Das Wichtigste in Kürze
  • Flügelhörner für Anfänger und mäßig Fortgeschrittene sind bereits für einige hundert Euro zu erhalten. Instrumente für das Musikstudium oder den täglichen Einsatz als Profimusiker kosten jedoch einige tausend Euro. Das teuerste Instrument muss aber nicht unbedingt das beste Flügelhorn für Ihre Anforderungen sein. Als Zweitinstrument oder für den mobilen Einsatz draußen sind solide Mittelklassemodelle wie von Jupiter, Symphonie Westerwald, Classic Cantabile und anderen unserer Meinung nach ausreichend. Die Preisklasse ist dabei unerheblich. Wir empfehlen, insbesondere bei den Ventilen auf eine hochwertige Qualität zu achten, damit Sie auch mit einem preisgünstigen Modell lange Zeit Freude haben. Ventile aus Monel oder Edelstahl stehen für Langlebigkeit und gute Lauffähigkeit.

1. Welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Ventilarten?

Ein Flügelhorn gehört zur Familie der Bügelhörner. Ohne Ventile sind durch die Veränderung der Lippenspannung verschiedene Naturtöne auf dem Instrument spielbar. Um chromatisch, also in Halbtonschritten, spielen zu können, ist ein Flügelhorn regulär mit drei Ventilen ausgestattet. Durch das Drücken der Ventile wird das Schallrohr verlängert. Der Luftstrom muss einen längeren Weg nehmen und der Ton wird tiefer, je nach Ventil um einen, zwei oder drei Halbtöne.

Ventile werden nach ihrer technischen Funktion unterschieden. Folgende Ventile sind gängig für das Flügelhorn: das Perinetventil und das Drehventil.

Das Perinetventil wird auch Pumpventil genannt. Die Ventile sitzen frei mit etwas Spielraum in je einem Ventilgehäuse oben auf dem Instrument. Durch das Herunterdrücken eines Ventils öffnet sich das zusätzliche Rohrstück für den längeren Luftstromweg. Perinetventile erfordern eine präzise Spielweise, damit sich die Ventile im Gehäuse nicht verkannten. Die Ventile sollten für einen gleichmäßigen Lauf regelmäßig geölt werden. Die Reinigung der Ventile ist einfach und kann vom Musiker selbst durchgeführt werden. Reinigungsutensilien und ein Flügelhorn-Leichtkoffer für einfachen und sicheren Transport sind oft im Lieferumfang enthalten. Wir empfehlen Perinetventile für Musiker mit präziser Spielweise und guter Handhaltung, beispielsweise Trompetenspieler, die sich als Zweitinstrument ein Flügelhorn kaufen möchten.

Drehventile sitzen seitlich am Instrument auf den Außenzügen. Der Spieler setzt über einen Hebel eine Feder in Bewegung, die mit einer Drehbewegung das zusätzliche Rohrstück öffnet. Die Hebelmechanik ist aufwendiger als ein Pumpventil, daher sind Flügelhörner mit Drehventil meistens etwas teurer. Für die Wartung wird ein Fachmann benötigt. Nur wenige Musiker trauen sich zu, die Mechanik des Drehventils eigenständig auseinander und nach der Reinigung wieder zusammenzubauen. Wer jedoch Flügelhorn spielen lernen möchte und zuvor keine Erfahrung mit dem Spielen eines Blechblasinstrumentes hat, der tut sich wahrscheinlich mit einem Instrument mit Drehventilen leichter. Insbesondere für jüngere Hobbymusiker raten wir zu einem Instrument mit Drehventilen.

Ergänzend zum dritten Ventil wird oft ein Trigger oder Fingerring eingebaut. Damit kann die Tonhöhe nochmal variiert werden. Das ist besonders hilfreich für Anfänger, die noch nicht ausreichend Übung haben, über die Lippenspannung die Intonation zu optimieren. Einsteigermodelle reagieren manchmal auch schwerfälliger auf Feinheiten. Das limitiert zwar die Bandbreite der musikalischen Gestaltung, verzeiht Anfängern aber viele Fehler. Auch hier hilft der Trigger bei der Intonation der sogenannten schwierigen Töne. Profi-Flügelhörner von Yamaha, Bach oder anderen namhaften Herstellern verzichten meistens darauf.

2. Welchen Einfluss hat das Material des Flügelhorns auf den Klang?

Der Ton auf dem Flügelhorn entsteht durch Luftschwingungen, die durch das Anblasen entstehen. Das Zusammenspiel zwischen Luftsäule im Instrument und dem Material des Flügelhorns sind maßgeblich für die Tonqualität. Die Luftsäule kann der Musiker direkt durch seine Anblastechnik beeinflussen. Ein gutes Instrument unterstützt dabei mit hochwertigem Material.

Das Grundmaterial für die meisten Flügelhörner ist Messing, bestehend aus Kupfer und Zink. Beim sogenannten Goldmessing ist der Kupferanteil höher, er liegt bei 85 % gegenüber 70 % beim Messing. Wer sich den klaren Klang einer Trompete auch für das Flügelhorn wünscht, der sollte sich für ein Instrument aus Messing entscheiden. Meistens ist die Bohrung, also der Durchmesser des Mundrohres, bei Instrumenten aus Messing auch kleiner als bei Instrumenten aus Goldmessing. Eine kleinere Bohrung unterstützt einen konzentrierten Ton, wie er von der Trompete her bekannt ist. Instrumente aus Goldmessing empfehlen wir, wenn Sie sich einen warmen und weicheren Ton wünschen.

Bronze wird ein großes Spektrum an Obertönen nachgesagt, Flügelhörner aus Bronze haben also eher einen hellen Klang. Neuerdings werden auch Instrumente aus Kunststoff hergestellt. Die Klangeigenschaft ist begrenzt, aber zum Ausprobieren des Instrumentes, für etwas robusten Umgang beispielsweise durch Kinder oder Einsatz bei Wind und Wetter sind sie eine mögliche Alternative. Wir empfehlen ein Flügelhorn aus Kunststoff aber lediglich als Zweitinstrument.

3. Welches Zubehör empfehlen Online-Test für Flügelhörner?

Online-Flügelhorn-Tests erwähnen Zubehör oft nur am Rande. In unserem Vergleich für Flügelhörner finden Sie unter Extras die wichtigsten Zubehörteile. Ohne Mundstück können Sie das Instrument überhaupt nicht spielen. Das mitgelieferte Mundstück ist in der Regel für Anfänger geeignet. Sie können es je nach musikalischem Fortschritt jedoch jederzeit durch ein höherwertiges Mundstück austauschen. Ein Notenhalterkästchen, das nicht fest am Instrument verbaut ist, muss bei Bedarf nachmontiert werden. Der Instrumentenkoffer sollte gleichermaßen leicht und stabil sein. Qualitatives Reinigungsmaterial wie zum Beispiel Öl für die Ventile sorgt für die Langlebigkeit Ihres Instrumentes.

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