Das Wichtigste in Kürze
  • Tapeten zu entfernen, gelingt mit Wasserdampf besonders gut. Er dringt selbst durch kleinste Poren und löst auch alte Klebstoffe durch das Zusammenspiel von Hitze und Feuchtigkeit gut an.
  • Ein Dampf-Tapetenablöser kommt ohne chemische Hilfsmittel aus. Bei der Verwendung von normalem Leitungswasser muss er lediglich ab und zu entkalkt werden.
  • Mit passenden und fest montierbaren Aufsätzen kann der Tapetenlöser auch für andere Zwecke genutzt werden. Einige Dampfreiniger verfügen als Zubehör über eine Dampfplatte, die zum Ablösen von Tapeten bestens geeignet ist.

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In Deutschland erzielen die Hersteller von Tapeten jährlich einen Umsatz von knapp 700 Millionen Euro. Die Vorzüge, die diese hohe Nachfrage erklären, liegen auf der Hand: Die Wanddekoration lässt sich vergleichsweise leicht verarbeiten und ebenso mühelos überstreichen, um Räumen mit neuer Farbe ein anderes Aussehen zu verleihen.

Das Entfernen der Raufasertapeten gelingt dagegen nicht immer ohne weiteres. Ziel des Tapetenkleisters ist ein sicherer Halt, weshalb die Zuhilfenahme eines Dampf-Tapetenablösers Zeit, Kraft und ein paar Nerven sparen kann, um genau diesen ohne große Rückstände abzulösen. Welche Unterschiede es bei den einzelnen Modellen in der Handhabung gibt und was bei der zusätzlichen Nutzung als Dampfreiniger zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Dampf-Tapetenablöser-Vergleich 2020.

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1. Macht der Dampf den Unterschied?

Während das Angebot an diversen Tapetenlösern auf chemischer Basis ebenfalls groß ist, bietet sich mit dem Tapetenentferner mit Dampf eine deutlich unbedenklichere Alternative. Auch im kleinen Renovierleitfaden der Stiftung Warentest wird schon die Wirkung von heiß versprühtem Wasser hervorgehoben, die bei Dampf natürlich noch besser zum Tragen kommt.

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Besonders bei Mustertapeten muss der Untergrund vorher säuberlich geglättet werden.

Statt in Form von Tröpfchen liegen im Wasserdampf nur noch einzelne Moleküle vor. Diese sind wesentlich kleiner als Wassertropfen und dringen deshalb leichter durch Poren und Ritzen hinter die Tapeten und entfernen den Kleber ganz ohne weitere Hilfsmittel. Das ist dasselbe Prinzip wie bei atmungsaktiver Kleidung. Dampf gelangt hindurch, während Tropfen an der Oberfläche hängen bleiben. Deshalb braucht es gar nicht erst einen Dampf-Tapetenablöser-Test, um den Vorteil von Dampf gegenüber Wassertropfen auszumachen.

Das funktioniert, weil Tapetenkleister in der Regel wasserlöslich ist. Dank der Hitze des Wasserdampfs steht außerdem genug Energie zur Verfügung, um in den gehärteten Leim einzudringen und ihn anzulösen. Im Anschluss müssen Sie die einzelnen Bahnen der Tapeten vorsichtig ablösen. Nur an besonders hartnäckigen Stellen werden Sie trotz der starken Wirkung von Dampf nicht um den Einsatz eines Spachtels herumkommen.

Damit wird das Vorbereiten der Wand für eine komplette Renovierung spürbar vereinfacht, was sich insgesamt in vier Schritte einteilen lässt:

  • bei Vinyltapeten oder Tapeten mit vielen Anstrichen die Oberfläche mit Nagelwalze oder Tapetenwolf bearbeiten
  • bei besonders hartnäckigen und sehr alten Tapeten verdünnte Lösungsmittel für Farbe und Leim auftragen
  • mit dem Dampf-Tapetenlöser die Wandfläche nach und nach bearbeiten und Tapeten direkt im Anschluss entfernen
  • Reste mit dem Spachtel entfernen und Risse oder Löcher mit Spachtelmasse glätten

Fazit: Ob Sie eine Vliestapete entfernen wollen, eine Fototapete oder auch eine Tapetenbordüre: Mit dem Dampf-Tapetenablöser können Sie auf chemische Mittel komplett verzichten und ganz auf die Wirkung von Wasserdampf setzen. Um diesen Effekt zu belegen, bedarf es keines Tests von Dampf-Tapetenablösern, denn jeder normale Dampfreiniger zeigt, wie verdampftes Wasser tief in Oberflächen eindringen kann.

