Das Wichtigste in Kürze
  • Schwarzer Tee erhält sein Aroma vor allem durch den Zellsaft, der im Laufe der Produktion aus den Blättern austritt. Er hat eine anregende Wirkung, wenn Sie ihn nicht länger als drei Minuten ziehen lassen. Nach Ablauf dieser Ziehzeit neutralisieren die austretenden Gerbstoffe das Koffein im Tee.
  • Geht es Ihnen um das Aroma des Tees, sollten Sie zu losem Tee greifen. Wünschen Sie eher eine schnelle und praktische Zubereitung, bieten sich Teebeutel an. Die seit neuerem erhältlichen Pyramidenbeutel vereinen gutes Aroma mit einer einfachen Handhabung.
  • Schwarztee wird vor allem in Indien und Sri Lanka oder auch Kenia produziert. Achten Sie beim Kauf also möglichst auf Fair-Trade-Qualität, um sicherzustellen, dass der Tee unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt und gehandelt wurde.

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Nach Kaffee ist Tee das Lieblingsgetränk der Deutschen. Über 26 Liter Schwarz- oder Grüntee konsumierte jeder Deutsche im Durchschnitt im Jahr 2014, wie diese BMEL-Erhebung zeigt. Damit steht Deutschland jedoch weltweit in Punkto Teekonsum lediglich auf Platz 17, wie Sie dieser Studie der FAO entnehmen können. Den ersten Platz belegen nicht, wie man meinen könnte, die Briten; vielmehr liegt Argentinien mit über fünf Kilo jährlichem Pro-Kopf-Konsum uneinholbar vorne, gefolgt von der Türkei (2,85 Kilogramm) und Brasilien (2,27 Kilogramm). Das Vereinigte Königreich belegt den vierten Platz mit einem Pro-Kopf-Konsum von 1,84 Kilogramm Tee.

Schwarzer Tee überzeugt mit seiner anregenden Wirkung und der großen Palette an verfügbaren Sorten. Auch die Möglichkeiten, den Tee zu genießen, sind vielfältig: Ob pur, mit Milch, Sahne oder Zitrone oder wie der indische Chai kräftig gewürzt und gesüßt – der Tee bietet viel Abwechslung.

Doch worauf sollten Sie achten, wenn Sie schwarzen Tee kaufen möchten? Welche verschiedenen Sorten von schwarzem Tee es gibt und nach welchen Qualitätsstufen sie eingeteilt werden, wie Sie den Tee am besten zubereiten und ob Schwarztee wirklich gesund ist, erfahren Sie in unserem Vergleich von schwarzem Tee 2020 und unserer Kaufberatung.

1. Wie wird schwarzer Tee hergestellt?

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Bei der Herstellung von schwarzem Tee wird den Teeblättern die Feuchtigkeit entzogen und das Austreten des Zellsafts angeregt, der vor allem für das Aroma des Tees sorgt.

Am Anfang der Herstellung von Schwarzem Tee steht das Welken. Die Schwarztee-Blätter werden durch Ventilation zum Welken angeregt und enthalten danach nur noch etwa 60 Prozent Wasser statt zuvor bis zu 80. Dann werden die Blätter gerollt, damit der Zellsaft austreten kann, was für den danach folgenden zentralen Schritt der Fermentation unentbehrlich ist.

Durch die Fermentation, die zwischen zwei und fünf Stunden dauert, verliert der Tee an Bitterkeit und erhält sein typisches Aroma. Nach der Fermentation wird der Tee getrocknet. Er enthält nun nur noch etwa 4 Prozent Feuchtigkeit. Schließlich werden die Blätter mit Sieben sortiert und erhalten so ihre Zuordnung zu dem entsprechenden Blattgrad.
Hier die Vor- und Nachteile von Schwarzem Tee im Überblick:

  • anregende Wirkung
  • große Variation durch verschiedene Geschmacksrichtungen
  • Tee ohne Bio-Siegel kann mit Schadstoffen belastet sein

