Das Wichtigste in Kürze
  • Zwar gibt es in Deutschland keine gesetzliche Winterreifenpflicht, seit 2010 liegt jedoch ein Gesetzesbeschluss vor, der das Fahren mit sommerlicher Bereifung bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte untersagt.
  • Winterreifen Lamellen, die Sommerreifen nicht haben. Diese verhaken sich auf verschneiten oder glatten Fahrbahnen, um den Grip beim Bremsen und Wenden zu verbessern.
  • Im Sommer sollten Winterreifen trocken auf einem Felgenbaum in kühlen und dunklen Räumen zwischengelagert werden, um ihre Lebensdauer zu erhöhen. Generell gilt, dass entweder nach sechs Jahren oder unter einer Profiltiefe von 4 mm die alten Winterreifen ersetzt werden sollten.

winterreifen test

Spätestens beim Wechsel von Sommer- auf Winterzeit Ende Oktober darf es auch dem Letzten klar geworden sein: Der Sommer ist vorbei, die Tage werden merklich kürzer, die Temperaturen fallen zusehends. Noch bevor morgens die Autoscheibe von Eis befreit werden muss und die Standheizung Ihr fester Begleiter wird, steht wie jedes Jahr ums Neue das Thema Reifenwechsel ins Haus. Unser Überblick zu Winterreifen-Tests 2020 soll hier weiterhelfen: Wir bieten eine Übersicht, worauf zu achten ist, wenn Sie neue Winterreifen kaufen möchten und was die vielen Parameter auf den Seitenflächen der Winterräder zu bedeuten haben.

1. Warum Winterreifen?

Es ist nicht ratsam und auch nicht erlaubt im Winter mit Sommerreifen zu fahren. Die Straßenverkehrsordnung regelt dies in Paragraph 2. Außerdem garantieren die besten Winterreifen eine erheblich höhere Sicherheit im Straßenverkehr.

winterliche-strasse

Wenn Sie mit solchen Straßenverhältnissen konfrontiert sind, sollten Sie besser Winterreifen aufgezogen haben.

Diese wird durch eine spezielle Gummimischung erreicht, welche auch mein niedrigen Temperaturen ausreichende Elastizität bietet, um geschmeidig zu rollen. Zudem bieten Winterräder ein besonderes Profil, das eine größere Tiefe aufweist. Damit wird mehr Haftung auf glatten Starßen erreicht. Jedoch steigt jedoch auch der Rollwiderstand, weshalb mit aufgezogenen Winterreifen auch der Kraftstoffverbrauch steigt.

In Österreich gilt zusätzlich: Winterreifen müssen eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von vier Millimetern haben, wobei die Wintersaison von Anfang November bis Mitte April fest definiert ist. Auch die Scheibenwischer müssen gut funktionieren, um auch bei Schneegestöber gut fahren zu können.

Die situative Winterreifenpflicht ist somit ein starkes Argument um – allein des Versicherungsschutzes wegen – auf vernünftige Reifen zu setzen. In unserem Winterreifen Vergleich bieten wir Ihnen eine Auswahl, sowohl von bekannten als auch von günstigen Herstellern, um auch das für Sie passende Modell zu finden.

Beachten Sie: Die meisten Winterreifen werden ohne Felge verkauft – auch wenn auf den Produktbildern eine solche abgebildet ist.

2. Worin unterscheiden sich Winterreifen von Sommerreifen und Ganzjahresreifen?

Daran erkennen Sie einen Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen haben auf der Flanke aufgedruckt unterschiedliche Symbole, an denen die Witterungsbedingungen, für die diese Reifenart geeignet ist, zu erkennen sind: Schneeflocke, Sonne, Regentropfen. Mit der Kennzeichnung „M+S“ oder „M.S“ (Matsch+ Schnee oder mud+ snow) erfüllt der Reifen die Mindestanforderungen an eine Wintertauglichkeit.

Wer bei Schnee und Eis mit sommerlicher Bereifung auf den Straßen unterwegs ist, verstößt nicht nur gegen die gesetzlich vorgeschriebene, situative Winterreifenpflicht, sondern bringt auch sich selbst und andere in Gefahr! Mit doppelt so langen Bremswegen und mangelnder Traktion ein – im schlimmsten Fall – tödliches Sicherheitsrisiko.

