Das Wichtigste in Kürze
  • Kokosblütenzucker gilt als gesunder Zuckerersatz, aufgrund seines niedrigen glykämischen Indexes. Daher soll diese Zuckeralternative auch für Diabetiker geeignet sein.
  • Der Kokoszucker wird aus den Blüten der Kokospalme gewonnen. Dafür wird der Saft der Blüten gesammelt und eingekocht. Den Zuckerersatz von der Kokos können Sie als Sirup oder in fester Form als Granulat erwerben.
  • Viele Produkte sind als Bio-Produkt zertifiziert und stammen aus fairem Handel. Um bei uns in den Läden zu landen, muss er aber auch einen langen Transportweg aus Asien hinter sich bringen.

Kokosblütenzucker Test

Süße Desserts, ein Stück Kuchen oder nur eine kleine Süßigkeit verkneifen sich viele im Hinblick auf die eigene Gesundheit und um überschüssigen Kalorien zu entgehen. Kokoszucker verspricht Schlemmen ohne schlechtes Gewissen: Der Ersatz zu herkömmlichen Zucker gilt als besonders gesund. Durch einen niedrigeren glykämischen Index wird ihm nachgesagt, dass es länger dauert, bis der Blutzuckerspiegel steigt. Das verhindert weitere Heißhungerattacken.

In unserem Kokosblütenzucker-Vergleich 2020 sagen wir Ihnen nicht nur, ob diese Annahmen richtig sind. Wenn Sie von der Zuckeralternative überzeugt sind, geben wir Ihnen auch eine ausführliche Kaufberatung, damit Sie den für sich besten Kokosblütenzucker finden können.

1. Kaufkriterien für Kokosblütenzucker im Test: Worauf ist zu achten?

1.1. Form: Kokosblütenzucker oder Kokosblütensirup?

KokospalmeKokosblütensirup entsteht beim Einkochen des Safts aus der Palmblüte. Der Saft dickt ein und wird so zu einem Sirup, der dann abgefüllt werden kann. Für den Zucker wird der Sirup dann noch weiter eingedickt, sodass Zuckerblöcke entstehen, Jaggery genannt, die dann zu Kokoszucker-Granulat zermahlen werden.

Kokosblütensirup hat den Vorteil, dass man ihn auch einfach zum Süßen bereits fertiger Gerichte wie Pancakes nutzen kann. Zum Backen eignet sich kristallisierter Kokoszucker. Die Mengenangaben zu dem herkömmlichen Zucker können dabei direkt auf den Kokosblütenzucker übertragen werden.

Vorteil von Kokosblütensirup gegenüber dem kristallinen Zucker, sehen Sie hier noch einmal im Überblick:

  • vielseitig einsetzbar, auch zum Süßen fertiger Gerichte
  • löst sich in Flüssigkeit besser auf
  • intensiverer Geschmack
  • oft teurer in der Anschaffung
  • beim Backen schwieriger zu dosieren

1.2. Bio, Fair Trade, Nachhaltigkeit: Palmzucker wird biologisch hergestellt, muss aber weite Wege zurücklegen

Fakten-Check

Wir erklären Ihnen hier in Kürze, welche Mythen rund um den Kokoszucker wahr sind und welche nicht:

Kalorienarm: Nein, Kokosblütenzucker hat nicht viel weniger Kalorien als herkömmlicher Haushaltszucker.
für Diabetiker: Nein, Kokosblütenzucker unterscheidet sich kaum von herkömmlichem Zucker, gesunder Zuckerersatz ist hier Stevia oder Erythrit.
bei Fruktoseintoleranz: Ja, Kokosblütenzucker eignet sich bei Fruktoseintoleranz als Süßungsmittel.
Kokos-Geschmack: Nein, der Kokoszucker hat gar keinen typischen Kokosgeschmack, sondern erinnert eher an Karamell.

Hersteller müssen verschiedene Auflagen erfüllen, um Ihre Produkte als bio zertifizieren zu lassen. Dazu zählt der nachhaltige Anbau, ohne die Verwendung von chemischen Mitteln. Viele Zuckeralternativen wie Stevia oder Xylit können daher nicht als Bio-Produkt angeboten werden, weil sie chemisch gewonnen wurden.