2. Welche Schwarztee-Mischungen gibt es?

Teemischung Bestandteile
Earl Grey
  • mit Bergamotte-Aroma versetzt
Lady Grey
  • Orangen- und Zitronenschalen
  • Zitronenaroma
English Breakfast Tea
  • enthält meist Tees aus Assam, Ceylon und Kenia
Irish Breakfast Tea
  • meist sehr Assamtee-lastig
Ostfriesentee
  • starke Mischung
  • besteht aus bis zu zehn Schwarzteesorten
  • vor allem Assamtee ist enthalten
  • schmeckt am besten mit einem Schuss Sahne und Kandiszucker
Türkischer Tee / Çay
  • besteht aus Rize-Tee, der im Nordosten der Türkei angebaut wird
  • traditionell sehr stark zubereitet
  • wird ohne Milch getrunken
  • Ziehzeit: zehn bis zwölf Minuten
Indischer Masala Chai
  • Schwarztee (oft Assam)
  • Gewürze wie Zimt, Kardamom, Anis, Fenchelsamen, Nelken etc.
  • Milch
  • Zucker oder Honig
  • Übrigens: „Chai“ bedeutet einfach „Tee“ – der Ausdruck „Chai-Tee“ ist also streng genommen „doppelt gemoppelt“
Echter Earl Grey oder Lady Grey: Bei Earl-Grey-Tee oder Lady-Grey-Tee müssen Sie darauf achten, dass der Tee mit echtem Bergamotte-Öl bzw. echtem Zitronenöl und -schalen aromatisiert wurde. Nur so erhalten Sie den authentischen Earl-Grey-Geschmack. Minderwertige Earl-Grey-Tees werden stattdessen mit sogenanntem naturidentischem Aroma versetzt, das billiger ist.

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3. Kaufkriterien für schwarzen Tee: Warum sollte auf Teesorte und Mischung sowie auf Darreichungsform und Qualitätsstufe geachtet werden?

3.1. Qualitätsstufen des schwarzen Tees: Der beste schwarze Tee ist aus ganzen Blättern

Zunächst ist Schwarztee nach der Qualität und Größe der Teeblätter, die im Rahmen des Herstellungsprozesses entstehen, in die verschiedenen Blattgrade eingeteilt. Am hochwertigsten sind dabei Tees aus ganzen Blättern. Je vollständiger die Blätter erhalten sind, desto höher die Qualität des Tees.

Broken-Tees (Kürzel „B“) bestehen aus zerbrochenen Teeblättern und schmecken recht kräftig. Tees dieser Kategorie können schnell bitter werden, weshalb sie gern mit Milch getrunken werden, um den Geschmack zu neutralisieren.

Schließlich gibt es noch die Fannings, also feine Partikel des Teeblatts, die beim Sieben des Tees herunterfallen. Die kleinste Teegröße ist Dust, also nahezu staubfeine Teepartikel. Fannings und Dust werden vornehmlich in Teebeuteln angewendet.

Die Blatt-Tees sind in sieben Qualitätsstufen eingeteilt, die nach einem Buchstabencode geordnet werden. Ganz grob lässt sich sagen: Je mehr Buchstaben Sie auf dem Tee ausgezeichnet sehen, desto höher ist die Qualität des Tees.

Ab der Stufe „TGFOP“ können Sie damit rechnen, einen sehr hochwertigen Tee zu erhalten. Durchschnittlichen Teetrinkern fallen die Unterschiede zwischen den höchsten Klassen in einem Test von schwarzem Tee kaum noch auf. Die höchste Stufe ist „SFTGFOP“ („Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe“).

Die richtige Lagerung

Lagern Sie Tee möglichst dunkel, trocken und kühl. Die typischen Teedosen eignen sich dazu perfekt und sehen dabei auch noch gut aus.

