Das Wichtigste in Kürze
  • Formatkreissägen sind Präzisions-Tischkreissägen und eignen sich für den perfekten Zuschnitt von großen Holzplatten oder Werkstücken, die auf den Millimeter genau geschnitten sein sollen.
  • Da diese Formatsägen hauptsächlich im Profi-Bereich verwendet werden, heißen sie auch Tischlereikreissäge oder Schreiner-Tischkreissäge. Für ambitionierte Heimwerker reichen durchaus die kleinsten und schwächsten Formatkreissägen völlig aus.
  • Außerdem dienen die Formatkreissägen zum Besäumen von Holz, also dem Entfernen von Baumrinde, um blanke Bretter zu erhalten. Aufgrund dieser Funktion kann man sie auch Besäumkreissäge oder Besäumsäge nennen.

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Von echten und unechten Besäumkreissägen

„Echte“ Besäumkreissägen sind eigentlich die Doppelbesäumkreissägen und die Klassiker im Sägewerk, wenn es darum geht, Baumstämme von Rinde zu befreien und die runden Stämme in gleichmäßige Bretter zu schneiden. Einige der riesigen Doppelbesäumer können sogar mehr als nur doppelbesäumen und schneiden zuweilen einen kompletten Stamm in einzelne Bretter. Bei diesen Sägen sind dann vier oder mehr Kreissägeblätter parallel nebeneinander.

Formatkreissäge? Was ist das?

Die Formatkreissäge kann lediglich eine Seite des Stammes bearbeiten, da sie nur ein Sägeblatt hat.

Wofür ist eine Formatkreissäge am besten?

Mehr als 8.700 Neuverträge von Auszubildenden im Holzbereich verzeichnete das Jahr 2017 in Deutschland (Quelle: ZDH). Das sind fast 400 mehr als im Jahr davor und verspricht einen Trend nach oben. Wer seine Tischlerei ausbauen möchte, der braucht eine hochwertige Tischlereikreissäge, um damit Bauteile präzise zuzuschneiden.

Welche Formatkreissäge eignet sich für Heimwerker?

Diese präzisen, stationären Tischkreissägen brauchen viel Platz und sind eher nichts für Heimwerker. Höchstens die kleinen Modelle der Formattischkreissägen sind für sehr ambitionierte Heimwerker interessant. Falls Sie Zweifel haben, schauen Sie in einen dieser Ratgeber:

Im vorliegenden Formatkreissägen-Vergleich 2020 verraten wir, ob Sie eher ein großes Modell und kräftiges Modell brauchen oder ob auch ein schwächeres Gerät besser passt. Außerdem verraten wir Ihnen in unserer Kaufberatung ein paar Tipps rund um Hersteller und Marken der Formatsägen.

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Mit zahlreichen Anschlägen gelingen verschiedenste Winkelschnitte präzise. Hier im Bild der Parallelanschlag einer Formatkreissäge im Einsatz.

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Starkstromanschlüsse mit 400 Volt erkennen Sie an den mehreren Pins.

1. Wie lässt sich der richtige Stromanschluss-Typ wählen?

Die großen Tischlereien haben mit hoher Wahrscheinlichkeit immer genügend Starkstromanschlüsse, an denen sich 400-Volt-Werkzeuge anschließen lassen.

Betreiben Sie jedoch eine kleine Schreinerei oder wollen lediglich Ihr Heimwerker-Domizil professionalisieren, dann ist es möglich, dass nicht immer ein 400-Volt-Stromanschluss vorhanden ist. Doch zum Glück gibt es kleine Präzisions-Tischkreissägen, die auch mit 230-Volt laufen.

Der richtige Anschluss für Ihre Formatkreissäge: Bevor Sie eine günstige Formatkreissäge kaufen, achten Sie auf die vorhandenen Stromanschlüsse in Ihrer Werkstatt: 400-Volt-Anschlüsse sind Starkstromanschlüsse und eher selten. 230 Volt ist die Standard-Steckdose im Haushalt.

