Das Wichtigste in Kürze
  • Spektive, auch als Beobachtungsfernrohre bekannt, gelten als Mischung aus Fernglas und Teleskop.
  • Sie sind wahre Allrounder, da sie in der Natur-/Tierbeobachtung, im Sport, in der Jagd und auch in der Astronomie Verwendung finden.
  • Sie sind im Vergleich zum Teleskop relativ klein, leicht und robust, sodass sie sich gut transportieren und flexibel einsetzen lassen. Dennoch benötigen sie stets ein Stativ, um keine verwackelten Bilder zu liefern.

spektiv test

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Was Johann Wolfgang von Goethe in seinem Vierzeiler Erinnerung erkannte, lässt sich vielschichtig deuten. Denn auch, wenn das Gute nicht unbedingt nahe liegt, müssen Sie nicht in die Ferne schweifen, um in seinen Genuss zu kommen – zumindest nicht, wenn Sie ein Spektiv zur Hand haben.

spektiv rucksack

Transportieren Sie Ihr Spektiv im Rucksack oder in einer speziellen Tragetasche.

Seltene oder scheue Vogelarten, Naturspektakel in großer Entfernung, Planeten unseres Sonnensystems: Alles scheint nur im Fernsehen erreichbar zu sein, wo die immer gleichen, digital bearbeiteten oder gar komplett konstruierten Bilder aufgewärmt werden. Kein Vergleich dazu, diese Phänomene einmal mit den eigenen Augen und komplett naturbelassen in ihrer gewaltigen Schönheit zu erspähen.

Hierfür eignen sich allerlei Fernrohr-Typen, allerdings haben alle ihre Stärken und Schwächen. Wir möchten Ihnen in unserem Spektiv-Vergleich 2020 den Allrounder unter den Fernrohren vorstellen, mit dem Sie Vögel, Sportzielscheiben und sogar das Sonnensystem genauer unter die Lupe nehmen können. In unserer Kaufberatung verraten wir Ihnen, welches das beste Spektiv für Ihre persönlichen Ansprüche ist.

1. Des Adlers Auge: Was ist ein Spektiv?

Per Spektiv in die Galaxis

In unserem Sonnensystem ist mit einem Spektiv natürlich vor allem der Mond mit seinen Kratern zu erkennen. Auch der Mars kann wegen seiner Erdnähe noch gut beobachtet werden, während Jupiter und Saturn mit seinen Ringen wegen ihrer Größe noch zu sehen sind.

Details lassen sich hier allerdings nur mit qualitativ äußerst hochwertigen und somit teuren Spektiven oder mit Teleskopen erkennen. Und doch ist es überwältigend, die Nachbarn unserer Erde so nah zu wähnen, dass man beinahe danach greifen kann.

Wie auch das Fernglas und das Teleskop gehört das Spektiv zu der Gruppe der Fernrohre (ein Fernrohr wird oft auch als Refraktor bezeichnet). Im Prinzip kann ein Beobachtungsfernrohr auch als Mischung aus Teleskop und Fernglas betrachtet werden, denn es vereint die Eigenschaften dieser beiden Fernrohr-Typen.

  • Der Fernglas-Anteil: Das Spektiv ist transportabel; Gewicht und Größe erlauben flexible Einsatzmöglichkeiten.
  • Der Teleskop-Anteil: Das Spektiv ähnelt dem Teleskop im Aufbau, eignet sich für (Nacht-)Himmelsbeobachtungen und sollte auf einem Stativ genutzt werden.

Im Gegensatz zum Teleskop kann das Beobachtungsfernrohr also auch gut für Erdbeobachtungen genutzt werden und ist, je nach Modell, recht leicht zu transportieren. Im Vergleich zu Ferngläsern kann es deutlich stärker vergrößern und liefert, dank des Stativs, stabilere Bilder.

spektiv vergleich naturbeobachtung

Ein Bresser-Spektiv mit Stativ.

Ein Spektiv ist, wie ein Teleskop, in der Regel monokular. Das heißt, dass es zur Beobachtung mit nur einem Auge konzipiert ist und nicht, wie beispielsweise Ferngläser, binokular aufgebaut ist. Der Vergrößerungsbereich liegt in der Regel zwischen einer Vergrößerung von 20-80x und lässt sich häufig variabel einstellen. So können näher gelegene Tiere oder Objekte, aber auch weit entfernte Ziele wie die Planeten unseres Sonnensystems oder gar die benachbarte Andromeda-Galaxie damit beobachtet werden.

