Heiß, stark, schwarz und mit dichter Crema, das ist der beste Espresso. Oder mögen Sie Espresso doch lieber als Cappuccino oder Latte Macchiato mit Milch zubereitet? Ihre individuellen Präferenzen entscheiden darüber, welches die besten Kaffeebohnen für Espresso sind. Grundsätzliche Qualitätskriterien, die Sie bereits beim Kauf berücksichtigen können, gibt es dennoch.
Neben der Sorte ist der Anbau entscheidendes Merkmal der Qualität. Später entscheiden Mischverhältnisse (also wie hoch ist der Anteil Arabica zu Robusta) und Röstverfahren über die Bohnenqualität. Ist das Ursprungsprodukt frisch, kann der Ihr persönliches Testergebnis der Espressobohnen gut werden. Frisch bedeutet in diesem Zusammenhang, wie lange der Röstvorgang der Kaffeebohnen für Espresso zurückliegt.
Große Röstereien bieten übrigens häufig Mischungen bester Espressobohnen für Kaffee an. Mischungen mit einem Anteil Robusta ergeben ein nuancierteres Geschmacksbild als Espresso aus 100 % Arabica, dessen Geschmacksergebnis eher mild ist und oftmals als gute Espressobohnen für Vollautomaten verwendet werden.

Wenn Kaffee alt ist, leidet sein Aroma. Die austretenden Öle lassen ihn ranzig werden, es bildet sich keine gute Crema und manche Sorte riecht und schmeckt stark säuerlich. Ihre Espressobohnen sind übrigens nicht nur dann alt, wenn das Röstdatum sehr lange hinter dem Kauf- oder Liederdatum liegt.
Weniger genießbar werden selbst die besten Espressobohnen für Kaffee auch, wenn sie zu lange geöffnet in der Verpackung oder bereits gemahlen als Rest in der Mühle oder dem Vollautomat liegen. Espresso-Evangelisten verbrauchen ihr Pulver direkt nach dem Mahlen der Espressobohnen, da es das Aroma durch die Sauerstoffzufuhr schnell verliert.
Wenn Ihr Espresso ganz blass ist, keinen nennenswerten oder einen ranzigen Geschmack hat, sollten Sie ihn nicht mehr genießen.

Durch ihr starkes Aroma sorgen Espressobohnen, die vor der Zubereitung frisch gemahlen werden, für einen unverwechselbaren Geschmack.
3.1. Die Röstung entscheidet über den Charakter
Espressobohnen sind länger geröstete Kaffeebohnen dunkler Farbe mit einer matten bis glänzenden Oberfläche. Wenn Sie Espressobohnen kaufen wollen, können Sie daher in der Regel nach Marken wählen (zum Beispiel Starbucks-Espresso-Bohnen), aber eben auch nach der Röstung der Bohnen (wie eine dunkle Röstung oder eine helle Röstung).
Eine dunkle Trommelröstung spricht für hochwertige Espressobohnen Qualität, denn die Temperatur und Dauer der Röstung wirken sich auf die Aromenentwicklung in den Bohnen aus. Für italienischen Kaffee werden häufig Espresso-Mischungen aus Arabica mit dunkel gerösteten Robusta-Anteilen verwendet. Dies ergibt ein vollmundigeres Aromaprofil und einen leicht höheren Koffeingehalt als bei reinen Arabica-Mischungen. Bei dunklen Röstungen entwickeln sich aromatische Noten von Schokolade, Nuss und sogar Rauch. Je nach Sorte des Rohkaffees können sich auch fruchtige Noten entwickeln. Der Trend geht aktuell zu heller gerösteten Mischungen.
Torrefacto – spanische Röstung: Aus Spanien stammt ein Verfahren, Kaffee zu rösten, bei dem zuvor Zucker an die Bohnen gegeben wird. Bitterstoffe können so reduziert werden und die Bohnen glänzen besonders hoch.
3.2. Mit Stärke, Intensität und gutem Aromaprofil zum Geschmack
Espressotrinker schätzen den kräftigen, starken Geschmack der Bohnen. Bittere und saure Noten treten in den Hintergrund zugunsten eines intensiven Geschmackserlebnisses. Je nach Röstung wird der ausgeprägte Geschmack von süßen Noten begleitet, die für Kaffeespezialitäten wie Cappuccino oder Latte Macchiato gern gewählt werden. Auch für Cold-Brew-Kaffee, ein gutes Crema-Aroma oder wenn es ein entkoffeinierter Kaffee sein soll, gibt es die jeweils passenden Kaffee-Espresso-Bohnen.
Sie möchten geschmacklich beste Espressobohnen kaufen (zum Beispiel 100% Arabica oder 100% Robusta in einer 1-kg-Packung)? Achten Sie auf ein vollmundiges Geschmacksergebnis. Guter Espresso-Kaffee kann leicht malzig bis rauchig schmecken und manche Bohnen weisen eine schokoladig-nussige Note auf. Wenn das Aroma Eindruck hinterlässt und einen guten Abgang (den sogenannten Aftertaste) hat, handelt es sich um gute Espressobohnen.

