Für die Wahl des Vlieses gibt es vier Kriterien: das Material, die Größe, das Flächengewicht und vor allem die Geotextilrobustheitsklasse (GRK).
2.1. Material des Teichvlieses
Beim Material eines Teichvlieses haben sich vor allem synthetische Fasern wie Polypropylen (PP) und Polyester (PET) bewährt. Diese Kunststoffe zeichnen sich durch eine hohe Reiß- und Dehnfestigkeit aus, sowohl in Längs- als auch in Querrichtung. Sie behalten ihre Formstabilität auch unter langanhaltender Druckbelastung. Kunststoff-Teichvliese gelten als verrottungsfest, beständig gegenüber Mikroorganismen und unempfindlich gegenüber Bodensäuren und Feuchtigkeit.
Einige Vliesprodukte enthalten zusätzlich organische Naturfasern wie Jute oder Kokosfasern, die kurzfristig die mechanischen Eigenschaften verbessern sollen. Allerdings sind diese Fasern nicht dauerhaft stabil. Mit der Zeit können sie biologisch abgebaut werden, wodurch das Vlies seine Schutzfunktion verliert.
2.2. Größe
Das Teichvlies sollte immer etwa 20 bis 30 cm größer als die Teichfolie sein. Diese orientiert sich wiederum an der Größe der Teichgrube. Üblich sind 2 m breite Teichvliese und 3 m breite Teichvliese. Teichvliese sind in ihrer Länge als Meterware erhältlich oder werden in Längen mit bis zu 15 m vorgegeben.
Für kleinere, einfache Becken oder schmale Zonen wie Teichränder genügt in der Regel ein Vlies mit 2 m Breite. Bei größeren Teichen, bei denen möglichst wenig Stoßkanten entstehen sollen, ist ein 3 m breites Teichvlies sinnvoll.
Online-Tests für Teichvliese weisen darauf hin, dass es problemlos möglich ist, kleine Teichvliese nebeneinander zu verlegen, um eine größere Fläche abzudecken. Um die Teile der Teichvliese miteinander zu verbinden, sollten die Stoßkanten jeweils 10 bis 20 cm überlappen.
Das Teichvlies mit einem Klebeband miteinander zu verkleben oder die Bahnen gar zu vernähen, ist für die private Nutzung von einem Teichvlies nicht notwendig. Der Materialdruck durch die Folie und das Wasser darüber genügen, um die Lagen des Vlieses stabil aufeinander zu halten.

Teichvlies lässt sich mit einer handelsüblichen Schere einfach zuschneiden. Das ist praktisch bei komplexen Formen oder runden Becken.
2.3. Dicke und Flächengewicht
Die Dicke des Teichvlieses und das Flächengewicht geben Aufschluss darüber, wie robust ein Teichvlies ist. Die Stärke eines Teichvlieses wird als Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) ausgewiesen. Je höher die Grammzahl pro Quadratmeter ist, desto stabiler ist das Vlies und desto besser schützt es vor Steinen und Wurzeln.
Ein leichtes Teichvlies mit bis zu 300 g/m² ist für weiche und sandige Böden eine gute Wahl. Eine Stärke von 500 g/m² bei einem Teichvlies gilt als Standard für Gartenteiche. Es hält eine normale Belastung auf leicht steinigen Böden aus. Ein Teichvlies zwischen 500 g/m² und 800 g/m² ist empfehlenswert für Schwimmteiche und Koiteiche mit steinigen Untergründen. Für Teiche mit einem felsigen Untergrund oder sehr große Teiche mit einem hohen Wasserdruck benötigen Sie ein Teichvlies mit 1.000 g/m².
Obwohl das Flächengewicht Aufschluss über die Robustheit gibt, wird im Internet häufig gefragt: „Welche Dicke sollte ein Teichvlies haben?“ Ein Teichvlies mit 300 g/m² hat etwa eine Dicke von 2 bis 3 mm, ein Teichvlies mit 1.000 g/m² kann 5 mm oder dicker sein.
Tipp: Teichvliese gibt es in verschiedenen Farben, beispielsweise in Schwarz oder in Weiß. Ein weißes Teichvlies ist auch für helle Teichfolien geeignet und scheint nicht durch.
2.4. Geotextilrobustheitsklasse
Die Geotextilrobustheitsklasse (GRK) ist eine Klassifizierung, mit der sich die Belastbarkeit und Eignung von Geotextilien wie Teichvliesen einschätzen lässt. Die Einteilung erfolgt in sieben Klassen von GRK 1 bis GRK 7. Je höher die Zahl ist, desto robuster und belastbarer ist das Material.
Einen Überblick über die GRK und die Eignung für Teichvliese zeigt unser Vergleich in nachstehender Tabelle:
| GRK | Einordnung |
| GRK 1–2 | - sehr leichte Vliese
- zum Schutz von Teichfolien nicht geeignet
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| GRK 3–4 | - mittlere Belastbarkeit
- für Teiche mit weichem Boden
- Boden muss gut vorbereitet sein
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| GRK 5–7 | - sehr belastbare Vliese
- geeignet für anspruchsvolle Teiche wie Koiteiche oder tiefe Schwimmteiche
- auch für steinige Untergründe
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Für den privaten Teichbau empfiehlt sich in der Regel ein Teichvlies ab GRK 3, bei schwierigen Böden oder hohen Belastungen wie in einem Schwimmteich, Koiteich oder eingelassenen Pool eine Klasse ab GRK 5.
Hallo,
wenn der Teichvlies unverrottbar ist, muss ich diesen dann überhaupt irgendwann austauschen? Und wenn ja, nach welcher Zeit?
Hallo Björn,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Teichvlies-Vergleich.
Auch wenn ein Teichvlies unverrottbar ist, muss dieser nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden, denn das Material wird porös und rissig. Dann können Steine und spitze Gegenstände, die sich im Boden befinden, nicht mehr zuverlässig abgepolstert werden und die Teichfolie eventuell beschädigen.
In der Regel wird ein unverrottbarer Teichvlies aber erst nach etwa 20 Jahren porös, sodass Sie sich keine Sorgen machen müssen, diesen zu häufig wechseln zu müssen.
Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen.
Freundliche Grüße
Ihr Vergleich.org-Team