Das Wichtigste in Kürze
  • 240-Hz-Monitore unterbinden Grafik-Fehler durch eine besonders hohe Bildwiederholungsrate – und übertreffen in dieser Hinsicht sogar die ebenfalls guten 144- und 165-Hz-Monitore, weshalb sie sich für Gaming besonders gut eignen (obwohl sie in ihrer Auflösung meist noch bei Full HD liegen).
  • Bei 240-Hz-Gaming-Monitoren setzen die Hersteller auf die reaktionsschnellen TN-Panels. Dafür müssen die Nutzer aber gewisse Abstriche bei Bildqualität und Farbwiedergabe in Kauf nehmen.
  • Die meisten 240-Hz-Monitore lassen sich ergonomisch an den eigenen Schreibtisch anpassen und bekämpfen so Rückenschmerzen, bevor sie entstehen.

240-hz-monitor test

Die allgemeine Begeisterung für Computerspiele ist seit Jahrzehnten ungebrochen und mittlerweile gibt es sogar eine zunehmend professionalisierte E-Sports-Szene. Ambitionierte Profi-Gamer haben dabei besonders hohe Ansprüche an ihre Computer-Hardware – auch an Peripherie-Geräte wie den Monitor.

Gerade bei 3D-Spielen kommt es oft auf Reaktionen im Millisekunden-Bereich an. Bei herkömmlichen Monitoren kann es zu Grafikfehlern kommen, wenn die Bildwiederholungsrate des Monitors unter der Framerate des Computerspiels liegt – und im High-End-Bereich können diese über Sieg oder Niederlage entscheiden. Für Hardcore-Spieler sind 240-Hz-Monitore eine Möglichkeit, diese Grafikfehler zu vermeiden. Worauf es beim Kauf eines E-Sports-Monitors ankommt, erklären wir von Vergleich.org Ihnen in unserem großen 240-Hz-Monitor-Vergleich 2020.

1. Kaufberatung von Vergleich.org: Worauf ist zu achten?

Wenn Sie einen 240-Hz-Monitor kaufen möchten, gibt es eine Menge technische Daten, die Sie im Kopf behalten sollten. Im folgenden Abschnitt unseres 240-Hz-Monitor-Vergleichs 2020 erklären wir Ihnen, welche verschiedenen Monitor-Typen es gibt, wie Sie den Monitor an Ihren PC anschließen können und wo der Unterschied zwischen Nvidia G-Sync und AMD FreeSync liegt.

240-hz-monitor-vergleich: full hd ist standard

1.1. Auflösung: Bei 240-Hz-Monitoren ist 1080p nach wie vor Standard

Die wichtigsten Bildschirm-Auflösungen
  • Full HD = 1.920 x 1.080 Pixel
  • WQHD = 2.560 x 1.440 Pixel
  • 4K-Ultra-HD = 3.840 x 2.160 Pixel

Während bei Multimedia-PC-Monitoren mittlerweile vermehrt Modelle mit besonders hohen Auflösungen wie WQHD oder 4K-Ultra-HD in Mode kommen, finden Sie 240-Hz-Gaming-Monitore nach wie vor hauptsächlich als Full-HD-Monitore.

Allerdings stellt ein solcher 1.080p-Monitor nur in der Theorie einen Nachteil dar. Denn um die Vorteile eines 240-Hz-Monitors wirklich nutzen zu können, muss die Framerate des jeweiligen Spiels ähnlich hoch sein wie die Bildwiederholfrequenz. Und einen neueres 3D-Spiel werden Sie selbst mit der besten erhältlichen Hardware kaum mit 240 FPS (Frames-per-Second, auf Deutsch: Bilder-pro-Sekunde) spielen können.

1.2. Panel-Technologie: Bei 240-Hz-Monitoren dominieren TN-Panels

Die zentralen Unterschiede zwischen modernen LCD-Monitoren liegen in der Panel-Technologie, das heißt darin, wie genau die Flüssigkristallanzeige aufgebaut ist. Die gebräuchlichen Panel-Technologien sind TN (Twisted Nematic), VA (Vertical Alignment) und IPS (In Plane Switching). Während die exakten technischen Unterschiede für Laien zu weit führen würden, gibt es in der Praxis deutliche Unterschiede zwischen den Panel-Typen. Die beiden wichtigsten Panel-Typen (IPS und TN) stellen wir Ihnen im folgenden Abschnitt im Detail vor.

