Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Heuschnupfen hilft Ihnen ein herkömmliches Nasenspray meist nur sehr kurzzeitig. Ein Allergie-Nasenspray blockiert hingegen die allergische Reaktion und lindert bis zu 24 Stunden lang Ihre Symptome.
  • Viele Heuschnupfen-Nasensprays enthalten Kortison. Wegen ihrer starken Nebenwirkungen waren kortisonhaltige Produkte in der Vergangenheit verpönt. In Nasensprays ist dieser Wirkstoff jedoch unbedenklich.
  • Allergie-Nasenspray-Tests zeigen: Nasensprays mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Glukokortikosteroide wirken auf Sie nicht schläfrig machend wie z. B. Allergietabletten mit Antihistaminika.
Allergie Nasenspray Test

Allergie-Nasenspray-Tests zeigen: Mit ihnen kommen Sie gut durch die Pollenzeit.

Leiden Sie jedes Jahr erneut unter einer schniefenden Nase und juckenden Augen, wenn die Pollen fliegen? Laut einer Erhebung von YouGov leidet fast ein Viertel aller Befragten unter Heuschnupfen. Allergietabletten mit Antihistaminika (z. B. Cetirizin) können starke Nebenwirkungen haben, darum ist das Heuschnupfen-Nasenspray eine gute Alternative.

In der Kaufberatung zu unserem Allergie-Nasenspray-Vergleich 2020 / 2021 stellen wir Ihnen verschiedene Wirkstoffe vor, die in diesen Nasensprays verwendet werden, welche Vor- und Nachteile sie besitzen und welche Sprays sogar während der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet sind – meiden Sie in dieser Zeit Kortison-Allergie-Nasensprays.

heuschnupfenspray

Machen Sie den Heuschnupfenspray-Test und sehen Sie, dass Ihre Symptome weniger werden.

1. Wie schnell wirken Allergie-Nasensprays?

Eine Allergie ist Ausdruck einer unkontrollierten Ausschüttung des Hormons Histamin. Auslöser für diese Reaktion sind Proteine, beispielsweise von Pollen, Tierhaaren oder Milben.

In Ihrem Körper wird Histamin als Botenstoff benötigt. Es ist außerdem an Ihrem Schlaf-Wach-Rhythmus und bei Entzündungsprozessen beteiligt. Bei einer Allergie kann es seine Funktion nicht mehr richtig erfüllen und löst Entzündungsprozesse aus.

histamin blockiert von antihistaminBei Heuschnupfen gelangen Pollen über die Atemwege in den Körper und lösen eine Histaminausschüttung aus. Allergie-Nasensprays mit Antihistaminika (z. B. Azelastin) können sofortige Linderung der Symptome bringen.

Antihistaminika sind das Gegenstück zu Histamin. Sie ähneln dem Hormon in ihrer Form und können darum die Histamin-Rezeptoren blockieren. So verhindern sie die allergische Reaktion.

Allergie-Nasensprays, die eine sofortige Symptom-Behandlung versprechen, enthalten meist den Wirkstoff Azelastin. Sprays mit diesen Antihistaminika können Sie sowohl bei ersten allergischen Reaktionen als auch vorbeugend, wenn an dem Tag starker Pollenflug erwartet wird, verwenden.

Außerdem gibt es noch antiallergische Nasensprays, die kein Antihistamin als Wirkstoff enthalten. Diese Sprays enthalten z. B. einen Stoff der Kategorie Glukokortikosteoride, ein Kortison, oder einen Mastzellenstabilisator, z. B. Cromoglizinsäure.

Symptome Wirkung der Wirkstoffe
Glukokortikosteroide
z. B. Mometason
nasale Antihistaminika
z. B. Azelastin
Mastzellen-stabilisatoren
z. B. Cromoglizinsäure
Nasenlaufen +++ ++ ++
nasaler Juckreiz +++ ++ ++
milde Symptome (leicht verstopfte Nase) ++ ++ ++
Wirkeinsetzung ++ +++ +
Die Wirkung von kortisonhaltigen Nasensprays ist bei Heuschnupfen sehr gut. Lediglich in der schnellen Wirkeinsetzung werden sie von Antihistaminika übertroffen.
heuschnupfen pollenallergie

Ein Nasenspray ist bei Allergien mit Schnupfen wirkungsvoller als eine Allergietablette – es wirkt direkt am Ort der allergischen Reaktion.

Die Stiftung Warentest empfiehlt in ihrem Special zu Heuschnupfen 04/2018 mit Cromoglizinsäure einen Mastzellenstabilisator. Einen Allergie-Nasenspray-Testsieger kürt sie in ihrem Special jedoch nicht, da sie keinen ausführlichen Allergie-Nasenspray-Test durchgeführt hat.