2. Braucht man für saubere Schnitte einen Vorritzer?

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Vorritzer sind dem Hauptsägeblatt vorgelagerte kleine Sägebätter zum sauberen Anschneiden des Werkstückes.

Dank des Schiebeschlittens sowie der zahlreichen Anschläge gelingen Zuschnitte auf der Formatkreissäge in der Regel wesentlich präziser als auf einer herkömmlichen Tischkreissäge. Doch die besten Formatkreissägen bieten darüber hinaus einen sogenannten Vorritzer.

Ein Vorritzer ist ein kleines Sägeblatt, dass noch vor dem großen Hauptsägeblatt das Werkstück anritzt. Aufgrund seiner geringen Größe entwickelt der Vorritzer höhere Geschwindigkeiten als das große Kreissägeblatt. Hohe Geschwindigkeiten sind wichtig für besonders saubere Schnittkanten. Ist das Blatt der Kreissäge zu langsam, splittern die Kanten unschön.

Hohe Geschwindigkeiten sind aber auch bei lackierten Holzstücken nicht unpraktisch, da Lackschichten viel schneller splittern als das Holz. Mit einem Vorritzer gewinnt die Maschine eher einen Formatkreissägen-Test als ohne.

Wobei dies nicht zwingend ist, da hochwertige Profi-Formatsägen nicht immer einen Vorritzer mitbringen. Bei Altendorf-Formatkreissägen lässt sich dieser beispielsweise nachrüsten. Während die kleineren Modelle von Scheppach, Holzmann oder Holzstar keinen Platz mehr in der Maschine für ein weiteres Kreissägeblatt bieten.

Vor- und Nachteile eines integrierten Vorritzers

  • ermöglicht besonders saubere Schnitte
  • erspart einen Arbeitsschritt bei sensiblen Werkstücken
  • macht die Säge teurer
  • macht die Säge sperriger

3. Große Schnitthöhen für dicke Werkstücke

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Zum Besäumen von Holzplanken brauchen Sie meist sehr große Schnitthöhen.

Je professioneller Sie arbeiten, desto mehr Spielraum beziehungsweise „Sägeraum“ brauchen Sie. Potenzielle Formatkreissägen-Testsieger bieten große Schnitthöhen. Je größer die Schnitthöhe, desto dicker können die zu schneidenden Werkstücke sein.

Die meisten Präzisions-Tischkreissägen schaffen ungefähr 100 mm zu sägen. Hier finden sich auch die größeren Modelle der Hersteller wie Holzmann, Holzkraft, Holzstar oder die Sägen aus Scheppachs Forsa-Reihe.

Die kleinen Formatkreissägen nähern sich eher herkömmlichen Tischkreissägen an und sägen ungefähr 70 bis 80 mm starke Platten. Für den Zuschnitt in einer kleinen Tischlerei, die hauptsächlich Möbel herstellt, reicht das durchaus. Spätestens bei Zuschnitten für Fachwerk müssen sie aber passen. Heimwerker sollten eventuell schauen, ob sie nicht mit einer günstigeren Tischkreissäge von Einhell, Bosch, Metabo oder Atika ebenso zum Ziel kommen.

Zum Besäumen brauchen Sie immer viel Schnitthöhe

Müssen bei einem Werkstück noch Ränder begradigt oder gar Rinde (die sogenannte Borke) entfernt werden, dann sind diese meist verhältnismäßig sperrig. Wer also für die Holzverarbeitung sein Material selbst besäumen möchte, der wird es sehr häufig mit dicken Werkstücken zu tun haben.

Doch bedenken Sie, dass das Besäumen nur eine Funktion von vielen der Formatkreissäge ist. Sie wird nie komplette Baumstämme ordentlich besäumen wie große Maschinen in einem Sägewerk. Dies wäre demnach keine angemessene Disziplin in einem Formatkreissägen-Test. Die Hauptfunktion der Formatkreissäge ist es, Holz, das aus dem Sägewerk kommt, auf das richtige Format zu trimmen.

4. Wie essentielle sind Kraft und Geschwindigkeit für hartes Holz?

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Die meiste Kraft und gleichbleibende Geschwindigkeit haben die großen Tischlereikreissägen.