Die Röstung macht aus Rohkaffee Espressobohnen.
3.3. Kaffee mit wenig Säuregehalt und viel Körper
Geschmacklich wahrnehmbaren Säuren können durch einen langsamen, schonenden Röstvorgang deutlich reduziert werden. Je länger die Röstdauer, desto weniger Säure enthalten die Bohnen und desto mehr „Körper“ haben sie. Sie merken dies daran, dass Ihr Espresso einen vollmundigen Eindruck im Mund hinterlässt. Allerdings leidet bei einer langen Röstdauer mitunter die Aromenentwicklung. Es ist also ein schmaler Grad zwischen Säurereduzierung, Aromenentwicklung und Körperbildung, auf dem sich Röster bewegen.
3.4. Individuelle Verarbeitung gibt es mit der Trommelröstung
Kleine, handwerklich arbeitende Betriebe rösten häufig in der Trommel, in der immer nur kleine Mengen Bohnen verarbeitet werden. Eine Röstung von rund 60 Kilogramm Espressobohnen kann regulär bis zu 20 Minuten dauern. Hierbei wird der Rohkaffee in die rotierende Trommel gegeben, die von außen erhitzt wird. So werden Bohnen besonders schonend, weil langsam – außerdem aber auch individuell, geröstet.
3.5. Jede Bohne Espresso hat ihren Koffeingehalt
Im Gehalt des Koffeins unterscheiden sich Robusta und Arabica deutlich voneinander. Der Grundgehalt Koffein im Espresso-Kaffee beträgt bei der Arabica zwischen 1,1 und 1,7 %. Die Robusta weckt auch den müdesten Menschen zuverlässig auf mit einem Koffeingehalt von 2 bis zu 4,5 %.

3.6. Mit dem optimalen Mahlgrad das Beste aus den Espressobohnen holen
Das Mahlen setzt die Aromastoffe aus den Bohnen frei. Der Geschmack von richtig gutem Espresso wird vom Mahlgrad beeinflusst. Ein optimaler Mahlgrad lässt den Espresso sämig aus der Maschine laufen.
Ist er zu fein, tröpfelt die Kaffeezubereitung langsam aus der Maschine, ist sehr dunkel und schmeckt im Endergebnis bitter. Wurden die Espressobohnen zu grob gemahlen, können nicht ausreichend Aromen aus dem Pulver gelöst werden, das Wasser fließt sehr schnell hindurch, der Espresso sieht wässrig aus und schmeckt sauer.
3.7. Gute Crema, schlechte Crema: Wie Sie guten Espresso erkennen
Eine dichte Crema aus goldbraunem Schaum bildet die im Wortsinn Krönung aromatischen Espressos. Richtig feste Crema kann ideal bei frisch gemahlenem Espresso entstehen – vorausgesetzt, der Espressokocher, die Espressomaschine und Espressotassen sind gut gereinigt und trocken.
Bildet sich der charakteristische Schaum auf Ihrem Espresso kaum oder gar nicht, kann dies ein Zeichen für alte Bohnen minderer Qualität sein. Mitunter können sich dahinter aber auch Fehler in der Zubereitung verbergen, etwa dass der Mahlgrad zu grob eingestellt war oder der Druck und die Temperatur der Espressomaschine zu gering waren.
Eine gute Mischung erkennen Sie im eigenen Espressobohnen-Test übrigens auch am geringen Anteil an Öl, wie zum Beispiel bei Robusta-Sorten. Hier kann sich die Crema länger halten.
Espresso-Tipp für Ihre Gesundheit
- Der Koffeingehalt im Espresso kann gegen Kopfschmerzen helfen.
- Koffein hat antioxidative und antientzündliche Wirkung im Organismus und kann helfen, den Blutdruck zu senken.
- Außerdem kann Koffein dazu führen, dass sich Stresssymptome verringern und Sie sich leistungsfähiger fühlen.
„Der Koffeingehalt im Espresso kann gegen Kopfschmerzen helfen“ – wieso ist das so?
Koffein ist dafür bekannt, Stoffwechselvorgänge im Körper anzuregen. Dazu zählt, dass sich die Blutgefässe erweitern und sich der Herzschlag erhöht. Es kann also sein, dass sich ein Spannungskopfschmerz nach dem Genuss einer Tasse Espresso verbessert. Bei starken Schmerzen suchen Sie aber zusätzlich am besten einen Arzt oder Apotheker auf.