Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Orangenpresse erkennen Sie an ihrem Presskegel, der dafür konstruiert ist, Zitrusfrüchte möglichst vollständig zu entsaften. Während Sie den Kegel bei einer manuellen Presse per Hand oder mittels eines Hebels in das Fruchtfleisch drücken müssen, holt bei elektrischen Geräten ein rotierender Presskegel die Flüssigkeit aus der Frucht.
  • Wenn Sie es beim Fruchtfleischgehalt Ihres Orangensafts ganz genau nehmen, sollten Sie ein Modell mit einstellbarer Siebdurchlässigkeit wählen. Damit können Sie die Konsistenz Ihres Safts selbst bestimmen.
  • Um den Reinigungsaufwand nach der Zubereitung gering zu halten, empfiehlt sich der Kauf eines Geräts mit Tropfstopp und spülmaschinenfesten Einzelteilen.
Orangenpressen Test

Orangensaftpressen im Test bei Vergleich.org.

7,5 Liter Orangensaft konsumiert jeder Deutsche jährlich, besagt eine Studie des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie. Im Supermarkt gilt es aber erst einmal lange Listen mit Inhaltsstoffe zu studieren, um zu erfahren, wie viel Frucht eigentlich im Saft steckt und welche Aromen, Konservierungsstoffe und Zuckerzusätze sonst noch enthalten sind.

Gänzlich ohne unerwünschte Zusätze kommt nur der Saft aus, den Sie zuhause selber pressen. Mit einer Orangenpresse kommen Sie jeden Morgen in den Genuss eines Glases frischen Fruchtsafts und wissen immer ganz genau, was drin ist. In unserem Orangenpressen-Test 2020 verraten wir, mit welchen Geräten Sie den meisten Saft aus Ihren Zitrusfrüchten pressen und wie sich der Fruchtfleischanteil im Saft regulieren lässt.

1. Orangenpressen-Test 2020 – Fazit: Die beste Orangenpresse verarbeitet 54 % der ganzen Frucht zu Saft

Vergleich.org empfiehlt: Ein Orangenpressen-Testsieger sollte eine hohe Saftausbeute mit einem variablen Fruchtfleischgehalt vereinen und dank spülmaschinenfester Einzelteile leicht zu reinigen sein.

Verfügt das Gerät außerdem über einen integrierten Saftbehälter, können Sie sich die Suche nach einem passenden Gefäß zum Auffangen des Safts sparen. Um Saft für die ganze Familie zuzubereiten, ist ein Behälter mit möglichst großem Fassungsvermögen empfehlenswert.

Unser Test zeigt: Günstige Orangenpressen aus Kunststoff übertreffen teure Geräte mit Design-Gehäuse aus Edelstahl hinsichtlich Saftausbeute und Handhabung zum Teil mühelos.

2. Orangenpressen-Test 2020 – So haben wir getestet

orangenpresse-testkriterien

In unserem Zitruspressen-Test haben wir eine Reihe elektrischer Geräte verschiedener Marken und Hersteller, aber auch eine manuelle Orangenpresse ausprobiert. Allen Produkten gemeinsam ist der zylinderförmige Presskegel.

Während Sie bei den elektrischen Pressen nichts weiter tun müssen, als die halbe Frucht leicht auf den Presskegel zu drücken, welcher sogleich zu rotieren beginnt, ist bei der manuellen Zitruspresse (auch Hebel-Zitruspresse genannt) etwas mehr Körpereinsatz gefragt: Mithilfe eines Hebels wird der Presstempel sehr fest auf den Konus gedrückt und bricht dabei die safthaltigen Zellen der darauf platzierten halben Frucht auf.

