Das Wichtigste in Kürze
  • In einem Notfallrucksack lassen sich Medikamente und medizinische Geräte aufbewahren, um Sie im Notfall schnell und problemlos an den Einsatzort zu tragen.
  • Der Rucksack wird sowohl vom Rettungsdienst als auch der Feuerwehr genutzt. Darüber hinaus eignet er sich für große Betriebe, öffentliche Einrichtungen sowie bei Großveranstaltungen.
  • Die medizinische Ausstattung eines Notfallrucksacks sollte einer vorgegebenen DIN-Norm entsprechen, damit die wichtigste Grundausstattung an Material vorhanden ist. Je nach Angebot ist die DIN-Füllung direkt im Rucksack enthalten.

Notfallrucksack Test

Platzwunden, Ohnmachtsanfall oder Dehydration – auch wenn wir achtsam durchs Leben gehen, ein kleiner Unfall ist schnell mal passiert. In seltenen Fällen handelt es sich dabei um lebensgefährliche Situationen, dennoch mag die schnelle medizinische Behandlung Wunder tun. Da nicht an jeder Straßenecke das nächste Krankenhaus bereitsteht, lohnt sich für den Alltag ein kleines Erste-Hilfe-Set, mit dem sich akute Verletzungen vorerst behandeln lassen. Als besonders praktisch zum Beispiel auf Festivals oder in weitläufigen Betrieben haben sich dabei Notfallrucksäcke erwiesen, in denen sich das Material unkompliziert von A nach B transportieren lässt. Im folgenden Notfallrucksack-Vergleich 2020 stellen wir Ihnen den Hilfsgegenstand einmal genauer vor.

1. Was ist ein Notfallrucksack?

Kein Fluchtrucksack!

Wenn Sie einen Notfallrucksack kaufen möchten und im Internet nach Angeboten suchen, geraten Sie schnell an einen Fluchtrucksack bzw. Überlebensrucksack. Anbieter dieser Rucksack-Typen verwenden die Notfall-Bezeichnung gerne synonym, die Modelle dienen jedoch in erster Linie als Rundum-Survival-Kit für lange und teils gefährliche Trekkingtouren.

Während auf der Autobahn ein Verbandskasten unerlässlich ist, sollten Schulen, öffentliche Einrichtungen und Firmenbetriebe ab 20 Mitarbeitern ein Erste-Hilfe-Set im Fall der Fälle bereitstehen haben. Mehrere Möglichkeiten stehen dabei zur Auswahl:

  • Erste-Hilfe-Koffer: Mit den wichtigsten, medizinischen Utensilien befüllt, verfügt ein Notfallkoffer über das nötige Survival-Set, um eine akute Behandlung durchzuführen. Er besteht meist aus hartem ABS-Kunststoff, sodass der Inhalt gut geschützt ist. Er ist recht schwer und gleichzeitig unhandlich, weshalb er sich nur bei kurzen Entfernungen zum Unglücksort eignet.
  • Notfalltasche: Dem Notfallrucksack schon sehr nahe, beinhaltet auch die Notfalltasche die Grundausstattung eines Erste-Hilfe-Sets. Sie besteht meist aus weichem aber zähen Polyester-Stoff und lässt sich bequem auch über längere Entfernungen transportieren. Sie ist dafür anfälliger für Schmutz und Feuchtigkeit und der Inhalt ist weniger fest verpackt.
  • Notfallrucksack: Mit einem Notfallrucksack sind Sie und Ihr Notfall-Kit mobil. Aus diesem Grund findet der je nach Einsatzort spezifisch ausgestattete Rucksack vor allem auf größeren Events und Festivals Verwendung. Häufig ist er aus Nylon oder Polyester gefertigt und falls nicht mit einer Plane überzogen, nur geringfügig wetterfest.

