Das Wichtigste in Kürze
  • Eine offene Stelle im Gartenteich gelingt mit dem Eisfreihalter auch bei strengem Frost. So entweichen giftige Gase und lebenswichtiger Sauerstoff gelangt über das weiterhin flüssige Wasser in den Teich.
  • Ein Heizelement hat hohen Strombedarf, hält dafür auch bei tiefen Temperaturen das Gewässer teilweise eisfrei. Ein großer Teich kann mit einem Eisfreihalter ohne Strom offen gehalten werden, sofern die Minusgrade nicht zu lange andauern.
  • Die Kontrolle der Eisfläche ist in regelmäßigen Abständen notwendig: Bei Modellen ohne Strom sollten Sie täglich nachschauen, Teichheizer und Pumpe können dagegen recht selbständig arbeiten. Gerade der Eisfreihalter für kleine Teiche muss stets überwacht werden, weil Fische hier die geringsten Reserven haben.

eisfreihalter-testSpeziell im Januar und Februar gibt es selbst im Flachland immer wieder längere Kälteperioden, sodass ein Eisfreihalter für den Gartenteich notwendig wird. Dieser hält auch bei strengem Frost die Eisdecke offen, damit Sie nicht ein- bis zweimal täglich selbst Hand anlegen müssen. Durch die Teichbelüftung im Winter werden nicht nur Ihre Fische mit Sauerstoff versorgt, auch Faulgase und Kohlenstoffdioxid gelangen auf dem gleichen Weg aus dem Teich heraus.

Je nach der Größe Ihres Teichs und seiner konkreten Nutzung gibt es einiges zu beachten. So wird der Eisfreihalter für den Koiteich mehr leisten müssen als in einem Gewässer ohne Fische. Wann Sie ganz auf Strom verzichten können und warum schon ein paar Luftblasen effektive Hilfe leisten, erfahren Sie in unserem Eisfreihalter-Vergleich 2020.

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1. Die Kaufberatung beginnt mit dem Blick zum Teich

Kristallisation

Wasser gefriert nicht einfach bei 0 Grad oder weniger. Völlig reines Wasser bleibt selbst bei starken Minusgraden flüssig. Erst an Kristallisationskeimen, etwa Schmutzpartikeln, beginnt es zu erstarren. So gefrieren fließende Gewässer viel später als stehende, weil sich Verunreinigungen bewegen und nur schwer eine Kristallbildung zulassen. Auch die Oberfläche im Eisfreihalter aus Styropor erstarrt erst bei tiefen Temperaturen, weil sie dank des Deckels sehr sauber bleibt.

Auf die Größe kommt es an und natürlich noch viel mehr auf die Tiefe. Ist die Wassermenge groß und reicht weit nach unten, bleibt sie auch bei einer längeren Kältephase flüssig, ohne dass sich sofort eine geschlossene Eisdecke bildet. Mehr als ein Meter Wassertiefe sollte es dabei schon sein, damit auch im Winter am Boden Ihres Gartenteichs mehr als 0 Grad Wassertemperatur erhalten bleiben und das Eis nicht bis zum Grund gelangt.

So bleiben die meisten robusten Pflanzen erhalten. Ihre Fische müssen aber zusätzlich mit frischer Luft versorgt werden, die die meiste Zeit des Jahres über die Wasseroberfläche in den Teich gelangt. Mit dem Eisfreihalter sorgen Sie besonders für kleine Teiche für einen steten Austausch. So genügt es, wenn Sie hin und wieder kontrollieren, ob sich darin eine leichte Eisdecke gebildet hat, die Sie ohne großen Aufwand entfernen können.

eisfreihalter test

Wasserspiele können selbst mit einer frostsicheren Pumpe im Winter ohne zusätzliche Erwärmung nicht betrieben werden.

Allgemein gilt es in Eisfreihalter-Tests zudem, ein paar grundsätzliche Betrachtungen anzustellen. Abseits der Mittelgebirge werden Sie kaum über längere Zeit mit strengem Frost rechnen müssen. Ein passiver Eisfreihalter wird hier üblicherweise seine Aufgabe ordentlich bewältigen können, zumal Sie für die anderen Varianten einen Stromanschluss benötigen. Außerdem müssen Sie einen durch Strom betriebenen Eisfreihalter regelmäßig kontrollieren, weil eine Fehlfunktion nie auszuschließen ist.