Wir haben im Test in erster Linie auf die Saftausbeute der verschiedenen Modelle, die Konsistenz und den Fruchtfleischgehalt des hergestellten Safts geachtet, aber auch die Handhabung aller Geräte bewertet.

zitruspresse-mechanisch-elektrisch

Manuelle Edelstahl-Zitruspresse von Rosenstein & Söhne (l.), elektrische Edelstahl- Zitruspresse von WMF: Erstere erfordert mehr Muskelkraft, kommt dafür aber ganz ohne Strom aus. Mit letzterer lässt sich dank des mit einem Motor betriebenen rotierenden Presskegels mühelos ein ganzes Netz Zitronen auf einmal auspressen.

3. Saftausbeute & -qualität: Gänzlich ohne bittere Note

Kategorie Kriterien
Saftausbeute & -qualität
Gewichtung im Test: 50 %saftausbeute
  • Saftausbeute & -konsistenz
  • Fruchtfleischanteil & einstellbare Siebdurchlässigkeit

3.1. Saftausbeute & -konsistenz: Durchschnittlich 250 ml Saft aus 2 Orangen

saftausbeute

Besonders hohe Saftausbeute: Mit der Edelstahl-Zitronenpresse von Russell Hobbs sowie den Modellen von Alessi und Philips lassen sich rekordverdächtige 270 ml Saft aus zwei Orangen (insgesamt 500 g) herausholen.

Zitrusfrucht-Aufbau

Darstellung einer Zitrone: 1. äußerer, farbiger Teil der Schale (Exokarp), 2. innerer, weiß-schwammiger Teil der Schale (Mesokarp), 3. dünnes Fruchthäutchen (Endokarp), 4. Fruchtfleisch

Wir haben im Orangensaftpressen-Test überprüft, wie viele Milliliter Saft sich mit jedem Gerät aus 500 Gramm Orangen – das entspricht etwa 2 mittelgroßen Früchten – pressen lassen. Das Ergebnis: Die effizientesten Pressen bringen es auf etwa 270 Milliliter, die Zitronenpresse mit der geringsten Ausbeute (Smeg) kommt im direkten Orangenpressen-Vergleich immerhin noch auf 200 Milliliter Saft.

Positiv aufgefallen sind uns bei allen Zitronenpressen im Test die angenehm homogene Beschaffenheit und der milde Geschmack ohne bittere Note. Denn in der Schale und dem darunter liegenden weiß-schwammigen Mesokarp sind Bitterstoffe enthalten, die in den Saft gelangen können, wenn durch die Bewegung des Presskegels nicht nur das Fruchtfleisch sondern auch der weiche, innenliegende Teil der Schale aufgebrochen wird.

3.2. Fruchtfleischanteil & einstellbare Siebdurchlässigkeit: Die Mehrheit der Geräte filtert gründlich

einstellbare-siebdurchlaessigkeit

Braun-Zitruspresse mit regulierbarem Fruchtfleischanteil.

Nicht jeder mag Saft mit viel Fruchtfleisch. Daher haben wir Zitronenpressen, die eine Regulierung des Fruchtfleischanteils zulassen, im Test besonders positiv bewertet. Am leichtesten macht es Ihnen die Zitruspresse von Braun: Hier lässt sich die Siebdurchlässigkeit per Drehschalter in fünf Stufen einstellen.

Auch mit der Zitruspresse von Bosch kommen Sie ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack in den Genuss von wenig bis viel Fruchtfleisch, indem Sie nur einen Siebeinsatz zum groben Filtern des Safts oder 2 Siebeinsätze für eine fruchtfleischfreie Erfrischung verwenden.

Tipp: Zwar können im Test nur die Geräte von Bosch und Braun mit einer einstellbaren Siebdurchlässigkeit aufwarten, doch mithilfe einer einfachen Kaffeefiltertüte können Sie jeden Orangensaft nach dem Pressen zuverlässig von Fruchtfleisch und Schwebstoffen trennen.

Zwischenfazit: Wenn das Thema Fruchtfleisch für Sie ein wichtiges ist, sollten Sie eine Orangenpresse kaufen, deren Siebdurchlässigkeit Sie regulieren können. In Frage kommen die Geräte von Braun und Bosch.