3.2. Die wichtigsten Schwarztee-Sorten

Teesorte Herkunft Geschmack
Darjeeling-Tee Indien
  • First Flush: fein-blumig, mild
  • Second Flush: harmonisch, kräftiger
  • Autumnal: fein mit leicht bitterer Note
Assam-Tee Indien
  • kräftig
  • malzig
Ceylon-Tee Sri Lanka
  • mittelkräftig
  • eher herb
  • etwas zitrisch

3.3. Darreichungsform: Teebeutel sind besonders praktisch

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Schwarzer Tee im Beutel ist praktisch, hat aber meist weniger Aroma zu bieten als Tee in loser Form.

Tee gibt es lose, im Teebeutel und im Pyramidenbeutel. Um Ihren persönlichen Testsieger für schwarzen Tee zu finden, sollten Sie bedenken was Ihnen beim Teegenuss besonders wichtig ist.

Möchten Sie, dass der Tee schnell und unkompliziert zubereitet werden kann, ist schwarzer Tee im Beutel die beste Wahl. Mit dem Beutel ist der Tee schnell zubereitet und Sie brauchen sonst nichts weiter als eine Tasse heißes Wasser.

Legen Sie dagegen besonderen Wert auf den Geschmack und das Aroma des Tees, sollten Sie schwarzen Tee lose bevorzugen. Bei losem schwarzen Tee kann sich das Aroma am besten entfalten und die Tees sind meist auch höherwertig. Allerdings brauchen Sie für die Zubereitung von Tee in loser Form ein Teesieb oder ein Tee-Ei.

Ein Kompromiss aus losem Schwarztee und Tee im Beutel sind die noch relativ neuen Pyramidenbeutel. Die Anwendung ist genauso praktisch wie bei klassischen Teebeuteln; Pyramidenbeutel bieten dem Tee jedoch mehr Platz als Papierbeutel, sodass auch Sorten mit größeren Blättern und somit mehr Aroma im Teebeutel Platz finden.

Bevorzugen Sie schwarzen Tee aus fairem Handel

Da schwarzer Tee vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indien und Sri Lanka gewonnen wird, lohnt es sich hier besonders, auf Fair-Trade-Qualität zu achten. So können Sie sicherstellen, dass der Tee unter fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt wird.

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4. Zubereitung von schwarzem Tee: Entscheidet die Ziehzeit über die Wirkung des Tees?

Milch in den Tee?

An der Frage, ob und wie die Milch in den Tee gegeben werden sollte, scheiden sich die Geister. Für Briten soll es angeblich eine geradezu religiöse Überzeugungsfrage sein, an der sich hitzige Streits entzünden können.

Wissenschaftliche Studien tendieren derzeit dahin, die Milch vor dem Tee ins Wasser zu geben. Dagegen spricht, dass das Wasser dann nicht mehr so heiß ist und sich der Tee so womöglich schlechter löst. Wir empfehlen Ihnen daher, die Milch dem Tee nach der Ziehzeit hinzuzufügen.

Anders als etwa grüner Tee sollte schwarzer Tee mit kochend heißem Wasser aufgegossen werden. Dann sollten Sie den Tee zwei bis fünf Minuten lang ziehen lassen. Länger als fünf Minuten sollte der Tee nicht ziehen, da er sonst zu bitter wird.

Übrigens: Je nach Ziehzeit ist die Wirkung von schwarzem Tee unterschiedlich. Wenn Sie eine anregende Wirkung erzielen möchten, sollten Sie den Tee nicht länger als drei Minuten ziehen lassen.

Wirklich beruhigend wirkt der schwarze Tee jedoch auch nach Ablauf dieser Zeit nicht, obwohl das oft behauptet wird. Es ist vielmehr so, dass der schwarze Tee nach zwei bis drei Minuten das meiste Koffein abgegeben hat und vermehrt Gerbstoffe austreten, die die Wirkung des Koffeins wieder mehr oder weniger neutralisieren.

