Das Wichtigste in Kürze
  • Beachvolleybälle unterscheiden sich wesentlich von Hallenvolleybällen: Sie sind größer, meist genäht, mit weicherer Oberfläche und geringerem Luftdruck. Ihre gesamte Konzeption ist darauf ausgelegt, wegen der geringeren Anzahl an Spielern ein langsameres Spiel (als beim Hallenvolleyball) zu begünstigen.
  • Der Weltverband FIVB und der Deutsche Volleyball-Verband DVV vergeben bestimmte Siegel und Prüfzeichen. Diese kennzeichnen qualitativ hochwertige Beachvolleybälle, die mit nationalem und internationalem Regelwerk übereinstimmen und entscheiden über ihre Turniertauglichkeit bzw. -zulassung.
  • Achten Sie beim Kauf bestenfalls auf die offiziellen Turniermaße: Ein Beachvolleyball sollte der Größe 5 mit einem Umfang von 66 bis 68 Zentimetern entsprechen und ein Gewicht von 260 bi 280 Gramm aufweisen.

beachvolleyball test

Egal ob im Profi- oder im Hobbysportbereich – Beachvolleyball wird immer beliebter. Einer Umfrage des IFD Allensbach gehörte Beachvolleyball im Jahr 2016 zu den 30 populärsten Sportarten in Deutschland, wobei 2,6 Prozent aller Befragten angaben, sich ganz besonders für diesen Sport zu interessieren.

Praktisch ist, dass, obgleich Beachvolleyball technisch anspruchsvoll ist, man für ein Spiel kaum Beachvolleyball-Ausrüstung benötigt: Neben vier Beachvolleyballspielern, der passenden Beachvolleyball-Bekleidung, einem Beachvolleyballnetz, und einem geeigneten Beachvolleyballfeld (z. B. am Strand) ist lediglich noch ein entsprechender Ball notwendig.

mikasa-beachvolleyball

Die Mikasa- und Molten-Beachvolleybälle gehören zu den besten der Welt. (Im Bild: Mikasa Beach Champ VLS 300).

Doch für welchen Beachvolleyball-Ball sollte man sich entscheiden? Gibt es wesentliche Unterschiede? Um dies herauszufinden, haben wir unseren Beachvolleyball-Vergleich 2020 durchgeführt, in dem wir die besten Beachvolleybälle für Sie unter die Lupe genommen haben. In unserer Kaufberatung verraten wir Ihnen, warum Volleyball nicht gleich Volleyball ist und warum Bälle mit Siegeln und Prüfzeichen sowie Produkte von den Herstellern Mikasa und Molten als besonders hochwertig gelten.

1. Sind Hallenvolleybälle zu schnell für das Spiel am Strand?

volleyball

Hallenvolleybälle sind so konzipiert, dass sie ein deutlich schnelleres Spiel begünstigen.

Wenn Sie Outdoor-Volleyball im Sand spielen möchten, sollten Sie unbedingt einen entsprechenden Beachvolleyball kaufen. Was viele nämlich nicht wissen: Es gibt entscheidende Unterschiede zwischen Hallen- und Beachvolleybällen, die einerseits in Größe und Umfang, andererseits jedoch auch beim vorgesehenen Luftdruck oder der Beschaffenheit der Oberfläche zu finden sind.

Da die Sportart Beachvolleyball mit zwei Teams zu je zwei Spielern gespielt wird, sind, trotz kleineren Feldes, die Laufwege wesentlich größer als beim Hallenvolleyball (sechs Spieler je Team). Wäre der Ball ähnlich wie beim Spiel für die Halle konzipiert, kämen aufgrund der Geschwindigkeit der Schmetterschläge kaum Ballwechsel zustande. Aus diesem Grund sind Beachvolleybälle derart gestaltet, dass sie ein deutlich langsameres Spiel ermöglichen.

Eine Übersicht der Besonderheiten und Unterschiede beider Ball-Typen haben wir in nachfolgender Tabelle für Sie zusammengestellt:

