Das Wichtigste in Kürze
  • In einem gut geschichteten Hochbeet entstehen durch die natürlichen Zersetzungsprozesse Wärme und Nährstoffe. So wird das Wachstum der Pflanzen gefördert und beschleunigt.
  • Die erhöhte Position ermöglicht rückenschonende Gartenarbeit, unabhängig davon, womit Sie das Hochbeet bepflanzen. Blumen werden ansprechender präsentiert und Kräuter in angenehmer Höhe geerntet.
  • Weil Wasser stets abfließen kann, ist Staunässe auch in feuchten Sommern kein Problem. Die hohen Seitenwände, ein Schneckenzaun und Maschendraht am Boden verhindern zudem Schädlingsbefall.

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Auch in der Stadt, auf dem Balkon oder der Terrasse gelingt das Anlegen eines ertragreichen Gartens. Dafür braucht es nur ein wenig Fläche, ein Gefäß für eine ausreichend hohe Schicht Erde, Kompost und sogar Gartenabfälle – mit anderen Worten: ein Hochbeet.

Im Garten ist das Hochbeet der perfekte Platz für ein Frühbeet. Hier gedeiht Gemüse, dem es im Frühjahr eigentlich noch zu kalt wäre oder das am Boden allzu schnell den Schnecken zum Opfer fiele. Welche Schritte beim korrekten Befüllen des Hochbeets zu beachten sind und welcher Typ sich am besten für “Urban Gardening“ eignet, erfahren Sie in unserem Hochbeet-Vergleich 2020.

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1. Ist das Hochbeet ein Hochleistungsgarten?

Kompostierung

Bei dem auch “Rotte“ genannten Prozess der Zersetzung von beispielsweise Gartenabfällen nutzen Mikroorganismen nur ein Fünftel der dabei frei werdenden Energie. Der Rest wird zu Wärme umgewandelt, die im Hochbeet im noch kalten Frühjahr für ein schnelles Wachstum sorgt.

Auf einem Komposthaufen lässt sich schön beobachten, dass der Schnee im Frühling genau hier eher schmilzt als auf der Wiese daneben. Wird er mit guter Muttererde abgedeckt, lässt sich der Effekt in Form eines Hügelbeetes ausnutzen, um ein einfaches Frühbeet zu erhalten.

Nur konsequent erscheint, dass sich unter Zuhilfenahme stabiler Seitenwände und damit einer noch besseren Konzentration der Wärme, die beim Verrotten entsteht, die Hochbeetanlage entwickelte. Gleichzeitig werden Nährstoffe freigesetzt, die über die Wurzeln zu den Gemüsepflanzen und Blumen gelangen.

Das Hochbeet findet auf dem Balkon seinen Platz, auf asphaltierten Flächen in der Stadt und natürlich im eigenen Garten. Durch die optimalen Bedingungen gedeihen auch mediterrane Pflanzenarten, Gemüse wird in dem Beet früher reif und Blumen blühen schneller.

Fazit: Mit dem Hochbeet gelingt der Gartenbau nahezu überall. Dabei sorgt die erhöhte Position nicht nur für die gute Nährstoffversorgung und verhindert Nässestau. Das Arbeiten wird durch die Höhe erleichtert, Schädlinge müssen sie ebenfalls überwinden und Unkräuter, die sich zumeist am Boden vermehren, gelangen nur schwer hinein.

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2. Welche Arten von Hochbeeten gibt es für den Balkon mit Bewässerung?

Zu den verschiedenen Aufstellplätzen wie Terrasse, Garten oder Balkon gibt es sehr unterschiedliche Typen von Aufbauten, die in einem Hochbeet-Test nur schwer vergleichbaren Kriterien gerecht werden müssen.

Kategorie Eigenschaften
Tischbeet
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+ vielseitiger Blumenkasten mit Beinen
+ optimales Hochbeet für den Balkon
+ wenig Platzbedarf und leicht zu bewegen
+ mit Bewässerungssystem zur einfachen Pflege
- kein Platz für die Kompostierung
klassisches Hochbeet
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+ in der Regel ein Hochbeet-Bausatz mit Anleitung
+ sehr einfacher Aufbau
+ meist vergleichsweise preiswert
+ großes Fassungsvermögen für hohe Anbaumengen und Erdschichtung
- viel Platzbedarf
- benötigt Erdboden darunter
- späteres Umsetzen nahezu ausgeschlossen
variable Hochbeetanlage
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+ bietet mehrere Segmente und Erweiterungsmöglichkeiten
+ Anbau verschiedenster Pflanzen nebeneinander
+ mit Bewässerung zur einfachen Pflege
+ ohne Kontakt zu Erde am Boden auch für Terrasse und Balkon geeignet
- meist teuer
- trotz hohem Platzbedarf weniger ertragreich als durchgehendes Hochbeet
Das Gemeinsame überwiegt: Ob Hochbeet mit Wänden aus Gabione oder Beetanlage auf Rollen mit integrierter Wasserversorgung: Alle erleichtern den Zugang zu den Pflanzen, schützen vor Unkraut sowie Schädlingen und fördern ein besseres Pflanzenwachstum.
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In Hüfthöhe gelingt die Arbeit zwischen Blumen und Kräuter wesentlich entspannter.

Die kleinen Hochbeete aus Kunststoff oder Holz sind vor allem eine Ergänzung für Ihre Pflanzen auf dem Balkon. Sie bieten genug Platz für ein paar Kräuter oder einzelne Tomatenpflanzen. Der Bedarf an Erde bleibt meist unter 100 Litern, sodass die Beete weiterhin verschoben und bewegt werden können. Außerdem lässt sich eine solche Menge Erde problemlos im Baumarkt kaufen und in die Wohnung transportieren.

Ein besonders günstiges Hochbeet besteht unabhängig vom Material in der Regel nur aus einer Verschalung. Hier besteht ein Austausch von Wasser und Nährstoffen mit dem Erdboden. Das große Fassungsvermögen erlaubt eine intensive Nutzung und die parallele Kompostierung, aber der Standort ist festgelegt.

Bei den Beetanlagen können Sie den Platz zum Aufstellen relativ frei wählen. Es wird viel Erde benötigt, um auf engstem Raum unterschiedliche Pflanzen optimal gedeihen zu lassen. So lässt sich zum Beispiel auf einem Dach in der Stadt ein kompletter Garten auf wenigen Quadratmetern anlegen.

Außerdem gibt es Beete, die modular aufgebaut sind und sich relativ einfach erweitern und vergrößern lassen. Die Hochbeete von Juwel zum Beispiel verfügen über zahlreiche Extras und können aus unterschiedlich großen Elementen zusammengesteckt werden.

Tipp: Beim fehlenden Kontakt zu Erdboden empfehlen wir von Vergleich.org den Einsatz eines Bewässerungssystems, das nicht selten zumindest als optionales Zubehör verfügbar ist. So überstehen Ihre Pflanzen auch im Sommer eine Trockenperiode oder Ihre Abwesenheit im Urlaub. Überlaufendes Wasser bei starkem Regen kann außerdem aufgefangen und wieder für die Düngung eingesetzt werden, da sich darin viele Nährstoffe sammeln.

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3. Kaufberatung zu den Details eines Hochbeet-Tests

3.1. Kunststoff ist leicht und Stein hält ewig

Das beste Hochbeet lässt sich an der Beschaffenheit der Außenwand nicht festmachen, da jede Variante bestimmte Vorzüge aufweist.

Das Hochbeet aus Kunststoff ist besonders leicht, witterungsbeständig und wasserfest. Kunststoff kann aber verfärben und wird mit den Jahren brüchig. Die gute Formbarkeit zeigt jedoch am Beispiel der Hochbeete von Juwel, dass diese Variante sehr vielseitig ist. Meist sind Bewässerungssysteme integriert und Abdeckungen oder zusätzliche Kästen lassen sich anstecken. Damit steigt aber auch der Preis für das eigentlich günstige Material.