4. Handhabung: Elektrische Presse erleichtert das Verarbeiten großer Fruchtmengen

Kategorie Kriterien
Handhabung
Gewichtung im Test: 50 %handhabung
  • Presskegel & integrierter Saftbehälter
  • Start-Stopp-Automatik & Tropfstopp

4.1. Presskegel & integrierter Saftbehälter: Nur 2 Geräte im Test kommen mit Saftbehälter

zitruspresse-integrierter-saftbehaelter

Elektrische Zitruspresse von Braun (l.) mit integriertem Saftbehälter, Design-Zitruspresse von Smeg mit Edelstahl-Ablauf und darunter platziertem Wasserglas zum Auffangen des Safts (r.).

Für die allermeisten Geräte im Test benötigen Sie ein geeignetes Auffangbehältnis, um den Saft aufzufangen, der aus dem Ablauf herausfließt. Gerade wenn Kinder beim Auspressen der Zitrusfrüchte helfen oder es in der Küche mal etwas hektischer zugeht, kann das Gefäß umkippen oder verrutschen, sodass der Saft danebenläuft.

Aus diesem Grund fanden wir im Test die Pressen von Braun und Bosch mit integriertem Saftbehälter besonders praktisch. Für große Haushalte mit einem hohen Saftverbrauch empfiehlt sich die Presse von Bosch mit einem Behälter-Füllvolumen von 800 Millilitern.

Eine weitere hilfreiche Besonderheit einiger Geräte sind Presskegel in unterschiedlichen Größen. Sowohl das Modell von Russell Hobbs als auch die elektrische WMF-Orangenpresse kommen jeweils mit einem kleinen Presskegel für Limetten und Zitronen und einem großen Pendant für Grapefruits und Orangen im Lieferumfang daher.

Hinweis: Unterschiedliche Konus-Größen verbessern die Handhabung, sind aber nicht zwingend erforderlich, um verschiedene Zitrusfrucht-Arten entsaften zu können: Limetten lassen sich problemlos auch auf einen großen Presskegel aufsetzen und um eine Grapefruit auf einem kleinen Konus auszupressen, hilft es, die Frucht von außen mit der Hand ein wenig zusammenzudrücken.

4.2. Start-Stopp-Automatik & Tropfstopp: Der Smeg-Tropfstopp fällt durch

zitruspresse-tropfstopp

Der Ablauf der Zitruspresse von Philips wird nach dem Entsaften einfach mit dem Finger nach oben geklappt, damit kein Saftrest auf die Arbeitsplatte tropft.

citruspresse-reinigung

Alle Geräte im Test, darunter auch die Hand-Orangenpresse mit Hebel von Rosenstein & Söhne, erleichtern den Abwasch mit spülmaschinenfesten Einzelteilen.

Alle elektrischen Zitronenpressen im Test sind mit einer Start-Stopp-Automatik ausgestattet. Das heißt, Sie müssen keinen Schalter betätigen, um den Motor zu starten und den Presskegel in Rotation zu versetzen: Es reicht aus, die halbierte Zitrusfrucht mit etwas Druck aufzusetzen.

Nach dem Entsaften lässt sich eine Pfütze auf der Arbeitsfläche am besten mittels einer Tropfstopp-Funktion vermeiden: Dafür wird der Ablauf einfach mit dem Finger nach oben gedrückt. Jetzt können Sie das Gerät bedenkenlos ohne Auffangbehälter stehen lassen oder in die Spüle stellen, ohne dass überschüssiger Saft heraustropft.

Die meisten Geräte verfügen über dieses hilfreiche Extra, enttäuscht waren wir aber von der Konstruktion der Smeg-Saftpresse: Zwar lässt sich auch hier der Ablauf nach oben klappen, jedoch hindert das den Saft nicht am Heruntertropfen.