Wenn Sie viel Holz hintereinander am Stück zuschneiden, dann brauchen Sie für eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit nicht nur eine sich flink drehende Säge, sondern auch einen angemessen starken Motor. Wäre der Motor zu schwach, würde die Säge beim Schneiden sofort ihre Geschwindigkeit einbüßen.

4.1. Viel Kraft erhält die Geschwindigkeit

Solange kein Formatsägen-Test vorliegt (z. B. von Stiftung Warentest oder heimwerker.de), können Sie sich nur an dem Datenblatt des Herstellers orientieren. Ein Elektromotor mit großer Wattaufnahme wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch viel Wattleistung wieder abgeben. Wattleistung ist hier die tatsächliche Arbeitskraft, mit der der Motor das Sägeblatt dreht. Wattaufnahme bezeichnet nur den Strom, den ein Elektrogerät maximal aufnimmt.

Damit das Sägeblatt eine kontinuierliche Geschwindigkeit beim Arbeiten aufrechterhält, muss der Motor sehr stark sein, da das Blatt sonst sofort an Tempo verliert, wenn es sich ins Holz eingräbt. Gerade bei festem Hartholz wie Buche ist viel Kraft wichtig, damit das Sägeblatt sauber durch die Fasern schneidet.

Unter 3.000 Watt könnte zu schwach sein

Bereits gute Tischkreissägen brauchen 3.000 bis 4.000 Watt. Daher sollten auch nicht Profimaschinen wie die Formatkreissägen mit weniger als 3.000 Watt arbeiten. Wer besonders schnell arbeiten will, braucht mindestens ein Modell mit mehr als 4.000 Watt. Ab 5.000 Watt beginnt die Kategorie der Power-Maschinen.

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4.2. Hohe Geschwindigkeit für saubere Schnittkanten

Schnittgeschwindigkeit selbst berechnen

Laut den Heimwerker-Profis von holzwerken.de wird Holz erst ab einer Geschwindigkeit von 40 Metern pro Sekunde ordentlich zerteilt. Kennen Sie den Durchmesser des Sägeblattes, können Sie die Mindestumdrehungszahl selbst ermitteln. Der Wert sollte möglichst über 40 liegen, da 40 m/s das untere Ende darstellt.

Ein Beispiel

  • Sägeblattdurchmesser = 300 mm
  • Drehgeschwindigkeit = 3.200 U/min

Rechnen Sie nun:

  • mm x U/min x Pi (ca. 3,14).
  • Teilen Sie diesen Wert durch 60.000 m/s

In Zahlen:

  • (300 x 3.200 x 3,14) : 60.000 = 50,24 m/s

Der Meter-pro-Sekunde-Wert ist hier schneller als 40 und wäre somit schnell genug für einen perfekten Holzschnitt.

Eine sich schnell bewegende Klinge trennt Holzfasern sauber durch. Bewegen sich die Schneidezähne jedoch zu langsam, zieht das Sägeblatt die Fasern lediglich hoch oder bricht sie an verschiedenen Stellen. Dadurch entstehen ausgefranste Sägeränder.

Damit Holz überhaupt perfekt geschnitten werden kann, sind Drehgeschwindigkeiten von mehr als 3.000 U/min Grundlage. Ist die Säge langsamer, steigt die Gefahr für zahlreiche Ausfransungen an den Schnittkanten.

Diese Geschwindigkeit bezieht sich aber auf die großen Sägeblätter der Formatkeissägen. Kleinere Kreissägeblätter müssen noch höhere Geschwindigkeiten vorweisen da es genaugenommen um den Meter pro Sekunde geht. Ein großes Sägeblatt schafft bspw. bei 3.200 U/min mehr Meter pro Sekunde als ein kleines Sägeblatt bei 3.200 U/min.

