Wir haben uns deshalb für Sie auf die Suche gemacht und Ihnen in unserem Grasscheren-Vergleich 2020 die besten Grasscheren vorgestellt. Schauen Sie auch in unsere Kaufberatung und erfahren Sie dort unter anderem, mit welchen Scheren Sie besonders präzise arbeiten können, welche besonderen Typen Ihren Rücken schonen und warum eine Antihaftbeschichtung bei Grasscheren so wichtig ist.

1. Die Grasscheren-Typen: Sind kleine Geräte sind präziser und große rücken- und knieschonend?

Akku-Grasschere

Zum Vergleich: Eine Akku-Grasschere im Einsatz.

Bei Grasscheren, die mitunter auch Rasenscheren oder Rasenkantenscheren genannt werden, gibt es zunächst einmal zwei große Hauptkategorien: die elektronische Grasschere und die mechanische Grasschere.

In diesem Vergleich haben wir uns auf die mechanischen, also von Hand betriebenen Grasscheren konzentriert. Sind Sie auf der Suche nach einer Akku-Grasschere, gelangen Sie über diesen Link zu unserem entsprechenden Vergleich.

Mechanische Grasschere: Mit oder ohne Stiel

Aber auch bei der mechanischen Grasschere gibt es grob unterteilt noch einmal zwei unterschiedliche Kategorien, die bestimmte Vor- und Nachteile haben. In der folgenden Übersichtstabelle stellen wir Ihnen beide Arten vor, sodass Sie leichter Ihren persönlichen Grasscheren-Testsieger ermitteln können.

Grasscheren-Typ Merkmale
Hand-Rasenschere

Wolf Garten Grasschere

+ erlaubt präziseres Arbeiten
+ geringes Gewicht – leichte Handhabung
+ in der Regel mit drehbaren Klingen ausgestattet
- Arbeit „auf allen Vieren“ erforderlich: Belastung für Rücken und Knie
Rasenschere mit Stiel

Bahco Grasschere

+ rücken- und knieschonend: Arbeiten im Stehen
- weniger präzise, da schwieriger zu führen
- schwerer und sperriger – ggf. höhere Belastung für Arme und Schultern
Nur auf den ersten Blick eine klare Sache: Hand-Rasenscheren ohne Stiel scheinen zunächst deutlich mehr Vorteile aufzuweisen als Grasscheren mit Stiel. Wichtig ist aber die Gewichtung der einzelnen Vor- und Nachteile. Großes Thema hierbei: die Ergonomie, wodurch die Belastung für Hände, Rücken und Knie beeinflusst werden kann. Lesen Sie hierzu mehr in Kapitel 3: „Die Ergonomie: 360° drehbare Klingen schonen die Handgelenke“.

2. Die Schnittleistung: Verhindern antihaftbeschichtete Klingen festklebendes Gras?

Wellenschliff hat Vorteile

Rasenschere Wellenschliff KlingeKlingen mit Wellenschliff gelten bei Grasscheren als etwas schärfer – auch bleibt die Schärfe länger erhalten. Ein Beispiel für ein solches Produkt ist die Gardena-Grasschere Comfort 8735-30.

Der Nachteil: Möchten Sie die Klingen einmal nachschleifen, ist dies aufgrund der Wellenform etwas schwieriger als bei geraden Klingen.

Bei der bloßen Schnittleistung können zwischen den unterschiedlichen Produkten keine gravierenden Qualitätsabweichungen festgestellt werden. Auch etwas schlechter schneidende Scheren schneiden in der Regel noch gut.

Die Spreu trennt sich vielmehr im Detail vom Weizen. Um dem ärgerlichen Ankleben der Grashalme an den Klingen entgegenzuwirken, haben viele Hersteller und Marken die Klingen der Rasenkantenscheren mit einer Antihaftbeschichtung versehen. So bleibt gewährleistet, dass auch feuchtes Gras nicht so leicht an den Klingen kleben bleibt und somit kurzfristig die Schnittleistung verringert.

Eine Frage der persönlichen Anforderungen an das Gerät ist vor allem die Klingenlänge. Geht Ihnen das Abschneiden des „Kantenrasens“ häufig nicht schnell genug, kann der Griff zu einer Hand-Rasenschere mit größerer Klinge lohnen – denn so wird natürlich auch etwas mehr Gras pro Schnitt erfasst. Große Klingen liegen bei rund 18 bis 20 cm.

Rasenschere Test

Je länger die Klinge, desto mehr Gras kann mit einem Schnitt erfasst werden. Allerdings liegen Geräte mit längerer Klinge auch häufig schwerer in der Hand.

Aber auch das Gegenteil kann sinnvoll sein: Sie haben eher verwinkelte und kurze Stellen, an denen Gras manuell entfernt werden soll? Dann besteht eine Rasenschere mit kürzerer Klinge den Test besser, da sich hiermit filigraner arbeiten lässt. Solche Klingen weisen dann in der Regel eine Länge von ungefähr 12 bis 14 cm auf.

