Das Wichtigste in Kürze
  • Eine gute Isomatte muss Liegekomfort, einfaches und schnelles Auf- und Abbauen, ein möglichst kleines Packmaß und eine gute Kälteisolierung miteinander verbinden. Die beste Isomatte für Outdoor-Einsätze ist zudem wasserfest.
  • Leider enttäuschen die meisten „selbstaufblasbaren“ Isomatten: Fast alle Isomatten müssen zusätzlich mit dem Mund aufgeblasen werden.
  • Die beste Isomatte hat ein Pumpsystem, das einem das Aufblasen der Matte mit dem Mund erspart und ist so besonders hygienisch, da beim Aufblasen mit dem Mund Keime in die Matte gelangen können.

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Campingurlaub erfreut sich steigender Beliebtheit: Wie diese Studie des IfD Allensbach zeigt, interessierten sich 2017 über 11 Millionen Deutsche für diese Form des Urlaubs. Dabei schätzen Camping-Fans vor allem die Nähe zur Natur, aber auch, dass es eine preisgünstige Alternative zum Hotel ist. Außerdem ist der Entschleunigungsaspekt für viele wichtig, und auch die Nachhaltigkeit macht diese Urlaubsform attraktiv (Quelle: Statista).

Bei der Ausrüstung fürs Camping ist die Isomatte kaum wegzudenken. Die Ansprüche an die praktische Unterlage sind vielfältig und hoch: Sie soll, gerade bei Trekking, ein möglichst kleines Packmaß und ein geringes Gewicht haben, dabei aber gleichzeitig hohen Liegekomfort bieten und strapazierfähig sein. Außerdem muss die beste Isomatte schnell und einfach zu verstauen sein und outdoor auch Kälte gut abhalten, damit Sie morgens nicht frierend und verspannt aufwachen.

Welche Isomatte bietet am meisten Komfort und lässt sich trotzdem gut verstauen? Blasen sich selbstaufblasende Isomatten wirklich selbst auf? Worauf müssen Sie achten, wenn Sie eine Isomatte kaufen möchten? Was hat es mit dem R-Wert der Isomatte auf sich? In unserem Isomatten-Vergleich 2020 erklären wir Ihnen, auf welche Aspekte es beim Kauf ankommt und wie Sie die beste Isomatte für Ihre eigenen Ansprüche finden können.

isomatte-komfort

1. Isomatten-Vergleich 2020: Auf diese Kriterien kommt es an

Das zentrale Kriterium für unseren Isomatten-Vergleich ist der Liegekomfort, doch auch die Schnelligkeit und den Komfort des Aus- und Einpackens der Matten haben wir – auf Grundlage der Berichte vieler Nutzer aus ihren eigenen Isomatten-Tests – berücksichtigt.

Außerdem ist wichtig, wie gut die Matten gegen Kälte isolieren – das ist schließlich eine Hauptfunktion der Isomatte.

Bewertungskriterium Beschreibung
Aufbau und Abbau

isomatte-faltbar

  • Zeit für Aufbau
  • Komfort des Aufbauens
  • Zeit für Abbau
  • Komfort des Abbauens
Liegekomfort

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  • Polsterung / Weichheit der Matte
  • Liegekomfort / Unterstützung des Körpers beim Liegen
  • Abdämpfung von Unregelmäßigkeiten des Bodens (z. B. kleine Steine, Stöcke etc.)
  • Geräusche beim Liegen
Isolierleistung

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  • Kälteisolierung: objektive Beurteilung mit Thermometer
  • Kälteisolierung: subjektive Bewertung
Material

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  • Dicke
  • Waschbarkeit / Wasserfestigkeit
  • Strapazierfähigkeit
  • Haptik der Oberfläche
Ausstattung

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  • Repair-Kit
  • Packsack
  • Pumpsack
Maße und Gewicht

isomatte-packmaß

  • Packmaß
  • Maße der ausgebreiteten Matte
  • Gewicht

2. Achtung Etikettenschwindel: Die wenigsten selbstaufblasbaren Isomatten blasen sich wirklich selbst auf

isomatte-test-instrumente

Mit folgenden Instrumenten können Sie Ihren eigenen Isomatten-Test durchführen und verschiedene Modelle genauer unter die Lupe nehmen: Waage, Maßband, Stoppuhr und Laser-Thermometer.