Glatteis und Aquaplaning haben häufig Schuld an gefährlichen Unfällen, da die rutschigen Flächen von vielen Fahrern immer wieder unterschätzt werden. Bedenken Sie: Wenn die Fahrbahn glatt oder feucht ist, wird der Bremsweg wesentlich länger. So kann es schnell zu Auffahrunfällen kommen.

winterreifen kaufenDoch mit den richtigen Winterreifen kann sich jeder Autofahrer wieder sicher auf die Straße wagen:

  • eine thermoelastische Laufflächenmischung sorgt bei kalten Temperaturen für einen guten Grip
  • eine Mischung aus sogenanntem Silica erhöht die Sicherheitsreserven in brenzligen Situationen

Alle Modelle, auch verschiedene Winterreifen-Testsieger, verwenden die Silica-Gummimischung. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das Füllmaterial zwischen den Kautschukmolekülen. Dies ist Siliziumoxid, auf englisch Silica. Es verringert die interne Reibung und ermöglicht es, die Winterräder auch bei niedrigen Temperaturen elastisch zu halten. Somit bleiben sie weich und behalten ihren Grip.

2.1. Ganzjahres- und Winterreifen im Vergleich

ganzjahresreifen

Optisch ist ein Ganzjahresreifen zunächst kaum von einem Winterreifen zu unterscheiden. Die Fahreigenschaften zeigen jedoch den Unterschied auf.

Neben den Reifen-Typen, die für niedrige Temperaturen und damit verbundene Straßenverhältnisse ausgelegt sind, existieren auch so genannte Ganzjahres- oder Allwetterreifen. Diese verbinden Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen und gewährleisten somit ausreichende Sicherheit während des ganzen Jahres.

Jedoch sind diese neben den unübersehrbaren Vorteilen auch mit Nachteilen geschlagen. So können die Modelle der Kategorie Ganzjahresreifen nicht an die hervorragenden Eigenschaften anknüpfen, die Sommer- bzw. Winterreifen in der jeweiligen Saison haben.

Unsere Kaufberatung: Ganzjahresreifen eigenen sie sich vor allem für Wenigfahrer, die sich die Anschaffungs- und Lagerkosten für einen doppelten Reifensatz sparen möchten.

Als kleine Orientierungshilfe führen wir Ihnen hier die Vor- und Nachteile von Winterreifen auf:

  • Gewährleisten die Leistungsreserven Ihres Autos
  • Bieten größtmögliche Sicherheit
  • Zuverlässlichkeit bei winterlichen und alpinen Strassenverhältnissen
  • Doppelte Anschaffungskosten für Sommer- und Winterbereifung
  • Im Sommer deutlich schlechtere Fahreigenschaften als mit Sommerreifen
  • etwas höherer Verbrauch

Dem gegenüber stehen die Vor- und Nachteile der Allwetterreifen:

  • Umständliches Umrüsten entfällt
  • Einlagerung im Sommer/ Winter entfällt
  • Kein 100%-tiger Fokus auf Winter oder Sommer möglich
  • Höherer Verschleiß
  • nur für geringe Laufleistung geeignet

Aufgrund des höheren Verschleiß der Ganzjahresreifen hat sich die Ersparnis des Verzichts recht schnell egalisiert. Denn da Ganzjahresreifen durch die ganzjährige Benutzung höherer Belastung ausgesetzt sind, müssen sie auch schneller ausgewechselt werden. Ein Wechsel von Sommer- und Winterreifen kommt auf lange Sicht günstiger. In Österreich ist wegen der Winterreifenpflicht eine Nutzung von Ganzjahresreifen keine Option.

Faustregel: Fahren Sie im Jahr mehr als 15.000 Kilometer, sollten Sie keine Allwetterreifen aufziehen, sondern zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln.

2.3. Der lange Weg zum Halt

eu-reifenlabel

Das EU-Reifenlabel gibt Aufschluss über das Laufverhalten auf nasser Fahrbahn.

Nicht nur die Reaktionsgeschwindigkeit kommt bei gefährlichen Situationen im Straßenverkehr zum Einsatz, sondern auch das Equipment: Sind die richtigen Reifen aufgezogen, stehen die Chancen besser, dass das Auto auch auf Ihre Manöver reagiert.

