Das Wichtigste in Kürze
  1. Bei einer Rüttelplatte handelt es sich um eine motorbetriebene Baumaschine, mit der Sie den Boden verdichten und begradigen können. Rüttelplatten werden immer dann eingesetzt, wenn Sie einen festen und ebenen Untergrund brauchen, damit Ihr Weg, Ihre Einfahrt oder Ihre Terrasse nicht absacken.
  2. Der Motor einer Rüttelplatte treibt eine, zwei, oder drei Wellen mit Unwuchten an. Die so entstehenden Zentrifugalkräfte sorgen für die Verdichtung des Bodens und die Fortbewegung der Maschine, indem sie die Rüttelplatte kurzzeitig anheben und wieder auf den Boden fallen lassen.
  3. Rüttelplatten laufen selbstständig vorwärts und können daher trotz ihres großen Gewichts von Ihnen problemlos handgeführt werden. Einige Rüttelplatten sind reversierbar. Diese Modelle können sowohl vorwärts als auch rückwärts laufen. Dies vereinfacht die Bedienung noch weiter und ermöglicht das Rangieren auf sehr geringem Raum.

Rüttler, Bodenverdichter

Wenn Sie Ihre Einfahrt neu pflastern, einen Swimmingpool in Ihrem Garten aufstellen oder eine neue Terrasse anlegen möchten, brauchen Sie einen stabilen Untergrund. Mit einer Rüttelplatte können Sie dafür sorgen, dass der Boden eine für Ihre Zwecke ausreichende Dichte erhält. Da Rüttelplatten sich von einer Person bedienen lassen und schnell für exzellente Ergebnisse sorgen, sind sie von Baustellen nicht mehr wegzudenken.

In der Kaufberatung unseres Rüttelplatten-Vergleichs 2020 erfahren Sie, warum Rüttelplatten sehr effektiv den Boden verdichten. Zudem klären wir Sie darüber auf, welche Vorteile eine reversierbare Rüttelplatte bietet und warum Sie zu einem Modell greifen sollten, dessen Lieferumfang eine Gummimatte beinhaltet.

Rüttler-test, Verdichtungsgerät

1. Kaufkriterien für Rüttelplatten: Darauf müssen Sie achten

1.1. Für Heimwerker reicht eine Rüttelplatte mit einem Verdichtungsdruck von 1015 kN

Rüttelmaschinen TÜV-Siegel

Der TÜV hat bereits einige Rüttelplatten-Tests durchgeführt und viele Geräte unter die Lupe genommen. Ein Bodenverdichter-Testsieger wurde nicht gekürt, dennoch gilt ein TÜV-Siegel als ein Qualitätsmerkmal, auf das sich viele Verbraucher verlassen.

Das wichtigste Leistungsmerkmal einer Rüttelplatte ist der Verdichtungsdruck. Dieser gibt an, wie groß der Druck ist, den die Rüttelplatte auf das Erdreich unter ihr ausübt. Der Verdichtungsdruck wird in Kilonewton angegeben und je höher dieser Wert ist, desto größer ist die Leistung der Maschine. Der Verdichtungsdruck hängt vom Gewicht des Geräts und der Leistung des Motors ab.

Verfügt Ihre Rüttelplatte über einen hohen Verdichtungsdruck, verdichtet sie schnell den Boden. Zudem wird der Boden mit steigendem Verdichtungsdruck immer tiefer verdichtet. Rüttelplatten-Tests im Internet zeigen, dass bereits günstige Rüttelplatten mit einem Verdichtungsdruck von 10–15 Kilonewton für Heimwerker ausreichend sind. Marken wie Scheppach, Anmann, Denqbar und Weber bieten Geräte dieser Kategorie an.

Soll Ihre Rüttelplatte Testsieger-Qualitäten aufweisen oder möchten Sie Ihre Vibrationsplatte auf dem Bau nutzen, sollten Sie zu einer Profi-Rüttelplatte greifen, die über eine Leistung von mindestens 20 Kilonewton verfügt. Rüttelplatten dieses Typs sind zwar teurer, können jedoch für nahezu jede Arbeiten genutzt werden.

Folgende Tabelle gibt Ihnen Auskunft darüber, wie viel Leistung für welche Arbeiten notwendig ist:

Verdichtungsdruck Einsatz
10–19 kN
  • Verdichten von Sand und Splitt
  • leichte Gartenarbeiten
20–34 kN
  • Pflasterarbeiten
  • leichte Verdichtungen
ab 35 kN
  • Landschaftsbau
  • Gartenbau
  • mittlere Verdichtungen

1.2. Eine Arbeitsbreite von 45 cm sorgt für schnelle Ergebnisse

Bau-Vibrationsplatte

Aufgrund des schnellen Arbeitstempos gehören Rüttelplatten im Straßenbau zum Inventar.

Die Breite der Platte eines Rüttlers wird als Arbeitsbreite bezeichnet. In der Regel beträgt die Arbeitsbreite einer Rüttelmaschine 30–45 Zentimeter. Für die meisten Arbeiten ist eine möglichst große Arbeitsbreite zu empfehlen, da Sie so eine Fläche in kürzerer Zeit verdichten können.

