Das Wichtigste in Kürze
  • Regensammler sind der ideale Weg, um Ihre Regentonne zu befüllen. Und die Installation ist auch für Nicht-Handwerker machbar
  • Regensammler leiten das Wasser nicht nur ab, sondern filtern es auch.
  • Überdies dienen viele Regensammler auch als Überlaufschutz für die Regenwassertonne.

regensammler test

Jeder Hobby-Gärtner weiß: Pflanzen gedeihen mit Regenwasser besonders gut – und Regenwasser ist auch noch kostenlos. Doch wie leiten Sie das Regenwasser am besten in die Regentonne? Wenn Sie die Tonne einfach unter das Fallrohr stellen, wird sie mit Sicherheit irgendwann überlaufen.

Die Lösung heißt Regensammler. Diese Geräte leiten Regenwasser vom Fallrohr ab, filtern das Wasser gleichzeitig und dienen oft auch als Überlaufschutz für die Regentonne. Worauf Sie beim Kauf eines Regensammlers achten sollten und wie Sie die besten Regensammler erkennen, erklären wir Ihnen in unserem großen Regensammler-Vergleich 2020.

1. Wie funktionieren Regensammler und Fallrohrfilter?

regensammler fallrohr

Ein Regensammler im Fallrohr filtert das herabfließende Wasser und leitet es dann zum Wasserfass ab.

Wie funktioniert eigentlich ein Regensammler? Beim Fallrohrfilter werden dabei die Adhäsionskräfte ausgenutzt. Denn diese führen dazu, dass das Regenwasser im Fallrohr – trotz des Namens – nicht fällt, sondern an der Innenwand herunterläuft. So kann leicht das Regenwasser abgeleitet werden, während größere Festkörper, wie Laubblätter oder Ähnliches, in der Mitte herunterfallen.

Dank dieser verhältnismäßig simplen Funktionsweise ist der Wartungsaufwand für einen Regenwasserdieb – wie Regensammler manchmal auch genannt werden – gering. Bis auf das gelegentliche Säubern des Filters ist kaum etwas zu tun.

Hinweis: Um Verstopfungen zu vermeiden, sollten Sie Grobschmutz schon in der Dachrinne mit einem Netz oder Sieb abfangen – oder einen Regensammler mit Laubabscheider installieren.

2. Kaufberatung: Worauf sollte man achten?

Wenn Sie einen Regensammler kaufen möchten, gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten: Passt der Regenwassersammler zu Ihrem Fallrohr? Ist ein Laubabscheider integriert? Kann der Regensammler als Überlaufschutz für die Regentonne dienen?

Im folgenden Abschnitt unseres großen Regensammler-Vergleichs 2020 erklären wir Ihnen, worauf es beim Kauf im Detail ankommt.

2.1. Regensammler muss zur Fallrohrgröße passen

Der wichtigste Punkt beim Kauf eines Regensammlers mit Fallrohrfilter ist, dass dieser mit dem Fallrohr der Dachrinne kompatibel ist. Die meisten Regensammler im Vergleich sind mit den gängigsten Fallrohr-Größen nutzbar, doch Sie sollten in jedem Fall vor dem Kauf – oder zumindest dem Einbau – noch einmal prüfen, ob die Werte zum Durchmesser des Fallrohrs passen.

Achtung: Wenn Sie eine Regenrinne mit viereckigem Fallrohr haben, müssen Sie besonders aufpassen. Nur wenige Regensammler sind für den Einsatz an einem viereckigen Fallrohr geeignet.

2.2. Filtereinsatz sorgt für sauberes Wasser

regensammler laubabscheider

Ein Laubabscheider sorgt als Vorfilter dafür, dass Ihr Fallrohr nicht verstopft.

Viele Regensammler verfügen neben dem eigentlichen Fallrohrauslauf für die Regentonne noch über einen zusätzlichen Regenwasserfilter. So können Fremdkörper mit dem Abwasser abgeleitet werden und nur verhältnismäßig sauberes Wasser gelangt in den Regenwassertank.

Einige Regenwassersammler verfügen außerdem über einen Laubabscheider in Form eines groben Siebs über die komplette Breite des Fallrohrs. Der Laubabscheider fungiert als Vorfilter und verhindert so gerade im Herbst ein Zusetzen der Abwasserfallrohre mit Laub.

Tipp: Es ist in jedem Fall sinnvoll, den Filtereinsatz regelmäßig zu reinigen, denn nur so kann eine gleichmäßig hohe Wasserausbeute gewährleistet werden.

2.3. Viele Regensammler verhindern ein Überlaufen der Tonne

fallrohrauslauf für regentonne als überlaufschutz

Durch das Prinzip der „kommunizierenden Röhren“ funktionieren viele Regenwasserfilter auch als Überlauffilter für den Regenspeicher.

Früher wurde häufig das komplette Wasser des Fallrohrs in die Regentonne geleitet. Dadurch konnte es gerade bei Starkregen schnell dazu kommen, dass die Regentonne überlief. Dies führte zu Schlammpfützen um die Regentonne herum, da der Boden das Wasser nicht aufnehmen konnte.