Ist die Fahrbahn feucht, dann verlängert sich bei null Grad Celsius und 90 Stundenkilometern der Bremsweg eines Sommerreifens gegenüber einem Winterreifen um durchschnittlich 5,40 Meter. Auf Schnee und bei 80 Stundenkilometern kommt das Auto mit Sommerreifen erst 42 Meter später zum Stillstand als ein Fahrzeug mit Winterreifen.

Fahrspaß garantiert

Moderne Winterreifen ziehen, im Vergleich zu der Sommervariante, in der kalten Jahreszeit erheblich besser und sind stabiler in der Seitenführung. Außerdem sind ihre Bremswege auch wesentlich kürzer. Dabei muss man aber keineswegs Einschränkungen im Fahrkomfort hinnehmen. Dies liegt am Zusammenspiel aller Komponenten vom Reifenunterbau über die Laufflächenmischung bis zur Profilgestaltung.

Tipp! Neben der Laufflächenmischung ist die Profilgestaltung mindestens genauso wichtig für einen guten Grip in den Wintermonaten. Eine hohe Anzahl an Lamellen in den Profilblöcken sorgt für den nötigen Halt bei Schnee. Je nach Reifengröße greifen bis zu 2.000 dieser wellenförmigen Profilschnitte in den vereisten Untergrund. Beim Fahren öffnen sich die Lamellen des Reifens, um dann bei vollem Bodenkontakt unter dem Gewicht der Radlast in den Schnee einzudringen.

Ob Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen: Die von namhaften Reifenherstellern berechneten Preise haben ihre Berechtigung. Auch die Stiftung Warentest stellte 2015 fest: Beim Reifen zu sparen, kommt Verbraucher meist teuer zu stehen. Hauptgrund hierfür ist die größtenteils mangelhafte Sicherheitsleistung: Insbesondere auf nasser und/oder trockener Fahrbahn schneiden Billigreifen meist schlechter ab als Marken-Modelle.

3. Was gibt es Wissenswertes aus Winterreifen-Testberichten?

3.1. Fliehender Wechsel: Wie Winterreifen länger halten

Bevor man zum Sicherheitsrisiko auf den Straßen wird, sollte zur richtigen Jahreszeit von Sommer- auf Winterreifen gewechselt werden. Da es keine gesetzliche Pflicht für Winterreifen in Deutschland gibt, gibt es auch keinen festgeschrieben Zeitpunkt, wann dieser Wechsel erfolgen sollte. Empfohlen wird von den verschiedenen Experten das letzte Quartal im Jahr, am besten gleich Anfang Oktober.

felgenbaum

Die beste Lösung zur Lagerung der Reifen ist ein Felgenbaum. Auf diese Weise entsteht keine Unwucht.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch die größte Auswahl an Winterreifen. Hält der Winter lange an, umso schneller schrumpfen Winterreifenvorräte in den Läden. Wer nicht selber die Reifen wechseln möchte, sucht sich eine Werkstatt seines Vertrauens und lässt Experten die Arbeit erledigen.

Natürlich kann man auch selber die Reifen wechseln. Hier sollte bei der Montage folgendes beachtet werden: Bevor die Winterreifen an das Auto geschraubt werden, sollte erst einmal die Profiltiefe gemessen werden.

Wenn die Reifen eine Profiltiefe von weniger als 4 Milimetern aufweisen, sollte in einen neuen Satz Winterreifen investiert werden. Zudem sollten alle vier Räder ausgewechselt werden.

Der ADAC empfiehlt für einen gleichmäßigen Verschleiß von Winter zu Winter, die Reifen achsweise zu tauschen. Das bedeutet, dass die Reifen, welches diesen Winter auf der Vorderachse laufen, in der nächsten Wintersaison auf die Hinterachse montiert werden sollten.

Tipp: Mithilfe kleiner Kreidemarkierungen wissen Sie auch nach dem Sommer noch, wo welcher Reifen montiert war.

Sind die Reifen erstmal gewechselt und abmontiert, ist es wichtig, die jeweiligen Reifen richtig zu lagern. Winterreifen mögen am liebsten kühle, dunkle, trockene und leicht belüftete Räume. Am besten sollten die Reifen auf einem Felgenbaum gelagert weden. Somit bekommen sie während der Lagerung keine Unwucht durch einseitige Belastung.