Wenn Sie sich mit einem Teleskop komplett der Erforschung unseres Universums widmen möchten oder auch über ein Fernglas für besonders mobile Einsatzmöglichkeiten nachdenken, können wir Ihnen einige unserer weiteren Vergleiche wärmstens ans Herz legen.

2. Welche Spektiv-Typen gibt es?

Da es keine klar voneinander unterscheidbaren Spektiv-Typen gibt, stellen wir in diesem Kapitel die nächsten Verwandten des Spektivs vor und vergleichen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Geräte-Arten.

Mobilität Anwendungsbereiche
Fernglas

fernglas für vogelbeobachtung

  • leicht und klein
  • robust
  • lässt sich um den Hals hängen
  • Tier-/Naturbeobachtungen
  • Sport
  • Jagd
  • Oper, Theater, Stadion etc.
  • auch auf Ausflügen, Wanderungen, Radtouren
Teleskop

bresser teleskop

  • schwer und sperrig
  • empfindlich
  • kaum zum Transport geeignet
  • benötigt ein Stativ
  • Astronomie
  • fester Standort empfehlenswert
Spektiv

praktica spektiv stativ

  • kompakt
  • robust
  • lässt sich in entsprechenden Tragetaschen transportieren
  • benötigt ein Stativ
  • Tier-/Naturbeobachtungen
  • Sport
  • Jagd
  • Astronomie
Zusammengefasst noch einmal die Vor- und Nachteile eines Spektivs gegenüber dem Fernglas und dem Teleskop:
  • gut für Erd- und Himmelsbeobachtungen geeignet
  • kompakter, mobiler und flexibler als ein Teleskop
  • deutlich leistungsstärker als Ferngläser
  • benötigt stets ein Stativ
  • teurer als Ferngläser

3. Welche Kaufkriterien für Spektive sind sinnvoll?

Falls Sie noch keine Erfahrungen mit Spektiven haben oder sich vor dem nächsten Spektiv-Kauf noch einmal das ABC der Beobachtungsfernrohre vor Augen führen möchten, jedoch keine Möglichkeit haben, einen eigenen Spektiv-Test zu machen, sollten Sie sich die folgenden Kaufkriterien aus unserem Vergleich in Ruhe durchlesen. Zur besseren Übersicht haben wir diese alphabetisch in einer Tabelle sortiert. Dort erklären wir zunächst, was unter dem jeweiligen Kriterium überhaupt zu verstehen ist, und anschließend, worauf Sie bei den einzelnen Punkten achten sollten.

Kriterium Erklärung Das sollten Sie beachten
Augenabstand

spektiv entfernungsmesser

  • max. Entfernung zwischen Auge und Okular, um noch das gesamte Sehfeld zu erblicken
  • je höher die max. Distanz sein kann, desto angenehmer ist dies für das Auge
  • vor allem für Brillenträger ein wichtiger Aspekt
  • legen Sie größeren Wert auf eine möglichst ergonomische Nutzbarkeit oder sind Sie Brillenträger, ist der Augenabstand von besonderem Interesse
Austrittspupille

spektiv jagd

 

  • Durchschnitt des Lichtbündels, welches das Okular verlässt (weißer, mittiger Punkt im Okular)
  • je größer die Austrittspupille ist, desto heller ist das eingefangene Bild
  • vor allem bei schwachem Lichteinfall wichtig
  • auf diesen Aspekt sollten Sie also verstärkt achten, wenn Sie das Spektiv häufig unter schwierigeren Lichtbedingungen nutzen möchten
Blickfeld/Sehfeld

spektiv blickfed

  • das Sehfeld entspricht der Breite dessen, was man durch das Beobachtungsfernrohr max. erfassen kann
  • das Blickfeld wird stets auf 1.000 Meter angegeben
  • je größer das Sehfeld ist, desto größere Motive können mit dem Spektiv vollumfänglich erfasst werden
  • mit zunehmender Vergrößerung verringert sich das Sehfeld, weshalb es stets in Spannen angeführt wird
Brennweite