Moderne Regensammler funktionieren dagegen auch oft als Überlaufschutz für Ihre Regenwassertonne. Dazu muss jedoch der Regenwassersammler ungefähr auf der Höhe der Oberkante der Regentonne montiert werden. Das Zulaufrohr muss waagerecht verlaufen und unterhalb der Oberkante installiert werden – im Detail wird meist eine Anbringung ca. 7 bis 10 Zentimeter unterhalb der Oberkante empfohlen.

Wenn Regensammler und Wassertonne auf diese Weise verbunden sind, entsteht bei einer vollen Regentonne ein Rückstau, was dazu führt, dass kein weiteres Wasser in die Tonne nachfließen kann. Das physikalische Prinzip dahinter sind die sogenannten „kommunizierenden Röhren“.

regensammler fallrohr winterbetrieb

2.4. Winterfunktion: Wasserzulauf muss sich deaktivieren lassen

Im Winter braucht man im Normalfall kein Regenwasser, um seine Pflanzen im Garten zu gießen. Und selbst wenn Sie das Regenwasser auch für Ihre Zimmerpflanzen nutzen, ist wahrscheinlich keine derartig große Menge nötig. Daher ist es bei vielen Regensammlern möglich, diese in einen Winter-Modus zu versetzen.

Dazu verschließen Sie per Hand ein Ventil, so dass fortan sämtliches Regenwasser das Fallrohr hinabfließt.

2.5. Kunststoff und Metall erfüllen gleichermaßen ihren Zweck

Was das Material angeht, finden Sie zum Teil Regensammler aus Zink (zum Beispiel die Modelle des Herstellers Rheinzink). Die meisten Regensammler sind jedoch aus Kunststoff (wie die Modelle der Marke Marley) – typischerweise in den Farben Grau oder Braun – gefertigt. Beide Materialien erfüllen ihren Zweck, es gibt also keine massiven Vorteile, die einen Regensammler aus Zink über einen Regentonnen-Füllautomaten aus Kunststoff stellen – oder vice versa.

3. Ist die Installation eines Regensammlers einfach?

Wie Sie bei der Installation Ihres Regensammlers vorgehen müssen, hängt vom Regensammler-Typ ab. Bei den meisten Regensammlern müssen Sie ein Segment des Fallrohrs durch den Regenwassersammler ersetzen. Dies ist zum Beispiel beim Regendieb Pro von Garantia der Fall.

Bei anderen Regensammlern reicht eine Bohrung im Fallrohr, durch die der Regensammler eingesetzt werden kann. Bekannte Modelle mit dieser Installations-Art sind der Rapido und der Speedy von Garantia bzw. Graf.

Der erste Fall ist etwas aufwendiger, aber dennoch auch von handwerklich nur mäßig begabten Menschen gut zu bewerkstelligen. Wie Sie dabei im Detail vorgehen müssen, sehen Sie im folgenden Video:

Nachdem Sie den Regensammler erfolgreich eingebaut haben, müssen Sie diesen nur noch mit einem herkömmlichen Schlauch an die Regentonne anschließen.

4. Ist die Regenwassernutzung nur im Garten eine Option?

Nachteile beim Wassersparen

Wasser zu sparen ist nicht nur positiv. Denn die Kanalisation braucht einen gewissen Wasserdurchfluss, damit Fäkalien und anderer Dreck weitergespült werden. Im Zweifel müssen die Wasserwerke sogar zusätzliches Trinkwasser einleiten. Zu geringer Wasserverbrauch kann also sogar ökologische Nachteile haben.

Trinkwasser ist verhältnismäßig teuer – für 1 m³ (= 1.000 l) bezahlen Sie in Deutschland durchschnittlich 2,00 €, mit der zusätzlich erforderlichen Abwassergebühr insgesamt ca. 5,00 €. Da liegt es nahe, den Trinkwasserverbrauch durch kostenlos verfügbares Regenwasser zu senken.

Im Durchschnitt fallen in Deutschland nach Daten des Deutschen Wetterdienstes jedes Jahr 850 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Wenn man also ein typisches Einfamilienhaus mit einer Grundfläche von 100 m² ansetzt und davon ausgeht, dass der Regentonnen-Füllautomat 80 % des Wassers ableitet, wäre man schon bei 68 m³ Regenwasser. Selbst wenn man nur die Hälfte davon als Brauchwasser verwendet, kommt schon eine stattliche Summe zusammen. Außerdem können Sie zusätzlich die von den Kommunen geforderte Niederschlagswassergebühr senken oder gar ganz einsparen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, statt Trinkwasser gesammeltes Regenwasser sinnvoll zu nutzen. Am verbreitetsten ist die Verwendung zum Gießen der Pflanzen im Garten. Doch auch im Haushalt kann Regenwasser verwendet werden – in diesem Fall allerdings in einer etwas aufwendigeren Konstruktion mit unterirdischer Regenwasserzisterne und einer Regenwassernutzungsanlage.