Der Online-Duden definiert den Notfallrucksack als „Rucksack mit Medikamenten und Materialien zur Diagnose und Behandlung von medizinischen Notfällen“ und bringt den Sachverhalt kurz und knackig auf den Punkt. Die einzelnen Vor- und Nachteile haben wir dennoch gesondert für Sie aufgedröselt.

  • großer Stauraum
  • flexible Innenaufteilung der Utensilien
  • weitläufiges Taschensystem
  • mobil tragbar
  • mit Reflexmaterial
  • nicht immer wasserabweisend
  • schmutzanfällig
  • Material kann eingedrückt werden

2. Welche Kaufkriterien für Notfallrucksäcke sind in Tests entscheidend?

Notfallrucksack gefüllt

Gefüllter Notfallrucksack von Pax.

Damit Sie von der großen Auswahl an Rucksäcken nicht erschlagen werden, haben wir im Notfallrucksack-Ratgeber auch eine kleine Kaufberatung zusammengestellt, die Sie durch die wichtigsten Kriterien und Merkmale der Produkte führen soll.

2.1. Material und Komfort

Die am häufigsten verwendeten Materialien sind Polyester und Nylon. Da Polyester zwar sehr robust aber auch anfällig für Feuchtigkeit und Schmutz ist, finden Sie in dieser Kategorie meist günstige Notfallrucksäcke. Nylon ist reißfest und besonders lange haltbar, dies hat in vielen Fällen jedoch einen ersten Preisanstieg zur Folge. Der teuerste aber auch beste Notfallrucksack sollte mit einem Planenmaterial überzogen sein, das Sie gegen Regen und Schmutz schützt. Er lässt sich auch auf feuchten Wiesen abstellen oder bei schlechtem Wetter herumtragen, ohne dass Notfallrucksack und Inhalt Schaden nehmen.

Der Komfort steht sicher an zweiter Stelle, wenn es um das Leben eines Menschen geht. Je fester und bequemer der Rucksack allerdings sitzt, desto schneller ist auch der Retter bei seinem Opfer. Aus diesem Grund sind gepolsterte Träger und ein Schnellverschlussgurt am Bauch empfehlenswert. Ein Tragegriff erleichtert das sichere Abstellen und schnelle Aufnehmen des Rucksacks.

2.2. Größe und Stauraum

Notfallrucksack Modultaschen

Modultaschen gibt es in verschiedenen Größen.

Die angegebenen Maße eines Rucksacks geben maßgeblich Auskunft über den vorhandenen Stauraum. Je größer das Modell, desto mehr Medikamente und Geräte finden im Innenraum Platz. Letztlich hängt es jedoch von der sinnvollen Anordnung der Einzelteile ab, wie viele Objekte letztendlich einen Platz finden. In sogenannten Modultaschen lassen sich die meisten Einzelstücke unterbringen und können anschließend geordnet nebeneinander in den Rucksack gelegt werden. Empfindliche Gerätschaften oder Medikamente werden durch die weichen Plastiktaschen zusätzlich geschützt.

3. Welche DIN-Füllungen gibt es?

Sie können einen Notfallrucksack leer oder bereits gefüllt kaufen. Ist der Notfallrucksack gefüllt, müssen Sie sich nicht um den üblichen Praxisbedarf an Medikamenten und Geräten kümmern. Dafür haben Sie die Möglichkeit, die Füllung um anderweitiges Zubehör wie Einmalhandschuhe, Flaschen für Sauerstoff oder ein Blutdruckmessgerät zu erweitern, vorausgesetzt der Platz ist vorhanden. Sind die Notfallrucksäcke nicht gefüllt, können Verbandsmaterial, Pflaster und Co. auch selber besorgt werden. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Richtlinien für die Standardausrüstung eines Notfallrucksacks eingehalten werden. Zwei gängige DIN-Listen sind DIN-13164 und DIN-13157. Die Unterschiede in der Füllung für den DIN-Notfallrucksack sehen Sie in der Tabelle hervorgehoben:

DIN-13164 DIN-13157
14 Fertigpflaster 28 Fertigpflaster
4 Verbandpäckchen 5 Verbandpäckchen
2 Verbandtücher 1 Verbandtuch
5 Fixierbinden 4 Fixierbinden
0 Augen-/Kälte-Sofortkompressen 3 Augen/Kälte-Sofortkompressen
0 Folienbeutel 2 Folienbeutel
0 Vliesstofftücher 5 Vliesstofftücher
2 Feuchttücher 0 Feuchttücher
DIN-13164 entspricht dem Inhalt eines KFZ-Verbandkasten, DIN-13157 dem Inhalt eines kleinen Verbandkasten für Betriebe

Hinweis: Alle Medikamente und Geräte der Medizintechnik im Rucksack haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Um im Notfall keine abgelaufenen Desinfektionsmittel benutzen zu müssen, sollten Sie den Inhalt regelmäßig auf seine Haltbarkeit prüfen und gegebenenfalls austauschen.

4. Welche Marken und Hersteller sind beliebt?

  • Söhngen
  • Teutotechnik
  • Weinmann
  • Ambu
  • Sanismart
  • Bexamed
  • TI NFA
  • HeartSine
  • Eco Medizintechnik
  • Gramm Medical
  • PAX
  • Tatonka
  • Leina-Werke
  • Pulox

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Notfallrucksack

Notfallrucksack Plane

Notfallrucksack mit wasserabweisender Planenoberfläche.

5.1. Was sagt die Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest behält Stillschweigen, denn in Punkto Erste Hilfe ist dort noch Nachholbedarf. Weder Notfallrucksäcke noch ihre kleinen Verwandten die Verbandskästen wurden bisher als eigene Kategorie getestet. Einen Notfallrucksack-Testsieger müssen Sie also vorerst selber küren.

5.2. Wofür benötigt man einen Notfallrucksack?

Notfallrucksäcke oder Erste-Hilfe-Rucksäcke werden alternativ oder als Ergänzung zu einem Erste-Hilfe-Kasten sowohl im privaten als auch professionellen Bereich verwendet. Betriebe, Schulen oder Veranstalter von Festivals schaffen grundsätzlich einen Rucksack inkl. Medikamente an. Noch häufiger sieht man sie jedoch beim Rettungsassistent, der neben einem Blutdruckmessgerät und Pulsoximeter, einem Defibrillator, einem Sauerstoffgerät und einer Beatmungsmaske im Wagen, auch einen prall gefüllten, mobil verfügbaren Rettungsrucksack bei sich trägt. Da in vielen Fällen die Feuerwehr schneller vor Ort ist, gehört der Rucksack auch in dieser Profession mehr und mehr zur Standardausrüstung.

5.3. Gibt es eine Checkliste für die Füllung von Notfallrucksäcken?

Die Füllung von Notfallrucksäcken richtet sich nach einer DIN-Norm, nach deren Vorgaben der Rucksack stets neu aufgefüllt werden kann. Zum Teil finden sich auch entsprechende Nachfüllpackungen käuflich im Internet. Eine kleine „Checkliste-Notfallrucksack“ oder auch „Bug out Bag“ bietet Ihnen auch das folgende Video.

5.4. Welche Farbe hat ein Notfallrucksack?

In den meisten Fällen ist ein Rettungsrucksack oder Erste-Hilfe-Rucksack in leuchtendem Rot gehalten, um auch im Outdoor-Einsatz gut sichtbar zu sein. Gleichzeitig signalisiert die Warnfarbe Rot, dass etwas Wichtiges anliegt, wenn der Rettungsdienst oder die Feuerwehr als sogenannter first responder zu Hilfe eilen.

Hinweis: Übrigens sind Verbandskästen standardmäßig Schwarz oder Blau. Ein Erste-Hilfe-Koffer ist in der Regel Orange.