spektiv naturbeobachtung

  • Abstand des Brennpunktes vom Objektiv
  • je größer die Brennweite, desto stärkere Vergrößerungen sind möglich
Dämmerungszahl

spektiv dämmerung

  • gibt die Auflösung bei Dämmerung, also bei schlechter werdenden Lichtverhältnissen, an
  • je größer die Dämmerungszahl ist, desto besser kann bei einsetzender Dämmerung noch gesehen werden
  • möchten Sie Ihr Spektiv auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch einsetzen, sollten Sie auf einen möglichst hohen Wert achten
Digiscoping

spektiv digiscoping

  • das Fotografieren mithilfe eines Beobachtungsfernrohres
  • die Kamera wird über einen Adapter vor dem Okular angebracht
  • erhöht die Brennweite Ihrer Kamera erheblich
  • sind Sie nicht nur leidenschaftlicher Naturbeobachter, sondern haben auch eine Vorliebe für das Fotografieren, sollte Ihr Beobachtungsfernrohr im Zusammenspiel mit einer Digitalkamera funktionieren
Einblick

spektiv schrägeinblick

  • hierunter wird der Winkel verstanden, in welchem Sie in das Spektiv hineinschauen
  • geläufig sind Schräg- (45°) und Geradeeinblick (180°)
  • viele Spektive warten mit einem Schrägeinblick auf, der eine entspanntere Körperhaltung ermöglicht
  • möchten Sie das Spektiv längere Zeit am Stück nutzen und legen Sie Wert auf eine bequeme Sitz-/Stehposition, empfiehlt sich also ein Gerät mit Schrägeinblick
Körperarmierung

gummiarmierung spektiv

  • die Armierung gibt Auskunft über die „Schutzhaut“ des Beobachtungsfernrohres
  • bewährt haben sich insbesondere Gummiarmierungen, da sie die Spektive einerseits gegen leichte Stöße schützen und andererseits sehr griffig sind
  • für eine angenehme und sichere Handhabe empfiehlt sich daher eine Körperarmierung aus Gummi
Objektiv

objektiv spektiv

 

  • das Objektiv ist das Auge des Spektivs
  • bei Spektiven ist es je nach Modell ca. zwischen 50 und 100 mm groß
  • je größer das Objektiv, desto mehr Licht kann eingefangen werden, was wiederum die Qualität der eingefangenen Bilder erhöht
  • soll Ihr Gerät höheren Ansprüchen an Helligkeit und Detailreichtum der Objekte gerecht werden, sollten Sie auf einen möglichst großen Objektivdurchmesser achten
Okular

spektiv okular

  • der Teil des Spektivs, in das hineingeschaut wird und mit dem das Zoomen stattfindet
  • hier ist vor allem auf die Punkte Augenabstand und Austrittspupille zu achten
  • bei einigen Modellen lassen sich die Okulare wechseln, sodass individuell auf persönliche Wünsche und Ansprüche eingegangen werden kann
Vergrößerung

zoom spektiv

  • bestimmt, wie stark das beobachtete Objekt vergrößert wird
  • aufgrund der Zoomfunktion vieler Spektive wird die Vergrößerung in Spannen angegeben, zum Beispiel 20-60x
  • für besonders weit entfernte Objekte bietet sich ein möglichst starker Zoom an
  • beachten Sie jedoch, dass manche Geräte (insbesondere die eher kostengünstigen) Einbußen bei der Schärfe aufweisen, wenn die Vergrößerung sich in Größenordnungen wie 60x, 70x oder 80x bewegt
Vergütung

spektiv vergütung

 

  • Vollvergütung: Alle Linsenoberflächen sind einfach beschichtet
  • Mehrschichtvergütung: Mindestens eine Linsenoberfläche ist mehrfach beschichtet
  • Volle Mehrschichtvergütung: Alle Linsenoberflächen sind mehrfach beschicht
  • je mehr Linsenoberflächen (mehrfach) beschichtet sind, desto weniger Licht wird reflektiert und desto heller und kontrastreicher wird das Bild
  • hier sollten Sie zumindest auf eine Voll-, besser noch auf eine volle Mehrschichtvergütung zurückgreifen, damit möglichst wenig des einfallenden Lichtes reflektiert wird
Wasserdichtigkeit

spektiv wasserdicht

  • fast alle Spektive sind gegen Spritzwasser geschützt
  • zudem gibt es Modelle, die auch Druckwasser standhalten und somit wasserdicht sind
  • möchten Sie Ihr Spektiv unter gemäßigten Umständen einsetzen, reicht in der Regel der übliche Schutz gegen Spritzwasser
  • möchten Sie die Beobachtung allerdings auch bei stärkerem Regen oder noch nasseren Umständen nicht abbrechen, sollten Sie auf Wasserdichtigkeit achten