Ball-Art Eigenschaften und Besonderheiten
Beachvolleyball

beachvolleyball

  • Beachvolleybälle eignen sich für den Außenbereich und die Halle. Entscheidend ist lediglich, dass auf Sand gespielt wird.
  • Sie sind mit einem Umfang von 66 bis 68 Zentimetern geringfügig größer als Hallenvolleybälle.
  • Die Oberflächenstruktur und das Material sind deutlich weicher, sodass extrem harte und schnelle Schläge weniger gut als bei Hallenvolleybällen möglich sind.
  • Zudem sind Beachvolleybälle häufig genäht, was gemeinsam mit dem geringen Innendruck von 171 bis 221 Millibar für langsame Flugeigenschaften sorgt.
Hallenvolleyball

hallenvolleyball

  • Hallenvolleybälle sollten nur in der Halle auf dafür vorgesehenen Böden Verwendung finden.
  • Mit einem Umfang von 65 bis 67 Zentimetern sind sie geringfügig kleiner als Beachvolleybälle.
  • Beim Material und der Oberflächenstruktur sind Hallenvolleybälle verhältnismäßig hart gestaltet, was den Schlägen beim Schmettern mehr Power verleiht.
  • Hallenvolleybälle sind meist geklebt, um den Luftwiderstand zu minimieren. Gemeinsam mit einem Innendruck von 294 bis 319 Millibar verleiht ihnen das verhältnismäßig schnelle Flugeigenschaften.

Die Vor- und Nachteile, die die Beschaffenheit von Beachvolleybällen gegenüber Hallenvolleybällen bei Spielen mit nur vier Spielern bietet, haben wir in nachfolgender Übersicht nochmals für Sie zusammengefasst:

  • wegen vorhandener Nähte werden sie leichter vom Luftwiderstand gebremst
  • weichere Oberfläche sorgt für weniger powervolle Schläge
  • geringerer Luftinnendruck unterstützt langsames Spiel
  • Bälle hauptsächlich für sandige Untergründe geeignet

2. Kaufberatung für Beachvolleybälle: Stehen Siegel und Prüfzeichen für hohe Qualität?

Im Gegensatz zur Stiftung Warentest, die sich bisher nicht auf die Suche nach einem Beachvolleyball-Testsieger gemacht hat, bieten wir Ihnen eine adäquate Kaufberatung zum Thema, in der wir für Sie die wichtigsten Kriterien durchleuchten, die beim Kauf eines Beachvolleyballs zu beachten sind.

2.1. Ballkontrolle und Präzision: Gut verarbeitete Nähte und hochwertiges Material sind entscheidend

Was sind Panels?

Als Panels werden die einzelnen „Flicken“ bezeichnet, aus denen ein Beachvolleyball besteht. Je geringer ihre Anzahl, desto mehr Aufprallenergie wird absorbiert. Die dadurch erhöhte Kontaktzeit mit dem Ball ermöglicht eine bessere Ballkontrolle und präzisere Schläge. Insbesondere die Mikasa-Beachvolleybälle (bspw. Mikasa VLS 300) zeichnen sich durch die Verwendung verhältnismäßig weniger Panels aus.

Präzision und Ballkontrolle sind extrem wichtige Faktoren, die in jedem Beachvolleyball-Test und -Vergleich Berücksichtigung finden sollten. Egal ob beim Männer- oder Frauen-Beachvolleyball – beide Kriterien haben wesentlichen Einfluss auf das Spiel und hängen maßgeblich von der Verarbeitungsqualität und den vom Hersteller verwendeten Techniken ab.

Begünstigend wirken sich dabei vor allem saubere und gut verarbeitete Nähte, ebenes und erstklassiges Material, eine geringe Anzahl an Panels, der richtige Ballinnendruck sowie eine hochwertige und formstabile Blase aus.

2.2. Gewicht, Größe und Umfang: Offizielle Turniermaße sind empfehlenswert

beachvolleyball-frauen

Zum Spielen bei Turnieren, benötigen Sie einen Beachvolleyball, der die offiziellen Turniermaße aufweist.

Möchten Sie innerhalb Deutschlands an einem offiziellen Turnier teilnehmen, sollten Sie beim Kauf eines Beachvolleyballs auf Größe, Gewicht und Umfang achten. Diese sind nach den Maßgaben der FIVB (Volleyball-Weltverband) und des DVV (Deutscher Volleyball-Verband) streng reglementiert, sodass sich vorab ein prüfender Blick auf die entsprechenden Angaben lohnt.

Offiziell dürfen Beachvolleybälle ein Gewicht von 260 bis 280 Gramm weder über- noch unterschreiten. Zudem müssen alle auf Turnieren gespielten Bälle der Größe 5 mit einem Umfang von 66 bis 68 Zentimetern entsprechen.

Tipp: Wenn Sie lediglich in Ihrer Freizeit mit ein paar Freunden Beachvolleyball spielen möchten, benötigen Sie mit dem Mikasa Beachvolleyball VLS 300 nicht unbedingt den offiziellen Spielball der FIVB oder des DVV. Nicht einmal auf das offizielle Gewicht oder die Größe müssen Sie dann penibel achten. Allerdings macht eine Orientierung an den offiziellen Turniermaßen durchaus Sinn, da entsprechend konzipierte Beachvolleybälle die idealen Eigenschaften für das Spiel mitbringen.

