
Das sagenumwobene Lexikon aus den Tiefen des Vergleich.org-Archivs birgt manches Geheimnis um Optik und Ballistik.
Nicht jeder weiß mit den Begriffen Parallaxe, Klickwert oder Prellschlag etwas anzufangen. Und selbst die alten Hasen rätseln manchmal herum, wie genau sich ein bestimmter Wert errechnet. Damit Sie vor Ihren Schützenfreunden nicht in Verlegenheit geraten, haben wir die wichtigsten Begriffe kurz zusammengefasst.
Nicht alle davon tauchen in der Produkt-Tabelle von unserem Zielfernrohr Vergleich auf, denn nicht alle von ihnen sind für alle Nutzer gleichermaßen interessant. Trotzdem kann es sein, dass Sie über den einen oder anderen Begriff stolpern, während Sie das beste Zielfernrohr suchen.
Absehen, das
Das Absehen beim Zielfernrohr bezeichnet das Fadenkreuz, welches dem Schützen hilft, sein Ziel ins Visier zu nehmen. Bei Zielfernrohren für Hobbyschützen ist das Absehen meist schlicht gehalten. Scharfschützen, die über weit höhere Distanzen schießen, können auch mit zusätzlichen Markierungen etwas anfangen. Beispielsweise lässt sich mithilfe zweier Linien feststellen, wie viele hundert Meter eine Person vom Schützen entfernt ist.

Ein Mil-Dot Absehen mit den typischen Messpunkten.
Die geläufigen Fadenkreuze sind durchnummeriert. Spricht man also von „Absehen 1“ oder „Absehen 6“, ist eine bestimmte Grafik gemeint. Die Unterschiede liegen hauptsächlich darin, wie viele Linien abgebildet sind, ob sie sich in der Mitte treffen (dort sind sie in der Regel dünner gezeichnet), oder ob ein Punkt bzw. ein kleiner Kreis das Ziel hervorhebt.
Beim MilDot-Absehen markieren mehrere kleine Punkte den Winkel, welchen der Schütze betrachtet. Das Zielfernrohr mit Entfernungsmesser erleichtert es, den Abstand zu einer anderen Person einzuschätzen. Ist das Ziel 100 Meter weit entfernt, liegen zwischen jedem dieser Punkte 10 Zentimeter.
Manche Schützen stören sich daran, dass das Absehen ihr Ziel zu sehr verdeckt. Für welches Absehen im Zielfernrohr man sich entscheidet, bleibt letztlich eine Frage des Verwendungszwecks sowie des persönlichen Geschmacks.
Augenabstand, der
Der Augenabstand bezeichnet in diesem Falle nicht etwa den Abstand zwischen dem linken und dem rechten Auge, sondern den Abstand des Auges zum Zielfernrohr. Empfehlenswert sind etwa acht Zentimeter. Ansonsten kann der Rückstoß das Gewehr schmerzhaft gegen das Gesicht schleudern.