4.1. Regenwasser hat im Garten viele Vorteile

pflanzen mit regenwasser gießen

Einer der Vorteile beim Regenwasser sammeln: Ihre Pflanzen profitieren von dem besonders weichen Regenwasser.

Neben den geringeren Kosten hat Regenwasser für die Bewässerung des Gartens noch weitere handfeste Vorteile. Denn Regenwasser ist im Vergleich mit Trinkwasser sehr weich, das heißt der Kalkanteil ist gering. Und viele Pflanzen fühlen sich bedeutend wohler, wenn sie mit weichem Wasser gegossen werden – dies gilt besonders für empfindliche Arten wie Rhododendren oder Kamelien.

Darüber hinaus ist Regenwasser von Natur aus leicht sauer – unbelastetes Regenwasser hat einen pH-Wert von ca. 5,6 – und schafft dadurch bessere Bodenbedingungen für die meisten Garten- und Topfpflanzen. Denn viele Feldfrüchte gedeihen am besten auf einem eher sauren Boden, dessen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 liegt.

Außerdem hat Regenwasser, das in einem Regenwasserbehälter gesammelt wurde, im Normalfall die ungefähr gleiche Temperatur wie die Umgebung. Auch dies ist deutlich besser für die Pflanzen, denn viel Pflanzen reagieren empfindlich auf kaltes Wasser aus der Leitung.

Die Vor- und Nachteile von Regenwasser bei der Bewässerung von Pflanzen noch einmal im Überblick:

  • weiches Wasser mit geringem Kalkgehalt und leicht saurem pH-Wert bietet ideale Bedingungen für Pflanzenwachstum
  • Wasser immer auf Umgebungstemperatur, wird von Wurzeln besonders gut aufgenommen
  • es fallen keine laufenden Kosten an
  • in Dürreperioden nicht konstant verfügbar

4.2. Regenwassernutzung ist im Haushalt nicht überall möglich

Auch im Haushalt lässt sich Regenwasser nutzen, allerdings nicht für alle Aufgaben. Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Verwendungszwecke von Wasser zusammengestellt und durch Informationen zur Eignung von Regenwasser ergänzt.

  • regenwasser toilette

    Wenn Sie Ihre Toilettenspülung auf Regenwasser aus einer Zisterne umstellen, können Sie eine Menge Trinkwasser sparen.

    Zum Trinken oder Kochen ist Regenwasser grundsätzlich ungeeignet.

  • Auch für die Körperpflege sollte Regenwasser nicht eingesetzt werden. Zwar hält das meiste Regenwasser den Anforderungen stand, die auch an Badegewässer gestellt werden, eine hygienische Unbedenklichkeit kann allerdings nicht garantiert werden.
  • Zum Wäschewaschen ist Regenwasser mit Einschränkungen geeignet – und bringt sogar einige Vorteile mit. Durch den geringeren Kalkgehalt benötigen Sie weniger Waschmittel und müssen auch weniger oft die Waschmaschine entkalken. Der Hauptwaschgang ist hygienisch unbedenklich, da potentiell gesundheitsgefährdende Keime durch Temperatur und Waschmittel abgetötet werden. Allerdings erfolgen die Spülgänge mit kaltem Wasser. Hygienische Risiken können daher nur durch eine vorherige Aufbereitung des Regenwassers oder durch ein anschließendes Bügeln der Wäsche ausgeschlossen werden.
  • Für die Toilettenspülung ist Regenwasser optimal geeignet. Allein dadurch lassen sich jährlich ca. 12 m³ Trinkwasser pro Person einsparen.

So viel Wasser verbraucht der durchschnittliche Deutsche laut Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft jährlich:

Anwendungszweck Wasserverbrauch
Körperpflege 16 m³
Toilettenspülung 12 m³
Wäsche waschen 5,5 m³
Geschirr spülen 2,5 m³
Putzen, Autopflege, Garten 2,5 m³
Essen und Trinken 1,8 m³

5. Häufige Fragen zum Thema Regensammler

  • Was schreibt die Stiftung Warentest über Regensammler?

    Bisher hat die Stiftung Warentest weder einen Regensammler-Test durchgeführt, noch einen Regensammler-Testsieger gekürt. In der Ausgabe 05/2018 wurde aber mit der automatischen Gartenbewässerung zumindest eine thematisch verwandte Kategorie besprochen.
  • Reicht nicht auch eine Regenklappe am Fallrohr?

    Das kommt ganz darauf an. Wenn Sie vermeiden wollen, dass es bei der Regentonne zum Überlauf kommt, dann ist dies nicht die beste Lösung. Denn dabei müssen Sie noch händisch die Regenklappe schließen, wenn das Regenfass voll ist. Selbst viele günstige Regensammler verfügen über einen Überlaufschutz und sind daher empfehlenswerter als die Regenklappe.