Während der Eisfreihalter im Koiteich zuverlässig für komplett freie Stellen sorgen muss, sind Gartenteiche nur mit Pflanzen oder gänzlich ohne Leben durch Eis an sich nicht gefährdet. Mit einem Eisdruckpolster im Pool verhindern Sie eine Beschädigung der äußeren Umrandung, aber für Gastausch muss nicht gesorgt werden. Die Polster geben der wachsenden Eisdecke nach, die aber ansonsten ohne Not geschlossen sein darf.

Fazit: Für die Fische ist der Luftaustausch zwingend erforderlich, auch weil Faulgase und Kohlenstoffdioxid entweichen müssen. So gilt es unabhängig von der Art des Eisfreihalters, dessen ordnungsgemäßes Funktionieren immer wieder zu kontrollieren.

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2. Die Arten von Eisfreihaltern: Wie viel Strom darf es sein?

Drei Varianten lassen sich anhand ihres Grundprinzips voneinander unterscheiden, wenn Sie einen Eisfreihalter kaufen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der Temperaturbereich, in welchem ein Einsatz möglich und sinnvoll ist. Entsprechend schwierig stellt es sich dar, die verschiedenen Typen in diversen Eisfreihalter-Tests direkt miteinander zu vergleichen, zumal Aufwand und Nebenkosten stark variieren.

Funktionsprinzip Eigenschaften
Einfacher Eisfreihalter aus Styropor
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+ funktioniert ohne Stromanschluss

+ günstig in der Anschaffung

+ lange haltbar

- begrenzter Temperaturbereich bis maximal -10 °C

- tägliche Kontrolle nötig

Eisfreihalter mit Pumpe
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+ sorgt effektiv für eisfreie Stelle

+ geschicktes Verlegen kann Wassertemperatur erhöhen

+ moderater Stromverbrauch

- empfindlicher Luftschlauch

- Geräuschentwicklung

Eisfreihalter mit Heizelement
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+ auch bei tiefen Temperatur zuverlässig

+ arbeitet geräuschlos

- enormer Stromverbrauch

Nur eine Aufgabe: Wollen Sie einen Eisfreihalter selber bauen, bietet sich vor allem die passive Variante an. Sie benötigen nur ein paar Stücke Polystyrol in ausreichender Größe, die Sie mit geringem Kraftaufwand entsprechend zuschneiden und bearbeiten können. Außerdem empfiehlt sich optional der Kauf einer passenden Luftpumpe. Vom Preis her wird sich der Arbeitsaufwand jedoch nicht rechnen, weil Sie günstige Eisfreihalter zahlreich im Internet bei Teichpoint oder anderen Onlineshops und gelegentlich auch bei Discountern wie Aldi oder Lidl mit seiner Marke Ubbink finden.

Während der Betrieb einer Pumpe auch über die Dauer eines Winters nur ein paar Euro Stromkosten verursacht, müssen Sie bei den Heizelementen mit spürbaren Kosten rechnen. Die Heizung im Eisfreihalter versorgt den Teich zwar mit Wärme, aber gleichzeitig heizen Sie ein Stück Außenbereich. Dabei unterscheidet sich der Bedarf etwa bei Pondlife oder Velda teils deutlich voneinander, was jedoch hauptsächlich mit der Heizleistung selbst zusammenhängt. Setzen Sie hier auf eine Version mit 300 statt 150 Watt und müssen 14 Frosttage durchheizen, liegt der Mehrverbrauch bei 50 kWh.

In den allermeisten Fällen genügt der einfache Styropor-Freihalter, wenn Sie selbst stets vorort sind. Bei frostigen Temperaturen kann die Variante mit Luftpumpe auch längere Zeit eigenständig Ihren Teich offen halten. Müssen Sie dagegen einen offenen Teich garantieren, weil beispielsweise die Zuchtfische besonders empfindlich sind, sollten Sie zum Eisfreihalter mit eingebauter Heizung greifen.

