Spannend wird es, wenn man nicht nur auf die Inhaltsstoffe des Futters für Fohlen schaut, sondern die analytischen Bestandteile und Mineralstoffe unter die Lupe nimmt.
3.1. Rohfaser fördert die Magenaktivität, Rohprotein gibt Auskunft über den Eiweißgehalt
Die Weender Futtermittelanalyse
Die Begriffe Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Rohasche gehen auf die Weender Futtermittelanalyse zurück. Dies ist ein vereinheitlichtes Verfahren zur Bestimmung der Stoffgruppen, die ein Futtermittel enthält.
Wer die Angaben der Hersteller zu den Inhaltsstoffen von Fohlen- und Stutenfutter betrachtet, stößt unausweichlich auf die Begriffe Rohprotein, Rohfaser, Rohasche und Rohfett.
Über Angaben zu den Fohlenfutter-Inhaltsstoffen wird versucht, leicht verständlich verschiedene Aspekte des Futters, die Sie für die Gesundheit Ihres Pferdes bei der Futterwahl berücksichtigen sollten, Auskunft zu geben.
So lässt sich am Rohprotein-Gehalt ablesen, wie eiweißhaltig das Fohlenfutter ist. Als Aneinanderreihung von Aminosäureketten sind Eiweiße vor allem für das Wachstum und den Muskelaufbau zuständig.
Der in der Aminosäure enthaltene Stickstoff muss in einer langen Kette der Energiegewinnung als Abfallprodukt in Form von Harnstoff den Körper wieder verlassen. Geschieht dies nicht, kann es zu Leber oder Nierenschäden kommen.
Tipp: Damit es nicht zu einem Eiweißüberschuss kommt, empfehlen wir Ihnen, für Ihr Pferd ein Fohlenfutter mit niedrigem Rohproteingehalt unter 15% aus der Vergleichstabelle zu wählen.
Auf die verdauungsfördernde Bedeutung von Rohfasern sind wir bereits im ersten Kapitel eingegangen. Ein hoher Rohfaseranteil ermöglicht einen erhöhten Speichelfluss beim Fohlen, welcher die Magenaktivitäten maßgeblich fördert. Als hoch gelten hier Werte von mehr als 7%.

Raufutter wie Heu, Weidegras und Stroh bildet die Basis einer gesunden Ernährung.
Fett dient als Energiespeicher und Energielieferant. Wird dieses übermäßig aufgenommen, lagert es sich ab. Als Speicher verbergen sich im Fett jedoch auch wichtige Vitamine. Rohfett gibt also den Anteil des Futtermittels an, der sich in Fettlösungsmitteln löst.
Teil der Futtermittelanalyse ist es, dem Futtermittel durch Erhitzung Feuchtigkeit zu entziehen, wodurch man eine Trockenmasse erhält. Wird diese in einem weiteren Schritt verbrannt, bleibt lediglich die anorganische Rohasche zurück.
In der Rohasche sind sowohl Spurenelemente als auch Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor und Natrium enthalten. Ein höherer Rohasche-Anteil (ab 8% und mehr) steht demnach für ein höheres Aufkommen von Mineralien und Spurenelementen.

3.2. Mineralstoffe: Calcium, Phosphor, Natrium und Magnesium sorgen für gesunde Muskeln, Knochen und Nerven
Zusatzfutter für Fohlen soll das Pferd mit Zusatzstoffen versorgen, die über Heu oder Weidegras nicht ausreichend aufgenommen werden können. Das gilt insbesondere für Mineralstoffe.
Mineralstoffe, auf die besonders viel Wert gelegt wird, sind Calcium, Phosphor, Natrium und Magnesium. Hersteller geben diese Werte stets mit an. Doch was bedeuten sie?
Grundsätzliche fördern alle vier Mineralstoffe den Körperaufbau bei jungen Pferden. Phosphor und Calcium stärken beispielsweise die Knochen. Magnesium hilft beim Aufbau von Muskeln und Nerven.
Hier ein kurzer Überblick über die unterschiedlichen Mineralstoff-Arten und ihre Eigenschaften:
| Mineralstoff-Typ | Eigenschaften |
| Calcium | - für Knochen- und Muskelaufbau
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| Phosphor | |
| Natrium | |
| Magnesium | - Aufbau von Muskeln und Nervenbahnen
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Für eine ausgeglichene Fütterung sollten Sie vor allem auf das Verhältnis von Calcium zu Phosphor achten. Dieses sollte in etwa zwischen 1:1 bis 3:1 liegen, ideal wäre ein Verhältnis von 1,5:1.
Ein Phosphorüberschuss kann beim Pferd zu Knochenschäden führen. Der Phosphorbedarf eines Fohlens liegt bei etwa 20 g pro Tag. Der Calciumbedarf liegt zwischen dem 7. und 12. Lebensmonat eines Fohlens hingegen bei etwa 40 g pro Tag.
Geben Sie stets darauf Acht, dass sich die Bedarfswerte eines Fohlens in den ersten Lebensmonaten stets verändern. So bleibt der Calciumbedarf relativ stabil, während der Bedarf an Magnesium (ca. 8 g/Tag) und Natrium (ca. 4 g/Tag) um fast ein Drittel steigt. Dem gegenüber sinkt der Phosphorbedarf um etwa ein Viertel.

Guten Tag,
ich habe gelesen, dass haferfreies Futter gesünder für das Pferd/Fohlen sein soll, ist da etwas dran?
MfG
Katrin G.
Sehr geehrte Frau Gewert,
vielen Dank, dass Sie sich für unseren Fohlenfutter-Vergleich interessieren.
In der Tat hält sich bei einigen Pferdehaltern die Meinung, dass Hafer im Futter ungesund für die Pferde wäre. Wissenschaftlich ist dies jedoch nicht einwandfrei nachgewiesen.
Hafer – insbesondere, wenn dieser aufgeschlossen wurde – ist ganz im Gegenteil besonders gut zu Verdauen und damit auch für Fohlen empfehlenswert, da er weder Magenbeschwerden noch schlimmeres, z.B. Koliken, begünstigt.
Gelegentlich wird berichtet, dass Pferde durch eine Hafer-Mischung besonders aktiv werden oder gar aufgedreht wirken und demnach nur schwer zu kontrollieren sind.
Sollte dem so sein, empfiehlt es sich, zunächst die Menge an Kraftfutter zu überprüfen und gegebenenfalls zu reduzieren. Sollte das Pferd dann immer noch Auffälligkeiten zeigen, können Sie es mit einem haferfreien Fohlenfutter versuchen.
Herzliche Grüße
Ihr Vergleich.org-Team