Zwischenfazit: Wenn Sie Wert auf einen geringen Reinigungsaufwand legen, ist die Tropfstopp-Funktion eines der wichtigsten Merkmale bei der Auswahl einer Orangenpresse. Sie hilft Ihnen, klebrige Saftspritzer von Arbeitsfläche, Fußboden und Kleidung fernzuhalten.

5. Fragen und Antworten rund um die Zitronenpresse

Sie haben in unserer Kaufberatung noch nicht alle Antworten auf Ihre Fragen gefunden? Im Folgenden verraten wir Ihnen noch einige Tipps zur Auswahl der richtigen Fruchtpresse für Ihre bevorzugte Obstsorte und zur richtigen Lagerung des frisch gepressten Safts.

5.1. Welche Früchte kann man mit einer Orangenpresse verarbeiten?

presskegel

WMF-Orangenpresse aus Edelstahl mit zwei Presskegeln in verschiedenen Größen: Erleichtern das Pressen kleiner Limetten und großer Grapefruits.

Geeignet für die Verarbeitung in einer Zitronenpresse sind prinzipiell alle Zitrusfrucht-Sorten, auch wenn bei weitem nicht alle Früchte beim Entsaften so ergiebig sind wie Saftorangen. Als interessante Alternative zu Zitronen, Orangen, Limetten und Grapefruits taugen beispielsweise auch Mandarinen und Pampelmusen.

Für das Entsaften von Steinobst und Beeren sollten Sie dagegen besser eine Obstpresse verwenden. Gemüsesäfte aus Karotten oder Roter Bete gelingen mit einem Entsafter am besten. Für das Anlegen größerer Saftvorräte ist ein Dampfentsafter der passende Geräte-Typ.

5.2. Wie lange ist frisch gepresster Saft haltbar?

Auch Säfte aus dem Handel sind gut

Zwar hat die Stiftung Warentest bisher keinen eigenen Orangenpressen-Test durchgeführt, dafür hat sie in der Ausgabe 08/2012 frisch gepresste Säfte aus dem Handel unter die Lupe genommen. In der Mehrheit der untersuchten Proben waren weder Keime noch Pestizidrückstände ein Problem.

Wir empfehlen Ihnen, Ihren frisch gepressten Saft so bald wie möglich zu verzehren. Zwar hält er sich im Kühlschrank durchaus 1 bis 2 Tage. Doch je länger er steht, umso mehr Milch- und Essigsäurebakterien sind enthalten.

Lagern Sie den Saft möglichst lichtgeschützt und nicht in einem Kunststoff-Behälter, um eine vorzeitige Gärung oder unappetitliche Veränderungen der Farbe des Fruchtsafts zu vermeiden. Geeignete Gefäße zur Aufbewahrung sind beispielsweise eine Karaffe aus Glas oder eine Thermoskanne. Verdorbenen Saft erkennen Sie am gärigen Geruch.

Das größte Problem bei der Lagerung von frisch gepresstem Saft ist aber der Vitaminverlust: Durch das Auspressen der Frucht kommen die Vitamine in Kontakt mit Sauerstoff und gehen nach und nach verloren.

Tipp: Die meisten Vitamine nehmen Sie auf, wenn Sie den Saft direkt nach der Zubereitung trinken.

Aus diesem Grund können Sie von einem selbstgepressten Saft grundsätzlich einen höheren Vitamingehalt erwarten als von einem gekauften Saft, der mitunter schon einige Stunden steht, bevor Sie ihn trinken. Weitere Vor- und Nachteile des Selberpressens von Zitrusfrüchten gegenüber dem Genuss von Säften an der Saftbar im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • besonders frisch verzehrbar
  • volle Kontrolle über Herkunft und Qualität der Früchte
  • volle Kontrolle über Zusatzstoffe und Lagerung
  • günstiger als frischer Saft aus dem Handel
  • eigene Saft-Rezepte mit Mischungen aus verschiedenen Früchten möglich
  • zusätzliches Gerät, das Platz in der Küche beansprucht
  • Herstellungs- und Reinigungsaufwand