Das Wichtigste in Kürze
  • Das Mainboard ist die zentrale Schnittstelle eines PCs und verbindet alle Hardware-Komponenten miteinander.
  • Sockel, Chipsatz und Formfaktor legen fest, welche Prozessoren verwendet und wie viele zusätzliche Geräte ins System integriert werden können.
  • Ein gutes Mainboard bietet nicht nur die passende Ausstattung für den aktuellen Aufbau, sondern lässt auch Raum für spätere Upgrades.

Mainboard-Test: Ein Mainboard in Nahaufnahme. Die Komponenten sind teilweise mit rotem LED-Licht hinterlegt.

Das Mainboard – auch Motherboard oder Hauptplatine genannt – ist das Herzstück jedes Computers. Es verbindet alle wichtigen Komponenten wie Prozessor, Arbeitsspeicher, Grafikkarte und Laufwerke miteinander und bestimmt maßgeblich, welche Hardware überhaupt kompatibel ist. Wer einen PC selbst zusammenstellt oder aufrüsten möchte, sollte daher besonderes Augenmerk auf die Wahl des richtigen Mainboards legen.

Doch die Auswahl ist groß: Verschiedene Sockeltypen, Chipsätze, Formfaktoren und Ausstattungsmerkmale machen die Entscheidung nicht leicht. In diesem Kaufratgeber zeigen wir, worauf Sie beim Kauf eines PC-Mainboards wirklich achten sollten, welche Modelle sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen und wie Sie das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis finden.

1. Die besten Mainboards im Vergleich: Warum spielt das Mainboard eine zentrale Rolle beim PC-Bau?

Das Mainboard ist die Plattform, auf der alle Hardware-Komponenten zusammenlaufen. CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatten, Netzteil, Lüfter und Peripheriegeräte werden hier miteinander verbunden und kommunizieren über die Leiterbahnen und Schnittstellen des Boards. Ohne ein funktionierendes Mainboard kann kein Datenaustausch stattfinden.

Es ist somit nicht nur ein physisches Bauteil, sondern auch die organisatorische Schaltzentrale des PCs. Es entscheidet darüber, welche Komponenten zusammenarbeiten können, wie leistungsfähig das System ist und ob und wie es sich zukünftig erweitern lässt.

Hinweis: Was ist der Unterschied zwischen Mainboard und Motherboard? Der Begriff Mainboard ist im Deutschen gebräuchlich, während Motherboard die englische Bezeichnung für dasselbe Bauteil ist. Beide Begriffe meinen also das zentrale Leiterplatten-System eines PCs, auf dem alle Komponenten verbunden werden.

Die Steckplätze eines getesteten Mainboards in Detailansicht. Davor befindet sich die CMOS-Batterie.

Ein Mainboard für AMD-Ryzen-CPUs in Detailansicht: Vor den PCIe-x16- und PCIe-x1-Erweiterungssteckplätzen befindet sich die Mainboard-Batterie zur Speicherung der UEFI- bzw. BIOS-Daten.

2. Welche technischen Merkmale sind laut Online-Tests beim Mainboard entscheidend?

In seiner zentralen Funktion muss das Mainboard elementare Aufgaben erfüllen, wie beispielsweise die Stromversorgung oder die Bereitstellung von Schnittstellen. Dabei sind die technischen Merkmale von Bedeutung, denn sie bestimmen, wie effizient und flexibel diese Aufgaben umgesetzt werden können.

2.1. Kompatibilität und Aufrüstbarkeit: Ist jedes Mainboard mit jeder CPU kompatibel?

Ein besonders wichtiger Aspekt ist laut Mainboard-Tests die Kompatibilität und Aufrüstbarkeit. Nur wenn alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind, arbeitet das System stabil und effizient und kann bei Bedarf problemlos erweitert werden.

  • CPU-Sockel: Der Sockel auf dem Mainboard bestimmt, welche Prozessoren eingebaut werden können. Hersteller wie Intel und AMD verwenden unterschiedliche Sockeltypen (z. B. LGA1700 für i7-Mainboards, Z390-Mainboards mit LGA1151 für Intel CPUs bis zur 9. Generation oder AM5 für Ryzen-Prozessoren der 7000er-Serie). Wer später auf eine neuere CPU-Generation umsteigen möchte, sollte prüfen, ob der Sockel weiterhin unterstützt wird.
  • Chipsatz: Der Chipsatz steuert die Kommunikation zwischen Prozessor, Speicher und Peripherie. Er beeinflusst, welche Funktionen das Mainboard bietet, etwa die Anzahl der USB-Anschlüsse, PCIe-Lanes oder Unterstützung für bestimmte Speichertechnologien. Hochwertigere Chipsätze bieten meist mehr Ausstattung und bessere Übertaktungsmöglichkeiten.
  • Arbeitsspeicher (RAM): Hier kommt es auf den Typ (z. B. DDR4 oder DDR5), die maximale Kapazität und die Taktrate an. Einige Boards unterstützen zudem XMP- oder EXPO-Profile, um den RAM automatisch optimal zu konfigurieren.

Tipp: Viele Mainboards sind als Bundle mit CPU und Arbeitsspeicher erhältlich, was den Kauf erleichtert und die Kompatibilität der Komponenten sicherstellt.

Nahaufnahme einer CPU auf einem getesteten Mainboard. Einige Komponenten sind rot beleuchtet.

Ein Mainboard mit CPU als Bundle erleichtert den PC-Bau, da Kompatibilitätsprobleme zwischen Sockel, Chipsatz und CPU von vornherein ausgeschlossen sind. Ein Mainboard mit LGA-1151-Sockel ist kompatibel mit Intel-Prozessoren der 6., 7., 8. oder 9. Generation (je nach Chipsatz) und ermöglicht standardmäßige Funktionen wie RAM-Slots, PCIe-Steckplätze und interne Anschlüsse für Peripherie.

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2.2. Stromverteilung und Steuerung

Das Mainboard verteilt den Strom vom Netzteil an alle angeschlossenen Komponenten und sorgt für stabile Spannungsversorgung. Eine stabile und saubere Stromversorgung ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit des gesamten Systems.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Spannungswandler (Voltage Regulator Module, VRM), die die Spannung für die CPU und andere empfindliche Bauteile regulieren. Hochwertige Mainboards verfügen über aufwendigere, mehrphasige VRMs, die eine gleichmäßigere und stabilere Stromzufuhr gewährleisten. Das ist vor allem bei leistungsstarken Prozessoren oder beim Übertakten von Vorteil, da Schwankungen in der Spannung hier schnell zu Instabilitäten oder Überhitzung führen können.

Damit die Spannungswandler und andere Bauteile nicht überhitzen, setzen viele Hersteller auf ein ausgeklügeltes Kühlungs- und Temperaturmanagement. Massive Kühlkörper oder integrierte Heatpipes leiten die Wärme effizient ab und sorgen so für eine konstante Leistung auch unter hoher Last. Eine gute Temperaturkontrolle trägt maßgeblich zur Lebensdauer und Zuverlässigkeit des Mainboards bei.

Ein Computergehäuse mit einem getesteten Mainboard. Das Gehäuse ist offen und man sieht die eingebauten Komponenten.

Hochwertige Spannungswandler (VRMs) und integrierte Steuerungen schützen die Hardware vor Überlastung, ermöglichen Übertaktung und tragen zur langfristigen Stabilität des Systems bei.

2.3. Ausstattung und Anschlüsse

Neben der Kompatibilität und einer stabilen Stromversorgung spielt auch die Ausstattung eines Mainboards eine entscheidende Rolle. Sie bestimmt, welche Geräte und Erweiterungen angeschlossen werden können und wie flexibel der PC im Alltag oder bei späteren Aufrüstungen bleibt.

Ein wichtiger Punkt sind die Erweiterungsslots, meist in Form von PCIe-Steckplätzen, über die Grafikkarten, Soundkarten oder Netzwerkerweiterungen eingebaut werden. Dabei ist nicht nur die Anzahl der Steckplätze relevant, sondern auch deren technische Ausführung. Aktuelle Standards wie PCIe 4.0 oder 5.0 ermöglichen besonders hohe Datenübertragungsraten, was vor allem bei modernen Grafikkarten und schnellen Speicherlösungen von Vorteil ist.

Auch der Speicheranschluss ist ein wesentliches Merkmal. Moderne Mainboards für Laptops und PCs bieten in der Regel mehrere M.2-Steckplätze für schnelle NVMe-SSDs, die gegenüber herkömmlichen SATA-Laufwerken deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen. Gleichzeitig stehen meist weiterhin SATA-Ports zur Verfügung, um zusätzliche Festplatten oder ältere SSDs anzuschließen. Wer viele Laufwerke nutzen möchte, sollte daher laut gängiger Mainboard-Tests auf eine ausreichende Anzahl an Anschlüssen achten.

Hinweis: Leistungsstarke Systeme benötigen häufig zusätzliche 8- oder 12-Volt-Stecker, um Prozessoren und Grafikkarten ausreichend mit Energie zu versorgen. Wer also einen Gaming-PC oder eine Workstation plant, sollte darauf achten, dass das Mainboard die nötigen Anschlüsse bietet, um alle Komponenten stabil zu betreiben.