Eine Übersicht über Montage und Lagerung haben wir Ihnen in der folgenden Tabelle zusammengestellt.

Winterreifen Sommerreifen
Alter max. 6 Jahre (werden sonst zu hart) weniger altersempfindlich – Profiltiefe (1,6 Millimeter Mindestmaß) und -zustand maßgeblich
Lagerung kühl, dunkel, trocken, leicht belüftet
Reifendruck auf 0,5 Bar anheben
Zeitraum Anfang Oktober – Anfang April Anfang/Mitte April – Ende September/Anfang Oktober
Montage Von Winter zu Winter Reifen achsweise tauschen

3.2. Reifen im Index: Welche Reifen für welche Geschwindigkeit?

Damit Sie erkennen welche Reifen sich für welche Geschwindkeiten eignen, gibt es einen sogenannten „Geschwindigkeitsindex“. Ein Buchstabe auf den Reifen bezeichnet den jeweiligen Typen. Der Geschwindigkeits-Buchstabe ist der letzte in der Reifenbezeichnung:

Buchstabe Maximale Geschwindigkeit
G max. 90 km/h
J max. 100 km/h
L max. 120 km/h
M max. 130 km/h
N max. 140 km/h
P max. 150 km/h
Q max. 160 km/h
R max. 170 km/h
S max. 180 km/h
T max. 190 km/h
H max. 210 km/h
V max. 240 km/h
VR mehr als 210 km/h
W max. 270 km/h
ZR mehr als 240 km/h
Hinweis: Sie müssen nicht unbedingt Reifen wählen, welche die Höchstgeschwindigkeit Ihres Autos vertragen. Wenn Sie einen Sticker im Sichtfeld des Fahrers anbringen, kann der Geschwindigkeitsindex der Reifen die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs unterschreiten.

3.3. Wie lange halten Pneus?

Mindestens 1,6 Millimetern gibt die StVO für Profile vor. Tatsächlich haben die meisten Winterreifen im Test ein deutlich tieferes Profil. Der ADAC empfiehlt sogar, Winterreifen mit einer Profiltiefe von weniger als vier Milimetern zu ersetzen.

Die Qualität der Winterreifen nimmt bereits mit weniger als vier Millimeter Restprofil deutlich ab. Mit schwindendem Profil sinkt auch die Sicherheit, da die Lamellen schlechter in die vereiste Fahrbahn greifen. Der ADAC empfiehlt Autofahrern, alle sechs Jahre in neue Winterreifen zu investieren, denn mit der Zeit wird das Gummi hart und die Bodenhaftung des Fahrzeuges nimmt ab.

Einige Tipps zum Umgang mit Reifen erhalten Sie im folgenden Video:

4. Fahren mit Sommerreifen bei Schnee und Eis – welche Strafen drohen?

Eine Tabelle soll Sie über die Höhe möglicher Bußgelder informieren. Quelle: bussgeldrechner.net

Tatbestand Bußgeld Punkte
Den Wetterverhältnissen nicht angemessene Reifen nutzen: 60 € 1
Fahren mit Reifen, die nicht den Wetterverhältnissen entsprechen und Behinderung des Straßenverkehrs: 80 € 1
Fahren mit Reifen, die nicht den Wetterverhältnissen entsprechen und Gefährdung des Straßenverkehrs: 100 € 1
Fahren mit Reifen, die nicht den Wetterverhältnissen entsprechen und Verursachung eines Unfalls: 120 € 1
Inbetriebnahme eines Fahrzeuges (ausgenommen Mofas) oder Anhängers, dessen Reifen zur geringe Profilrillen oder Einschnitte aufweisen: 60 € 1
Ein Fahrzeug nur zur Halten, dass dem Wetter zwar angemessene Reifensorten hat, deren Profil aber zu abgenutzt oder zu minderwertig ist: 75 € 1
Ein Fahrzeug zu fahren, dass dem Wetter zwar angemessene Reifensorten hat, deren Profil aber zu abgenutzt oder zu minderwertig ist. Dies bezieht auch die Räder eines Anhängers mit ein. (Mofas werden hier ausgeschlossen): 90 € 1
Für das Fahren von Mofas mit zu abgenutzten oder zu minderwertigen Reifen: 35 € 1