2.3. Siegel und Prüfzeichen: Zeichen für hohe Qualität und Zulassung zu offiziellen Wettbewerben

Die FIVB und der DVV vergeben unterschiedliche Siegel und Prüfzeichen, die erstens Aussagen über die Qualität der getesteten Beachvolleybälle machen, zweitens deren Übereinstimmung mit nationalem und internationalem Regelwerk belegen und drittens festlegen, ob, und wenn ja für welche Art von Turnieren die Bälle zugelassen sind.

DVV-Prüfzeichen:

  • beachvolleyball molten

    Beachvolleybälle, die das Prüfzeichen DVV 2 Beach tragen, sind offiziell auf Ebene der Landesverbände zugelassen.

    DVV Official: Diese Auszeichnung erhält nur der offizielle Spielball des DVV, der bei allen DVV- und DVL-Wettkämpfen zum Einsatz kommt.

  • DVV 1 Beach: Hierbei handelt es sich um das höchste Qualitätsprüfzeichen, unterhalb des DVV Official. Aufgrund herausragender Qualität sind Bälle mit dieser Auszeichnung für Ligen und Turniere oberhalb der Landesverbände vorgeschrieben.
  • DVV 2 Beach: Beachvolleybälle mit diesem Prüfzeichen sind von sehr guter Qualität und für Turniere und Ligen auf Ebene der Landesverbände zugelassen.
  • DVV Beach: Bälle von guter Qualität, die bspw. für den Jugend- und Schulbereich von den internationalen Vorgaben abweichen, erhalten dieses Prüfzeichen.

FIVB-Siegel:

  • beachvolleyball maenner

    Mikasa hat als ein von der FIVB lizenzierter Hersteller das Recht, das „Official Ball Logo“ auf all seinen Bällen zu verwenden.

    FIVB Official Game Ball: Dieses Siegel ist ausschließlich dem offiziellen Spielball der FIVB vorbehalten, der bei allen FIVB-Events, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Verwendung findet.

  • FIVB Approved: Beachvolleybälle, die dieses Siegel erhalten, mussten bestimmten Tests des Weltverbandes standhalten und sind für internationale Wettkämpfe geeignet und zugelassen.
  • FIVB Inspected: Exemplare, die mit FIVB Inspected ausgezeichnet wurden, sind vom Weltverband getestet und als qualitativ hochwertig anerkannt worden, ohne jedoch für internationale Wettkämpfe zugelassen zu sein.
  • FIVB Official Ball: Alle Ballhersteller, die eine Lizenzierung durch die FIVB erhalten haben, dürfen (keine Pflicht) dieses Logo auf all ihren Bällen verwenden. Neben Mikasa und Molten gehören auch Firmen wie Gala, Quingdao-Synsheen.t. oder Cambuci zu diesem erlesenen Kreis.

2.4. Wasserfestigkeit: Eher Regel als Ausnahme

Insbesondere, wenn Sie Beachvolleyball am Strand in Wassernähe spielen, ist ein wasserfester Beachvolleyball von Vorteil. Glücklicherweise spielt dieses Kriterium beim Kauf hochwertiger Beachvolleybälle aber eine eher untergeordnete Rolle, da diese mittlerweile meist vollständig wasserdicht sind.

Tipp: Falls Sie beim Kauf zu einem günstigen Beachvolleyball tendieren, empfehlen wir Ihnen jedoch, sich vorab über die Wasserfestigkeit zu informieren, da vor allem bei unbekannten Marken hier keine Garantie besteht.

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3. Sind Mikasa, Molten und Wilson wichtige Marken und Hersteller?

Wer sich mit Beachvolleyball-Tests auseinandersetzt, wird an bestimmten Marken und Herstellern nicht vorbeikommen. Als „Big Player“ haben sich vor allem Mikasa, Molten und Wilson einen Namen bei der Herstellung hochwertiger Beachvolleybälle gemacht.

3.1. Molten

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Molten-Beachvolleybälle sind hochwertig und in Deutschland auf Ebene der Landesverbände verbreitet.

Das traditionsreiche Unternehmen Molten gibt es bereits seit 1958. Bekanntheit erlangte der erfahrene Sportausrüster aus Japan vor allem durch die Herstellung unterschiedlicher Bälle, u. a. Fußbälle, Basketbälle, Wasserbälle, Beachvolleybälle oder Volleybälle, die häufig bei internationalen Events, Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen als offizielle Spielbälle eingesetzt werden.