Auf Sprays mit Glukokortikosteoriden wie Mometason oder Fluticason geht die Stiftung Warentest nicht ein.

Überlegen Sie sich, ob Sie täglich ein Nasenspray benutzen wollen oder nur dann, wenn Sie eine allergische Reaktion befürchten.

allergieausläser bäume

Häufig sind die Pollen von Bäumen der eigentliche Allergieauslöser. Ein Antiallergikum kann Ihnen helfen.

Wollen Sie nur im Fall einer akuten allergischen Reaktion ein Nasenspray verwenden, sollten Sie ein Antihistamin-Allergie-Nasenspray kaufen.

In der Wirkung sind Allergie-Nasensprays mit Kortison am effektivsten. Wirken bei Ihnen Antihistaminika zu schwach, sollten Sie ein Allergie-Nasenspray mit Mometason oder Fluticason wählen. Diese Sprays erreichen erst nach zwei bis drei Behandlungstagen ihre volle Wirkkraft.

Allergiesprays mit Mastzellenstabilisatoren brauchen bis zu 14 Tage, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Diese Sprays müssen Sie bereits vor dem ersten Pollenflug verwenden und während der gesamten Pollenzeit täglich in die Nase sprühen.

Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile von Glukokortikosteoriden gegenüber Antihistaminika zusammengefasst:

    Vorteile
  • wirken nicht narkotisierend
  • stärkere nasale Wirkung
    Nachteile
  • Wirkung setzt nicht sofort ein

Des Weiteren gibt es noch Gel-Nasensprays, die einen schützenden Hydrofilm auf die Nasenschleimhaut legen. So soll das Andocken der allergieauslösenden Eiweiße verhindert werden. Diese Heuschnupfenmittel nehmen Sie täglich zur Vorbeugung.

Auch Nasensprays mit einer Salzlösung können Sie vorbeugend verwenden. Bei einer mittelstarken Pollenallergie ist die Wirkung dieser beiden Allergie-Nasenspray-Typen jedoch deutlich geringer als die von Sprays mit Kortison oder Antihistaminika.

freie natur allergie nasenspray

Bei einer Pollenallergie können Sie dank der Nasensprays wieder die Natur genießen.

2. Welchen Nebenwirkungen haben Allergie-Nasensprays?

Herkömmliche Nasensprays sollten Sie maximal 7 Tage in Folge verwenden, da sonst ein Gewöhnungseffekt einsetzt und es seine Wirkung verliert.

Allergie-Nasensprays machen nicht abhängig, deshalb sind sie zur Langzeitverwendung geeignet.

Es kann dennoch zu einigen Nebenwirkungen kommen. Bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten kommt es zu einer der folgenden Nebenwirkungen von Anti-Allergie-Nasensprays:

  • Reizerscheinungen im Bereich des Rachens
  • trockener Rachen
  • Nasen-Reizerscheinungen
  • die Nasenschleimhaut trocknet aus (sogenannte Rhinitis sicca)
  • Nasenbluten
  • kleinere Geschwüre an der Nasenschleimhaut
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Kopfschmerzen

allergietest heuschnupfen

3. Allergievermeidung: Wie können die Symptome bei einer Allergie auch ohne Medikament reduziert werden?

Allergenkarenz

Eine Allergenkarenz ist die beste Vorsichtsmaßnahme, aber leider vor allem bei Heuschnupfen nicht umsetzbar. Während der Pollenzeit können Sie sich aber nicht in Ihrer Wohnung einschließen.

Allergie-Nasensprays können nicht nur bei Heuschnupfen eingesetzt werden.

Auch bei allergischem Schnupfen, der durch beispielsweise Hausstaub oder Tierhaare ausgelöst wird, können sie helfen.

Damit Sie die allergische Reaktion Ihres Körpers bereits im Vorfeld reduzieren können, haben wir hier ein paar kleine Tipps für Sie:

Bei Heuschnupfen:

  • Ziehen Sie Ihre Alltagskleidung nicht im Schlafzimmer aus.
  • Vor dem Schlafengehen können Sie Ihre Haare waschen, um nachts nicht in Pollen zu liegen.
  • Versehen Sie Ihre Fenster mit einem Pollenschutzgitter.

Bei Milben-Allergie:

Bei Tierhaarallergien:

Allergie

4. Allergie-Nasensprays richtig anwenden: Sprühen Sie schräg in die Nase

Bei der Verwendung eines kortisonhaltigen Nasensprays müssen Sie im Vergleich zu einem Antihistamin-Nasenspray nur einen Punkt beachten: Ihre Nasenscheidewand sollte von dem Sprühstoß geschützt werden.