Tipp: Achten Sie bei den Pumpen auf die Länge der Schläuche. So können Sie warme Luft bei ausreichender Isolierung der Leitung zum Beispiel aus dem Kellerbereich in den Teich strömen lassen, ohne zusätzlich Strom in die Erwärmung investieren zu müssen.

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3. Kaufkriterien für die verschiedenen Eisfreihalter: Welche Details sind wichtig?

3.1. Der Schwimmkörper hat mehrere Aufgaben

Als Material wird üblicherweise Styropor verwendet, wobei es sich genau genommen um expandiertes Polystyrol handelt. Das ist besonders leicht, dabei stabil, preiswert in der Herstellung und recht gut recyclebar. Wegen der geringen Dichte sind die Eisfreihalter mit Senkkammern versehen. Darin lassen sich Sand oder Kies einfüllen, um eine stabile Lage zu gewährleisten.

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In größeren Teichen steht den Fischen ausreichend Sauerstoff zur Verfügung. Ein Gartenteich kann das häufig nicht leisten.

Die Lufteinlässe sollten immer ein gutes Stück über der Wasseroberfläche sein. Praktisch sind hier Modelle mit Lüftungsröhrchen, obwohl dieses kaum groß genug ist, um einen ordentlichen Luftaustausch zu begünstigen. Große Schlitze unter dem Deckel, die auch bei Schneefall frei bleiben, sind im Grunde stets verbaut und sorgen am besten für eine Durchmischung.

Die weiße Farbe hat ästhetische Gründe, damit der Eisfreihalter nur wenig auffällt. Gleichzeitig sparen sich die Hersteller einen zusätzlichen Arbeitsschritt bei der Einfärbung. Anders sieht es bei Modellen mit Heizelement aus. Um diese herum bleibt das Wasser flüssig und deshalb dunkel. Entsprechend wenig fällt hier die Variante in Schwarz auf.

Im Gegensatz zum Eisdruckpolster im Pool muss der Schwimmkörper des Eisfreihalters deutlich geringeren Kräften standhalten. Die runde Form ist an sich sehr stabil und der Druck einer wachsenden Eisfläche kann beim Teich im Garten einfach nach außen weichen.

3.2. Die Pumpe muss liefern

Viele Hersteller wie Oase, Pontec oder auch Heissner bieten die passiven Eisfreihalter auch mit einer zusätzlichen Pumpe an. Damit wird die Bildung einer Eisdecke unter dem Deckel deutlich erschwert. Hierbei müssen Sie jedoch ganz besonders auf die Position der Pumpe und die Beschaffenheit des Schlauchs achten.

Die kleinen Pumpen sind in der Regel bestens geeignet für den Außeneinsatz selbst bei tiefen Temperaturen, aber sie werden in geschützter und warmer Position länger halten und weniger Strom verbrauchen. Wenn Sie nah am Haus aufstellen, achten Sie darauf, dass der Schlauch nicht zu lang wird. Ein größerer Weg für die Luft erfordert mehr Pumpleistung.

Andererseits können Sie durch einen isolierten Schlauch bei ausreichender Länge warme Luft aus dem Haus in den Teich leiten, um die Eisbildung zusätzlich zu erschweren.

3.3. Heizelement nur für besondere Fälle

Betreiben Sie den Eisfreihalter mit eingebauter Heizung, kann dieser an einem Tag mehr Strom verbrauchen als eine kleine Pumpe den gesamten Winter über. Wollen Sie jedoch in rauem Klima Ihre Zuchtfische schützen oder zum Beispiel eine Tränke offen halten, gibt es hierzu kaum Alternativen.

Selbst bei starken Minustemperatur kann dank Heizstab eine eisfreie Oberfläche aufrechterhalten werden. Der beste Eisfreihalter aus dieser Kategorie verfügt außerdem über eine eingebaute Steuerung. Mit dem sogenannten Frostwächter schaltet sich die Elektrik erst bei Frost ein und deaktiviert sich bei Plusgraden wieder.