3. Die Ergonomie: Schonen 360° drehbare Klingen die Handgelenke?

Wir alle tragen unser gesundheitliches Päckchen und haben kleinere oder auch größere Wehwehchen, die es zu berücksichtigen gilt. Je nachdem, wo Ihre Problembereiche liegen, empfehlen sich unterschiedliche Grasscheren.

Rasenkantenschere Vergleich

Angenehmer für Arme und Schultern, dafür eine stärkere Belastung für Rücken und Knie: Grasscheren ohne Stiel.

Sind die Hände und Handgelenke vorbelastet? Dann empfiehlt sich tendenziell eine Hand-Rasenschere ohne Stiel. Diese sind in der Regel wunderbar leicht und handlich, wiegen oftmals kaum mehr als 300 g. Der Nachteil: Sie müssen sich hinhocken oder -knien und belasten dadurch andere Körperregionen. Ein Beispiel hierfür ist die Wolf-Garten-Grasschere 7033004.

Grasschere mit Stiel

Mit einer Stiel-Grasschere können Sie bequem im Stehen arbeiten.

Sind jedoch eher Rücken, Knie oder Becken das Problem? Dann raten wir Ihnen zu einer Grasschere mit Stiel. Diese haben so lange Griffe, dass Sie die Arbeit bequem im Stehen verrichten und die lädierten Körperpartien schonen können.

Hier ist der Nachteil wiederum das höhere Gewicht und die schwerere Handhabung, wiegen Stiel-Grasscheren doch schon mal bis zu zwei Kilogramm.

Beispielhaft kann eine Rasenschere von Gardena genannt werden (Modell: Comfort 8740-20), die immerhin Rollen aufweist und somit bei der Arbeit nicht permanent hochgehalten werden muss.

Grasschere mit drehbarer Klinge 360 Grad

Mit einer drehbaren Klinge lässt sich auch schwierig erreichbares Gras mühelos schneiden – ohne Verrenkungen der Hände.

Drehbare Klingen besonders ergonomisch: Gras wächst wie und wo es will – nicht immer bekommen wir es also zwischen die Klingen, wenn wir die Schere waagerecht halten. Für die Handgelenke kann das ständige Drehen, um die Schere auch mal senkrecht zu halten, durchaus anstrengend sein.

Eine Grasschere mit drehbarer Klinge (oft reichen 90°, optimal sind hingegen 360°) sorgt dafür, dass die Schere immer wie gewünscht gehalten und trotzdem alle Grashalme erwischt werden können. Insbesondere Personen mit oben beschriebenen körperlichen Einschränkungen raten wir daher zum Kauf einer Grasschere mit drehbaren Klingen.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Grasscheren

Zum Abschluss unseres Ratgebers geben wir Ihnen noch Antworten auf einige der Fragen, die rund ums Thema Grasscheren häufig gestellt werden.

4.1. Hat die Stiftung Warentest einen Grasscheren-Test durchgeführt?

Nein, bislang hat das Institut noch keinen Grasscheren-Test gemacht. Dafür hat es sich zuletzt im Jahr 2015 mit Garten- und Astscheren beschäftigt und gleich zwei Grasscheren von Gardena unter die besten fünf Produkte gewählt – ein Umstand, der vor dem Hintergrund interessant ist, dass es auch viele Gardena-Rasenkantenscheren gibt.

Rasenschere Vergleich

Nicht zu verwechseln: Gartenscheren haben kürzere und kräftigere Klingen, die das Schneiden dünnerer Äste erlauben.

Möchte man davon ableiten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Gardena auch in einem Rasenkantenscheren-Test der Stiftung Warentest gut abschneiden würde. Auch Wolf-Garten und Fiskars-Produkte konnten in dem Test ordentlich bis gut abschneiden.

4.2. Grasschere, die mechanisch funktioniert: Halten die Gelenke lange?

Rasenkantenschere Test

Potentieller Schwachpunkt von Grasscheren: das Klingengelenk – vor allem bei drehbaren Klingen.

In der Tat sind die Gelenke die Schwachstellen vieler Rasenscheren, die mechanisch per Handdruck bedient werden.

Tauchen Verarbeitungsfehler oder -schwächen auf, offenbaren diese sich in aller Regel am Klingengelenk – nicht zuletzt bei drehbaren Klingen. Möchten Sie eine möglichst robuste Grasschere kaufen, sollten Sie also stets ein Auge auf die Verarbeitungsqualität werfen.

Tipp: So bequem Grasscheren mit Stiel auch sind – tendenziell sind sie aufgrund der größeren Übersetzung auch minimal defektanfälliger.

Sollte eine Stiel-Rasenschere allerdings Ihr Wunschprodukt sein, beispielsweise aus rückenschonender Sicht, sollten Sie sich davon nicht vom Kauf abhalten lassen. Auch hier lohnt ein Blick auf die Verarbeitungsqualität, mit dem sich weniger stabile Modelle aussortieren lassen.