2.1. Ob Frostbeule oder menschlicher Ofen: Den Temperaturbereich wählen Sie nach Jahreszeit und persönlichem Empfinden

Das Temperaturempfinden ist zwar von Mensch zu Mensch unterschiedlich und auch bei einer einzelnen Person von der Tagesform abhängig – trotzdem gibt es gewisse Richtlinien, an denen Sie sich orientieren können, wenn Sie Ihren Outdoor-Schlafsack kaufen.
Die Herstellerangaben zu der geeigneten Saison sind nur ein grober Anhaltspunkt und werden Ihnen langfristig nicht weiterhelfen. Etwas präziser sind hingegen die Temperaturangaben seitens der Hersteller. Diese setzen sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
- Der höchste Wert, oft Comfort- bzw. Komfortbereich oder T comf genannt, richtet sich an die Norm-Frau (25 Jahre alt, 60 kg Gewicht, 1,60 m Körpergröße). Bei dieser Temperatur friert sie mit dem gemeinten Schlafsack gerade noch nicht.
- Der untere Wert im Temperaturbereich, t lim, beschreibt das Wohlbefinden des sogenannten Norm-Mannes (25 Jahre alt, 70 kg Gewicht, 1,73 m Körpergröße). In diesem Grenzbereich friert er wiederum gerade noch nicht und kann komfortabel nächtigen.
- Die Extremtemperatur, auch t ext, ist der Bereich, in dem die Norm-Frau in diesem Schlafsack noch schier überleben kann. Diese Temperatur kann damit jedoch nur begrenzt ausgehalten werden und kann bei langfristiger Aussetzung zur Unterkühlung führen. Beträgt beispielsweise der Extrembereich eines Schlafsacks 0 Grad, sollten Sie ihn trotzdem vorrangig während der wärmeren Jahreszeiten als Outdoor-Sommerschlafsack verwenden und diese Außentemperatur möglichst vermeiden.

Wie wichtig ist Atmungsaktivität eines Schlafsacks?
Eine wohlige Nacht wird Ihnen nicht nur zuteil, wenn Sie nicht ins Frösteln geraten. Genauso entscheidend ist, dass Sie im Schlaf keine Schweißausbrüche bekommen. Achten Sie deshalb beim Kauf Ihres Outdoor-Schlafsacks darauf, dass dieser atmungsaktiv ist.
Im Austausch mit Ihrem Umfeld und von vergangenen Camping-Ausflügen haben Sie vielleicht schon ein Gespür dafür, wie kälteempfindlich Sie sind. Über diese Erfahrungen hinaus helfen auch Ihre persönlichen Abweichungen von der Norm-Frau bzw. dem Norm-Mann dabei, Ihren idealen Temperaturbereich zu finden.
Ab dem 25. Lebensjahr verlangsamt sich so zum Beispiel der Stoffwechsel und Sie produzieren im Schlaf selbst weniger Wärme, benötigen also einen Outdoor-Schlafsack mit dickerer Füllung.
Trainierte Sportler hingegen besitzen mehr Muskelmasse, die Wärme produziert und können daher etwas kühlere Temperaturen aushalten. Dasselbe gilt für kräftigere Menschen gegenüber der Norm, die im Schlaf tendenziell weniger schnell frieren.
Anhand all dieser Faktoren wird schnell klar, dass es so etwas wie einen 4-Jahreszeiten-Outdoor-Schlafsack nicht geben kann, da dieser nie allen Bedürfnissen gerecht werden kann. Im Idealfall entscheiden Sie sich je nach Art Ihres Ausflugs in die freie Natur entweder für einen Outdoor-Sommerschlafsack oder für einen Outdoor-Daunenschlafsack bzw. Outdoor-Winterschlafsack.