Beachten Sie zudem, dass es wesentliche Preisunterschiede gibt, wenn Sie ein Spektiv kaufen. Während es bereits günstige Spektive für unter 100 Euro für den Anfänger- und Hobbygebrauch gibt, bietet der Markt auch High-End-Geräte für mehrere hundert und gar über 2.000 Euro an.

swarovski spektiv

Swarovski-Spektiv der Premiumklasse für über 3.000 Euro.

Hier muss abgewägt werden, welchen Anspruch Sie an das Gerät stellen und wie erfahren Sie womöglich bereits mit Spektiven oder Refraktoren im Generellen sind. Manch ein Modell kann beispielsweise vollends als Teleskop für Kinder und Einsteiger bzw. Amateur-Spektiv überzeugen, wird aber womöglich nicht den Anforderungen von Profis oder leidenschaftlichen Ornithologen gerecht.

Andere legen aber gegebenenfalls nicht den größten Wert auf perfekte Bilder unter allen Umständen, sondern interessieren sich eher für die Größe und das Gewicht eines Beobachtungsfernrohres, um es bei Outdooraktivitäten möglichst unkompliziert und bequem bei sich haben zu können. Ein Punkt, bei dem die teuren High-End-Produkte oft im Nachteil sind, wenngleich sie dafür natürlich qualitativ unnachahmliche Bilder ermöglichen.

Licht ins Dunkle: Die Auswahl an und die Einsatzmöglichkeiten von Spektiven sind also äußerst vielfältig – was sich auch im Preis widerspiegelt.

Überlegen Sie sich vor dem Kauf also anhand unserer Kaufberatung, welches Beobachtungsfernrohr Ihr persönlicher Spektiv-Testsieger werden könnte – besonders dann, wenn Sie vorab keinen eigenen Spektiv-Test durchführen können. Dies kann für den absoluten Hochgenuss grandioser Bilder ein Zeiss-Spektiv, ein Leica-Spektiv, Kowa-Spektiv oder auch ein Swarovski-Spektiv sein, in vielen Fällen reichen jedoch auch günstigere Beobachtungsfernrohre völlig aus, um tolle Naturphänomene hautnah zu erleben.

spektiv vergleich

4. Wo kommen Spektive zum Einsatz?

4.1. Naturbeobachtung

teleskop fernrohr

Mit Spektiven lassen sich spektakuläre Bilder erleben.

Spektive eignen sich aufgrund ihrer starken Vergrößerung ausgezeichnet für die Naturbeobachtung. Auf größere Distanzen – hier geht man von über 1.000 Metern aus – können Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden, ohne diese zu stören oder zu verschrecken.

So können beispielsweise auch seltene Greifvögel wie Seeadler oder Wanderfalken betrachtet werden, ohne Einfluss auf die Tiere zu nehmen. Auf diese Distanzen (und natürlich auch geringere) lassen sich mit einem Beobachtungsfernrohr noch Details, wie zum Beispiel Besonderheiten im Federkleid, erkennen, die einem bei einem Fernglas verwehrt bleiben. Wegen dieser starken Vergrößerung ist es daher unerlässlich, ein standfestes Stativ für Beobachtungsfernrohre zu verwenden, um ein Verwackeln zu verhindern.

Weitblick: Aufgrund der starken Vergrößerung ist das Sehfeld verhältnismäßig klein. Je geringer die Vergrößerung ist, desto stärker weitet sich das Blickfeld. Dementsprechend können Sie mit den meisten Spektiven – je nach Vergrößerungsgrad – ein Sehfeld von 14 bis rund 50 Metern erfassen.