Insbesondere im Bereich der Basketbälle, bei denen Molten seit dem Jahr 1984 durchgehend den Spielball der Olympischen Spiele stellt, ist das Unternehmen erfolgreich. Doch auch Molten-Beachvolleybälle, wie der mit dem Prüfzeichen DVV 1 Beach ausgezeichnete Molten Beach Master, gehören, ebenso wie die Hallenvolleybälle der Firma, zu den weltweit besten und hochwertigsten überhaupt.

Technische Innovation: Auch bei der Entwicklung neuer Technologien ist das Unternehmen einer der Vorreiter. Durch eine auf der Oberfläche der Volleybälle z. T. verwendete Wabenstruktur ließen sich bspw. Luftverwirbelungen minimieren und die Flugbahn der Bälle noch stärker als zuvor stabilisieren. Im Sunshine-Beach-Volleyball-Test schneiden die Bälle besonders gut ab, da auch bei einem Windstoß die Bälle größtenteils in der Flugbahn bleiben.

3.2. Mikasa

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Mikasa stellt u. a. die offiziellen Spielbälle bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und bei Turnieren des DVV.

Der im Jahr 1917 im japanischen Hiroshima gegründete Sportartikelhersteller Mikasa ist vor allem für die Produktion von Fußbällen, Volleybällen, Basketbällen, Wasserbällen, Beachvolleybällen und weiterer Ball-Arten bekannt. Die traditionsreiche Firma ist seit mehreren Jahrzehnten einer der Marktführer in diesem Bereich und aus dem internationalen Wettkampfbetrieb kaum mehr wegzudenken.

Bereits seit 1964 werden bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und allen Events der FIVB die Volleybälle ausschließlich von Mikasa gestellt. Auch beim Beachvolleyball greift der Weltverband ausschließlich auf Modelle von Mikasa zurück, die ebenso wie die Bälle von Molten zu den qualitativ hochwertigsten und besten Modellen auf dem Markt gehören.

Technische Innovation: Bei der Verbesserung von Beachvolleybällen spielt Mikasa ebenfalls eine wichtige Rolle. So brachte das Unternehmen als erstes Bälle mit einer geringeren Anzahl an Panels (nur noch 10 anstatt der üblichen 18) heraus, wodurch dank der längeren Kontaktzeit eine bessere Ballkontrolle und präzisere Schläge möglich wurden.

3.3. Wilson

Die 1914 gegründete US-amerikanische Firma Wilson ist ebenfalls eines der traditionsreichsten Unternehmen, wenn es um die Herstellung von Sportartikeln und Spielbällen geht und darf bei keinem Pro-Volleyball-Test fehlen. Obwohl Wilson weltbekannt ist und bspw. den offiziellen Spielball der amerikanischen Profi-Volleyballliga (AVP) stellt, ist das Unternehmen als Produzent von Beachvolleybällen und Beachvolleyball-Zubehör auf dem europäischen Markt deutlich weniger präsent als Molten oder Mikasa.

Was die Qualität der Spielgeräte angeht, steht Wilson den beiden japanischen Konkurrenten jedoch in nichts nach. Auch Wilson-Beachvolleybälle gehören zu den besten Produkten, die es in dieser Kategorie zu erwerben gibt.

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4. Fragen und Antworten rund um das Thema Beachvolleyball

4.1. Was kostet ein Beachvolleyball?

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Günstiger Beachvolleyball mit einem Preis von unter zehn Euro.

Einen günstigen Beachvolleyball erhalten Sie bereits für unter 15 Euro. Bei derartigen Bällen handelt es sich in der Regel aber nicht um hochwertige Turnierbälle, sondern eher um Trainingsbälle, die sich zum Freizeitvergnügen und ohne höchste Ansprüche an das eigene Spiel einsetzen lassen.

Sollten Sie hingegen eher Interesse an Beachvolleybällen haben, mit denen auch auf Turnieren gespielt werden darf, empfehlen wir Ihnen, sich für ein Modell mit DVV-Prüfzeichen und FIVB-Siegel zu entscheiden. Diese kosten meist zwischen 25 und 60 Euro.

4.2. Welcher ist der beste Beachvolleyball?

Die besten Beachvolleybälle, die es zurzeit auf dem Markt gibt, werden von Mikasa, Molten und Wilson produziert. In Deutschland und Europa sind besonders Bälle der Hersteller Molten und Mikasa verbreitet. Sie stellen gegenwärtig sämtliche Spielbälle im professionellen deutschen Beachvolleyball-Sport, namentlich der DVV, der DVL und der Volleyball-Landesverbände.