Fair Trade, also fairer Handel, bezeichnet das Abkommen zwischen Produzenten und dem Handel, das einen Mindestpreis für die Erzeugnisse regelt. So werden faire Bezahlungen für die Bauern garantiert. Produkte, die fair gehandelt sind, erhalten ein entsprechendes Siegel.

Bei Kokoszucker handelt es sich in vielen Fällen um Bio-Produkte mit Fair-Trade-Siegel. Trotzdem sollten Sie nicht außer Acht lassen, dass Kokoszucker aus Asien importiert werden muss und damit einen besonders weiten Transportweg hat. Möchten Sie also auf eine nachhaltige, umweltschonende Ernährung achten, empfehlen wir Ihnen regionale Produkte, wie z.B. Honig oder aber kalorienarmer Erythrit aus biologisch angebauten Pilzen aus Europa.

Fair Trade Prüfsiegel

1.3. Marken und Hersteller

Die Hersteller Lotao und Tropicai haben sich auf die Entwicklung und Produktion von Produkten aus der Kokosnuss und der Kokospalme spezialisiert. Neben Kokosblütenzucker umfasst das Angebot daher auch Kokosmehl, Kokosmus und Kokoswasser.

Die meisten Hersteller stammen aus der Kategorie der Biomarken. Darunter fallen z.B. auch Alnatura, Biohelden und Rapunzel. Einen Überblick über Marken, unter denen Kokosblütenzucker angeboten wird, sehen Sie hier:

  • Alnatura
  • Biohelden
  • borchers
  • Dr. Georg
  • Kräuterladen
  • Lotao
  • Rapunzel
  • Seitenbacher
  • Sevenhills
  • Tropicai
  • Veganz
  • Wohltuer

2. Welche Arten von Süßungsmitteln gibt es?

Typ Gewinnung Charakteristika
Haushaltszucker Zuckerrüben

Zuckerrübe

Auch Saccharose, ist der bekannte weiße Zucker, der üblicherweise aus Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Zuckerpalmen hergestellt wird.

Auch Rohrzucker zählt zum Haushaltszucker, da hierfür Saccharose lediglich eingefärbt wird.

glykämischer Index: 59

Vollzucker Zuckerrohr

Zuckerrohr

Vollzucker oder Vollrohrzucker wird auf Zuckerrohr hergestellt, aber lediglich eingedickt und später zerkleinert. Somit ist die Zuckersorte unraffiniert und gilt damit als reich an Mineralstoffen.

glykämischer Index: 68

Honig Bienen

Bienen

Seit Jahrtausenden wird Honig als Süßungsmittel verwendet. Er gilt als gesunder Zucker, weil Honig entzündungshemmend wirkt. Dadurch hilft Tee mit Honig auch besonders gut bei Erkältungen. Als tierisches Erzeugnis ist es nicht vegan.

glykämischer Index: 55

Agavendicksaft Agaven

Agaven

Auch Agavensirup gilt als vegane Alternative zu Honig. Als Süßungsmittel hat er den Vorteil, dass der Sirup keinen starken Eigengeschmack hat. Allerdings enthält er einen hohen Anteil an Fruktose.

glykämischer Index: 30

Ahornsirup Ahorn

Ahorn

Ahornsirup ist vor allem in den Ursprungsländern Kanada und den USA ein beliebtes Süßungsmittel. Es hat neben seiner süße einen sehr leichten, herben Geschmack.

glykämischer Index: 65

Stevia Stevia

Stevia

Auch wenn der Zuckerersatz aus der Stevia-Pflanze gewonnen wird, handelt es sich bei den Produkten um chemische Erzeugnisse. Deshalb ist Stevia auch nicht als Bioprodukt erhältlich.

glykämischer Index: 0

Erythrit Pilze

Pilze

Erythrit, auch Xucker light genannt, kommt in natürlicher Form nur sehr gering in Lebensmitteln wie Trauben und Käse vor. Für die Industrie wird er aus schnell wachsenden Pilzen gewonnen.

