Das Wichtigste in Kürze
  • Als Alternative zu Torf kommen in torffreier Pflanzerde unter anderem Kompost, Rindenhumus, Kokos- sowie Holzfasern infrage. Oftmals kommen auch Kombinationen jener Ersatzstoffe zuzüglich diverser Zusatzstoffe – wie etwa Lavagranulat – zum Einsatz. Besonders umweltbewusste Gärtner setzen beim Gemüse-Anbau auf torffreie Erde, die eindeutig als solche gekennzeichnet ist („torffrei“ bzw. „ohne Torf“) und sich zudem für den ökologischen Landbau eignet.

1. Welche Einsatzmöglichkeiten bietet torffreie Erde im Praxis-Test?

Die meisten torffreien Erden sind universell einsetzbar, sie eignen sich also gleichermaßen für die meisten Indoor-Topfpflanzen sowie für die meisten Outdoor-Kübelpflanzen. Manche Pflanzenarten – wie beispielsweise Orchideen – haben hingegen spezielle Ansprüche und benötigen darauf abgestimmte Spezialerde, die glücklicherweise auch schon ohne Torf angeboten wird. Aufschluss über die Einsatzmöglichkeiten bestimmter torffreier Erden geben die Vergleich.org-Tabelle sowie die jeweilige Produktverpackung.

2. Gebrauchsfertige, torffreie Erde oder torffreie Quellerde?

Anders als bei gebrauchsfertiger, torffreier Blumenerde ist für die sogenannte Quellerde vor dem Gebrauch noch ein weiterer Arbeitsschritt vonnöten. Vor dem Test-Einsatz muss die torffreie Erde dabei zunächst in einem Behälter mit einer bestimmten Menge Wasser angerührt werden und anschließend quellen. Gebrauchsfertige, torffreie Erde – wie bspw. von Floragard – punktet somit vor allem durch Zeitersparnis, da sie bereits den benötigten Wasseranteil enthält und sofort nach dem Kauf einsatzbereit ist. Jedoch führen das damit einhergehende höhere Gewicht und Volumen zum einen zu einem höheren Transportaufwand, zum anderen wird eine größere Menge Verpackungsmaterial benötigt. Auch ist es aufgrund des höheren Feuchtigkeitsanteils gebrauchsfertiger Erde nur bedingt möglich, umweltfreundliche Verpackungsmaterialien zu verwenden.

Fazit: Legen Sie bei der Gartenarbeit Wert auf möglichst wenig Mehraufwand, sollten Sie am besten gebrauchsfertige, torffreie Erde kaufen. Ist Ihnen ein möglichst hohes Maß an Umweltbewusstsein wichtig, stellt umweltfreundlich verpackte, torffreie Erde zum Quellen die beste Wahl dar.

3. Ist torffreie Erde immer bio?

Auch wenn der Begriff „torffrei“ mit umweltfreundlichen Produkten assoziiert wird, müssen sie es noch lange nicht sein. Einige im Handel erhältliche Erden sind mit bereits beigemischtem Dünger erhältlich. Dadurch muss die Erde erst nach Ablauf der Wirkungsdauer nachgedüngt werden. Um den Anforderungen des ökologischen Landbaus gerecht zu werden, muss es sich dabei um organische Düngemittel handeln. Allerdings kann auch Erde ohne Torf über umweltschädlichen Kunstdünger verfügen bzw. mit solchem nachgedüngt werden, wodurch der eigentliche Zweck torffreier Erde untergraben wird.

Umgekehrt verhält sich übrigens genauso – sogenannte „Bio-Erde“ ist nicht zwangsläufig torffrei. Die Bezeichnung „Bio-Erde“ ist generell mit Vorsicht zu genießen. Schließlich ist die Bezeichnung „Bio“ hinsichtlich Blumenerde ohne Torf nicht geschützt und dient wohl manchmal eher als schlagendes Verkaufsargument bei gutgläubigen, umweltbewussten Konsumenten.