Das Wichtigste in Kürze
  • Abführmittel sind Arzneimittel, die bei Verstopfung zu einer Darmentleerung führen sollen. Je nach Art des Mittels wirken die verschiedenen abführenden Wirkstoffe an unterschiedlichen Stellen im Dickdarm.
  • Sie haben die Möglichkeit, Abführmittel – auch Laxantien genannt – sowohl oral als auch rektal und in unterschiedlichen Darreichungsformen einzunehmen. Die rektale Anwendung mittels Einlauf oder Zäpfchen gilt hierbei als die am schnellsten wirkende Methode.
  • Meist gilt: Je schneller und stärker die Abführmittel wirken, desto höher ist das Risiko der Gewöhnung. Die große Mehrzahl an Arzneimitteln sollten Sie deshalb nur kurzzeitig anwenden (max. zwei Wochen) und bei längerer Einnahme immer zunächst den Arzt konsultieren.

Abführmittel Test

Obstipation – umgangssprachlich schlicht Verstopfung genannt – ist ein weitläufiges Problem, über das zwar niemand spricht, mit dem aber viele Menschen zumindest zeitweise vertraut sind oder zu kämpfen haben. Ob durch schlechte Ernährung begründet, Darmkrankheiten oder aber aufgrund einer veränderten Routine im Urlaub – ″nicht zu können″ kann schnell zu einem belastenden Problem werden. Hält die Verstopfung länger an, so drohen zudem auch ernste gesundheitliche Folgen.

Bei Verstopfung sollen Medikamente mit abführender Wirkung dafür sorgen, dass sich der Darm schnell wieder entleert. Wir haben uns in unserem Abführmittel-Vergleich 2020 die verschiedensten Wirkstoffe in Laxantien (Abführmitteln) angeschaut. In unserer Kaufberatung erfahren Sie, wieso Zäpfchen schneller Abhilfe schaffen als Tabletten oder Pulver, welche natürlichen Mittel bei Verstopfung wirklich helfen können und wieso Sie die meisten Arzneimittel nie länger als 1 – 2 Wochen anwenden sollten.

1. Wirkstoffe in Abführmitteln: Je langsamer die Wirkung, desto schonender?

Über 2,3 Millionen Deutsche benutzten im Jahr 2016 laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach rezeptfreie Abführmittel gegen Verstopfung und Darmträgheit. Die Auswahl an Laxantien mit jeweils unterschiedlichen Wirkstoffen ist dabei groß. So haben Sie die Wahl zwischen synthetischen und natürlichen Wirkstoffen sowie einer ganzen Reihe an verschiedenen Darreichungsformen von Tabletten bis Tropfen.

Damit Sie das für Sie beste Abführmittel kaufen können, möchten wir Ihnen zunächst kurz die verschiedenen Wirkstoffgruppen vorstellen, die jeweils an unterschiedlichen Stellen im Darm ansetzen.

Typ Wirkungsweise Beschreibung
Gleitmittel gleitmittel
  • werden direkt in den Enddarm eingeführt
  • legen sich auf die Darmwände und machen sie gleitfähiger
  • erweichen bei Verstopfung im Darm verhärteten Stuhl

häufig verwendete Wirkstoffe: z.B. Glycerin, Paraffin

x Glycerin als Abführmittel kann die Darmwände stark reizen

x Paraffine können den Kalzium- und Kalium-Level im Körper drastisch senken – Mangel droht

x Paraffin lagert sich im Körper ab und kann chronische Entzündungen verursachen

Quellmittel und Füllstoffe quellmittel und fuellmittel
  • meist pflanzliche Wirkstoffe
  • binden im Darm Wasser und quellen auf
  • erhöhen das Kotvolumen und lösen Stuhlreiz aus

häufig verwendete Wirkstoffe: Flohsamen, Leinsamen

eignet sich bei chronischer Verstopfung

x Darmentleerung tritt meist erst nach 2 – 3 Tagen auf

x Trinken Sie viel! Ansonsten droht Darmverschluss!