Achtung: Auch der beste Outdoor-Schlafsack wird Ihnen ohne Isomatte auf hartem und kaltem Untergrund keinen Komfort bieten, wenn Sie nicht zusätzlich eine qualitativ hochwertige Isomatte verwenden. Dabei kommt es vor allem auf den schnellen Aufbau des nächtlichen Lagers und auf die Polsterung an, die den Liegekomfort beeinflusst. Wichtig ist vor allem auch der R-Wert, der die Isolationsleistung angibt. Mehr dazu erfahren Sie im Isomatten-Vergleich von Vergleich.org.
2.2. Achten Sie auf die richtige Passform: Vergleich.org verrät, wie
Sie finden einen besonders günstigen Outdoor-Schlafsack im Angebot, der zwar zu lang ist, doch sollte doch nichts ausmachen, oder? Falsch gedacht! Ob Outdoor-Winterschlafsack oder ultraleichter Outdoor-Schlafsack – wählen Sie immer den Schlafsack, der sich möglichst genau Ihrem Körper anschmiegt, ohne Sie einzuengen.
Tipp: Nur ein Schlafsack mit richtiger Passform wird Ihnen ausreichend Komfort bieten. Ist er zu klein, fühlen Sie sich schnell eingeengt oder werden mitunter nicht vollständig vom Schlafsack bedeckt. Ist er zu groß, kann sich im leeren Bereich kalte Luft sammeln, die wiederum zur Auskühlung des gesamten Schlafsacks führen kann.

Wir von Vergleich.org verraten Ihnen, wie Sie die richtige Länge Ihres Outdoor-Schlafsacks bestimmen können. Denn die Maßangaben der Hersteller liefern zwar die Länge des ausgebreiteten Schlafsacks, diese ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der maximalen Körpergröße. Um bequem im Outdoor-Schlafsack Platz zu finden, muss die Körpergröße individuell berechnet werden.
Doch keine Sorge, dafür gibt es eine einfache Formel. Ziehen Sie von der Gesamtlänge des Schlafsacks 25 bis 30 cm ab und Sie erhalten die passende Maximalkörpergröße. Ist der Outdoor-Schlafsack 230 cm lang, sind demnach 200 cm die maximale Körpergröße, mit der Sie ihn verwenden sollten.
Fällt Ihre Körpergröße jedoch niedriger als 190 cm aus, sollten Sie sich nach einem nächstkleineren Modell umsehen, um nicht zu viel leeren Stauraum zu lassen.
Achtung: Diese Rechnung gilt ausschließlich für Mumienschlafsäcke bzw. Outdoor-Schlafsäcke mit Kapuze. Bei kapuzenlosen Deckenschlafsäcken für den Outdoor-Bereich ist die Gesamtlänge bereits gleichzeitig auch die Höchstkörperlänge.

Wie wir an dieser Stelle erkennen können, ist dieser Forclaz-Outdoor-Schlafsack in verschiedenen Größen (S, M und L) erhältlich.
2.3. Die Materialfrage: Nicht der beste Outdoor-Schlafsack hat ein kleines Packmaß, sondern der dünnste

Ein wirklich kleines Packmaß kann zwar nur bei einem relativ dünnen Outdoor-Schlafsack erzielt werden, jedoch helfen Kompressionsgurte an der Transporttasche, auch dickere Modelle bestmöglich zu komprimieren.
Viele Menschen suchen zunächst nach einem Outdoor-Schlafsack, der über ein kleines Packmaß und ein geringes Gewicht verfügt. Jedoch stehen diese immer in direkter Relation zur Füllung und den Maßen des jeweiligen Modells, wie Sie auch unserer Vergleich.org-Tabelle am Anfang der Seite entnehmen können.
Ein ultraleichter Outdoor-Schlafsack lässt sich natürlich klein zusammenrollen, ist jedoch nur für wärmere Außentemperaturen geeignet. Mit einem Outdoor-Thermo-Schlafsack mit Daunen wiederum haben Sie es bei Minusgraden kuschelig warm, müssen jedoch mit einem größeren Packmaß und höherem Gewicht rechnen.
Werden Sie sich vor dem Antritt Ihres Ausflugs zum einen bewusst, inwiefern Sie den Schlafsack selbst tragen müssen. Beispielsweise beim Wandern zählt jedes Gramm auf dem Rücken, während Gewicht und Packmaß bei Anreise per Auto vernachlässigt werden können.
Zum anderen sollten Sie Ihren Schlafsack unbedingt den Gradzahlen draußen anpassen. Mehr dazu erfahren Sie in Kapitel 2.1. dieses Ratgebers. Seien Sie sich bei der Wahl Ihres persönlichen Outdoor-Schlafsack-Testsiegers also bewusst, dass Sie zwischen Fütterung und Packmaß einen gewissen Kompromiss eingehen müssen.

In puncto Obermaterialien bei Outdoor-Schlafsäcken haben Sie als Verbraucher keinen allzu großen Spielraum, wie Outdoor-Schlafsack-Tests im Internet feststellten. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie aus Funktionstextilien, wie Polyester oder Nylon, hergestellt sind.
Anders als Mikrofaser oder Baumwolle bei reinen Indoor-Schlafsäcken (wie zum Beispiel bei einem Hüttenschlafsack) ist es hier wichtig, dass die Kunstfasermischungen besonders robust, schmutzabweisend und schnelltrocknend sind.
Viele Menschen möchten für die Übernachtung im Freien oder zwischen Zeltwänden einen wasserdichten Outdoor-Schlafsack. Zwar sind die meisten Modelle wasserabweisend, halten einigen Tropfen Wasser also bis zu einem gewissen Punkt stand, aber komplett wasserdichte Outdoor-Schlafsäcke werden Sie häufig nicht vorfinden. Lassen Sie sich von den Herstellerangaben zur wasserabweisenden Wirkung nicht irreleiten.

Eine wichtige Entscheidung Ihrerseits kommt hingegen bei der Art der Füllung ins Spiel. Hier treffen Sie im Allgemeinen die Wahl zwischen Daunen und Kunststofffaser, oft auch als Hohlfaser bezeichnet.
Daunen sind generell weniger für den Outdoor-Einsatz geeignet. Denn sie sind zwar leicht, aber reagieren nicht so gut auf Nässe. Im Gegensatz dazu trocknen Kunststofffasern schneller und können leichter in der Waschmaschine gereinigt werden. Im Folgenden listen wir Ihnen die Vor- und Nachteile von Synthetikfasern gegenüber Daunen als Outdoor-Schlafsack-Füllung auf:
Vorteile- pflegeleichter; waschmaschinengeeignet
- schnelltrocknend
- preiswerter
Nachteile- etwas schlechtere Temperaturregulierung
- größeres Packmaß
- höheres Gewicht

Wir finden heraus, dass dieser Forclaz-Outdoor-Schlafsack bei bis zu 0 °C komfortabel sein soll, als Grenzwert werden -5 °C angegeben.
Aha, wusste ich noch gar nicht, dass man den Schlafsack wirklich passend zur Größe kaufen sollte, weil er sonst nicht richtig warmhält. Wieder was gelernt.
Wie sieht es eigentlich mit XXL-Schlafsäcken aus? Wollte meinem Kumpel einen richtig guten zum Geburtstag schenken, aber in so ein normales Ding quetscht er sich mit seinen breiten Schultern bestimmt nicht gern rein.
André
Lieber André,
vielen Dank für Ihren Kommentar zu unserem Outdoor-Schlafsack-Vergleich. Allgemeinhin anerkannte Marken, wie Deuter oder Vaude, haben aktuell leider noch keine XXl-Modelle in ihrem Sortiment.
Eine Möglichkeit wäre das Koppeln von zwei herkömmlichen Produkten, wobei hier je nach Person eventuell ein zu breiter Raum entstehen kann, der kalte Luft im Innere stauen lässt. Trotzdem können Sie auf Amazon einen entsprechenden XXL-Schlafsack finden, wie zum Beispiel diesen hier von Fridani.
Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen.
Ihr Vergleich.org-Team