1.2.1. IPS-Panels überzeugen durch akkurate Farbwiedergabe
fotografin nutzt ips panel

Wegen ihrer besonders guten Farbwiedergabe sind IPS-Monitore die ideale Wahl für Grafik-Designer und Fotografinnen.

IPS-Monitore gelten gemeinhin als die besten LCD-Monitore in Bezug auf Bildqualität, Farbwiedergabe und Blickwinkelstabilität. IPS-Panels können alle 16,7 Millionen Farben der üblichen True-Color-Farbpalette korrekt darstellen. Dank eines Sichtwinkels von 178 Grad sieht das Bild eines IPS-Panels aus beinahe jeder Richtung gleich gut aus. Im Multimedia-Bereich, sowie bei Fotografen und Video-Künstlern ist der IPS-Monitor daher heute der beliebteste Bildschirm-Typ.

IPS-Panels haben jedoch auch einen bedeutenden Nachteil, die geringere Reaktionszeit von fünf Millisekunden oder mehr. Bei schnellen Videospielen kann es dadurch zu Bewegungsunschärfe oder anderen Bildfehlern kommen. Aus diesem Grund sind IPS-Panels für den Einbau in einem 240-Hertz-Monitor ungeeignet. Außerdem sind IPS-Panels nach wie vor teurer als TN- oder VA-Panels.

Die Vor- und Nachteile eines IPS-Displays im Überblick:

  • besonders gute Farbwiedergabe
  • besonders breiter Sichtwinkel
  • geringere Reaktionszeit
  • verhältnismäßig teuer
1.2.2. TN-Panels sind günstig und reaktionsschnell

LED-Monitore mit TN-Panels sind in vielerlei Hinsicht das exakte Gegenteil von IPS-Monitoren. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre schnelle Reaktionszeit aus und sind günstiger in der Herstellung, dafür haben sie Defizite in der Farbwiedergabe und bei der Blickwinkelstabilität.

TN-Monitore können nur ca. 72 % der 16,7 Millionen True-Color-Farben darstellen, die restlichen Farben werden mithilfe einer „Dithering“ genannten Technologie emuliert. Mit der Bildqualität eines IPS-Panels können sie so allerdings nicht mithalten. Dafür sind bei TN-Panels Reaktionszeiten von ein bis zwei Millisekunden problemlos möglich, sodass sie in den meisten E-Sports-Gaming-Monitoren und 240-Hz-Monitoren Verwendung finden.

Die Vor- und Nachteile von TN-Panels im Überblick:

  • schnelle Reaktionszeit (oft nur 1 ms)
  • günstig in der Herstellung
  • für den Einsatz in E-Sports-Monitoren geeignet
  • geringe Blickwinkelstabilität, Bild sieht nur direkt von vorn gut aus
  • niedrigerer Kontrast
  • schlechtere Farbwiedergabe

240-hz-monitor-vergleich: unterschiede bei effizienz

1.3. Energieeffizienz: Beim Stromverbrauch gibt es große Unterschiede

Was den Stromverbrauch und die Energieeffizienz von 240-Hz-Gaming-Monitoren angeht, unterscheiden sich die verschiedenen Modelle zum Teil beträchtlich – von weniger als 20 Watt im Betrieb (bei den besten 240-Hz-Monitoren) bis deutlich über 30 Watt hinaus.

Kurze Beispielrechnung: Der sparsame BenQ Zowie XL2546 verbraucht laut Energielabel 26 kWh Strom im Jahr, der weniger effiziente MSI Oculux NXG251R frisst hingegen ganze 53 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 29 Cent kostet der BenQ-Monitor im Jahr 7,54 Euro, der E-Sports-Gaming-Monitor von MSI schlägt mit 15,37 Euro zu Buche.