Hydragoge Abführmittel hydragoge mittel
  • pflanzliche und synthetische Wirkstoffe
  • fördern den Einfluss von Wasser aus der Darmwand, indem sie die Durchlässigkeit dieser erhöhen
  • vergrößern das Kotvolumen und lösen Stuhlreiz aus

häufig verwendete Wirkstoffe: Aloe, Bisacodyl, Senneblätter, Rizinusöl

x reizen den Darm

x können Durchfall auslösen

Osmotische Abführmittel osmose
  • meist natürliche Stoffe
  • binden Wasser im Darm und erhöhen dadurch den osmotischen Druck
  • Wasser fließt zum Ausgleich in den Darm, erweicht den Kot und erhöht das Stuhlvolumen

häufig verwendeter Wirkstoff: Glaubersalz

führen meist zu einer völligen Darmentleerung

x können Mineral- und Vitaminmangel hervorrufen

x können Bluthochdruck verschlechtern

Da sich Paraffine in den Lymphknoten ablagern und für unseren Körper schädlich sein können, werden Abführmittel mit Paraffinen für wenig geeignet gehalten. Dem stimmt auch die Stiftung Warentest zu, obwohl diese bisher keinen expliziten Abführmittel-Test durchgeführt hat.
obstipation

Chronische Verstopfung plagt einen großen Teil der Bevölkerung.

Wie Sie bereits aus der Übersicht entnehmen, können alle Abführmittel Nebenwirkungen auslösen bzw. erfordern, dass Sie einiges bei der Einnahme beachten. Während Gleit- und hydragoge Mittel die Darmwand reizen und zu Durchfall und Bauchschmerzen führen können, erfordern Quell- und Füllmittel eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme, da ansonsten ernsthafte Folgen wie Darmverschluss drohen.

Osmotisch wirkende Abführmittel können sich hingegen negativ auf den Elektrolythaushalt im Körper auswirken. Daher sollten starke Abführmittel – mit Ausnahme von Quell- und Füllmitteln – in der Regel nur kurzzeitig (max. 14 Tage) angewendet werden.

Achtung: Bei chronischer Verstopfung, die länger als drei Monate anhält, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Dieser kann Ihnen geeignete Mittel empfehlen, die Sie auch über einen längeren Zeitraum einnehmen können.

1.1. Wirkdauer: Quell- und Füllmittel brauchen am längsten

Je nachdem, ob Sie mit einem schnellen Abführmittel akut Ihren Darm entleeren müssen – z.B. vor einer kurzfristigen Darmspiegelung – oder aber möglichst schonend Ihre Verstopfung lösen möchten, empfehlen wir Ihnen unterschiedliche Wirkstoffe. Generell gilt, dass milde Abführmittel mit verzögertem Wirkungseintritt auch am sanftesten auf Ihren Körper wirken. Hierzu zählen vor allem Quell- und Füllmittel wie Lein- oder Flohsamen. Bei der Einnahme müssen Sie hier mit einem Zeitraum von 2 – 3 Tagen bis zur Darmentleerung rechnen.

Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, Quell- und Füllmittel eher bei genereller Darmträgheit oder bei chronischer Darmverstopfung anzuwenden. Dies setzt aber voraus, dass Sie es schaffen, bzw. es Ihnen aus gesundheitlichen Gründen möglich ist, täglich 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit zu trinken.

laxantien

Die durchschnittliche Zeit bis zum Wirkungseintritt beträgt bei den anderen Arten von Abführmitteln in der Regel zwischen 5 – 12 Stunden. Daher wird in der Regel von den Herstellern geraten, diese Mittel abends vor dem Schlafengehen einzunehmen. So können die Laxantien über die Nacht ihre Wirkung entfalten und am Morgen zur gewünschten Darmentleerung führen.

Sie werden jedoch auch schnell wirkende Abführmittel finden, die bereits nach kurzer Zeit ihren Zweck erzielen. Der geringe Zeitraum bis zur Darmentleerung ist hier jedoch nicht dem Wirkstoff geschuldet, sondern vielmehr der Darreichungsform.

