Damit die Pflanzen die Nährstoffe erhalten, die sie in ihrer jeweiligen Wachstumsphase benötigen, muss der Dünger entsprechend an die Bedürfnisse angepasst sein. Die unterschiedlichen Nährstoffe übernehmen dabei verschiedene Funktionen bei der Entwicklung der Cannabispflanzen.
3.1. Makronährstoffe
Die Makronährstoffe, die für ein gesunden Pflanzenwachstum notwendig sind, sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Diese Nährstoffe sollten in jedem Cannabis-Dünger enthalten sein und sind der Grund, warum diese häufig als NPK-Cannabis-Dünger bezeichnet werden. Das Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium wird meist auf der Packung mithilfe von Zahlen angegeben. Ein „NPK-Dünger 4-2-5“ gibt zum Beispiel an, dass im Verhältnis zur Inhaltsmenge 4 % Stickstoff, 2 % Phosphor und 5 % Kalium im Dünger enthalten sind.
Die Nährstoffe erfüllen dabei unterschiedliche Funktionen:
- Stickstoff: Ist ein Bestandteil von Chlorophyll, wichtig für die Photosynthese. Er fördert die Entwicklung von Blättern und das Wachstum. Ein Stickstoffmangel lässt sich an vergilbten Blättern erkennen.
- Phosphor: Ist wichtig für die Entwicklung von Blüten und Wurzeln. Ein Phosphormangel kann anhand einer violetten Färbung der Blattadern erkannt werden.
- Kalium: Ist wichtig für die Osmoregulation (Wasser- und Salzkonzentration in der Pflanze) und den CO2-, H2O- und Sauerstoffaustausch der Pflanze. Ebenfalls unterstützt es die Produktion von ATP, welches bei der Photosynthese gewonnene Energie in Glukose umwandelt und speichert. Einen Kaliummangel kann man daran erkennen, dass die Pflanzen vertrocknet oder sogar verbrannt aussehen.

Ein Nährstoffmangel äußert sich durch optische Anzeichen. Vor allem die Blätter verfärben sich oder sehen vertrocknet aus.
3.2. Mikronährstoffe
Neben den Makronährstoffen sollten Cannabis-Dünger auch Mikronährstoffe enthalten, die die gesunde Entwicklung der Pflanzen unterstützen. Wichtige Mikronährstoffe sind:
- Schwefel
- Kalzium
- Magnesium
- Eisen
- Mangan
- Molybdän
- Zink
- Bor
- Kupfer
Die Mikronährstoffe sind meist nur in sehr geringen Mengen im Dünger enthalten, erfüllen aber wie auch die Makronährstoffe wichtige Aufgaben. Die Aufgabe von Kalzium beispielsweise ist es, die Zellwandstruktur zusammenzuhalten. Magnesium wiederum ist Bestandteil von Chlorophyll, durch welches bei der Photosynthese Sonnenlicht in Energie umgewandelt wird.

Sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe übernehmen wichtige Funktionen für die gesunde Entwicklung von Pflanzen.
3.3. Das ideale Nährstoffverhältnis für verschiedene Wachstumsphasen
Welcher Dünger der richtige für Ihre Cannabis-Pflanzen ist, hängt auch von deren Wachstumsphase ab. Die Wachstumsphasen lassen sich in die Keimungsphase, die vegetative Phase und die Blütephase unterteilen, welche jeweils unterschiedliche Nährstoffe benötigen. In der folgenden Tabelle zeigen wir von Vergleich.org Ihnen, welche Entwicklungen in den unterschiedlichen Phasen stattfinden, wann Sie Cannabis das erste Mal düngen sollten und welche Nährstoffe dafür besonders wichtig sind:
| Wachstumsphase | Bedürfnisse |
| Keimlingsphase | - Pflanzen benötigen erst ab der dritten oder vierten Woche Dünger
- in der Keimlingsphase sind sie noch sehr empfindlich
- in dieser Phase können zu viele Nährstoffe der Pflanze und deren Entwicklung schaden
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| vegetative Phase | - Phase zwischen der Keimung und der Blütephase
- in dieser Phase wächst die Pflanze stark, entwickelt Blätter und Zweige, Wurzeln wachsen
- Pflanzen benötigen vermehrt Stickstoff
- beispielsweise ist ein Verhältnis von 9 % Stickstoff, 4 % Phosphor und 5 % Kalium in der vegetativen Phase eine gute Wahl, um ein gesundes Wachsen zu unterstützen
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| Blütephase | - in dieser Phase wachsen Pflanzen nicht mehr, sondern entwickeln Blüten
- Pflanzen benötigen weniger Stickstoff, dafür mehr Phosphor und Kalium
- zum Beispiel ist ein Verhältnis von 3-8-7 empfehlenswert
- während der Blüte von Cannabis sollte die Erde einen pH-Wert von 6-7 aufweisen
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Da die Cannabispflanzen in den unterschiedlichen Wachstumsphasen verschiedene Anforderungen haben, ist es sinnvoll, unterschiedliche Cannabis-Dünger zu verwenden. Einige Hersteller bieten deshalb Cannabis-Dünger-Sets mit unterschiedlich zusammengesetzten Hanfdüngern an. Diese sind an die Bedürfnisse der verschiedenen Wachstumsphasen angepasst und erleichtern Ihnen das Wechseln zwischen den Düngern.
Hinweis: In der Woche, bevor Sie Ihre Cannabis-Pflanze ernten möchten, sollten Sie auf das Verwenden von Dünger verzichten, damit die Nährstoffablagerungen in den Blüten abgebaut werden können und Sie reines Cannabis erhalten.
Hallo,
eignet sich ein üblicher Cannabis-Dünger auch für Hydrokulturen oder benötigt man dafür einen speziellen Dünger?
Liebe Grüße
Jens Martens
Sehr geehrter Herr Martens,
vielen Dank für Ihre Frage zu unserem Cannabis-Dünger-Vergleich.
Nicht jeder Cannabis-Dünger eignet sich für die Anwendung in Hydrokulturen. Hierfür werden spezielle hydroponische Cannabis-Dünger angeboten.
Einige Cannabis-Dünger eignen sich jedoch sowohl für den Anbau von Cannabis in der Erde als auch für den hydroponischen Anbau.
Achten Sie daher stets darauf, ob die Eignung als hydroponischer Cannabis-Dünger explizit angegeben wird.
Wir wünschen Ihnen ein gutes Gelingen.
Ihr Vergleich.org-Team
Hallo,
kann man auch Orchideen-Dünger für Cannabispflanzen nutzen?
Mit freundlichen Grüßen
Jasmin Schmidt
Sehr geehrte Frau Schmidt,
vielen Dank für Ihre Frage zu unserem Cannabis-Dünger-Vergleich.
Orchideen-Dünger kann prinzipiell für Cannabispflanzen genutzt werden. Dies ist jedoch nicht ideal, da diese Dünger speziell an die Bedürfnisse von Orchideen angepasst sind.
Um Ihre Cannabis-Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen optimal zu versorgen, sollten Sie lieber auf einen speziellen Cannabis-Dünger oder alternativ auf Tomaten-Dünger zurückgreifen.
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserer Antwort weiterhelfen konnten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr VGL-Team