Die Anschlüsse eines getesteten Mainboards in Detailaufnahme.

Eine vielseitige Anschlussausstattung sorgt für Flexibilität beim Aufrüsten und erleichtert die Nutzung von Speicher, Grafikkarten und externen Geräten.

Darüber hinaus ist die Anschlussvielfalt für Peripheriegeräte ein zentrales Kaufkriterium. Die Zahl und Art der USB-Ports beeinflussen maßgeblich die Alltagstauglichkeit eines PCs. Viele Mainboards verfügen außerdem über integrierte Soundchips und Netzwerkschnittstellen, die von einfachem Gigabit-LAN bis hin zu Wi-Fi-7- und Bluetooth-5.3-Modulen reichen. Damit lassen sich auch kabellose Verbindungen komfortabel und ohne zusätzliche Erweiterungskarten herstellen.

Nicht zuletzt bieten aktuelle Modelle eine Reihe von praktischen Zusatzfunktionen, die den Komfort beim Zusammenbau und Betrieb erhöhen. Dazu zählen etwa RGB-Beleuchtung, Debug-LEDs zur Fehlersuche, BIOS-Flashback-Funktionen oder integrierte Lüftersteuerungen. Solche Features sind zwar nicht zwingend notwendig, erleichtern aber den Umgang mit dem System und können das Nutzungserlebnis deutlich verbessern.

3. Welche Mainboard-Typen passen zu meinem System?

Die Wahl des richtigen Mainboards (mit oder ohne CPU) hängt vor allem von der Größe des Gehäuses, den benötigten Anschlüssen und dem geplanten Einsatzzweck ab. Während kleinere Boards kompakter sind und weniger Erweiterungsmöglichkeiten bieten, zeichnen sich größere Boards durch mehr Ausstattung, Slots und Features aus, was sie ideal für Gaming-PCs oder Workstations macht.

Die folgenden Tabelle zeigt gängige Mainboard-Typen, ihre Eigenschaften und typischen Einsatzszenarien:

Mainboard-Typ Eigenschaften / Geeignet für
ATX
  • Standardgröße
  • viele PCIe- und RAM-Slots
  • umfangreiche Ausstattung
  • Gaming-PCs, Workstations
Micro-ATX (mATX)
  • Kompakter als ATX
  • etwas weniger Slots
  • gute Balance aus Größe und Ausstattung
  • Mittelklasse-PCs, Office-PCs
Mini-ITX
  • sehr kompakt
  • meist nur ein PCIe-Slot
  • eingeschränkte RAM- und Speicheroptionen
  • Mini-PCs, HTPCs
E-ATX (Extended ATX)
  • größer als ATX
  • viele Erweiterungs- und RAM-Slots
  • aufwendige Kühlung möglich
  • High-End-Workstations, Gaming-PCs mit Multi-GPU

Tipp: Kann man ein ATX-Mainboard in ein E-ATX-Gehäuse einbauen? Ja, ein ATX-Mainboard passt problemlos in ein E-ATX-Gehäuse, da E-ATX-Gehäuse in der Regel kompatibel zu kleineren Standardgrößen wie ATX, Micro-ATX oder Mini-ITX sind. Umgekehrt funktioniert es allerdings nicht: Ein E-ATX-Mainboard passt nicht in ein Gehäuse, das nur für ATX ausgelegt ist.

Mainboards im Test: Ein beleuchteter NAS-Server mit Netzwerkanschlüssen.

Ein NAS-Mainboard ist speziell für Netzwerkspeicher-Systeme konzipiert und bietet oft mehrere SATA-Ports, integrierte Netzwerkanschlüsse und energiesparende Funktionen. Es ermöglicht den Aufbau eines stabilen, zuverlässigen Speicherservers für zuhause oder das Büro, der rund um die Uhr betrieben werden kann.

4. Welche Zusatzfunktionen lohnen sich für mich?

Moderne Mainboards bieten eine Vielzahl von Extras, die den PC-Bau, die Nutzung und die Aufrüstbarkeit erleichtern können. Ob sich eine Funktion lohnt, hängt dabei stark vom geplanten Einsatzzweck ab:

Zusatzfunktion Beschreibung / Nutzen
RGB-Beleuchtung
  • optische Highlights
  • individuelles Design
  • zum Aufpimpen von Gaming- oder Show-PCs, für Büro-PCs meist unnötig
Debug-LEDs / POST-Codes
  • schnelle Fehlersuche beim Start
  • Problemdiagnose
  • für PC-Bau, Systempflege, Übertaktung
BIOS-Flashback / CMOS-Reset
  • BIOS-Updates oder Reset ohne installierte CPU/RAM
  • sinnvoll beim Übertakten oder für einfache BIOS-Update
Integrierte Lüftersteuerung / Pumpenanschlüsse
  • optimale Temperatursteuerung
  • weniger zusätzliche Steuerungen nötig
  • für Systeme mit mehreren Lüftern oder Wasserkühlung
Onboard-WLAN und Bluetooth
  • Netzwerk- und Geräteverbindung ohne externe Karten
  • für kleine Gehäuse, kompakte Builds, kabellose Nutzung
Hochwertige Audio- und Netzwerkchips
  • bessere Soundqualität
  • stabilere Netzwerkverbindungen
  • für Gaming, Multimedia, Streaming, optional für Office-PCs

5. FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Mainboard

5.1. Welches Mainboard passt zu meinem Prozessor (Sockel, Chipsatz)?

Das Mainboard muss über einen passenden CPU-Sockel verfügen, der mit dem Prozessor kompatibel ist (z. B. LGA1700 für Intel oder AM5 für AMD). Zusätzlich sollte der Chipsatz des Mainboards die Funktionen des Prozessors unterstützen, wie etwa Übertaktung, Anzahl der PCIe-Lanes oder Speicherstandards.

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5.2. Welches Mainboard ist gut für Gaming?

Ein gutes Mainboard für Gaming sollte eine robuste Spannungsversorgung, mindestens einen PCIe-x16‑Steckplatz (idealerweise mit PCIe 4.0 oder 5.0) sowie Schnittstellen für schnellen Speicher, hohes Arbeitstempo (RAM) und moderne Peripherie bieten.

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5.3. Was ist besser: ATX-, Micro-ATX- oder Mini-ITX-Mainboard?

Verschiedene Online-Tests zeigen: ATX-Mainboards bieten die meisten Erweiterungsmöglichkeiten und sind ideal für leistungsstarke Gaming- oder Arbeitsrechner. Micro-ATX- und Mini-ITX-Mainboards sind kompakter, sparen Platz und eignen sich besser für kleinere Gehäuse oder sparsame Systeme – bieten dafür aber weniger Slots und Anschlüsse.

Eine Person setzt einen Prozessor auf den Sockel eines getesteten Mainboards.

Ein Mainboard für Intel Core i7 ist speziell auf die entsprechenden Sockel und Chipsätze ausgelegt und ermöglicht die optimale Nutzung von Leistung, Übertaktung und Speicheroptionen der i7-Prozessoren. AMD-Ryzen-Mainboards unterstützen die passenden AM4- oder AM5-Sockel und sorgen dafür, dass die CPUs effizient arbeiten, alle Kerne genutzt und Speicher- sowie PCIe-Funktionen voll ausgeschöpft werden.

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5.4. Wie erkenne ich, ob mein Mainboard DDR4 oder DDR5 unterstützt?

Ob ein Mainboard DDR4 oder DDR5 unterstützt, hängt vom verbauten Speicherstandard und Chipsatz ab. Beides ist in den technischen Daten des Herstellers angegeben. Außerdem sind DDR4- und DDR5-Steckplätze unterschiedlich geformt, sodass die Module physisch nicht miteinander kompatibel sind.

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5.5. Ist ein BIOS-Update notwendig für neue CPUs?

Ein BIOS-Update kann notwendig sein, wenn eine neue CPU von der vorhandenen BIOS-Version noch nicht unterstützt wird. Ohne das Update wird der Prozessor unter Umständen nicht erkannt oder kann nicht gestartet werden.

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5.6. Welche Marken bieten langlebige und stabile Mainboards?

Zu den etablierten Marken, die dafür bekannt sind, langlebige und stabile Mainboards (wahlweise mit CPU und RAM) zu liefern, zählen ASUS, Gigabyte, MSI, ASRock und Aorus.

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5.7. Wie lange hält ein Mainboard?

Ein PC-Mainboard hält in der Regel zwischen 5 und 10 Jahren, abhängig von Qualität, Nutzung und Umgebungsbedingungen. Hochwertige Modelle mit guter Kühlung und stabiler Stromversorgung können sogar deutlich länger zuverlässig funktionieren.

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Videos zum Thema Mainboard

In diesem aufschlussreichen Video geht es um eine persönliche Meinung zur MSI-X570S-Motherboard-Reihe – insbesondere das MPG X570S Edge Max. Der Creator vergleicht es mit zwei anderen High-End-Motherboards, dem EVGA Dark und dem Crosshair VIII Extreme Hero, um herauszufinden, welche der drei die beste Wahl für anspruchsvolle Gamer und Power-User ist.

Quellenverzeichnis