Profis haben bei hohen Geschwindigkeiten natürlich auch die Bedenken, dass Brandspuren im Holz zurückbleiben. Doch dies ist eher beim Bohren und Schleifen ein Problem und nicht beim Sägen, da Sie das Werkstück am Blatt vorbeischieben. Beim Bohren und Schleifen verweilt das Werkzeug lange am Holz und baut dabei brandgefährliche Temperaturen auf.

Beim Durchsägen eines Werkstückes hilft Ihnen ein hohes Tempo zügig voranzukommen und somit sinkt auch die Gefahr für unschöne Brandflecken. Ist die Säge zudem auch stark genug (bspw. 4.500 Watt), dann zerteilen Sie auf dem Formattisch Buche genauso schnell wie Fichte.

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Bei lackierten Oberflächen sind hohe Schnittgeschwindigkeiten ebenfalls wichtig.

4.3. Was bedeuten S1 und S6 bei der Motorleistung von Formatkreissägen?

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Wenn Sie in die Großproduktion einsteigen und stapelweise Holz zuschneiden, werden die unterschiedlichen Betriebsarten interessant.

In den Datenblättern einiger Formatkreissägen finden sich zuweilen verschiedene Wattangaben für ein und dasselbe Werkzeug. Diese sind in der Regel mit S1 und S6 bezeichnet. Hierbei handelt es sich um verschiedene Möglichkeiten der Betriebsarten des Motors.

Eine Formatkreissäge mit S1 und S6 lässt sich auf zwei unterschiedlichen Weisen bedienen. S1 steht für einen Dauerbetrieb mit gleichbleibender Belastung. Wird der Motor auf diese Weise beansprucht, zieht er nur moderat Strom, da sich sonst die Maschine zu stark erhitzt und Schaden nimmt.

S6 steht zwar auch für einen Dauerbetrieb, der die Maschine aber nur sporadisch fordert. In dieser Betriebsart kann der Motor weit aufdrehen und für kurze Zeiten viel Watt aufnehmen, da er anschließend Zeit hat, um abzukühlen.

In dem vorliegenden Vergleich haben wir verschiedene Betriebsmodi nicht aufgenommen, da diese Angaben nicht immer eindeutig zu ermitteln sind und auch in der Praxis stark variieren können. Außerdem gibt es viele weitere dieser sogenannten Nennbetriebsarten. Unten in der Tabelle finden Sie einige wichtige Varianten.

Eine kurze Übersicht der wichtigsten Betriebsmodi:

Betriebmodus Einsatzart
S1
  • Dauerlauf
  • durchgehende Benutzung
  • moderate Wattaufnahme
S4
  • wechselnder Lauf: An-Aus
  • alternierende Benutzung
  • hohe Wattaufnahme
S6
  • Dauerlauf
  • alternierende Benutzung
  • sehr hohe Wattaufnahme
S8
  • Dauerlauf
  • alternierende Benutzung
  • Wechsel der Geschwindigkeit
  • wechselnde Wattaufnahme

5. Welche Schiebetischgröße wählen?

Die Größe des Formatschiebetisches lässt sich nicht nach gut oder schlecht bewerten, da die Größe hier abhängig von der Art Ihrer Holzbearbeitung ist: Wollen Sie hauptsächlich kleine Möbelteile zurechtsägen, dann ist ein kleines Format für Sie perfekt.

Wer komplette Wandschränke oder Innenauskleidungen vorbereitet, der braucht einen maximal großen Formatschiebetisch mit entsprechend großem Schiebeschlitten (z. B. für Fachwerk oder Wandpaneele).

Außerdem muss Ihre Werkstatt genügend Platz für die Formatkreissäge bieten. Bedenken Sie, dass die meisten Winkelanschläge auch Teleskopanschläge sind, die sich ausziehen lassen (auch Gehrungsanschlag genannt). Zudem sollte genügend Platz bleiben, um um die Formatsäge herumzugehen. Demnach lohnt es sich, zu jeder Seite der Säge ca. 100 cm Platz einzuplanen.

Vermessen Sie also Ihren Werkraum, bevor Sie vor Ort einen Formatkreissägen-Test beginnen und merken, dass Sie den Winkelanschlag kaum ausklappen können.