Beispiel: Das Bresser-Spektiv Pirsch 25-75×100 45° ermöglicht es bei einer 75-fachen Vergrößerung, dass Sie ein 14 Meter langes Objekt oder Lebewesen vollumfänglich in einem Kilometer Entfernung erspähen können. Dies reicht beispielsweise für einen großen Elefanten, der es auf rund zehn Meter Körperlänge bringt. Bei 25-fachem Zoom genügt das Sehfeld für Motive wie extrem lange LKWs, die Sie in 1.000 Metern noch komplett ins Visier bekommen.

4.2. Spektiv im Sport- und Bogenschießen

spektiv bogenschießen

Spektive kommen auch beim Bogenschießen zum Einsatz.

Sportler und Sportbegeisterte nutzen Spektive regelmäßig beim Sportschießen, Bogenschießen oder Biathlon. Spektive für Sportschützen bieten eine genaue und zuverlässige Möglichkeit, die Treffgenauigkeit zu überprüfen, ohne nach jedem Schuss in die Nähe der Zielscheibe laufen zu müssen.

Die dafür nötigen Unterbrechungen entfallen, wodurch flüssiger trainiert und der gesamte Fokus voll auf den Sport selbst gelegt werden kann.

Auch im professionellen Sportbereich finden Spektive daher Anwendung, um Leistungen und Wettkampf zu optimieren.

4.3. Spektiv und Astronomie

astronomisches fernrohr

Selbst weit entfernte Planeten wie der Jupiter lassen sich mit Spektiven erblicken.

Spektive sind natürlich keine Teleskope, die speziell für die Beobachtung des Weltalls konzipiert sind. Dennoch kann das Spektiv einen Einstieg in die Welt der Planeten, Sterne, Sternennebel und Galaxien ermöglichen.

So lassen sich mit den meisten Beobachtungsfernrohren gut die Krater auf dem Mond entdecken und auch die Planeten unseres Sonnensystems sind nicht länger in unerreichbarer Ferne. Giganten wie Jupiter oder Saturn können entdeckt werden, wenngleich bei den immensen Entfernungen zu den Riesen unserer Nachbarschaft keine Oberflächendetails erwartet werden sollten.

Dennoch berichten Nutzer von Spektiven davon, dass sie beispielsweise die aus Wassereis und Gesteinsbrocken zusammengesetzten Ringe des Saturns oder auch die vier Galileischen Monde des Jupiters beobachten konnten.

Hochqualitative Geräte mit scharfem Bild und starker Vergrößerung, wie beispielsweise Swarovski- oder Zeiss-Spektive, bereiten hier sicherlich die größte Freude, allerdings lässt sich unser Sternenhimmel auch mit Einstiegsmodellen bereits ein wenig erforschen.

4.4. Jagd

jagd spektiv

Scheue Tiere lassen sich nur aus der Distanz schießen.

Da wildlebende Tiere in der Regel sehr scheu sind, lassen sie sich häufig nur aus gewissen Distanzen erspähen und schießen.

Hier kommt neben dem typischen Jagdfernglas auch das Spektiv für die Jagd zum Einsatz, um Tiere aus größerer Entfernung zu erblicken und zielsicher zu töten.

Achtung: Jagen ist in Deutschland nur in bestimmten Gebieten, den so genannten Jagdbezirken, erlaubt. Zudem müssen bestimmte Schonzeiten eingehalten werden, in denen nicht gejagt werden darf. Beim Jagen sollten ein gesunder Wildbestand, dessen Pflege und die Sicherung seiner Lebensgrundlagen stets im Fokus stehen.

5. Gibt es einen Spektiv-Test bei der Stiftung Warentest?

leica fernglas für vogelbeobachtung

Sowohl das Leica-Fernglas als auch das Leica-Spektiv gehören zur Spitzenklasse ihrer Kategorie.

Nein. Bislang hat sich die Stiftung Warentest noch keinem Spektiv-Test gewidmet und demnach auch noch keinen Spektiv-Testsieger gekürt. Selbst die allgemein bekannteren Teleskope haben es überraschenderweise bisher nicht in den Test geschafft.

