Das Wichtigste in Kürze
  • Sonnencreme für Kinder muss vor allem einen hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 haben. Diese Maßgabe erfüllen alle geprüften Produkte von Marken wie Nivea, eco cosmetics und Garnier. Sie schützen zudem sowohl die oberen Hautschichten vor UVB-Strahlen als auch die unteren Schichten vor UVA-Strahlen.
  • Verbraucher können zwischen Cremes auf chemischer und auf mineralischer Basis wählen: Chemische Produkte wandeln UV-Strahlen in Wärme um und lassen sich leicht auftragen. Mineralische Cremes legen einen Schutzfilm auf die Haut, der die Sonnenstrahlen reflektiert, aber schwerer zu verreiben ist.
  • Im Kinder-Sonnencreme-Vergleich 2020 schnitten die Produkte am besten ab, die keine Allergien auslösen und ohne Hormone auskommen. Wir empfehlen daher solche Cremes, die auf diese belastenden Substanzen verzichtet.

Kinder-Sonnencreme Test
Eis essen, Sandburgen bauen und Muscheln sammeln – daraus sind glückliche Sommertage für Kinder gemacht. Eltern haben dabei die mitunter etwas mühsame Aufgabe, die Kleinen regelmäßig mit Sonnenlotion einzureiben. Was viele Kinder als unliebsame Unterbrechung ihres Spiels empfinden, ist aber unverzichtbar: Kinderhaut besitzt nicht die gleichen Schutzmechanismen wie die von Erwachsenen und ist daher besonders anfällig für Schäden durch die Sonne.

Die Deutsche Krebshilfe weist regelmäßig auf die Gefahren der Sonne für Kinder hin und rät zu einem umfassenden Schutz durch Kleidung und Sonnencreme. Damit der Sommerspaß ungetrübt von Sonnenbrand und langfristigen Hautschäden bleibt, sollten Kinder daher immer gut eingecremt werden. In unserem Ratgeber zu den besten Kinder-Sonnencremes erfahren Sie, worauf genau Sie bei der Wahl der richtigen Sonnenpflege achten sollten.

1. Wozu braucht man Sonnencreme?

Sonnencreme mineralisch

Mineralische Sonnencremes lassen sich nicht leicht verrei-ben, bieten aber oft Schutz ohne bedenkliche Inhaltsstoffe.

Sonnencreme ist ein Körperpflegeprodukt, das die Haut gegen Schäden durch die Sonneneinstrahlung abschirmt. Hauptursache für Hautschäden sind dabei UVA- und UVB-Strahlen. Letztere sind kurzwellig und dringen in die Oberhaut ein. Dort regen sie die Bildung von Melanin an, das die Hautpigmente dunkel färbt und so schützt. Ist man UVB-Strahlen länger ausgesetzt, schaden sie der Haut und sorgen für entzündliche Rötungen. Schlimmstenfalls beschädigen sie die DNA der Zellen und verursachen so Krebs.

UVA-Strahlen sind langwellig und reichen bis in die unteren Hautschichten. Wenn sie über einen längeren Zeitraum auf die Haut einwirken, verringern sie die Spannkraft der Zellen und sorgen für faltige Haut. Auf Zellebene können UVA-Strahlen die DNA verändern (wenn auch nicht wie UVB zerstören) und damit für Zellmutationen sorgen.

Gegen diese schädlichen Einflüsse der Sonne hilft Sonnenlotion: Sie legt sich als Schutzfilm über die Haut und verhindert das Eindringen der UV-Strahlen. Je nach Hauttyp haben Erwachsene eine Eigenschutzzeit von 5 bis 30 Minuten. Kinderhaut ist jedoch dünner und wesentlich empfindlicher. Sie stellt zudem besondere Ansprüche an Sonnencreme, da hier hormonell wirksame Inhaltsstoffe problematisch sein können, die in Produkten für Erwachsene häufig vorkommen.

Babys sollten bis zu einem Alter von einem Jahr die Sonne meiden. Baby-Sonnencreme ist für Kleinkinder ab einem Jahr.

2. Welche Typen von Sonnencreme für Kinder gibt es?

Man unterscheidet zwischen zwei Wirkungsweisen von Sonnencremes – der chemischen und der mineralischen Wirkung. In der folgenden Tabelle sind beide Kategorien von Sonnencremes dargestellt.

Typ Eigenschaften
Chemische Sonnencreme

Garnier Ambre Solaire Sonnencreme Kinder Sensitive Expert+

Chemische Sonnencreme enthält Substanzen, welche die UV-Strahlen auf der Haut in Wärme umwandeln und somit unschädlich machen. Diese chemischen Reaktionen können hormonell wirken, also den Hormonhaushalt beeinflussen. Auch mögliche allergische Reaktionen machen einige dieser Cremes wenig empfehlenswert für Kinder.

Pro: günstig und effektiv im UV-Schutz
x Contra: eventuell hormonell wirksam

Mineralische Sonnencreme

eco cosmetics Baby Sonnencreme

Mineralische Sonnencreme besteht aus reflektierenden Partikeln, die wie kleine Spiegel das Sonnenlicht zurückwerfen. Sie bergen kein gesundheitliches Risiko. Die spiegelnden Substanzen sind als weißlicher Film auf der Haut sichtbar. Um diesen zu verringern, wurden extrakleine Nanopartikel entwickelt, deren gesundheitliche Wirkung aber noch unbekannt ist.

Pro: gesundheitlich unbedenklich; für Allergiker geeignet
x Contra: teurer; schwer zu verreiben; bei Nanopartikeln unbekanntes Risiko

3. Kaufberatung für Kinder-Sonnencremes: Worauf sollte man achten?

3.1. Wirkungsweise

Nur für einen Sommer

Chemische Sonnenschutzcremes haben eine begrenzte Haltbarkeit. Nach ca. sechs bis acht Monaten verlieren sie ihre Fähigkeit zur Reaktion mit UV-Strahlen und werden weniger effektiv. Deshalb sollten Sie Produkte vom Vorjahr entsorgen und jeden Sommer eine frische Sonnencreme für Kinder kaufen.

Chemisch

Chemisch wirkender Sonnenschutz wandelt die UV-Strahlung in Wärme um, die für uns nicht spürbar ist. Wie die Tabelle zeigt, können Sonnencremes, die mit einer chemischen Reaktion funktionieren, hormonell wirksam sein. Dies sollte bei Pflegeprodukten für Kinder jedoch vermieden werden. Ihre Körper sind nicht darauf eingestellt, Hormone zu verarbeiten.

Diese Substanzen können sich im schlimmsten Fall auf die spätere Fruchtbarkeit auswirken. Andere unerwünschte Effekte von chemisch wirkenden Sonnencremes sind allergische Reaktionen beim Kind. Die chemische Reaktion auf der Haut kann bei empfindlichen Menschen zu Reizungen und Rötungen führen.

Diese Nachteile betreffen nicht alle Produkte mit chemischer Wirkungsweise. In unserem Sonnencreme für Kinder-Vergleich haben wir herausgearbeitet, welche chemischen Sonnenlotionen keinen der hier beschriebenen Effekte mit sich bringen.

Mineralisch

Mineralische Sonnencreme für Kinder ist verträglicher, da ihre Bestandteile stabil sind und keine Reaktion auf der Haut eingehen. Die Schicht aus mineralischen Partikeln reflektiert das Sonnenlicht und bleibt auf der Haut, bis sie abgewaschen wird. Allerdings bringt die Wirkungsweise einen Weißeffekt mit sich, bei dem die Haut durch die reflektierenden Elemente stark aufgehellt wird. Diese Cremes lassen sich aufgrund ihrer Struktur auch schwerer verteilen und können auf die Kleidung abfärben. Die gesundheitlichen Vorteile machen mineralische Sonnencreme aber dennoch sehr empfehlenswert. Sie sind auch die einzigen Produkte, die sich als Sonnencreme für Babys eignen.

Kinder Sonnencreme Vergleich

3.2. Lichtschutzfaktor

Generell gilt bei Kinder-Sonnencreme-Test: Ein Zuviel gibt es nicht. Je häufiger Sie nachcremen und je höher der Lichtschutzfaktor (LSF) ist, umso besser für die Gesundheit der Kleinen. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um das Wievielfache sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Da dieser Eigenschutz vom Hauttyp des Kinds abhängt, ergibt sich mit Sonnencreme eine individuelle Zeitspanne, in der die Haut geschützt ist.

Eigenschutzzeit der Haut x Lichtschutzfaktor = Zeitspanne des Sonnenschutzes

Kinderhaut ist empfindlich und hält der Sonne höchstens 5 bis 10 Minuten stand. Am Beispiel einer Eigenschutzzeit von 10 Minuten zeigen wir hier, wie lange Ihr Kind mit Sonnenlotion geschützt ist (regelmäßiges Nachcremen vorausgesetzt):

  • LSF 20: 200 Minuten (3 Std. und 20 Min.) Sonnenschutz
  • LSF 30: 300 Minuten (5 Std.) Sonnenschutz
  • LSF 50: 500 Minuten (8 Std. und 20 Min.) Sonnenschutz

3.3. Inhaltsstoffe

Nivea Sun Kids Protect and Sensitive

Für Allergiker und Kinder mit empfindlicher Haut gibt es speziellen Sonnen-schutz wie etwa Nivea Sun Kids Protect and Sensitive.

Unter Punkt 3.1 haben wir bereits auf problematische Inhaltsstoffe hingewiesen. Chemisch wirkende Produkte können etwa synthetische Inhaltsstoffe enthalten, die Allergien auslösen. Daher ist es sinnvoll, bei Sonnenmilch für Kinder ein Produkt ohne Parfüm oder speziell für sensible Haut zu wählen. Problematisch können auch hormonell wirksame Stoffe sein, die Kinder noch nicht vertragen. Diese Substanzen sind in Deutschland legal, aber umstritten. Um jedes Risiko für die Gesundheit auszuräumen, empfehlen wir daher Sonnenschutzprodukte ohne hormonell wirksame Inhaltsstoffe.

Bei mineralischen Sonnencremes sollten Sie darauf achten, welche Produkte Nanopartikel enthalten. Das sind verkleinerte Mineralpartikel, die den Weißeffekt reduzieren und die Creme leichter verreibbar machen. Es ist bisher unklar, ob diese winzigen Partikel über die Haut das Körperinnere erreichen können und was dies für die Gesundheit bedeuten würde. In unserem Kinder-Sonnencreme-Vergleich können Sie nachlesen, welche mineralischen Produkte Nanopartikel enthalten. Wir raten Ihnen zu einer der gesundheitlich unbedenklichen mineralischen Cremes ohne Nanopartikel. Sie zählen zwar selten zu den günstigen Sonnencremes für Kinder, sind ihr Geld aber wert.

Übrigens: Sonnenpflege gibt es in der Form von Sprays und Cremes. Sonnensprays sind einfacher aufzutragen und fühlen sich angenehm leicht auf der Haut an. Sonnencreme hat den Vorteil, dass sie einen dichteren Schutzfilm bildet und so oft effektiver wirkt.

4. Worauf sollte man beim Sonnenbaden mit Kindern achten?

Weitere sommerliche Produktvergleiche

Neben Sonnencreme für Kinder haben wir auch folgende Produkte für warme Sommertage verglichen:

Hier finden Sie eine Reihe von nützlichen Tipps, mit denen Sie sorgenfreie Sommertage mit Ihrem Kind verbringen können:

  1. Pause einlegen: Die Mittagssonne (12 bis 14 Uhr) meiden
  2. Schatten suchen: Direkte Sonneneinstrahlung durch einen Sonnen-schirm vermeiden
  3. Creme erneuern: Nach jedem Badegang durch Nachcremen den Sonnenschutz erneuern
  4. Schutz verdoppeln: Strandtaugliche Sonnenschutzkleidung anziehen

Schutz beim Autofahren: Auch bei längeren Fahrten im Auto sollten Sie Ihre Kinder vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen. Neben der Verwendung von Sonnencreme für Kinder kann dabei vor allem der Kauf eines entsprechenden Auto-Sonnenschutzes sinnvoll sein. Falls Sie daran Interesse haben, hier geht es zu unserem Auto-Sonnenschutz-Vergleich.

Vor- und Nachteile von Sonnencremes für Kinder:

  • können Sonnenbrand und Hautkrebs vorbeugen
  • spenden der Haut Feuchtigkeit
  • einfach anzuwenden
  • können auf Kleidung abfärben
  • können bedenkliche Inhaltsstoffe besitzen

Das folgende Video für Kinder erklärt anschaulich, warum Sonnenschutz so wichtig für sie ist:

Zu den bekanntesten Marken für Kinder-Sonnencremes zählen Garnier und Nivea. Auf dem noch recht kleinen Markt für spezielle Baby-Sonnencreme ist eco cosmetics beliebt. Es gibt aber auch eine Reihe weiterer Hautpflegeexperten für Kinder:

  • Nivea
  • eco cosmetics
  • Garnier
  • Bübchen
  • Daylong
  • Alverde
  • HiPP
  • Ladival

5. Fragen und Antworten rund um Sonnencreme für Kinder

  • 1. Was ist die Empfehlung der Stiftung Warentest?

    Das Prüfinstitut hat in seiner Ausgabe 07/2014 Sonnenschutzmittel für Kinder getestet und auch ein Kinder-Sonnencreme-Testsieger. Produkte auf mineralischer Basis wurden beim Kinder-Sonnencreme Test allerdings nicht untersucht. Von den 19 Produkten schnitten 10 mit dem Urteil ″gut″ ab, darunter folgende Cremes und Sprays:

    • Nivea Sun Kids pflegende Sonnenmilch (1,9)
    • Nivea Sun Kids Pure and Sensitive Sonnenspray (2,2)
    • Hipp Sonnenmilch Ultra-Sensitiv Baby Sanft (2,3)
  • 2. Wie kann man verhindern, dass Sonnencreme auf die Kleidung abfärbt?

    Das klappt am effektivsten, indem Sie das Kind einige Zeit vor dem Anziehen eincremen. So hat der Sonnenschutz Gelegenheit einzuziehen und das Anziehen geht leichter. Grundsätzlich färben chemische Sonnencremes weniger ab als mineralische.
  • 3. Wie häufig muss man Sonnencreme für Kinder neu auftragen?

    In jedem Fall sollten Sie die Sonnenmilch nach jedem Gang ins Wasser erneuern. Das gilt auch, wenn Sie Kinder-Sonnencreme kaufen, die wasserfest ist. Darüber hinaus sollten Sie den Schutz alle 60 bis 90 Minuten neu auftragen, um den angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen. Besonders wichtig ist die Sonnencreme fürs Gesicht mit seiner sensiblen Haut.
  • 4. Muss man warten, bis man nach dem Auftragen der Creme in die Sonne kann?

    Bei mineralischen Sonnencremes gibt es keine Einwirkzeit – sie wirken sofort. Chemische Cremes funktionieren nicht so schnell, so dass es ratsam ist, etwa 20 Minuten zu warten, bevor Sie Ihr Kind in die Sonne gehen lassen. Viele Hersteller haben aber inzwischen sofort wirksame Produkte entwickelt, die einen entsprechenden Hinweis auf der Flasche tragen.