1.4. Ergonomie: Die meisten 240-Hz-Monitore können flexibel ausgerichtet werden

240-hz-monitor: ergonomie ist wichtig

Um Rücken- und Nackenschmerzen zu vermeiden, können Sie die meisten 240-Hz-Monitore perfekt auf Ihre individuelle Sitzposition ausrichten.

Wenn Sie viel Zeit an Ihrem Computer verbringen, ist es wichtig, einen ergonomisch passenden Arbeitsplatz zu schaffen. Sonst können Rückenschmerzen die Folge sein. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Ausrichtung des PC-Monitors auf Ihre Sitzposition.

Die meisten 240-Hz-Monitor bieten neben der Höhenverstellung noch weitere Möglichkeiten, den Bildschirm perfekt einzustellen:

  • Unter „Tilt“ versteht man den Neigungswinkel des Monitors. Idealerweise sollten Sie leicht von oben auf den Bildschirm blicken, während die Bildschirmfläche senkrecht zu Ihrer Blickrichtung ausgerichtet ist.
  • „Swivel“ bezeichnet die horizontale Drehung des Bildschirms. So können Sie den Bildschirm zum Beispiel etwas drehen, wenn jemand Ihnen einmal über die Schulter schauen möchte. Aufgrund der geringen Blickwinkelstabilität von TN-Panels ist dies gerade bei 240-Hz-Gamer-Monitoren wichtig.
  • Der Begriff „Pivot“ steht für die Möglichkeit, den Bildschirm vom Quer- ins Hochformat zu drehen. Im Gaming-Bereich ist dies aber kaum relevant.

1.5. Variable Synchronisierung: Es kommt auf Ihre Grafikkarte an

Selbst wenn die Bildwiederholungsraten von Monitor und Grafikkarte gleich hoch sind, kann es noch zu Bildfehlern kommen – nämlich dann, wenn beide Geräte nicht völlig synchron laufen. Und oft verändert sich die Bildwiederholungsrate der Grafikkarte abhängig von der Auslastung der Grafikkarte.

Um diesem Problem Herr zu werden, haben die beiden wichtigsten Hersteller von Grafikkarten und -chips, Nvidia und AMD, unabhängig voneinander Technologien zur Synchronisation von Monitor und Grafikkarte entwickelt. AMDs Technologie nennt sich FreeSync, die entsprechende Technologie von Nvidia heißt G-Sync. Funktional unterscheiden sich die Technologien nicht, doch G-Sync-Monitore zur Verwendung mit Geforce-Grafikkarten von Nvidia sind meist erheblich teurer als vergleichbare FreeSync-Monitore.

Tipp: Einige FreeSync-Monitore können Sie auch per G-Sync mit einer Nvidia-Grafikkarte verbinden. Für diese Monitore hat Nvidia die Bezeichnung „G-Sync Compatible“ eingeführt. Eine Liste aller kompatiblen Monitore gibt es auf der Website von Nvidia.

1.6. Anschlussmöglichkeiten: Die besten 240-Hz-Monitore bieten zwei separate HDMI-Eingänge

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Monitor mit einer Grafikkarte zu verbinden. Heute wird meistens HDMI oder DisplayPort genutzt, früher waren DVI und VGA gängig. Außerdem verfügen viele 240-Hz-Gaming-Monitore über einen integrierten USB-Hub und verschiedene Audio-Anschlüsse.

Damit Sie all diese Anschlussbuchsen auseinander halten können, haben wir Ihnen die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten in einer Übersichtstabelle zusammengestellt:

Anschluss-Typ Erklärung
HDMI

hdmi anschluss

  • digitaler Breitband-Anschluss zur Übertragung von hochauflösenden Video- und Audio-Daten
  • im Entertainment-Bereich weit verbreitet, zum Beispiel bei Fernsehern, Spielkonsolen und Blu-ray-Playern
  • ab HDMI 2.1 wird theoretisch eine 8K-Auflösung unterstützt, verbreiteter ist jedoch HDMI 2.0 (ist auf 4K- Auflösung beschränkt)
  • die besten 240-Hz-Monitore haben zwei separate HDMI-Eingänge, so können Sie zum Beispiel Computer und Spielkonsole gleichzeitig anschließen
DisplayPort