Auch wenn sie als „selbstaufblasbar“ bezeichnet werden – das Versprechen, sich selbst aufzublasen, erfüllen die Isomatten fast nie. Während dieser Umstand geübten Campern bekannt sein mag, wundern sich Gelegenheitscamper sicherlich über diesen seltsamen Sprachgebrauch.

Nur wenige Matten blasen sich in einer zumutbaren Zeit (ca. 5 Minuten) in einen akzeptablen Zustand auf, in dem man die Matte zum Schlafen verwenden könnte. Allerdings empfiehlt es sich selbst bei diesen Matten, anschließend noch Luft nachzublasen.

Bei den meisten anderen als selbstaufblasbar deklarierten Matten zeigt sich oft nach einer kurzen Zeit, in der die Matte immerhin etwas Luft eingesogen hat, dass man auf den selbstaufblasenden Effekt lange warten müsste. Daher ist es unumgänglich, die Matten zusätzlich mit dem Mund aufblasen.

Isomatten-Typ Merkmale
Isomatte aus Schaumstoff

schaumstoff-isomatte

Schaumstoff-Isomatten ähneln vom Aufbau her Gymnastikmatten und bestehen aus einem soliden Stück Schaumstoff. Sie haben kein Ventil und werden nicht aufgeblasen, sondern einfach direkt ausgerollt. Sie sind meist angenehm leicht und lassen sich schnell auf- und abbauen, bieten aber nur geringen Liegekomfort. Dieser Typ Isomatte eignet sich am ehesten als Unterlage für die „richtige“ Isomatte oder für Gelegenheitscamper, die nicht viel Geld in die Hand nehmen möchten, denn solche Isomatten sind meist günstig.
Luftmatratze

isomatte-aufblasbar

Diese Kategorie wird mit Luft aufgeblasen. Anders als bei den selbstaufblasenden Isomatten besitzt dieser Typ keinen PU-Schaumkern. Dadurch lässt er sich sehr schnell aufblasen. Meist müssen die Modelle mit dem Mund aufgeblasen werden; einige Modelle verfügen auch über einen Pumpsack, der das Aufpumpen einfacher und hygienischer gestaltet.

Es gibt sie in relativ einfachen Varianten, die an Luftmatratzen fürs Schwimmbad erinnern, bis hin zu ausgeklügelten Versionen wie der Therm-A-Rest NeoAir X-Therm (links im Bild), die ein recht kompliziertes, auf Dreiecken basierendes Innenleben aufweist.

„Selbstaufblasende“ Matten mit PU-Schaumkern

selsbtaufblasende-isomatte

Diese Art der Isomatten sind mit einem Kern auf PU-Schaum gefüllt, der sich bei Öffnung des Ventils zum Teil selbst entfaltet. Um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, muss aber auch bei diesen Matten meist noch mit dem Mund oder mithilfe einer Pumpe nachgeblasen werden.
Isomatten mit dem Mund aufblasen: Leider unhygienisch

Die meisten Isomatten müssen zusätzlich aufgeblasen werden, um eine zufriedenstellende Füllung der Matte zu erzielen. Das Problem beim Aufblasen der Isomatte mit dem Mund: Neben der zusätzlichen Anstrengung ist das Aufblasen mit Lungenkraft auch weniger hygienisch. Durch die Atemluft gelangen Feuchtigkeit und Keime ins Innere der Matte, wodurch diese nach einiger Zeit beginnen kann zu schimmeln – oder es können sich Algen im Matteninneren bilden.

In kalten Temperaturen kann die durch die Atemluft in die Matte gelangte Feuchtigkeit auch gefrieren, was neben dem Isolationseffekt auch den Liegekomfort negativ beeinträchtigen kann. In jedem Fall kann das Aufblasen der Matten mit dem Mund die Lebensdauer der Matte deutlich verkürzen.

Um dies zu verhindern, können Sie zu einer Matte mit integriertem Pumpsystem greifen. Die Therm-A-Rest-Isomatte z. B. kommt mit einem Pumpsack, der das Aufblasen erleichtert. Statt mit dem Mund und der eigenen Lungenkraft wird die Matte hier einfach an den Pumpsack angeschlossen; dessen Inhalt wird fünf- bis sechsmal ausgedrückt und schon ist die Matte sehr komfortabel aufgeblasen.

Alternativ können Sie sich eine universell verwendbare Pumpe zulegen. Hier gibt es sogar pfiffige Modelle, z. B. von Exped, die gleichzeitig als Kissen fungieren. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile von Pumpsystemen wie einem Pumpsack oder einer Pumpe im Gegensatz zu dem Aufpusten der Matte mit dem Mund:

    Vorteile
  • hygienischer, da kaum Keime in Matte eindringen
  • manche Modelle mit praktischen Zusatzfunktionen (z. B. als Kissen verwendbar)
    Nachteile
  • zusätzlicher Transportaufwand

isomatte-abbau

3. Auf- und Abbau: Zeit und Komfort des Zusammenbauens unterscheiden sich stark

Selbstaufblasbare Matten richtig einpacken

Um eine selbstaufblasbare Isomatte gut einzupacken, sollten Sie am besten die Matte mehrmals falten, dann das Ventil öffnen und Luft herauslassen. Nun können Sie das Ventil wieder schließen und die Matte vom anderen Ende her aufrollen, um noch mehr Luft entwichen zu lassen.

Wenn sich genug Luft am oberen Ende gesammelt hat, öffnen Sie das Ventil nochmals und lassen die restliche Luft heraus. Schließlich schließen Sie das Ventil wieder; in eingerolltem Zustand kann die Matte nun (hoffentlich) im Packsack verstaut werden.

Gerade wenn Sie in einer Gruppe unterwegs sind, muss das Packen der Isomatte oft schnell gehen. Nicht alle Matten können in einer angemessenen Zeit auch gut verstaut werden; bei einigen braucht es mehrere Anläufe oder Zusammenarbeit mit den Mitcampern, um die Matte wirklich gut zu verstauen.

Beim Punkt „Abbau“ haben Isomatten des Typs Luftmatratze eindeutig die Nase vorn: Sie falten sich problemlos und schnell zusammen und lassen sich einfach wieder in der Hülle verstauen. Schaumstoff-Isomatten sind noch unkomplizierter: Diese müssen Sie lediglich zusammenrollen und mit den meist beigefügten Gummibändern zusammenbinden.

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Die Therm-A-Rest ProLite Isomatte ist sehr schwer wieder in dem kleinen Packsack unterzubringen. Unsere Detailaufnahme zeigt den Druck auf die Nähte des Packsacks (links), die während des Einpackens sogar leicht einrissen (rechts).

Schwieriger bis fast unmöglich ist es, die sogenannten selbstaufblasenden Isomatten wieder auf die ursprüngliche Größe zu bringen; der im Inneren der Matte vorhandene PU-Schaum hat sich ja mittlerweile mit Luft vollgesogen. Diese Luft muss vor dem Zusammenpacken erstmal wieder entweichen.

Besonders problematisch ist es, diese Art Matte auf die passende Größe für den Packsack zu bringen. Vor allem bei weniger hochwertigen oder sehr kleinen Packsäcken entsteht schnell der Eindruck „Matte frisst Packsack“ und die Nähte scheinen einem sehr hohen Druck ausgesetzt.

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4. Liegekomfort und Dicke, Abdämpfung von Unebenheiten des Bodens und Feeling der Oberfläche

Die dicksten Matten bieten definitiv den größten Liegekomfort: Die Vaude Dream Isomatte ist beispielsweise im ganz aufgeblasenen Zustand ca. 8 cm dick und das Liegen darauf daher extrem angenehm.

Die Dicke der Isomatte hat jedoch nicht unbedingt direkt etwas mit dem Schlafkomfort zu tun. Während Sie bei einer sehr dicken Matte wie der Vaude Dream davon ausgehen können, dass diese sehr gut gepolstert und bequem sein wird, gelten einige andere Matten trotz recht geringer Dicke als sehr komfortabel und weisen eine tolle Polsterung auf.

Außerdem bringen es auch einige dieser Matten fertig, Unebenheiten des Bodens gut auszugleichen. So z.B. die ProLite von Therm-A-Rest: Obwohl sie in voll entfaltetem Zustand gerade mal 2,5 cm Höhe aufweist, sind der Liegekomfort, die Abdämpfung von Unebenheiten und die subjektiv empfundene Kälteisolation hervorragend.

5. Strapazierfähigkeit und Wasserfestigkeit

strapazierfaehige-isomatte

Vorgehen beim persönlichen Isomatten-Test: Mit einem Schleifpapier der Körnung 120 die Isomatten je fünf mal abreiben. Die resultierende Beschädigung können Sie dann als Anhaltspunkt für die Strapazierfähigkeit des Materials verstehen.