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2. Verschiedene Typen: Sind Dampf-Tapetenablöser mit zusätzlicher Reinigungsfunktion besonders vielseitig?

Der größte Unterschied zwischen den einzelnen Tapetenentfernern besteht in den weiteren Einsatzmöglichkeiten. Während es in den Tests von Dampf-Tapetenablösern natürlich vorrangig um diese Aufgabe beim Renovieren geht, können einige Geräte auch als Dampfreiniger fungieren.

Kategorie Eigenheiten
Dampfreiniger mit Tapetenlöser
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+ vielfältige Nutzung im Haushalt
+ durch erhöhten Druck wassersparend
+ besonders effektiv bei hartnäckigen Rückständen
- durch höheren technischen Aufwand teurer
- höheres Verletzungsrisiko durch erhöhten Druck und Hitze
einfacher Dampftapetenablöser
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+ durch einfachen Aufbau wartungs- und verschleißarm
+ vergleichsweise preiswert
+ einfache Handhabung
- ausschließlich für das Ablösen von Tapeten gedacht

Die zusätzliche Reinigungsfunktion macht noch längst keinen Dampf-Tapetenablöser-Testsieger aus. Haben Sie sich schon länger mit der Anschaffung eines Dampfreinigers beschäftigt und benötigen jetzt vordergründig einen Tapetenentferner, kann sich ein Kombi-Gerät zum Beispiel von Kärcher oder Earlex in jedem Fall lohnen.

Wollen Sie dagegen schlicht einen Dampf-Tapetenablöser kaufen, weil Sie ihn demnächst einsetzen wollen, sind Sie auch mit dem Dampf-Tapetenentferner “Powx340“ oder dem “Speedy Vap“-Dampf-Tapetenablöser von Lehnartz oder einem ähnlichen Modell ohne große Extras gut beraten.

Darüber hinaus gibt es noch ein paar Modelle, unter anderem Dampf-Tapetenablöser von Wagner, die als Zubehör Reinigungsaufsätze anbieten. Insbesondere für Bad oder Fenster sind diese gut anwendbar. Da die Geräte keinen erhöhten Druck erzeugen, sind sie nur für glatte Oberflächen geeignet, nicht aber für Polster oder Fugen.

Hinweis: Wir von Vergleich.org raten dringend davon ab, Bürsten an nicht dafür konstruierte Tapetenlöser anzubringen. Ist die Verbindung des Eigenbaus nicht ausreichend fest, wie es bei Klickverbindungen vom Hersteller der Fall ist, besteht ein hohes Verletzungsrisiko durch heißen Dampf.

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3. Kaufberatung: Welche Eigenschaften sollte der Dampftapetenablöser haben?

3.1. Beim Wassertank gibt es viel zu beachten

Bei allen Modellen ohne zusätzliche Druckerhöhung – wie etwa bei den Dampfablösern von Black + Decker, Dema oder Wagner – lässt sich am Inhalt des Wassertanks relativ gut die Benutzungsdauer (in min) ablesen. Mit ungefähr 4 l können Sie knapp 1 h Dampf erzeugen. Modelle, die einem höheren Druck standhalten, kommen dagegen mit weniger Wasser aus. Hier reicht in etwa die Hälfte der Wassermenge.

Allerdings fasst zum Beispiel ein Kärcher SC 1.010 nur 1 Liter, ein Wagner W16 kann 5 Liter aufnehmen, weshalb die Dampfzeit in diesem Modell von Wagner dennoch deutlich länger ist.