Wenn Sie beispielsweise eine 10 x 10 Meter große Fläche verdichten wollen, müssen Sie mit einer Arbeitsbreite von 45 Zentimetern 23 Bahnen machen. Beträgt die Arbeitsbreite 35 Zentimeter, sind 29 Bahnen nötig, um die gesamte Fläche zu verdichten.

Rüttelplatten mit einer geringen Arbeitsbreite von weniger als 40 Zentimetern sind jedoch dann praktisch, wenn wenig Platz zur Verfügung steht. Die geringe Breite wirkt sich positiv auf das Gewicht von Rüttelmaschinen dieser Art aus, was die Handhabung erleichtert.

Ist Ihnen eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit wichtig, sollten Sie eine Rüttelplatte kaufen, die über eine Arbeitsbreite von 45 Zentimetern verfügt. Suchen Sie hingegen eine Rüttelmaschine, die auch auf engem Raum leicht zu handhaben ist, empfiehlt Ihnen Vergleich.org eine Rüttelmaschine mit einer Arbeitsbreite von 35 Zentimetern.

1.3. Reversierbarkeit erleichtert die Handhabung Ihrer Rüttelmaschine

bodenverdichter-test

Auch Asphalt lässt sich mit einer Rüttelplatte verdichten

Ein Merkmal, das die besten Rüttelplatten auszeichnet, ist die Reversierbarkeit. Reversierbare Rüttelmaschinen sind sowohl vorwärts- als auch rückwärtslaufend. Nicht-reversierbare Rüttelmaschinen müssen um 180 Grad gedreht werden, um die Richtung zu wechseln. Dies ist bei reversierbaren Rüttelplatten nicht der Fall.

Reversierbarkeit ist besonders dann hilfreich, wenn der Boden in der Nähe von Hindernissen verdichtet werden muss. Diese können die Handhabung nicht-reversierbarer Rüttelplatten erschweren. Ebenfalls hilfreich ist die Reversierbarkeit bei der Arbeit auf schmalen Wegen und abgesenkten Flächen. Arbeiten Sie häufig auf engen Baustellen, sollten Sie eine reversierbare Rüttelplatte kaufen.

Diese Vor- und Nachteile hat eine reversierbare Rüttelplatte gegenüber einer nicht-reversierbaren Rüttelplatte:

    Vorteile
  • bewegt sich sowohl vorwärts- als auch rückwärts
  • sehr wendig
    Nachteile
  • höherer Anschaffungspreis

1.4. Rüttelplatten-Tests im Internet zeigen, dass eine Verdichtungstiefe von 20 Zentimetern für das Anlegen von Wegen reicht

Rüttelplatten verdichten den Boden, in dem sie Luft- und Wassereinschlüsse im Erdreich schließen. Je tiefer diese Einschlüsse im Boden sind, desto mehr Kraft muss auf der Erdoberfläche angewendet werden, um diese zu beseitigen. Hersteller geben in der Regel die maximale Tiefe an, in der eine Rüttelplatte den Boden verdichtet. Dieser Wert wird Verdichtungstiefe genannt.

Kleine Rüttelplatten sorgen für eine Verdichtungstiefe von ca. 20 bis 25 Zentimetern, größere Modelle schaffen einen halben Meter. Rüttelplatten-Tests im Internet zeigen, dass für das Anlegen eines Weges oder einer Einfahrt eine Verdichtungstiefe von 20 Zentimetern ausreicht.

Wenn Sie ein Gartenhaus planen oder das Fundament für eine schwere Konstruktion gießen möchten, sollten Sie zu einer Rüttelplatte greifen, die über eine Verdichtungstiefe von mindestens 50 Zentimetern verfügt. Vergleich.org rät Ihnen jedoch dazu, vorher einen Experten um Rat zu fragen.

1.5. Mit einer zusätzlichen Gummimatte können Sie Pflastersteine und Platten einbauen

Im Lieferumfang vieler Rüttelplatten findet sich eine Gummimatte. Diese kann auf der Unterseite des Bodenverdichters befestigt werden. Die Gummimatte kommt immer dann zum Einsatz, wenn Sie Pflastersteine einbauen und diese festrütteln möchten. Die Gummimatte sorgt dafür, dass die Pflastersteine nicht durch die enorme Kraft der Rüttelmaschine beschädigt werden.

Achten Sie zudem darauf, dass sich keine kleinen Steine oder Kiesel auf den Pflastersteinen befinden, die Sie festrütteln möchten. Diese würden Löcher in die Gummimatten machen und Schäden an den Pflastersteinen hervorrufen. Fegen Sie daher gründlich die neu gepflasterte Fläche, bevor Sie die Rüttelplatte mit Gummimatte einsetzen.