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4. Gibt es Sonderformen der Eisfreihalter für die individuelle Gartengestaltung?

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Frost und Schnee genügen nicht, damit eine Eisdecke entsteht. Aber bei Dauerfrost sollten Sie in jedem Fall etwas unternehmen.

Eher selten und deshalb kaum in Eisfreihalter-Tests anzutreffen sind spezielle Aufbauten wie Eisfreihalter mit Figur. Diese geben dem Gartenteich in der kalten Jahreszeit einen verspielten Charakter. Als beliebtes Beispiel können Eisfreihalter in Form eines Pinguins angeführt werden.

Eisfreihalter mit Solar-Modul gibt es ebenfalls, aber nicht zur Unterstützung der Pumpe oder gar der Heizung. Beides verlangt deutlich mehr Strom, als die vergleichsweise schwache Wintersonne in Kombination mit einem kleinen Solar-Modul am Eisfreihalter bereitstellen könnte. Denkbar ist hier allenfalls die Stromversorgung einer dezenten Belüchtung, um die Kontrolle der Eisdecke in den Abendstunden zu vereinfachen.

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5. Macht die Temperatur allein das Eis?

Besonders schwierig ist die Abschätzung der Temperaturbereiche, die allenfalls als Empfehlung und grobe Orientierung einzuschätzen sind. Wie groß der Teich für den Eisfreihalter ist, spielt eine zentrale Rolle. Seine genaue Lage, seine Tiefe und die Bewohner haben darüber hinaus Einfluss auf die Eisbildung. Zumindest bis -10 Grad dürften Sie mit der Variante aus Polystyrol ohne weitere Technik auskommen, wenn Sie regelmäßig kontrollieren und eine entstandene Eisdecke schnell entfernen können.

Dass der Teich zufriert, liegt üblicherweise daran:

  • geringe Wassertiefe von weniger als 1 Meter
  • keine Bewegung im Wasser
  • Schattenlage
  • Nordseitenlage
  • Mittelgebirgsklima

Bezüglich der Leistungsfähigkeit kann leider auch Stiftung Warentest für die Ermittlung eines Eisfreihalter-Testsiegers nicht herangezogen werden. Sie können sich aber auf Ihre Erfahrungen mit dem vorherrschenden Winterwetter verlassen. Zudem wird im Flachland nur für besonders empfindliche Fauna mehr als das Styropor-Modell nötig sein.

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6. Fragen und Antworten rund um das Thema Eisfreihalter

6.1. Welchen Eisfreihalter setzt man für kleine Teiche ein?

Eine geringe Wassermenge neigt besonders dazu komplett durchzufrieren, während größere Teiche mit mehreren Kubikmetern Fassungsvermögen unter der Eisdecke bewohnbar bleiben. Bei empfindlicher Flora und Fauna empfiehlt es sich deshalb, bei einem kleinen Teich keinen Eisfreihalter ohne Strom einzusetzen. Um die Eisbildung zu begrenzen, sollte mindestens Luft über eine Pumpe zugeführt werden, wenn nicht sogar eine aktive Erwärmung mit Heizstab notwendig ist.

Tipp: Es gibt zahlreiche Pflanzen- und Fischarten, die unter dem Eis überwintern und sogar kurzzeitig Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aushalten können. Ist es Ihnen nicht möglich, auch in einem harten Winter eine eisfreie Stelle zu garantieren, sind diese eine gute Wahl. Allerdings geht selbst dem robustesten Fisch irgendwann die Luft aus.

6.2. Welchen Eisfreihalter setzt man im Koiteich ein?

Der Eisfreihalter im Gartenteich soll nur verhindern, dass es zu einem kompletten Abschluss der Oberfläche kommt. Ein Koiteich erfordert im Winter deutlich mehr Fürsorge.

Um nichts dem Zufall zu überlassen, sollten Sie bei rauem Klima auf eine Teichheizung und eine Winterabdeckung setzen. So bleibt das Wasser bei moderatem Stromverbrauch in jedem Fall flüssig und die Temperatur in einem gut verträglichen Bereich.