Hochbeete aus Holz sind sozusagen die Standardausführung. Ein einfacher Kasten, ausgeschlagen mit der geeigneten Folie für das Hochbeet und einem Drahtgitter für den Untergrund, ist schnell konstruiert. Die optische Gestaltung ist besonders vielfältig. Ein Hochbeet aus Paletten wäre ein interessantes Beispiel, wobei allein mit der Wetterschutzbehandlung viele Möglichkeiten in der Farbgebung geboten werden.

Tipp: Entscheiden Sie sich für Lärchenholz, wenn Sie ganz auf eine Behandlung verzichten und trotzdem eine lange Haltbarkeit erreichen wollen. Es besitzt einen natürlichen Verwitterungsschutz.

Metall-Hochbeete sind besonders robust und nahezu unverwüstlich. Verzinktes Stahlblech kann mit der Zeit noch rosten, bei behandeltem Aluminium ist es dagegen im Grunde ausgeschlossen. Achten Sie aber auf stabile Eckverbindungen und die Lamellenform der Seitenflächen für eine hohe Steifigkeit der Außenwände.

Hochbeete aus Gabione sind vor allem Geschmackssache. Das Gesamtgewicht mit Erde und Steinen geht schnell über eine Tonne hinaus, dafür haben Sie ein stabiles und sehr massives Hochbeet im Garten. Für den Aufbau wird aber die Lieferung der passenden Steine notwendig werden. Das Gleiche gilt natürlich, wenn Sie sich ein Hochbeet selbst mauern wollen.

3.2. Die Maße bestimmen Vielfalt und Menge

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Im Frühsommer wachsen Salat und Radieschen. Danach kann die Blumenpracht von Lupinen für neue Nährstoffe und Farbe im Hochbeet sorgen.

Die Breite (in cm) und die Nutzfläche insgesamt entscheiden darüber, wie viele Gemüsesorten Platz finden und wie ertragreich die Ernte überhaupt ausfallen wird. Mit einem Quadratmeter steht Ihnen zum Beispiel schon ausreichend Platz für sechs kleine Tomatenpflanzen zur Verfügung.

Wollen Sie Ihren Balkon für das Hochbeet nutzen, wird allerdings eher dessen Größe über die Abmessungen Ihres Beetes entscheiden, damit Sie sich weiterhin frei bewegen können.

Das Volumen (in l) hängt in der Regel von der Form Ihres Hochbeetes ab. Soll das Hochbeet für eine schichtweise Befüllung geeignet sein, werden Sie mit mindestens 500 l kalkulieren müssen. Kleine Hochbeete für Terrasse und Balkon, die ausschließlich mit Pflanzenerde gefüllt werden, kommen teils schon mit 100 Litern aus.

Gar nicht so einheitlich fällt in Hochbeet-Tests die Höhe (in cm) aus. Dennoch lässt sich feststellen, dass das typische Hochbeet zwischen 70 und 90 cm hoch ist, was ungefähr der Höhe eines Tisches beziehungsweise der Arbeitsfläche in der Küche entspricht. Diese Höhe eignet sich sehr gut für bequemes Arbeit an und zwischen den Pflanzen.

Tipp: Soll das Hochbeet für Kinder ebenfalls gut zugänglich sein, darf die Höhe natürlich geringer ausfallen. Etwa 40 cm sind in diesem Fall vollkommen ausreichend.

3.3. Die richtige Marke

Weil die Suche nach einem Hochbeet-Testsieger bei Stiftung Warentest leider nur zu einem allgemeinen Tipp für Gartenpflege führt, kann die Orientierung an bekannten Herstellern bei der richtigen Auswahl durchaus hilfreich sein. Es finden sich einige renommierte Namen, die neben Hochbeeten auch viele andere nützliche Garten-Utensilien anbieten:

  • Dobar
  • Forest-Style
  • Habau
  • Juwel
  • Gabiona
  • Karibu
  • vidaXL
  • Vitavia
  • Keter
  • Blumfeldt
  • Bellissa

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4. Was sind die besten Tipps zur Erde und zum Bepflanzen?