Bevor wir jedoch näher auf die unterschiedlichen Kategorien von Abführmitteln wie Pulver, Tabletten und Co. eingehen wollen, haben wir für Sie im Folgenden noch einmal die Vor- und Nachteile von Quell- und Füllmitteln gegenüber den anderen Gruppen von Abführmitteln gegenübergestellt:

  • wirken sanfter auf den Körper
  • die meisten Marken enthalten rein pflanzliche Wirkstoffe
  • sind meist frei verkäuflich erhältlich
  • haben relativ wenig Nebenwirkungen
  • haben einen verzögerten Wirkungseintritt von bis zu mehreren Tagen
  • erfordern eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme
  • trinken Sie zu wenig, kann Darmverschluss drohen

2. Darreichungsformen: Hilft die rektale Anwendung am schnellsten?

Wie oft müssen Sie müssen?verstopfung stuhlgang

Vielleicht sind auch Sie der Auffassung, dass weniger als ein Stuhlgang pro Tag ungesund und nicht normal ist. Dies ist jedoch nicht richtig. Medizinisch gesehen liegt Obstipation erst dann vor, wenn die natürliche Darmentleerung nur zweimal oder seltener pro Woche stattfindet bzw. dann, wenn Sie Ihren Darm ohne starkes Pressen nicht entleeren können und Sie unter schwer ausscheidbarem und hartem Stuhlgang leiden. Hält dieser Zustand länger als drei Monate an, spricht man von chronischer Verstopfung. Dies ist bei etwa 10% der Bevölkerung der Fall.

Grundsätzlich stehen Ihnen fünf verschiedene Darreichungsformen von Abführmitteln zur Verfügung:

  1. Tabletten/Kapseln
  2. Pulver
  3. Tropfen
  4. Klistiere (Einläufe)
  5. Zäpfchen

Abführtabletten oder -Kapseln sind mitunter am leichtesten für Sie zu dosieren, da die Wirkstoffmenge hier bereits genau vorportioniert ist. Darüber hinaus sind Tabletten meist geschmacksneutral und erfordern zudem keine besonders hohe, zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme. Dies kann dann wichtig sein, wenn Sie das Abführmittel vor dem Schlafen einnehmen und nicht durch ständigen Harndrang aus dem Bett geholt werden möchten.

Pulver hat gleich mehrere entscheidende Nachteile. Zunächst hat es oft einen unangenehmen Eigengeschmack. Dies ist insbesondere bei Glaubersalz der Fall. Aus diesem Grund raten wir Ihnen, Pulver mit Glaubersalz oder Natriumsulfat anstatt in Wasser lieber in einem Getränk mit Geschmack aufzulösen wie beispielsweise in Orangensaft. Als Abführmittel für Kinder eignen sich auch Präparate wie z.B. Movicol, das es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Zitrone oder Schokolade zu kaufen gibt.

arten abführmittel

Mittel gegen Verstopfung: Bei Abführmittel aus Apotheken haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Arten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Abführmitteln in Pulverform ist, dass sie sich schwieriger, aber dafür flexibler dosieren lassen. Möchten Sie die Dosierung ganz genau bestimmen, so erfordert dies häufig ein Abwiegen der genauen Pulvermenge. Diesen zusätzlichen Aufwand können Sie vermeiden, in dem Sie Abführmittel in portionierten Beuteln kaufen. Dann allerdings können Sie die Dosis auch nicht mehr flexibel anpassen und somit den abführenden Effekt nur noch eingeschränkt steuern.

Eine Alternative zu Pulver sind Abführtropfen. Diese können Sie häufig direkt in den Mund träufeln, ohne sie vorher in Wasser lösen zu müssen. Tropfen sind meist mit einem Aromastoff versehen oder weisen nur einen leichten Eigengeschmack auf. Sie eignen sich besonders für Kinder oder wenn Sie Schwierigkeiten haben, Tabletten oder Kapseln zu schlucken.

zaepfchen hilfe verstopfung

Vorallem bei Babys sind Abführzäpfchen als Hilfe bei Verstopfung einfach in der Anwendung.

Abführmittel als Zäpfchen oder mittels Einlauf, sogenannte Klistiere, wirken am schnellsten. Sie werden im Gegensatz zu den anderen Darreichungsformen nicht oral, sondern rektal eingenommen. Dies bedeutet, dass Sie Zäpfchen oder Klistiere direkt über den After in den Enddarm einführen.