Rüttelplatte elektrisch

2. Lässt sich mit einer Rüttelplatte nahezu jeder Untergrund verdichten?

Das Kernstück einer Rüttelplatte ist eine große und schwere Metallplatte, welche die Unterseite der Rüttelplatte bildet und auf dem zu verdichtenden Boden aufliegt. Auf dieser Platte ist ein Motor befestigt, welcher in der Regel durch Benzin angetrieben wird. Der Motor verfügt über eine oder mehrere Wellen mit Unwuchten. Sobald Sie den Motor starten, hebt dieser die Rüttelplatte um wenige Millimeter an und lässt sich daraufhin wieder mit Wucht fallen.

Dies geschieht pro Minute mehrere Tausend Male. Dadurch wird zum einen der Untergrund verdichtet, da die schwere Rüttelplatte einen hohen Druck auf die unter ihr befindliche Fläche ausübt. Die Zusammensetzung des Untergrundes spielt dabei keine Rolle. Zum anderen sorgt der Motor durch die Unwucht für Vortrieb. Dies hat zur Folge, dass sich Ihr Rüttler ohne Ihr Zutun bewegt, wodurch die Arbeit mit wenig Kraftaufwand verbunden ist. So können Sie auch bequem größere Flächen verdichten, was sich besonders beim Anlegen einer Einfahrt als vorteilhaft erweist.

Wenn Sie ein Bauprojekt realisieren möchten, in dessen Rahmen der Boden verdichtet werden muss, empfiehlt Ihnen Vergleich.org eine Rüttelplatte. Diese Motor-Bodenverdichter lassen sich einfach bedienen und verfügen häufig über ausreichend Leistung, um den Boden in eine Tiefe von mehr als 30 Zentimetern zu verdichten. Zudem ist das Arbeiten mit einer Rüttelplatte sehr effizient, wodurch Sie im Vergleich zu anderen Methoden viel Zeit sparen.

Rüttelplatte Test

3. Bestechen die besten Rüttelplatten durch Tempo und Wendigkeit?

profi-ruettelplatte

Im Gegensatz zu einer Walze ist eine Rüttelplatte sehr wendig.

Es gibt viele verschiedene Boden-Verdichter. Besonders verbreitet sind Walzen und handbetriebene Bodenstampfer. Walzen sind sehr unhandlich. Zudem sind sie aufgrund des hohen Gewichts nicht besonders wendig und für kleinere Arbeiten ungeeignet. Auch der Transport gestaltet sich schwierig. Handstampfer sind hingegen relativ leicht und überall einsetzbar, allerdings ist die Arbeit sehr anstrengend und das Arbeitstempo ist sehr gering.

Rüttelplatten verfügen über die Vorteile beider Bodenverdichter, ohne jedoch deren Nachteile aufzuweisen. So sind Flächenrüttler einfach zu bedienen. Sie sind ausreichend wendig, um auch auf engem Raum zum Einsatz zu kommen, wie beispielsweise im Garten. Weiterhin ist aufgrund des Vortriebs Arbeit in einem hohen Tempo möglich. Dank des Motors verfügen bereits kleine Rüttelplatten über relativ viel Leistung.

Ruettelplatte Heimwerker

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Rüttelplatte

4.1. Wie wird eine Rüttelmaschine transportiert?

Rüttelplatten verfügen aufgrund ihrer Konstruktionsweise über ein relativ hohes Gewicht. Selbst die kleineren Geräte bringen 70 Kilogramm auf die Waage. Größere Rüttler wiegen häufig mehr als 100 Kilogramm. Aufgrund des Motors spielt das Gewicht bei der Arbeit keine Rolle, für den Transport kann der Motor jedoch nicht genutzt werden.

Die Hersteller – wie beispielsweise Weber und Lumag – statten daher ihre Rüttelplatten mit einer Fahrvorrichtung aus. Dabei handelt es sich um ein Rad, das unter die Rüttelplatte geklappt werden kann. Ist dieses Rad ausgeklappt, lässt sich der Rüttler wie eine Schubkarre bewegen und kann so von einer Person transportiert werden.

4.2. Was für Antriebsarten gibt es?

Rüttelplatten werden in der Regel mit einem Benzinmotor angetrieben. Dieser Antrieb ist verlässlich und der Treibstoff kann problemlos bezogen werden. Größere Bau-Vibrationsplatten verfügen häufig über einen Dieselmotor.

Mittlerweile gibt es sogar erste Rüttelplatten mit Elektroantrieb. Elektrische Rüttelplatten haben den Vorteil, dass der Motor keinen Lärm macht und der Betrieb leiser ist als mit anderen Antriebsarten. Zudem muss der Kraftstoff nicht gelagert werden.

Dennoch sollten Sie bei der Nutzung einer Rüttelplatte immer einen Gehörschutz tragen. Die Stiftung Warentest weist auf der Internetseite ihres Gehörschutztests darauf hin, dass bereits Geräusche mit 86 dB das Gehör dauerhaft schädigen können. Diese Werte werden von Rüttelplatten überschritten. Im Gehörschutz-Vergleich von Vergleich.org finden Sie einen passenden Hörschutz.

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