Auch die Füllmenge und die Leistungsaufnahme hängen direkt miteinander zusammen. Je mehr Wasser eingefüllt werden kann, desto länger dauert das Erhitzen. Ein stärkeres Heizelement kann die Aufwärmzeit (in min) spürbar senken. So benötigt zum Beispiel der Dampf-Tapetenablöser “Black + Decker KX3300T“ bei 4 l knapp 11 Minuten. Der Dampf-Tapetenablöser “Speedy Vap“ von Lehnartz braucht für 3 l ungefähr die gleiche Zeit, verfügt aber auch über ein 400 Watt schwächeres Heizelement.

Tipp: Auch die Geräte, die das Wasser einfach nur erhitzen, erzeugen einen gewissen Überdruck. Achten Sie beim Kauf auf eine sichere Verbindung zwischen Deckel und Behälter für das Wasser. Auch Schlauch, Dampfplatte und Einfüllöffnung für das Wasser sollten neben einer Schraubverbindung im besten Fall zusätzlich gesichert sein.

3.2. Schlauch und Aufsatz im praktischen Einsatz

Verdampfungswärme

Wasser wird bei 100 °C nicht einfach zu Dampf. Dafür muss noch einmal jede Menge Energie zugeführt werden. Später muss diese erst wieder an die Umwelt abgegeben werden, damit aus dem Dampf wieder Wasser wird. Erst dieses Phänomen sorgt dafür, dass der einmal erzeugte Dampf durch den gesamten Schlauch des Tapetenablösers gelangt, ohne sofort wieder zu kondensieren.

Eine hohe Dampfschlauchlänge sorgt für mehr Bewegungsfreiheit. Dadurch kommen Sie seltener in die Verlegenheit, den Behälter mit erhitztem Wasser bewegen zu müssen. Vor allem bei hohen Wänden sollte der Schlauch nie kürzer als 3 m ausfallen.

Etwas mehr ist natürlich besser. Viel länger werden die Schläuche aber nie, weil der Wasserdampf auf dem langen Weg ansonsten wieder zu Wasser werden könnte. Deshalb ist auch eine gute Wärmeisolierung am Schlauch nötig, die gleichzeitig auch Ihre Hände bei der Arbeit schützt.

Die Größe der Dampfplatte am Ende des Schlauchs bestimmt, welche Tapeten-Fläche Sie mit einem Mal ablösen können. Der bei vielen Modellen ähnliche Aufbau vom Heizelement bis zum Wassertank führt dazu, dass fast immer gleiche Abmessungen anzutreffen sind. Vom Dampf-Tapetenentferner “Powx340“ von PowerPlus bis zum Wagner-Dampf-Tapetenlöser entspricht die Fläche stets einem DIN-A4-Blatt.

Anders zum Beispiel der Dampftapetenlöser SC 1.010 von Kärcher, der aber auch einen mit höherem Druck bereitstellt: Hier ist die Dampfplatte etwa anderthalbmal so groß, was bei einer kompletten Wand schon ins Gewicht fallen kann. Gleichzeitig ist der technische Aufwand jedoch ebenfalls höher, was das Gerät wiederum teurer macht.

3.3. Die Sicherheit ist wichtig

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Auch älterer Tapetenkleister lässt sich mit Wasserdampf vergleichsweise gut lösen.

Wegen des hohen Strombedarfs und des Umgangs mit heißem Wasserdampf darf die Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden. Dass die Verkabelung ausreichend sicher und für so viel Watt geeignet ist, dafür sorgt die Zulassungspflicht für Elektrogeräte in der EU, unabhängig davon, ob Sie den Dampf-Tapetenablöser bei OBI oder im Internet kaufen.

Bei einigen anderen Details sollten Sie aber genauer hinschauen. Ist zum Beispiel der Griff der Dampfplatte so gebaut, dass Sie ihn stets schadlos anfassen können und auch mit Handschuhen sicher greifen? Sind die Verbindungen zwischen dem Schlauch und den anderen Element fest und verfügen über eine zusätzliche Sicherung, die ein unbeabsichtigtes Lösen verhindert?

Auch die Standsicherheit spielt eine Rolle. Da das Heizelement üblicherweise im Deckel ist, sinkt die Standfestigkeit bei nur noch geringer Füllmenge. Aus diesem Grund ist zum Beispiel der Dampf-Tapetenablöser “Black + Decker KX3300T“ so gestaltet, dass er nach unten deutlich breiter wird. So verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass er durch eine Unachtsamkeit umgestoßen werden kann.

Hinweis: Auch wenn das Detail auf den meisten Herstellerfotos fehlt: Wir von Vergleich.org empfehlen bei der Arbeit mit heißem Dampf, stets Handschuhe zu tragen. So schützen Sie sich auf einfache Weise vor schmerzhaften Verbrühungen.

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4. Blick auf ÖKO-TEST liefert interessante Anhaltspunkte

Ein Test von Dampf-Tapetenablösern findet sich leider nicht bei Stiftung Warentest. Dafür ist der Kommentar von Öko-Test zu Tapetenlösern auf chemischer Basis erhellend.

Hier wird festgestellt, dass sich die Hersteller dieser Tapetenlöser selbstverständlich an die normalen Bestimmungen für Reinigungsmittel halten müssen, dementsprechend dürfen auch keine undeklarierten oder gar verbotenen Substanzen enthalten sein. Aber die Tester konnten kaum Verbesserungen im Vergleich zu herkömmlichem Spülmittel feststellen.

Somit ist heißer Dampf in jedem Fall eine gute Alternative ohne Tenside oder Konservierungsstoffe. Wenn Sie sich bei den Dampf-Tapetenablösern zudem an die bekannten Marken halten, können Sie die alten Tapeten in Angriff nehmen. Namhafte Hersteller sind unter anderem:

  • Lehnartz
  • Kärcher
  • Wagner
  • Black & Decker
  • Dema
  • Silverline

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5. Fragen und Antworten rund um das Thema Dampf-Tapetenablöser

5.1. Lohnt es sich, einen Dampf-Tapetenablöser zu mieten?

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Tapete in kleinen Stücken abzukratzen ist deutlich aufwendiger, als große und mit Dampf angelöste Stücke abzuziehen.

Dampf-Tapetenablöser können bei OBI, Hornbach und anderen Baumärkten gegen Gebühr angemietet werden. Dabei handelt es sich um Geräte für den professionellen Einsatz, die vor allem beim Transport vom Baumarkt nach Hause und im Haus selbst recht schwer zu handhaben sind.

Wollen Sie an einem Wochenende Ihr komplettes Eigenheim von den alten Tapeten befreien, kann sich das Mieten eines Dampf-Tapetenablösers durchaus lohnen. Wollen Sie jedoch ein Zimmer umgestalten und eventuell im nächsten Jahr ein weiteres, fällt die Rechnung schon anders aus.

Neben dem zeitlichen Aufwand, den Dampf-Tapetenlösers bei Toom, Hagebau oder anderswo abzuholen, überschreiten Sie nicht selten bereits durch das zweifache Mieten die Kosten für einen günstiger Dampf-Tapetenablöser.

5.2. Welches Wasser sollte für den Dampftapetenablöser verwendet werden?

Im Normalfall sind Sie mit gewöhnlichem Leitungswasser im Tapetenlöser bestens beraten. Durch den relativ hohen Durchsatz wird zum Beispiel der Einsatz von destilliertem Wasser schnell ziemlich teuer. Auch der beste Dampf-Tapetenablöser verbraucht ein paar Liter Wasser pro Raum. Ein 5-Liter-Kanister destilliertes Wasser kostet etwa zwei bis drei Euro. Die gleiche Menge Leitungswasser liegt dagegen bei weniger als 2 Cent.

Solange Sie sichtbare Kalkrückstände regelmäßig entfernen, werden Sie durch die Verwendung von Leitungswasser keinerlei Nachteile haben.

Tipp: Auch beim Reinigen müssen Sie keine speziellen Mittel einsetzen. Wir von Vergleich.org empfehlen den Einsatz von unbedenklichem Haushaltsessig. Den gibt es auch bei Aldi oder Lidl für kleines Geld und das Naturprodukt ist dank seines Säuregehalts bestens zum Auflösen von Kalk geeignet.