Es schmeckt weniger süß als herkömmlicher Zucker und daher auf 100 g Zucker 125 g Erythrit kommt.

glykämischer Index: 0

Xylit Gemüse, Hölzer, etc.

Blumenkohl

Xylit kommt in natürlicher Form in verschiedenen Gemüsesorten und Harthölzern vor. Aber auch hier wird er industriell mithilfe von Schwefelsäuren und Natron gewonnen.

glykämischer Index: 7

Der glykämische Index gibt an, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr ansteigt. Der Wert lässt sich nur sehr umständlich in teuren Studien ermitteln und ist daher nicht unumstritten, wie Sie auch hier in einem Beitrag des UGB nachlesen können. Bei vielen Werten handelt es sich eher um Schätzwerte, die noch nicht stichhaltig nachgewiesen werden konnten. Auch der glykämische Index von Kokosblütenzucker, der 35 beträgt, wurde erst in wenigen Studien bestätigt.

Zucker-Arten

3. Fragen und Antworten rund um Kokosblütenzucker

  • 3.1. Wie gesund ist Kokosblütenzucker?

    Kokosnussblütenzucker ist nur bedingt als gesündere Alternative zu herkömmlichen Zucker zu empfehlen. Denn zu circa 90 % besteht auch der Palmzucker aus Saccharose, also dem herkömmlichen Haushaltszucker. Auch für Diabetiker ist Kokosblütenzucker daher nur bedingt als gesündere Alternative zu empfehlen.
  • 3.2. Wie wird Kokosblütenzucker hergestellt?

    KokospalmenDie Zuckerbauern klettern auf die 20 bis 25 Meter hohen Kokospalmen und stechen dort die Blüten der Pflanze auf. Daher wird der Kokoszucker auch öfter als Palmzucker bezeichnet. Der austretende Kokossaft wird gesammelt und anschließend über dem Feuer mehrere Stunden erhitzt. Die eingekochten Blöcke werden Jaggery genannt, die dann per Hand von den Bauern zerkleinert und gesiebt werden.
  • 3.3. Wie verwende ich Kokosblütenzucker?

    Sie können Kokosnusszucker wunderbar als Ersatz zu Haushaltszucker in süßen Speisen und Getränken verwenden. Viele mögen den Zuckerersatz wegen seiner besonderes, karamelligen Note. Wir haben hier einige Vorschläge für Sie:

    • Pancakes können mit dem Sirup gesüßt werden oder Sie zerkleinern den festen Pulver im Mixer zu Puderzucker und streuen ihn darüber
    • Kaffee können Sie mit ein wenig Kokoszucker süßen, die Karamell-Note rundet den Geschmack besonders ab
    • vor allem Apfelkuchen lässt sich gut mit Kokosblütenzucker backen, weil die Geschmäcker sehr gut harmonieren

    Hier finden Sie einige Rezepte mit Kokosblütenzucker.

  • 3.4. Wie viel Kokosblütenzucker statt Zucker?

    Kokosnussblütenzucker ersetzt den herkömmlichen Zucker eins zu eins. Er ähnelt herkömmlichem Zucker von der Süße her und verleiht den Gerichten und Backwaren zudem eine leichte Karamellnote.
  • 3.5. Wo bekomme ich Kokosblütenzucker?

    Kokosblütenzucker kaufen Sie stationär in Bioläden und gut sortierten Supermärkten. Auch Drogerien wie dm und Rossmann bieten mittlerweile unter ihren Eigenmarken günstigen Kokosblütenzucker an.
  • 3.6. Hat die Stiftung Warentest einen Test von Kokosblütenzucker durchgeführt?

    Das Institut hat bisher noch keinen Test zu Kokosblütenzucker durchgeführt und noch keinen Kokosblütenzucker-Testsieger ermittelt. In einem Artikel vom 16.11.2015 hat sich die Stiftung Warentest aber mit Zuckeralternativen allgemein beschäftigt. Zusammengefasst: Zucker ist in hohen Mengen ungesund und Zuckeralternativen ebenso. Auch Süßungsmittel mit wenig Kalorien helfen nicht beim Abnehmen, denn sie lösen Heißhunger aus.