Dafür führte die Stiftung Warentest gleich zweimal einen Fernglas-Test durch – einen im Jahr 2004, den anderen zwei Jahre darauf im Jahr 2006. Mit Leica, Zeiss, Bresser oder Praktica machten gleich mehrere Marken auf sich aufmerksam, die auch bei Beobachtungsfernrohren gute Arbeit leisten. Hierbei ging Leica sowohl 2004 als auch 2006 in mehreren Kategorien als Fernglas-Testsieger hervor.

6. Welche Hersteller von Spektiven haben sich bewährt?

Um Ihnen einen Überblick über bekannte und bewährte Marken im Bereich Spektive zu liefern, haben wir die wesentlichen Hersteller für Sie zusammengetragen.

  • Bresser
  • Bushnell
  • Celestron
  • Eschenbach Optik
  • Kowa
  • Leica
  • Meopta
  • Nikon
  • Optilyth
  • Seben
  • Swarovski Optik
  • TS Optics
  • Vanguard
  • Vixen
  • Yukon
  • Zeiss

7. Fragen und Antworten rund um das Thema Spektive

7.1. Welches Spektiv eignet sich für die Vogelbeobachtung?

welches spektiv für vogelbeobachtung

Mit Spektiven lassen sich Vögel gestochen scharf erfassen.

Hier lässt sich keine eindeutige Spektiv-Empfehlung geben, denn Beobachtungsfernrohre sind in der Regel ausgemachte Allrounder, die in vielen Bereichen eingesetzt werden können.

Welches Spektiv das richtige für Sie ist, hängt vielmehr von bestimmten Rahmenbedingungen ab: Möchten Sie die Vögel auch bei Dämmerung noch gut beobachten können; soll das Beobachtungsfernrohr auch bei (stärkerem) Regen zum Einsatz kommen; auf welche Distanz möchten Sie die Vögel betrachten etc.? Im Fall der Vogelbeobachtung sind Eigenschaften wie Wasserdichtigkeit und ein guter Dämmerungswert, ggf. aber auch Gewicht und Maße für einen leichten Transport sicherlich von Interesse.

Abhängig von solchen Parametern können Sie ein gutes Spektiv für Ihr Vorhaben anhand unserer Kaufkriterien herausfiltern.

7.2. Wie weit kann man mit einem Spektiv sehen?

spektiv vergleich

Nicht die Sichtweite, sondern der Zoomfaktor ist entscheidend.

Die Frage nach der Spektiv-Reichweite zielt in die falsche Richtung ab, denn theoretisch können mit Beobachtungsfernrohren mehrere Lichtjahre entfernte Objekte erhascht werden. Selbst mit dem bloßen Auge können wir schließlich den Mond, die Sonne oder eben Sterne aus anderen Galaxien wahrnehmen.

Entscheidender sind demnach der Grad der Vergrößerung sowie die Qualität des Bildes. Ob Sie den Jupiter „nur“ entdecken oder einige seiner Monde sowie seinen berühmten Großen Roten Fleck erspähen, hängt mit der Qualität und somit häufig auch mit dem Preis des Spektivs zusammen.

7.3. Wie fotografiere ich durch Spektive?

Beim so genannten Digiscoping bringen Sie Ihre Kamera oder Ihr Smartphone an dem Okular des Spektivs an. Hierfür bieten viele Geräte entsprechende Spektiv-Adapter an, die eine optimale Anbringung der Kamera oder des Smartphones ermöglichen. Die Spektiv-Handy-Adapter müssen in der Regel jedoch separat erworben werden.

Um Ihnen die Einsatzmöglichkeiten des Digiscopings näher zu bringen, haben wir folgendes YouTube-Video herausgesucht, in dem ein Leica-Spektiv mit Spektiv-Kameraanschluss und Digitalkamera zum Einsatz kommt:

7.4. Wie funktioniert ein Spektiv?

Beobachtungsfernrohre funktionieren ähnlich wie Ferngläser: Die Unterschiede liegen in der deutlich stärkeren Vergrößerung und dem monokularen Spektiv-Aufbau.

Anders als astronomische Fernrohre keplerscher Bauart liefern Spektive zudem seitenrichtige sowie aufrechte Motive. Was beim astronomischen Refraktor nicht ins Gewicht fällt, ist beim Beobachtungsfernrohr von großer Bedeutung – schließlich soll der betrachtete Vogel nicht auf dem Kopf stehen.