Dass Schwarztee Koffein enthält, ist bekannt. Früher nannte man das in Tee enthaltene Koffein auch Tein, doch da es sich chemisch um denselben Stoff handelt, bezeichnet man es mittlerweile auch als Koffein.

Doch wie viel Koffein hat der Tee eigentlich? Das hängt auch stark von der Zubereitung des Tees ab. Zwischen 20 und 50 Milligramm pro 100 ml kann der Koffeingehalt von Schwarztee liegen. Je mehr Tee Sie pro Tasse verwenden, desto höher auch der Koffeingehalt.

Tee-Zubereitung mit gefiltertem Wasser

Besonders gut kann sich das Aroma von Tee entfalten, wenn Sie das Wasser vorher filtern. Der Grund: Je kalkhaltiger, also härter das Wasser, desto eher werden Geschmacks- und Aromastoffe blockiert. Hochwertige Wasserfilter haben wir übrigens hier für Sie verglichen.

5. Wichtige Marken und Hersteller

Teemarken aus Großbritannien, dem Land der Tea Time, genießen zu Recht hohes Vertrauen. Taylor´s of Harrowgate oder Tetley´s sind gute Adressen. Twinings ist der englische Teehersteller schlechthin. Bei Fortnum & Mason erhalten Sie hochwertige Tees, die in besonders hübschen Teedosen verpackt sind.

Sehr hochwertige Tees aus fairem Handel und in Bio-Qualität finden Sie z.B. bei El Puente und English Tea Shop. Echten türkischen Schwarztee kaufen Sie am besten bei der Firma Çaykur. Gute und relativ günstige Tees finden Sie beim deutschen Hersteller Teekanne.

6. Wie gesund ist schwarzer Tee?

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Die gesundheitlichen Auswirkungen von schwarzem Tee sind noch nicht abschließend geklärt. Ein Genuss ist er allemal.

Laut Studien, von denen der NDR oder T-Online berichten, verlangsamen die in Schwarztee enthaltenen Polyphenole und Flavonoide angeblich die Zellalterung und senken so das Krankheitsrisiko für Krebs, Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Berichten der Pharmazeutischen Zeitung online ist aber die Datenlage zur tatsächlichen gesundheitsfördernden Wirkung von Polyphenolen dürftig und basiert nicht auf Langzeitstudien.

Gleichzeitig fand die Stiftung Warentest beim Test von Schwarzen Tees (Ausgabe 11/2014) teils hohe Mengen Anthrachinon. Die Wirkung des Stoffes auf den Menschen ist noch nicht eindeutig geklärt; eine krebserregende Wirkung ist bisher nur aus Tierversuchen bekannt.

Doch ungesund ist der schwarze Tee dadurch noch lange nicht. Die Konzentrationen des Stoffes sind nicht so hoch, dass sich daraus eine gesundheitliche Gefahr für Verbraucher ergeben würde. Unser Rat: Wechseln Sie bei regelmäßigem Schwarzteekonsum hin und wieder die Marke, um eine zu hohe Konzentration dieser Stoffe zu vermeiden.

Fazit: Schwarzer Tee ist höchstwahrscheinlich weder besonders gesundheitsfördernd, noch tatsächlich ungesund. Genießen Sie den Tee einfach aus Geschmacksgründen. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie auf schwarzen Tee aber möglichst verzichten, wie auf alle anderen koffeinhaltigen Lebensmittel.

Schwarztee als Heilmittel?

Schwarzer Tee wird oft als Hausmittel bei verschiedenen Beschwerden empfohlen. So soll der Schwarztee bei Hautproblemen wie Pickeln, Neurodermitis oder Entzündungen helfen. Auch müde Augen oder Durchfall sollen laut diverser Online-Quellen mit schwarzem Tee behandelt werden.

Wir raten Ihnen, mit solchen Empfehlungen vorsichtig umzugehen. Halten Ihre Beschwerden länger als drei Tage an, sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen.