Das Wichtigste in Kürze
  • Ein so genannter Tier-Clicker dient zum auf Konditionierung basierenden Training von Hunden, Katzen, Pferden und jeder erdenklichen Kleintier-Spezies.
  • Das Gerät selbst ist sehr klein und passt in der Regel an einen Schlüsselbund. Manche Modelle verfügen über eine zusätzliche Teleskopstange, mit der bspw. ein Parkour-Lauf antrainiert werden kann.
  • Achten Sie beim Kauf neben der Anzahl an mitgelieferten Exemplare auch darauf, ob verschiedene Tonhöhen eingestellt werden können und ob ein Tragebeutel sowie eine Anleitung mit Trainingstipps mitgeliefert werden.

clicker-test

Die Ursprünge des Klickertrainings

Den Gedanken, akustische Signale zum Trainieren von Tieren zu verwenden, verdanken wir v. a. den Verhaltensforschern B. F. Skinner sowie Medizin-Nobelpreisträger I. P. Pawlow. Stark vereinfacht wird der Effekt genutzt, der sich beim Tier einstellt, wenn auf das gewünschte Verhalten eine Belohnung erfolgt (signalisiert durch das Klicken).

Sie sind stolzer Besitzer einer jungen Katze, eines Hundewelpens oder eines Fohlens und ernsthaft daran interessiert, Ihrem Liebling kleine wie große Tricks beizubringen?

Dann ist das so genannte Klickertraining genau das Richtige für Sie! Mit Hilfe eines kleinen Geräts („Clicker“ bzw. „Klicker“ genannt), welches akustische Signale in Klick-Form produziert, können Sie Ihr Haustier auf zahlreiche Wunsch-Verhaltensweisen hin trainieren und konditionieren.

In unserem Clicker-Vergleich 2020 haben wir uns die derzeit beliebtesten Modelle genauer angeschaut und präsentieren Ihnen im folgenden Ratgeber zum Thema nicht nur, worauf Sie beim Kauf besonders achten sollten (bspw. auf Modelle mit verschiedenen Clicker-Tonhöhen oder einer ausfahrbaren Teleskopstange), sondern geben Ihnen zugleich einige Trainings-Tipps mit auf den Weg.

1. Ist Clicker-Training nur für Hunde und Katzen geeignet?

Clickertraininig für Katzen

Ganz wichtig: Geben Sie sich und Ihrer Katze genügend Zeit – auch die widerwilligste Katze lernt schnell, sobald sie einmal realisiert, dass sie beim Clickern schnell an Leckerlies gelangt. In diesem Ratgebertext gilt übrigens alles, was über Hunde gesagt wird, auch für Katzen; Clicker funktionieren bei diesen vergleichbar effizient.

Laut einer Erhebung des Zentralverbands Zoologischer Fachverbände (ZZF) zählten Katzen (22 %) und Hunde (17 %) auch im Jahr 2016 noch zu den beliebtesten Haustieren der Republik, was zur Folge hat, dass beim Stichwort Tierkonditionierung oft vor allem an diese beiden Spezies gedacht wird – Clickertraining funktioniert allerdings auch bei Pferden sowie den meisten sogenannten „Kleintieren“ wie Reptilien, Amphibien, Nagetieren (bspw. Hamstern, Mäusen und Ratten) und sogar Vögeln, allen voran Papageien und Sittichen.

Wichtig für Sie als Laie ist zudem: Die Clicker-Konditionierung gilt als eine äußerst effiziente Methode, nicht nur das Potenzial Ihres Tieres voll auszuschöpfen, sondern auch, es noch enger an sich zu binden und mitunter völlig neue Seiten an diesem zu entdecken. Die Einsatzmöglichkeiten beim „Herumklickern“ mit Ihrem Vierbeiner reichen dabei von

  • extravaganten Kunststücken über
  • die Therapiemöglichkeit bei Problemverhalten bis zu
  • professionellen Hunde- und Katzensportarten.

Das folgende Video veranschaulicht ein Klickertraining am Beispiel eines mit Ringen und Kegeln agierenden Pferdes:

2. Welche unterschiedlichen Clicker-Typen gibt es?

Prinzipiell ähneln sich die im Handel erhältlichen Klicker zur Konditionierung stark; letztlich handelt es sich um ein relativ simpel und zugleich sehr robust konstruiertes Kleingerät. Ein durchaus relevantes Unterscheidungsmerkmal jedoch haben wir für Sie in der folgenden Tabelle hervorgehoben:

Clicker-Art Beschreibung
gewöhnlicher Clicker

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Um mit Ihrem zwei- bzw. vierbeinigen Freund fordernde Kreativitätsübungen durchführen zu können, benötigen Sie in der Regel nicht mehr als einen gewöhnlichen Clicker (siehe Abbildung). Dieser kommt im Normalfall ohne Batterien, sondern einzig durch simple Mechanik aus.

Material: zumeist aus Kunststoff
+ in der Regel als Schlüsselanhänger verwendbar

Target-Stick-Clicker

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Clicker mit einer so genannten Teleskopstange sind v. a. dann nützlich, wenn Sie mit Ihrem Haustier bspw. eine Parkour-Strecke abgehen: Das Tier konzentriert sich bei der Fortbewegung auf den kleinen Softball an der Spitze des Stabes. Zudem ist die Teleskop-Stange in der Länge verstellbar (zwischen ca. 10 und 80 cm).

Material: Kunststoff und Metall
+ Target-Sticks auch ohne Klick-Funktion einsetzbar
- etwas zu sperrig als Schlüsselanhänger

3. Clicker-Kaufberatung: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Obwohl sich Tier-Klicker vom Prinzip her sehr ähneln, sollten Sie speziell auf die folgenden Punkte achten.

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Nicht nur zur Hunde- und Katzen-Erziehung geeignet: Auch Pferde lassen sich mit einem Clicker trainieren.

3.1. Bissfest? Nur mit Teleskopstange!

Manch Katz, Pferd oder Hund kann es nicht erwarten, bis Frauchen oder Herrchen ein belohnendes Leckerchen spendiert und schnappt daher gerne bereits vorzeitig nach Ihrem Klicker – wirklich bissfest sind hierbei allerdings nur jene Modelle mit integrierter Teleskop-Stange (bzw. Target-Stick). Je nach Biss-Stärke Ihres Haustieres kann Ihr Trainingsklicker durchaus Schaden nehmen – Exemplare aus der Kategorie „extrahart“ finden sich bei den Clickern eher selten.

Sie haben bei der Clicker-Auswahl genau zwei Alternativen: Entweder Sie geben besonders acht auf Ihren Clicker oder Sie greifen gleich zur Variante mit integrierter Teleskopstange.

3.2. Besser als ein Clicker? Mehrere Clicker!

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Nicht vergessen: Klicken Sie nie, ohne Ihr Haustier im Anschluss zu belohnen! Andernfalls lohnt auch der beste Clicker nicht.

Einige Modelle aus unserem Clicker-Vergleich punkten nicht nur mit ihrer Vielseitigkeit als Schlüsselanhänger, sondern vor allem dadurch, dass die Hersteller gleich mehrere Exemplare im Paket versenden. Dies kann besonders dann praktisch sein, wenn gleich mehrere Familienmitglieder beim Clicker-Trainingsplan (und dessen Durchführung) mitwirken und sich dadurch nicht ständig um den Aufenthaltsort des Clickers gestritten werden muss.

3.3. Schauen Sie genau hin! Auch die kleinen Dinge zählen…

Bevor Sie sich nun einen Clicker kaufen, gilt es, niemals die kleinen Dinge zu vernachlässigen. Auf die folgenden Punkte sollten Sie vor der Wahl Ihres persönlichen Clicker-Testsiegers besonders achten:

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    Klicker für die Hundeerziehung gibt es in den verschiedensten Farben.

    Nur bei wenigen Clickern können Sie auch die Tonhöhen einstellen – dies ist bspw. nützlich, um dem Tier gewisse Verhaltensübungen zu verdeutlichen oder von anderen abzugrenzen. Möglich wäre etwa das Credo: je höherder Klickton, desto größer die Belohnung.

  • Manche Hersteller liefern zusätzlich zum Clicker einen speziellen Tragebeutel; falls Sie also nicht bereits über einen verfügen, ist dies ein praktisches Zusatzelement.
  • Falls Ihnen die Farbe des Clickers wichtig ist, haben Sie bei vielen, aber längst nicht allen Herstellern die Qual der Wahl – bei einigen allerdings wird die Clicker-Farbe willkürlich bestimmt.

Achten Sie auf unsere Produkt-Tabelle: Wir haben akribisch zusammengestellt, welche kleinen Zusatz-Features Sie bei welchem Hersteller erwarten.

4. Welche Tiertricks und Clickerübungen gibt es?

Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Maßnahmen zum richtigen Clickern zusammengestellt:

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    Gerade für die Erziehung von Hunde-Welpen gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Literatur im Fachhandel und in diversen Online-Shops.

    Ignorieren Sie unerwünschtes Verhalten des Tieres und belohnen Sie Erfolg – allerdings nicht sofort mit einem Leckerchen. Einerseits ist es wichtig, die Motivation des Hundes oder des Pferdes aufrecht zu erhalten, andererseits sollte das Tier Sie nicht als wandelnden Futterspender wahrnehmen.

  • Auch das Antrainieren von komplexen Verhaltensweisen ist möglich, benötigt aber entsprechend mehr Zeit und Aufwand. Es gilt: Je komplizierter eine Aufgabe ist, desto kleiner sollten die Schritte zum Ziel sein. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Tier dabei Zeit geben, aber konsequent bleiben.
  • Auf das richtige Timing kommt es an: Klicken Sie unverzüglich dann, wenn Ihr Tier das gewünschte Verhalten an den Tag legt – und keinesfalls gar erst eine Minute später.
    Je besser Sie selbst mit dem Timing sind, desto eher versteht Ihr Hund/Pferd/Kater, worauf Sie hinauswollen und desto mehr Spaß macht es ihm – und Ihnen!

Der wahrscheinlich wichtigste Merksatz beim Klickern lautet: Zwar dürfen Sie Ihr Tier ohne Klicken belohnen – klicken Sie aber nie, ohne es im Anschluss zu belohnen! Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass Ihr Tier das Clickern gerade am Anfang nicht annimmt.

5. Fragen und Antworten rund um das Clickern.

5.1. Was sind die beliebtesten Marken und Hersteller von Tier-Clickern?

Hersteller von Tierklickern gibt es beinahe wie Sand am Meer – die bekanntesten von Ihnen sind dabei: Dogsline, Kerbl, Sporteeno, TedGem und Trixie. Die folgenden Anbieter sind zumindest im Moment noch weniger weit verbreitet, aber dennoch relevant:

  • Precorn
  • Handfly
  • oshide
  • Flamingo
  • Premier
  • i-Click

5.2. Gibt es bereits einen Clicker-Test bei der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat sich bisher weder einem Clicker-Test gewidmet, noch anderweitig begonnen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Falls Sie allerdings noch weiter in die Materie hineintauchen möchten, könnte dieser Link zu einem Artikel des Mitteldeutschen Rundfunks für Sie von Interesse sein.

5.3. Zum Hundetraining: Wie kann ich mir einen Clicker selber bauen?

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Bleiben Sie am Ball! Das Wichtigste im Umgang mit dem Hunde-Klicker ist, Geduld zu bewahren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich einen Hunde-Clicker selbst zu bauen bzw. eine Alternative zu verwenden – am beliebtesten ist hierbei etwa ein simpler Kugelschreiber.

Gerade aus Gründen der Konditionierung hingegen raten wir Ihnen zur Verwendung eines handelsüblichen Clickers, um klar zwischen Alltag und Tier-Training unterscheiden zu können. So wäre es bspw. nicht sehr motivationsfördernd, wenn Ihr Hund sich an einen Klick-Klang gewöhnt, den Sie selbst auch an anderer Stelle oft verwenden. Zudem ist der Klang eines konventionellen Hundeclickers zumeist sehr viel lauter als der bei einem selbst gebastelten Exemplar.