So verhindern Sie, dass es zu einer Nasenseptumperforation, einem Loch in Ihrer Nasenscheidewand, kommt:

  • Schütteln Sie das Spray.
  • Halten Sie sich ein Nasenloch zu.
  • Sprühen Sie in das andere Nasenloch einen Pumpstoß. Halten Sie den Spühkopf dabei weg von der Nasenscheidenwand in Richtung Nasenflügel.
  • Atmen Sie während des Pumpstoßes ein.

Außerdem sollten Sie darauf achten, ob das Nasenspray Konservierungsmittel enthalten oder nicht. Konservierungsmittel können Nasenreizungen verursachen.

Wir empfehlen Ihnen, eher zu einem Allergie-Nasenspray ohne Konservierungsstoffe zu greifen.
frau benutzt allergie nasenspray

5. Heuschnupfen kann auch während der Schwangerschaft behandelt werden

Wenn Sie an Heuschnupfen leiden, können sich Ihre Symptome während der Schwangerschaft verschlechtern.

Leider sind die konkreten Auswirkungen von Antihistaminika auf Ihr ungeborenes Baby bislang nur unzureichend erforscht. Auch, welche Auswirkungen über die Muttermilch an Ihr Baby weitergegebene Wirkstoffe auf den Organismus Ihres Kindes haben, ist nicht abschließend geklärt.

Deshalb sprechen nur wenige Hersteller von Allergie-Nasensprays eine konkrete Anwendungsempfehlung für Stillende und Schwangere aus.

Laut der Deutschen Apotheker Zeitung ist während dieser Lebensphase Cromoglizinsäure empfehlenswert, wenn Antihistaminika zu schwach wirken. Wir raten Ihnen, sich jedoch zuvor mit Ihrem behandelnden Arzt zu beraten.

Bevor Sie zu antiallergischen Mitteln greifen, empfehlen wir Ihnen eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung. Täglich angewendet kann auch diese Heuschnupfen-Symptome reduzieren – und ist dabei unbedenklich für Ihr ungeborenes Baby oder Ihren Säugling.

frau mit behandeltem heuschnupfen auf wiese

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Heuschnupfensprays

6.1. Helfen Allergie-Nasensprays auch gegen juckende Augen?

Sind auch Ihre Augen von einer allergischen Reaktion betroffen, empfehlen wir Ihnen antiallergische Augentropfen. Diese helfen gezielter gegen Ihre Beschwerden als ein Allergie-Nasenspray oder -tabletten.

Außerdem sollten Sie sich von einem Arzt Ihre Allergie bestätigen und genau identifizieren lassen. Dieser kann Ihnen dann eine Empfehlung zur Anwendungsdauer und -häufigkeit aussprechen. So können Sie gezielter den besten Wirkstoff gegen Ihre Allergie finden.
kind heuschnupfen

6.2. Dürfen Kinder Allergie-Nasensprays verwenden?

Bei rezeptfreien Allergie-Nasensprays aus der Apotheke geben Hersteller auf ihren Marken-Produkten Hinweise, ab welchem Alter ihr Produkt verwendet werden darf.

Kortisonhaltige Mittel sollten nicht von Kindern benutzt werden. Wir empfehlen Ihnen, diese Produkte erst ab 18 Jahren einzunehmen.

Nasensprays mit Mastzellstabilisatoren wie Cromoglizinsäure unterliegen keiner Altersbeschränkung. Dennoch behalten sich einige Hersteller vor, eine Altersgrenze zu nennen. Lesen Sie darum immer die Packungsbeilage.

Antihistamin-Nasensprays sind teilweise bereits für Schulkinder geeignet, aber auch hier variiert die Altersbegrenzung je nach Produkt und Hersteller. Lesen Sie die genaue Angabe in dem Beipackzettel nach.

Sprays, die nur Kochsalz, Pflanzen- und Mineralstoffe oder einen Hydrofilm enthalten, können ebenfalls von Kindern benutzt werden. Lesen Sie in der Packungsbeilage, ob das jeweilige Produkt bereits für Schulkinder ab 6 Jahren geeignet ist oder erst für 12-jährige.

Bevor Sie bei Ihrem Kind jedoch zu einem Allergie-Nasenspray greifen, empfehlen wir Ihnen eine Nasenspülung mit einer Nasendusche auszuprobieren.

Auch regelmäßiges Inhalieren kann die Beschwerden Ihres Kindes lindern.

Außerdem sollte die Allergie von einem Arzt diagnostiziert werden. Das beste Allergie-Nasenspray für Ihr Kind finden Sie dann in Absprache mit Ihrem Arzt.

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