Bei Einmal-Klistieren zur Eigenanwendung handelt es sich um Flüssigkeiten oder Gele in einer Tube oder einer Ampulle. Diese weisen einen verlängerten Tuben- oder Ampullenhals auf, der in den Enddarm geschoben wird. Die Anwendung ist nicht ganz einfach und erfordert einige Übung. Einläufe sind jedoch zur Anwendung bei Babys und Kleinkindern sehr beliebt, da hier das Verabreichen von Tabletten oder oral einzunehmenden Flüssigkeiten häufig komplizierter wäre.

Da Rektalflüssigkeiten oder Zäpfchen direkt in den Darm geleitet werden, haben sie eine sehr kurze Wirkeintrittsdauer. Häufig beträgt diese nur wenige Minuten bis ca. eine Stunde. Sie sollten Zäpfchen und Einläufe daher eher nicht vor dem Zubettgehen und nur in Toilettennähe anwenden.

Zusammengefasst: Die Vor- und Nachteile verschiedener Darreichungsformen
Tabletten Pulver Tropfen Klistiere & Zäpfchen
gut gegen verstopfung
  • geschmacksneutral
  • vordosiert
  • flexible Dosierung
  • Einnahme für Kinder
  • leicht zu schlucken
  • Einnahme unterwegs
  • wirken besonders schnell
  • Anwendung Babys
nachteile abfuehrmittel
  • z.T. schwer zu schlucken
  • begrenzte flexible Dosierung
  • oft schlechter Geschmack
  • exakte Dosierung schwer
  • exakte Dosierung schwer
  • Anwendung schwer

3. Welche Hausmittel helfen gegen Verstopfung?

Wenn Sie Ihren Darm vollständig entleeren müssen, beispielsweise vor einer Darmspiegelung, dann bleibt Ihnen nur der Griff zu einem Laxans. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, in akuten Fällen Abführmittel selber zu machen, in dem Sie z.B. Salz zum Abführen benutzen. Leiden Sie häufig unter Verstopfung, dann können Sie auch auf altbewährte pflanzliche Abführmittel, Tricks und Hausmittel zurückgreifen, um dadurch mehr Bewegung in Ihren Darm bringen.

Diese Maßnahmen und Mittel können Ihnen helfen:

  • verdauungsfördernde Tees gegen Verstopfung (z.B. mit Kümmel, Kamille, Sennesfrucht oder Faulbaumrinde)
  • viel Flüssigkeit trinken, um die Verdauung anzuregen
  • Gemüse-/Obstsäfte z.B. Sauerkraut-, Feigensaft oder Pflaumensaft helfen bei Verstopfung
  • viel Bewegung
  • kreisende Bauchmassagen
  • ballaststoffreiche Nahrungsmittel (z.B. Vollkorn, Roggen, Haferflocken)
  • natürliche Abführmittel wie Flohsamen, Leinsamen und Weizenkleie

Wenn Sie unter Verdauungsproblemen leiden, können diese Hausmittel als leichte und günstige Abführmittel bereits Abhilfe schaffen.

Da bei Abführmitteln in Tests schnell ein Gewöhnungseffekt auftritt, sollten Abführmittel nicht länger als 14 Tage und nur in akuten Fällen eingesetzt werden. Bei länger bestehenden Beschwerden raten wir Ihnen, Ihre Ernährung langfristig umzustellen.ballaststoffreiche ernaehrung

4. Abführmittel im Test: Die meisten Mittel können überzeugen

Die Stiftung Warentest hatte in ihrer Ausgabe 01/2014 diverse Mittel bei Magen- und Darmbeschwerden im Test. Abführmittel waren mit sechs Produkten auch vertreten. Die Stiftung riet hier vom Abführen mit Rizinusöl und Aloe ab, da diese Wirkstoffe die Darmwand zu stark reizen und krampfauslösend wirken. Abführmittel-Testsieger wurden die Produkte Metamucil mit indischen Flohsamen und Dulcolax M Balance mit dem Wirkstoff Macrogol.

Die Zeitschrift Ökotest hingegen bewertete Rizinusöl ebenso wie Flohsamen und Macrogol als zuverlässiges Abführmittel. Sie betonte jedoch, dass Präparate mit Natriumpicosulfat und Bisacodyl nur zur Kurzzeitbehandlung eingesetzt werden sollten, da diese die Darmwand reizen.

