Dämpfer für Holzblasinstrumente wie Saxophone sind unter den Dämpfsystemen für Blasinstrumente besonders herausfordernd. Für Saxophone gibt es drei verschiedene Dämpfsysteme, die sich auf die Spielbarkeit beim Üben, den Sound und die Dämpfung auswirken.
2.1. Dämpfer für den Schallbecher
Schallbecher-Dämpfer gehören zur Standardausstattung vieler Saxophonisten. Sie werden in den Schallbecher des Saxophons eingesetzt, ähnlich wie Dämpfer für Blechblasinstrumente. Die Anwendung ist denkbar einfach. Der Dämpfer wird in den Becher gedrückt, wodurch ein Teil des Schalls absorbiert wird.
Die Spielweise bleibt dabei unverändert. Das Saxophon kann wie gewohnt gehalten und gespielt werden. Auch klappentechnisch gibt es keine Einschränkungen. Der Sound wirkt beim Spielen jedoch oft etwas matt. Dämpfer für den Schallbecher sind leicht und oft kostengünstig.
Die tatsächliche Dämpfwirkung ist allerdings begrenzt. Anders als bei Trompeten oder Posaunen tritt der Schall beim Saxophon nicht ausschließlich über den Schallbecher aus. Deshalb reduzieren Schallbecher-Dämpfer die Lautstärke in der Regel nur um etwa 5 bis 10 Dezibel. Für den Hausgebrauch und um die Lautstärke lediglich etwas zu dämpfen, sind diese Modelle meist ausreichend.
Sie sind für alle gängigen Saxophone erhältlich und als Tenor-Saxophon-Dämpfer sehr beliebt. Als Sopransaxophon-Dämpfer ist das Modul für den Schallbecher laut Online-Saxophon-Dämpfer-Tests vor allem dann eine gute Wahl, wenn das Sopransaxophon nicht gerade, sondern wie ein Alt- oder Tenorsaxophon gebogen ist.
2.2. Dämpferkoffer
Saxophon-Dämpfer in Kofferform, wie das bekannte e-Sax-Mute-System von Best Brass, zählen zu den wirkungsvollsten Lösungen, um die Lautstärke eines Saxophons zu dämpfen. Der Koffer umschließt das gesamte Instrument in einem schallisolierenden Gehäuse aus Kunststoff oder Faserverbundmaterial. Die Dämpfung beträgt je nach Modell bis zu 25 Dezibel. Das ist laut gängigen Online-Saxophon-Dämpfer-Tests ausreichend, um auch in hellhörigen Wohnungen zu üben, ohne die Nachbarn zu stören. Der Ton ist dabei leise aber verhältnismäßig klar.
Die Konstruktion hat jedoch deutliche Nachteile. Der Koffer ist sperrig und schwer. Er wiegt zwischen zwei und vier Kilogramm und die Bedienung der Klappen erfolgt durch Öffnungen im Gehäuse. Die Hände müssen in vorgefertigte Schlitze eingeführt werden, wodurch die Beweglichkeit und das Spielgefühl deutlich eingeschränkt sind. Auch das Anbringen des Mundstücks oder das Stimmen kann umständlich sein.
Solche Koffersysteme sind derzeit fast ausschließlich als Dämpfer für Alt- und Tenosaxophone erhältlich. Für das Bariton- oder Sopransaxophon existieren keine marktreifen Koffermodelle, weil Größe und Form der Instrumente das Umschließen erschweren. Ein Dämpfer in Kofferform für das Baritonsaxophon wäre beispielsweise sehr schwer. Dämpferkoffer richten sich vor allem an professionelle Musiker oder ambitionierte Hobbymusiker mit hohen Anforderungen an die Lautstärkereduktion.

Kinder üben am besten mit einem Schallbecher-Dämpfer.
2.3. Schaumstoff-Dämpfer
Schaumstoff-Dämpfer, wie das Modell „Saxmute One“, setzen auf eine einfache, mechanische Dämpfung des Luftstroms im Inneren des Instrument. Die Systeme bestehen in der Regel aus drei einzelnen Schaumstoff-Einsätzen:
- zylindrischer Dämpfer für das Saxophon-Mundstück
- Dämpfer für den S-Bogen
- Ring für den Schallbecher
Die Teile werden vorsichtig in das jeweilige Segment eingesetzt. Der offenporige Schaumstoff reduziert die Luftgeschwindigkeit und absorbiert einen Teil der Schallschwingungen.
Die Lautstärke wird je nach Spielweise um etwa 5 bis 15 Dezibel gesenkt. Das ist ausreichend für leiseres Üben, aber nicht geräuschlos. Die Ansprache bleibt trotz des Schaumstoff-Dämpfers im Saxophon-Mundstück grundsätzlich erhalten. Allerdings empfinden viele Musiker ein maßgeblich verändertes Spielgefühl. Der Luftwiderstand ist höher und erfordert mehr Anstrengung beim Spielen. Auch der Klang wird dumpfer. Vorteile liegen jedoch im geringen Gewicht, der einfachen Anwendung und dem oft niedrigen Preis.
Schaumstoff-Dämpfer gibt es für Sopran-, Alt- und Tenorsaxophone. Auch für Baritonsayophone sind Modelle erhältlich, deren Wirksamkeit jedoch begrenzt ist. Das ist vor allem durch Rohrlänge und -durchmesser des Instruments bedingt, die mit Schaumstoffeinsätzen nicht ausreichend gedämpft werden können.
Weitere Eigenschaften der verschiedenen Arten von Saxophon-Dämpfern fassen wir hier in unserem Saxophon-Dämpfer-Vergleich zusammen:
| Art des Saxophon-Dämpfers | Eigenschaften |
| Schallbecher-Dämpfer | - kein Einfluss auf die Stimmung des Instruments
- für spontane Einsätze geeignet, beispielsweise im Unterricht
- pflegeleicht und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit
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| Dämpferkoffer | - mit Mikrofon und Kopfhöhrer erhältlich
- integrierter AUX-Eingang zum Mitspielen von Playbacks möglich
- temperaturempfindlich, nicht für Außeneinsatz geeignet
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| Schaumstoff-Dämpfer | - kein zusätzlicher Wartungsaufwand
- passt in gängige Instrumentenkoffer, keine Zusatzverpackung nötig
- kann zum Training der Atemtechnik beitragen, erhöhter Luftwiderstand
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Hallo,
in Ihrem Ratgeber ist von Alt-, Tenor- und Sopransaxophonen die Rede. Worin unterscheiden sich denn die verschiedenen Arten?
Beste Grüße
Elke Schinter
Hallo Fr. Schinter,
vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Interesse an unserem Saxophon-Dämpfer-Vergleich.
Tenorsaxophone sind etwas größer und schwerer als Alt- und Sopransaxophone und klingen auch etwas tiefer als diese. Aufgrund ihrer Größen eignen sie sich optimal als Einsteigerinstrument. Altsaxophone haben eine etwas höhere Lage als Tenorsaxophone, klingen aber immer noch tiefer als Sopransaxophone. Das Sopransaxophon ist am kleinsten und spielt nur eine Oktave höher als ein Tenorsaxophon, der Sound ist aber trotzdem vollkommen anders.
Bei Interesse finden Sie im Internet zahlreiche Videos, in denen die verschiedenen Saxophon-Typen gespielt und ihre Tonarten noch einmal veranschaulicht werden.
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen konnten.
Beste Grüße
Ihr Team von Vergleich.org