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Frisch geerntete Kräuter verfeinern jedes Gericht und wachsen im Hochbeet schnell nach.

Das Hochbeet zu kaufen, ist nur der erste kleine Schritt. Die Version für den Balkon wird mit der passenden Erde gefüllt und das Bewässerungssystem in Gang gesetzt.

Beim Hochbeet aus Holz inkl. Folie und Drahtgeflecht, aber auch bei der Variante aus Stein oder Metall in großem Format, bedarf es für das Befüllen des Hochbeets einer kurzen Anleitung.

Auf den Boden gehört das Geflecht, das insbesondere vor Wühlmäusen schützt. Zum Schutz der Holzplanken vor feuchter Erde wird die beiliegende Folie an den Innenseiten angebracht. Bei rostfreiem Blech und Stein bedarf es nur des Schädlingsschutzes.

Anschließend kommt eine knapp 30 cm dicke Schicht Holzschnitt, wahlweise mit Hornspänen oder Kalk, hinein. Darüber werden Grüngut, Blätter und feiner Verschnitt geschichtet. Alles sollte schön verdichtet werden.

Es folgt halbfertiger Gartenkompost oder wahlweise auch Mist. Auch diese Schicht sollte wiederum knapp 25 bis 30 cm dick sein. Zu guter Letzt folgt die Pflanzenerde, mit der das Hochbeet aufgefüllt wird. Nach dessen Höhe richtet sich auch die jeweilige Schichtdicke, sodass jede Ebene ungefähr gleich hoch ausfällt.

Im Anschluss kann mit dem Bepflanzen des Hochbeetes begonnen werden.

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5. Fragen und Antworten zu Hochbeeten

5.1. Wie lege ich ein Hochbeet an?

Hierbei kommt es auf Ihr Vorhaben an. Bepflanzen können Sie das Hochbeet typischerweise mit Gemüse, Kräutern, Blumen oder Gräsern. Ein Hochbeet mit mehreren Pflanzkübeln kann auch in verschiedene Abschnitte gegliedert werden. Im Baumarkt finden Sie dazu passende Erden, um das Wachstum optimal zu unterstützen.

  • Kiesbeet: für Gräser und Stauden als pflegeleichter Blickfang
  • Gemüsebeet: Tomaten, Basilikum und Salat für frische Zutaten vom Balkon
  • Blumenbeet: kombiniert farbliche Bepflanzung Ihrer Wahl und immergrüne Bodendecker
  • Kräuterbeet: Gewürz- und Kräuterpflanzen für die Küche und besonderen Duft

Tipp: Wir von Vergleich.org empfehlen einen Blick in die Ratgeberseiten von ÖKO-TEST. Hier werden regelmäßig Sorten von Erde auf Naturbelassenheit und stimmige Deklaration hin untersucht.

5.2. Wie baut man ein Hochbeet?

Neben dem Hochbeet-Bausatz, der schon alle Teile beinhaltet, können Sie das Hochbeet auch selber bauen. Als einfache, aber nicht ganz so beständige Version bietet sich eine Holzkonstruktion an. Haben Sie den Platz und scheuen den Aufwand nicht, können Sie das Hochbeet auch aus Steinen bauen.

Wichtig ist zudem ein Drahtgeflecht, das den Boden bedeckt. Bei einem Hochbeet aus Holz benötigen Sie eine schützende Folie, damit die Latten vor der feuchten Erde geschützt sind. Achten Sie beim Aufbauen des Hochbeets am besten direkt darauf, dass Sie eine Verankerung für eine schützende Abdeckung anbringen. So können Sie es mühelos auch als Frühbeet benutzen.

Tipp: Wenn Sie ein Hochbeet selber bauen wollen, empfehlen wir von Vergleich.org die Anschaffung eines schlichten Komposters als Grundgerüst für Ihr Hochbeet aus Holz. Der ist oftmals preiswert, alle Bretter haben bereits die korrekte Länge und Sie müssen nur die typischen Elemente wie Folie und Schädlingsschutz hinzunehmen.