Insgesamt schnitten Abführmittel im Test der Ökotest 2008 jedoch gut ab. 14 von 22 untersuchten Produkten erhielten die Bestnote ″Sehr Gut″, darunter auch die Abführtropfen von Laxoberal.

pflanzliche abfuehrmittel

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Abführmittel

Bevor Sie nun Abführmittel kaufen, haben wir Ihnen an dieser Stelle noch weitere wichtige Fragen und Antworten zusammengefasst.

5.1. Kann ich Abführmittel in der Schwangerschaft nehmen?

Viele Frauen werden vor allem in der Schwangerschaft von Verstopfung geplagt. Doch beim Griff zu Verdauungsmitteln bzw. Abführmitteln müssen Sie hier Vorsicht walten lassen. Einige Mittel sollten Sie in der Schwangerschaft nicht einnehmen. Dazu gehören u.a.:

  • die meisten chemischen Abführmittel
  • Rizinusöl
  • Aloe

Wenn Sie schwanger sind und ein Abführmittel einsetzen wollen, dann raten wir Ihnen, auf jeden Fall vorher einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Auch die Beipackzettel beantworten in der Regel stets, ob eine Einnahme für Schwangere unbedenklich ist. Rizinusöl und Aloe sollen den Darm zu stark reizen und können daher Wehen auslösen.

Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, sollten Sie zu Quell- und Füllmitteln greifen wie Leinsamen oder Flohsamen. Diese sind für Ihren Körper besonders schonend und helfen, auf natürliche Weise der Verstopfung entgegen zu wirken.

gut gegen verstopfungÜbrigens: Die meisten Wirkstoffe in Abführmitteln gehen nicht in die Muttermilch über. Daher ist die Einnahme während der Stillzeit für Frauen in der Regel unbedenklich. Allerdings sollten Sie vor der Einnahme noch einmal in den Beipackzettel schauen.

5.2. Helfen Abführmittel beim Abnehmen?

Nein. Dies ist ein weitverbreiteter Irrglaube, der zu häufigem Missbrauch von Abführmitteln führt. Tatsächlich hat die Einnahme von abführenden Stoffen keinerlei Einfluss auf unser Gewicht und das Abnehmen und dies aus einem einfachen Grund: Abführmittel beschleunigen zwar die Verdauung, wirken aber nur im Dickdarm. Die Nährstoffe, die wir über die Nahrung zu uns nehmen, werden jedoch bereits ausschließlich über den Zwölffinger- und den Dünndarm aufgenommen, sodass eine beschleunigte Verdauung im Dickdarm bei der Kalorienaufnahme keine Rolle spielt.

Regelmäßiger Missbrauch wie eine zu häufige oder zu hoch dosierte Einnahme kann ernsthafte Nebenwirkungen und gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, da der Elektrolythaushalt gestört wird und dem Körper wichtige Nährstoffe entzogen werden.

5.3. Wie schnell wirkt ein Abführmittel vor einer Darmspiegelung?

wirkung abfuehrmittel

Das Abführmittel wirkt nicht? Nicht immer haben Abführmittel den gewünschten Effekt.

Die meisten Ärzte raten bereits 2 – 3 Tage vor der Darmspiegelung auf gewisse Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit kleinen Kernen (z.B. Tomaten, Trauben) und blähende Nahrungsmittel zu verzichten und nur noch leicht verdauliche Kost zu sich zu nehmen. Einen Tag vor der Darmspiegelung sollte ein Abführmittel eingenommen werden, sodass der Darm vor der Untersuchung entleert werden kann.

5.4. Wieso wirkt das Abführmittel bei mir nicht?

Dies kann viele Ursachen haben. Eventuell wirkt das Mittel erst nach 1 – 2 Tagen, wie es z.B. bei Quell- und Füllmitteln der Fall ist. Hier müssen Sie sich bis zur ersten Darmentleerung immer etwas in Geduld üben. Auch kann es sein, dass bei Ihnen schon ein Gewöhnungseffekt eingetreten ist, was bei zu langer Einnahmedauer schnell der Fall sein kann.

Haben Sie ein natürliches Abführmittel in Pulverform zu sich genommen, kann es auch sein, dass die gewählte Dosierung zu gering war. Können Sie alle diese Aspekte ausschließen, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen.