Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Getriebeheber erleichtert den Austausch sowie Reparaturen am Getriebe. Das Werkzeug kann aber auch für andere Arbeiten eingesetzt werden, z. B. als Motorheber beim Tausch eines Motors.
  • Die beiden wichtigsten Kennzahlen sind die Tragkraft in Kilogramm sowie die einstellbare Höhe in Zentimetern. Entscheiden Sie sich für ein Modell, das für die geplante Verwendung ausreichend tragfähig und einstellbar ist.
  • Die Hebefunktion erfolgt in aller Regel über eine hydraulische Fußpumpe. Abgesenkt wird über ein Handrad. Wichtig ist, dass eine stufenlose Einstellung möglich ist.

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Wer den Austausch eines Getriebes oder Reparaturen daran vornehmen möchte, kommt um den Einsatz eines Getriebehebers nicht herum. Dieses praktische Werkzeug hilft dabei, das Getriebe aus einem Fahrzeug zu entfernen sowie später wieder an Ort und Stelle zu heben.

Nicht nur beim Ausbau eines Getriebes ist ein Getriebeheber mit Hydraulik hilfreich. Auch bei der Reparatur bzw. dem Austausch anderer schwerer Bauteile wie Motor oder Achse kann dieses praktische Werkzeug im Zusammenspiel mit einer Hebebühne eingesetzt werden. Deshalb wird das Kfz-Zubehör auch Motorheber oder Motorständer genannt. Im Volksmund sind sie auch als „Faulenzer“ bekannt.

Damit Ihr neuer Getriebeheber für möglichst viele Einsatzzwecke nutzbar und passend ist, gilt es beim Kauf einige wichtige Dinge zu beachten. Diesen widmen wir uns in der nachfolgenden Kaufberatung von Vergleich.org. Zusammen mit der oben eingebundenen Vergleichstabelle finden Sie so schnell und einfach den besten Getriebeheber für Ihr Fahrzeug.

1. Ist der Getriebeheber die praktische Alternative zum Seilzug?

Ein Getriebeheber von AC Hydraulic oder einem der vielen anderen Hersteller ist eine praktische Lösung, um den Getriebeblock und andere schwere Bauteile eines Fahrzeuges ohne einen Kran mit Seilwinde oder einen Flaschenzug zu tauschen bzw. zu demontieren.

Statt das Bauteil von oben zu sichern, was baubedingt auch nicht bei allen Fahrzeugteilen funktioniert, wird der Getriebe- bzw. Motorheber einfach unter das Fahrzeug gefahren. Hierfür ist es allerdings erforderlich, dass dieses aufgebockt wird, z. B. auf einer Hebebühne.

Anschließend wird das auch „Faulenzer“ genannte Werkzeug unter dem abzubauenden Bauteil positioniert und arretiert, indem es per Hydraulik auf die passende Höhe eingestellt wird. Ist das Bauteil vom Fahrzeug gelöst, kann es mit dem Getriebeheber vorsichtig herabgelassen und später repariert oder als Neuteil mit umgekehrter Reihenfolge wieder an Ort und Stelle verfrachtet und montiert werden.

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Ein Getriebeheber ersetzt einen Kran oder Seilzug.

2. Kaufberatung: Wie lässt sich der passende Getriebeheber für das Fahrzeug finden?

Ob Sie für eine Werkstatt oder als Hobbyschrauber suchen, ist letztendlich erst einmal nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass der Getriebeheber zum jeweiligen Einsatzzweck passt. So muss z. B. ein Getriebeheber für Lkw deutlich mehr Gewichte tragen können als ein Modell für einen Pkw.

Auf welche Kriterien es beim Kauf ankommt, verraten wir Ihnen nachfolgend. Hierbei gehen wir auf die einzelnen Punkte ein, auf die es bei der Kaufentscheidung zu achten gilt.

2.1. Flacher Getriebeheber oder mehr Hubhöhe sind abhängig von der Werkstattausstattung

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Gerade beim Arbeiten mit einer Hebebühne ist eine ausreichende Maximalhöhe wichtig.

Getriebeheber können in zwei verschiedene Typen unterteilt werden: flache Getriebeheber, die ähnlich einem Wagenheber funktionieren, und höhere Modelle für die Arbeit mit einer Hebebühne.

Die flachen bzw. kleinen Getriebeheber weisen eine geringe Mindesthöhe auf, starten meist bereits bei ca. 20 cm oder noch weniger. Dafür erreichen sie je nach Modell aber auch nur eine begrenzte Maximalhöhe von ca. 50 bis 70 cm. Daraus resultiert auch ein relativ geringer Hubbereich von meist um die 40 bis 50 cm.

Große Getriebeheber bieten hingegen meist rund 90 cm bis 1 m einstellbare Höhe, also einen doppelt so hohen Hubbereich. Sie weisen nicht selten eine maximale Hubhöhe von 2 m oder mehr auf. Dafür beginnt die Mindesthöhe aber meist erst bei rund 80 bis 130 cm. Somit sind sie zwingend im Zusammenspiel mit einer Hebeanlage wie einer Hebebühne zu verwenden, damit sie unterhalb des Fahrzeuges positioniert werden können.

Die nachfolgende Tabelle gibt Ihnen auf einen Blick einen Überblick über die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der beiden Kategorien:

Typ Eigenschaften
Flache Getriebeheber
Flache Getriebeheber
  • ähneln einem Wagenheber

Vor- und Nachteile:
+ keine Hebebühne erforderlich
+ ab ca. 20 cm Mindesthöhe
+ meist mit Tisch ausgestattet
- begrenzte Maximalhöhe

Hohe Getriebeheber
Hohe Getriebeheber
  • für den Einsatz mit einer Hebebühne

Vor- und Nachteile:
+ bis ca. 2 m Hubhöhe
+ meist großer Hubbereich
- Hebebühne erforderlich

Fazit: Welches der richtige Getriebeheber für Sie ist, hängt primär von der Ausstattung Ihrer Werkstatt aus. Wenn Sie das Fahrzeug für eine Reparatur nur mit einem Wagenheber oder Auffahrrampen aufbocken, sollten Sie zu einem flachen bzw. kleinen Getriebeheber greifen. Wenn Sie hingegen eine Hebebühne einsetzen, verwenden Sie die andere Variante und damit einen großen Werkstatt-Getriebeheber.

2.2. Eine Tragkraft von mindestens 500 kg ist empfehlenswert

Praktische dritte Hand

Entscheiden Sie sich für einen Getriebeheber mit großer Maximalhöhe, kann dieser auch bei manch anderen Dingen fernab der Kfz-Reparaturen eingesetzt werden, z. B. als Montagehilfe für Gipskartonplatten beim Abhängen einer Decke oder zum Stabilisieren von Gegenständen.

Eines haben alle Getriebeheber gemeinsam: Sie können einiges an Gewicht heben. Wie viel Kilogramm Traglast sie aushalten bzw. für welches Gewicht sie ausgelegt sind, variiert aber je nach Modell.

Für Reparaturen an einem Pkw reicht in der Regel ein Getriebeheber mit 500 kg Tragkraft (bzw. 0,5 Tonnen) aus. Dieser ist ausreichend dimensioniert, um auch schwere Getriebe sowie ganze Motoren zu heben – vorausgesetzt, dass der in Abschnitt 2.3. thematisierte Getriebeheber-Aufsatz ausreichend groß ist. Je nach Aufgabengebiet reichen eventuell auch noch kleinere Getriebeheber mit 150 oder 300 kg Traglast.

Wer hingegen einen Getriebeheber für Lkw sucht, sollte auf eine noch höhere Traglast setzen. Gängig sind Modelle bis 1.000 kg Tragkraft, wobei es zwischen den Getriebehebern mit 500 kg und 1.000 kg noch diverse Zwischenschritte gibt, z. B. 600 kg oder 750 kg.

Achten Sie auf eine hochwertige Qualität und robuste Verarbeitung. Denn die Belastungen auf den Getriebeheber sind im beladenen Zustand je nach Gewicht enorm.

2.3. Ein Tisch bietet vielseitigere Möglichkeiten

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Gerade beim professionellen Einsatz ist die Ausstattung des Getriebehebers wichtig.

Am oberen Ende eines Getriebehebers thront als Aufsatz entweder ein Sattel oder ein Tisch. Beides ist dafür da, um Getriebe oder andere Bauteile von Fahrzeugen aufzunehmen und beim Demontieren sowie Montieren zu halten.

Ein Sattel besteht aus zwei überkreuzten Trägern, deren Enden in der Regel nach oben gebogen sind. Der Getriebeheber-Aufsatz hat in der Regel eine Größe von rund 30 x 30 cm. Auf dieser Fläche muss das Teil zum Liegen kommen.

Ein Getriebeheber mit Tisch weist am oberen Ende hingegen eine Art Plattform auf. Die Größe des Tisches variiert je nach Ausführung. Alternativ kann der Getriebeheber mit einem Adapter versehen werden. Getriebeheber-Adapter sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bei vielen Modellen sind zudem seitlich zwei Ketten montiert, mit denen Getriebe und Co gesichert werden können. Außerdem ist der Tisch bei guten Modellen verstell- und neigbar, um ihn ideal auf die Gegebenheiten einzustellen.

Wichtig ist, dass das Getriebe oder andere schwere Bauteile sicher auf dem Getriebeheber von KS-Tools oder einem der anderen Hersteller liegen, bevor diese demontiert werden. Sonst kann es zu Unfällen kommen.

2.4. Fußpedale und lenkbare Rollen für einfache Handhabung

Ein Getriebeheber wird, wie bereits erwähnt, auch „Faulenzer“ genannt. Damit das praktische Zubehör aber auch wirklich die Arbeit erleichtert, muss eine einfache und sichere Bedienung sichergestellt sein.

Die meisten hydraulischen Getriebeheber werden über eine Fußpumpe in die Höhe gefahren. Das Herablassen der Hydraulik erfolgt dann meist über ein Handrad. Wichtig ist, dass sich die Höhe stufenlos einstellen und genau regulieren lässt. Nur so ist sichergestellt, dass Sie die zu demontierenden bzw. montierenden Fahrzeugteile sicher und punktgenau aus dem bzw. ins Fahrzeug heben können.

Um das Gerät zum jeweiligen Arbeitsbereich transportieren zu können, sind Rollen hilfreich. Sie sollten möglichst stabil und lenkbar sein. Denn ein großer Werkstatt-Getriebeheber ist mit Abmessungen von ca. 50 x 50 x 100 cm nicht nur recht unhandlich, sondern mit einem Gewicht von meist mehr als 30 kg auch recht schwer. Handgriffe sind ein weiteres praktisches Ausstattungsmerkmal, um das Gerät an Ort und Stelle schieben bzw. ziehen zu können.

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Gerade bei Arbeiten an einem Lkw ist eine hohe Tragkraft wichtig.

3. Welche Hersteller verkaufen Getriebeheber?

Zahlreiche Marken bieten Getriebeheber bzw. Motorheber an, z. B. Getriebeheber von BGS oder Getriebeheber von Würth. Die nachfolgende Auflistung in alphabetischer Reihenfolge gibt Ihnen einen Überblick über einige Hersteller.

  • Arebos
  • AC Hydraulic
  • Bahco
  • Berner
  • BGS
  • Datona
  • DEMA
  • Draper
  • Holzinger
  • KS-Tools
  • Kunzer
  • RAMROXX
  • Rodcraft
  • Stahlgruber
  • TecTake
  • Würth

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Getriebeheber

Zum Abschluss der Kaufberatung von Vergleich.org beantworten wir noch einige häufig gestellte Fragen.

  • 4.1. Welcher Getriebeheber überzeugt im Getriebeheber-Test von Stiftung Warentest?

    Wer sich vor dem Kauf in Getriebeheber-Tests im Internet informieren möchte, schaut in der Regel bei Stiftung Warentest oder Öko-Test vorbei. Dort gibt es derzeit allerdings keinerlei Empfehlungen. Denn einen Getriebeheber-Test bzw. einen Motorheber-Test sucht man sowohl bei Stiftung Warentest als auch bei Öko-Test aktuell vergeblich. Somit wurde auch noch kein Getriebeheber-Testsieger gekürt.

    Auch weitere renommierte und bekannte Testplattformen im Internet bieten derzeit kaum Hilfe beim Getriebeheber kaufen. Es sind kaum Getriebeheber-Tests oder Motorständer-Tests im Internet zu finden. Als Alternative bietet sich der Getriebeheber-Vergleich 2020 von Vergleich.org an, mit dem Sie auch ohne eigenen Test den besten Getriebeheber für Ihre Werkstatt finden.

  • 4.2. Welches Öl für Getriebeheber verwenden?

    Handelt es sich um einen hydraulischen Getriebeheber, benötigen Sie ein Hydrauliköl. Dieses bekommen Sie unter anderem im Fachhandel oder im gut sortierten Baumarkt.

  • 4.3. Wie füllt man Öl in einem Getriebeheber auf?

    Es kann immer mal vorkommen, dass etwas Öl aus einem hydraulischen Getriebeheber austritt. Um die Funktion weiterhin sicherzustellen, sollte das Öl daher regelmäßig nachgefüllt bzw. getauscht werden.

    In der Regel sind Getriebeheber sowohl mit einer Auslass- als auch einer Einlassöffnung versehen. Über die Auslassöffnung kann das alte Öl abgelassen werden. Über die Einlassöffnung wird dann neues Hydrauliköl nachgefüllt. Weitere Informationen zum Nachfüllen bzw. Tausch des Öls erfahren Sie in der dem Getriebeheber beiliegenden Anleitung.

  • 4.4. Getriebeheber hebt nicht: Was tun?

    Funktioniert ein hydraulischer Getriebeheber nicht mehr, kann dies an verschiedenen Dingen liegen. Vielleicht ist nicht mehr genug Öl im Gerät, sodass die Hydraulik nicht ordnungsgemäß funktioniert. Es kann aber auch andere Gründe haben, z. B. eine gebrochene Fußpumpe oder andere Defekte.

    Gerade bei einem günstigen Getriebeheber lohnt sich eine Reparatur oft nicht. In diesem Fall ist meist der Kauf eines neuen Gerätes ratsam. Eventuell bekommen Sie auch einen gebrauchten Getriebeheber. Erhältlich sind z. B. gebrauchte Getriebeheber bei einer Werkstattauflösung, wobei hierbei die Funktion ebenfalls nicht immer gewährleistet ist.