Darf in keinem Zielfernrohr-Test fehlen: ein hübsches Etui – dieses schützt Ihre Brille, wenn Sie diese während des Anvisierens abnehmen.
Dioptrienausgleich, der
Zielfernrohre mit Dioptrienkorrektur können Brillenträger beim Anvisieren unterstützen. Trotzdem sollten Sie bei Weitsichtigkeit die Brille aufgesetzt lassen. Dasselbe gilt im Falle einer Hornhautverkrümmung.
Klickwert, der
Der Klickwert beschreibt, wie Sie Ihr Zielfernrohr einstellen müssen, damit Ziele in kurzer oder weiter Distanz getroffen werden können. Vor allem für Sportschützen kann das sehr relevant sein. Hintergrund ist die Ballistik, also die Flugbahn-Berechnung. Wenn Sie mit Ihrer Waffe schräg in den Himmel schießen, fliegt die Kugel bekanntermaßen nicht ins Weltall, sondern wird von der Schwerkraft auf den Erdboden zurückgezogen. Wie schnell das passiert, hängt von der Waffe und der Munition ab. In der Verpackung finden Sie alle entsprechenden Informationen, damit Sie wissen, wie viele Zentimeter zu tief die Kugel bei 50, 100, 200 oder 300 Metern einschlagen wird.
Das Zielfernrohr lässt sich so einstellen, dass es diesen Abfall der Kugel „vorhersieht“. Es blickt absichtlich einige Zentimeter zu tief. Wenn Sie aber plötzlich ein 200 Meter statt eines 50 Meter Ziels anvisieren, brauchen Sie den Klickwert. Er verrät, wie weit (um wie viele hörbare „Klicks“) Sie das Rad pro 100 Meter Entfernung drehen müssen, um das neue Ziel gut zu treffen. Natürlich können Sie auch auf gut Glück drauflos drehen, aber dann wird das Einstellen am Zielfernrohr eine ganze Weile dauern.
Einige Schützen ziehen in Betracht, ein Zielfernrohr gebraucht zu kaufen. Gebrauchte Zielfernrohre können allerdings Beschädigungen in der Optik aufweisen, die von außen nicht erkennbar sind.
Parallaxe, die; parallaxefrei
Als Parallaxe wird die optische Illusion bezeichnet, dass ein Objekt sich scheinbar bewegt, wenn der Betrachter seine Position verändert. Ein einfaches Beispiel, das jeder nachvollziehen kann, ist das des Daumens: Heben Sie Ihren Arm, strecken Sie den Daumen nach oben und visieren Sie ein beliebiges Objekt in einiger Entfernung an, z. B. die Blumenvase Ihrer Mutter. Schließen Sie abwechselnd mal das linke, mal das rechte Auge. Der Daumen springt auf dem Hintergrund hin und her. Dies scheint so, da Sie ihn aus verschiedenen Positionen betrachten: Mal aus der Ihres linken Auges, mal aus der Ihres rechten Auges. Führen Sie diesen Gedanken noch etwas weiter, indem Sie sich vorstellen, dass der Daumen Ihr Zielfernrohr wäre. Mal treffen Sie die Blumenvase, mal geht der Schuss ins Aus. Und je weiter die Blumenvase entfernt ist, desto fehleranfälliger wird ihre Daumen-Pistole – ganz zur Freude Ihrer Mutter, die ihre Vase gern noch ein bisschen behalten möchte, aber auch zum Spott Ihrer Jagdfreunde, wenn der Fuchs mal wieder entwischt.
Eine Parallaxe beim Zielfernrohr ergibt sich leicht, wenn der Schütze sein Ziel schräg anvisieren muss. Im Fachjargon spricht man auch vom Verkanten des Gewehrs. Je nach Gelände kann ein Jäger darauf angewiesen sein, um überhaupt einen Schuss abgeben zu können. Zielfernrohre, die bei hohen Distanzen zur Anwendung kommen, sind auf eine bestimmte Distanz parallaxefrei, 100 Meter sind meist Voreinstellung. Verändert das Wild seine Position, muss der Parallaxenausgleich neu eingestellt werden. Dabei verschieben sich die Linsen im Innern minimal. Dann aber ist selbst bei einem verkanteten Gewehr das Absehen korrekt ausgerichtet.
Zielfernrohr-Tests bei der Stiftung Warentest?
Der letzte Zielfernrohr-Test von Stiftung Warentest ergab, dass ein perfektes Fernglas viele Hundert Euro kosten kann. Vor einer solchen Investition, wie auch vor der eines teuren Zielfernrohrs, sollte man genau überlegen, welche Vergrößerung man überhaupt benötigt. Falls Sie jedoch einen eigenständigen Zielfernrohr-Test oder einen Zielfernrohr-Testsieger der Stiftung Warentest suchen, werden Sie leider bisher nicht fündig.
Ein Paintball-Spieler wird mit dem Parallaxen-Problem kaum in Berührung kommen.
Prellschlag, der
Der sogenannte Prellschlag entsteht bei Luftgewehren, die mit Federdruck betrieben werden. Wird ein Schuss ausgelöst, springt im Innern der Waffe ein Kolben nach vorne. Dieser Kolben komprimiert die Luft der Kompressionshülse, in welcher er sich befindet. Der hohe Luftdruck schleudert das Projektil vorn aus der Waffe heraus. Danach knallt der Kolben an das vordere Ende der Kompressionshülse. Dieser Aufschlag nennt sich Prellschlag.
Anhängig von der Bauweise des Luftgewehrs kann der Prellschlag mehr oder weniger heftig ausfallen. Das gesamte Gewehr wird erschüttert. Einige Zielfernrohre sind diesen Schlägen auf Dauer nicht gewachsen und können Schaden nehmen. In unserem Zielfernrohr-Vergleich finden Sie auch Modelle, die stoßfest und gegen Prellschläge resistent sind.
Prismenschiene, die

Dieser Adapter besteht aus einer großen Picatinny-Schiene, welche auf der kleinen Weaver-Schiene des Gewehrs montiert werden kann.
Eine Prismenschiene sitzt zwischen Schusswaffe und Zielfernrohr. Sie vereinfacht das Auswechseln des optischen Hilfsmittels, welches früher noch direkt auf das Gewehr geschraubt werden musste. Das Zielfernrohr hat Montageringe, welche es an der Schiene halten. Wer ein Zielfernrohr montieren möchte, braucht daher kein weiteres Zubehör. Heute sind zwei unterschiedlich breite Prismenschienen in Gebrauch: Die Weaver-Schiene und die neuere Picatinny-Schiene. Sie unterscheiden sich in der Breite. Nicht jedes Zielfernrohr passt auf jedes Gewehr. Bevor Sie ein Zielfernrohr kaufen, sollten Sie nachsehen, auf welche Schienenbreite es später montiert wird.
Sehfeld, das
Das Sehfeld bezeichnet, wie breit der Ausschnitt ist, welchen Sie durch das Zielfernrohr erkennen können. Angenommen wird dabei normalerweise eine Entfernung von 100 Metern. Auch Ferngläser haben ein solches Sehfeld, in diesem Fall bezieht sich die Angabe jedoch auf 1000 Meter. Es empfiehlt sich übrigens, bei der Jagd ein Fernglas mitzunehmen, dessen Zoom und andere optische Werte denen des Zielfernrohrs am Gewehr ähneln. Dasselbe gilt bei einem Nachtsichtgerät für die Jagd.
Welches zielfernrohr für ne AIRSOFT??
Lieber Maik,
vielen Dank für deinen Kommentar zu unserem Zielfernrohr Vergleich.
Bei einer normalen Airsoft-Waffe genügt ein günstiges Zielfernrohr mit 4x-Zoom. Eine stärkere Vergrößerung wäre nicht sinnvoll, da du ja nichts treffen musst, was hundert Meter oder noch weiter entfernt ist. Überleg dir, ob du ein beleuchtetes Absehen haben möchtest oder nicht, dann können wir dir ganz konkret einen oder zwei unserer Vergleichs-Artikel empfehlen.
Viel Spaß beim Schießen,
Dein Vergleich.org Team