displayport anschluss

  • weiterer digitaler Breitband-Anschluss zur Übertragung von hochauflösenden Video- und Audio-Daten
  • fast ausschließlich im Computer-Bereich zu finden
  • DisplayPort 1.4 unterstützt ebenfalls 8K-Auflösungen
  • ermöglicht die Nutzung von AMD FreeSync oder Nvidia G-Sync
DVI

dvi anschluss

  • alter Digital-Anschluss zur Übertragung von Video-Daten
  • heute praktisch nicht mehr von Bedeutung
VGA

vga anschluss

  • alter Analog-Anschluss zur Übertragung von Video-Daten
  • noch bei einigen älteren Laptops zu finden
  • relevant, wenn Sie einmal einen älteren Computer an den 240-Hz-Monitor anschließen möchten
USB

usb anschluss

  • Universal-Anschluss zur Verbindung mit fast jeder Art von Peripherie-Gerät
  • Monitore haben oft einen USB-Verteiler (oder englisch: „USB-Hub“) integriert, so können Sie beispielsweise USB-Sticks am Monitor anschließen ohne sich zum PC-Gehäuse bücken zu müssen
Audio (3,5 mm Klinke)

3,5 mm klinke

  • Standard-Format zum Anschließen von Kopfhörern oder Lautsprechern
  • ist in vielen Monitoren integriert, da über HDMI und DisplayPort auch Ton übertragen wird
  • einige Monitore haben zusätzlich noch kleine Lautsprecher verbaut, deren Qualität lässt aber meist zu wünschen übrig

2. Welche Hersteller von 240-Hz-Gaming-Monitoren sind bekannt?

Da es sich bei einem 240-Hertz-Monitor um ein Nischenprodukt handelt, das nur für eine kleine Gruppe besonders enthusiastischer Gamer relevant ist, haben nicht alle großen Bildschirm-Marken Monitore mit 240-Hz-Bildwiederholfrequenz im Programm.

Während Asus, Acer oder auch LG 240-Hz-Gaming-Monitore anbieten, fehlen derartige Modelle von bekannten Herstellern wie Samsung, HP oder Eizo. Dell und BenQ vertreiben ihre 240-Hertz-Monitore jeweils unter dem Namen einer Tochtermarke: Alienware (Dell) und Zowie (BenQ).

Damit Sie den Überblick behalten, haben wir von Vergleich.org Ihnen die wichtigsten Hersteller von 240-Hz-Monitoren noch einmal kurz zusammengestellt:

  • Acer (v. a. die Predator-Produktreihe)
  • Alienware
  • AOC
  • Asus (v. a. die ROG-Produktreihe)
  • BenQ (bzw. Zowie)
  • LG
  • MSI
  • Viewsonic

240-hz-monitore im test: häufige fragen

3. Gibt es einen 240-Hz-Monitore-Test bei der Stiftung Warentest?

Zwar hat die Stiftung Warentest schon mehrfach Multimedia- und Gaming-Monitore untersucht, doch bislang war noch kein 240-Hz-Monitor im Test vertreten. Darüber, ob die Stiftung Warentest bei einem Gerät der Kategorie 240-Hz-Monitor Testsieger-Qualitäten erkennen würde, lässt sich daher nur spekulieren.

4. Vergleich.org-FAQs: Häufige Fragen zu 240-Hz-Monitoren

  • Wie gut sind 244-Hz-Monitore?

    Immer wieder suchen interessierte Nutzer im Internet nach „244-Hz-Monitoren“. Doch derartige Modelle gibt es auf dem Markt gar nicht. Wahrscheinlich liegt eine Verwechselung mit den beliebten 144-Hz-Monitoren vor.
  • Gibt es auch günstige 240-Hz-Monitore von unbekannteren Marken?

    Nein, leider müssen wir Sie in dieser Hinsicht enttäuschen. Auch wenn manche Discounter immer wieder auch günstige PC-Komponenten im Programm haben (zum Beispiel Aldi mit den Medion-Produkten), werden Sie dort keinen 240-Hz-Monitor finden. 240-Hz-LED-Monitore sind auf eine verhältnismäßig kleine Zielgruppe ausgerichtet und das wird sich wahrscheinlich auch nicht so bald ändern.