Die beste Isomatte nützt Ihnen wenig, wenn sie nicht strapazierfähig ist. Schließlich soll sie viele Nächte auf harten Böden durchstehen.

Wenn Sie in einem persönlichen Isomatten-Test die Strapazierfähigkeit ermitteln wollen, können Sie die Matte mehrmals mit einem groben Sandpapier der Körnung 120 abreiben. Nach fünfmaligem Hin- und Herreiben mit dem Schleifpapier sollten Sie einen Eindruck von der Strapazierfähigkeit der Matten erhalten.

Besonders die Isomatte von Exped konnte mit ihrer Strapazierfähigkeit überzeugen; auch die Isomatte von Jack Wolfskin konnte hier punkten.

Die wenigsten Matten in unserem Vergleich sind wirklich wasserfest. In der Regel sind nur Luft-Isomatten wie die Therm-A-Rest NeoAir X-Therm oder die Hikenture-Isomatte absolut wasserfest. Es empfiehlt sich in jedem Fall, die Matten vor dem ersten Gebrauch zu imprägnieren. Ein handelsübliches Imprägnierspray ist dafür ausreichend.

6. Isolierfunktion

Die Isolierfunktion der Matten ist ein zentrales Kriterium für deren Qualität – nicht umsonst heißen sie „Isomatten“ oder auch „Thermomatten“. Die perfekte Isomatte lässt so wenig Kälte wie möglich durch, sodass Sie auch nach einer Nacht auf kühlem Waldboden ausgeruht und gut gewärmt aufwachen.

Der R-Wert

Bei vielen Isomatten wird die Isolationsleistung mithilfe des sogenannten R-Werts angegeben. Je höher dieser Wert, desto besser ist die Isolationsleistung der Matte. Hier eine kurze Übersicht der ungefähren Temperatureignung von Isomatten anhand des R-Werts:

  • 1: geeignet bis + 7 °C, warme Nächte
  • 2: geeignet bis + 2 °C, gemäßigte Nächte
  • 3: geeignet bis – 5 °C, kühlere Nächte
  • 4: geeignet bis – 11 °C, wintertauglich
  • 5: geeignet bis – 17 °C, hochalpin-tauglich
  • 6: geeignet bis – 24 °C, für Wintertouren

Das beste Isolationsergebnis erhalten Sie, wenn Sie eine hochwertige Isomatte mit einer hohen Isolationsleistung verwenden und gleichzeitig noch eine einfache Schaumstoff-Matte zum Schutz und zur weiteren Verstärkung des Isolationseffekts unterlegen.

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7. Ausstattung und Zubehör

Sehr praktisch ist es, wenn im Lieferumfang der Isomatte ein Reparatur-Set enthalten ist. So ist man auf alle Eventualitäten vorbereitet und kann einen kleinen Riss in der Matte zur Not schnell selbst flicken. Wenn bei Ihrer Isomatte kein Set dabei ist, empfiehlt es sich, vor dem nächsten Campingtrip ein separat erhältliches Flick-Set zu besorgen.

8. Maße, Gewicht und Packmaß

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Beim Packmaß gibt es enorme Unterschiede, wie der direkte Isomatten-Vergleich zeigt. Allerdings sind Isomatten mit sehr kleinem Packmaß oft schwierig wieder zurück in den Packsack zu bekommen, da dieser so klein ist.

Besonders wichtig ist bei Isomatten ein kleines Packmaß. Die wenigsten Matten schaffen es, guten Komfort mit einem geringen Packmaß zu vereinen. So punktet die Vaude Dream zum Beispiel mit traumhaftem Gefühl beim Liegen, doch ist sie leider auch zusammengepackt sehr groß und schwer und außerdem extrem schwierig zurück in den Packsack zu bekommen.

Am besten funktionierte der Kompromiss aus geringem Packmaß, gutem Liegekomfort und Isolationsleistung mit einem potentiellen Isomatten-Testsieger, der Thermarest-Isomatte NeoAir X-Therm. Schaumstoff-Isomatten sind oft ultraleicht, haben aber den Nachteil, weniger bequem zu sein. Auch Luftmatratzen wie die NeoAir XTherm der Marke Thermarest haben meist ein sehr geringes Gewicht.

Bildnachweise: VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/JANFECKE, VGL/DESIREEROSSA, VGL/DESIREEROSSA, VGL/DESIREEROSSA, VGL/DESIREEROSSA, VGL/DESIREEROSSA, (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)