Das Wichtigste in Kürze
  • Sie haben die Nase voll, für die Abfahrt erstmal am Lift Schlange stehen zu müssen? Mit Splitboards können Sie auf Skiern den Aufstieg auf den Berg bewältigen, die Skier zusammenstecken und dann mit dem so entstandenen Snowboard abfahren.
  • Die Wahl des besten Splitboards für Ihre Ansprüche hängt mit Ihren Vorlieben zusammen. Sind Sie ein Freund des Tiefschnees, empfiehlt sich beispielsweise ein Rocker. Für den Park oder die Piste gibt es wiederum andere Typen, die dafür bestens geeignet sind.
  • Achten Sie auf Qualität: Gute Splitboards finden Sie kaum bei Aldi oder Lidl. Bei Preisen von circa 300 bis über 1.000 Euro empfiehlt sich eher die große Auswahl im Internet oder der Fachhändler.

Splitboard Test

Als Snowboarder kennt man es zu gut: Um an gute Abfahrtsstrecken zu gelangen, ist man oft auf den Lift angewiesen, wo mit Wartezeiten zu rechnen ist. Menschenmassen und wenig Romantik inklusive. Die angesteuerten Spots sind demnach nicht selten überlaufen. Wie schön wäre es, selbst Splitboard-Touren zu machen, also mit ein paar Tourenskiern selbstständig eine Piste zu erreichen und dort dann mit dem Snowboard herunterzubrettern? Längst nicht mehr zu schön, um wahr zu sein.

Vergleich.org hat sich mit den Mischgeräten zwischen Skiern und Snowboards beschäftigt und den Splitboard-Vergleich 2020 erstellt. Für Ihre nächsten Splitboard-Touren finden Sie in unserer Produkttabelle die besten Splitboards, in unserer Kaufberatung hingegen erfahren Sie alles, was es über die Typen und Beschaffenheiten der Bretter zu wissen gilt. So erklären wir unter anderem, welche Arten sich für welche Einsatzgebiete besonders eignen, welche Fahreigenschaften sich von bestimmten Shapes ableiten lassen und inwiefern die Vorspannung bzw. das Profil das Fahrverhalten beeinflusst.

1. All-Mountain, Freeride und Freestyle: Welche Splitboard-Typen gibt es?

Splitboards, die auch als Split-Ski bezeichnet werden können, werden grob in drei Kategorien unterteilt, wovon sich jede für ein bestimmtes Einsatzgebiet besser eignet. Dabei handelt es sich um die Typen All-Mountain, Freeride und Freestyle.

Sie suchen noch nach dem perfekten Board fürs Powder oder für die Piste? Wir stellen die drei Typen in den folgenden Unterkapiteln vor.

Splitboard Vergleich

Nicht jedes Splitboard ist gleichermaßen für jedes Terrain geeignet.

1.1. All-Mountain: Der Allrounder für Einsteiger

Das All-Mountain-Splitboard-Snowboard ist der Allrounder unter den teilbaren Brettern. Mit ihm sind Sie auf allen Untergründen gut unterwegs, können sowohl die Piste als auch unberührtere und schroffere Routen befahren. Das All-Mountain-Splitboard ist somit kein Experte für ein bestimmtes Einsatzgebiet, sondern lässt sich in verschiedenen Gebieten einsetzen.

Es ist damit gut geeignet für Snowboarder, die sich und ihre Aktivitäten nicht auf einen Bereich festlegen möchten. Auch Anfängern ist das All-Mountain-Board ans Herz zu legen, müssen diese sich so nicht schon auf ein Einsatzgebiet festlegen. Sie können mit dem All-Mountain zunächst einen Splitboard-Test auf allen Terrains machen und nach einiger Zeit entscheiden, ob Sie sich ein spezialisierteres Splitboard kaufen möchten.

So können Sie als Einsteiger zunächst einmal verschiedene Terrains ausprobieren und so herausfinden, ob Sie sich auf ein bestimmtes konzentrieren möchten.

1.2. Freeride: Der Tiefschnee-Experte

Konkreter geht es da schon beim Freeride-Splitboard zu. Diese Form der Snowboard-Ski eignet sich perfekt für tiefen Schnee abseits der festgefahrenen Pisten.

Durch die tendenziell etwas breitere Nase wird genügend Auftrieb im Tiefschnee entwickelt, ein Einsacken oder Verhaken ist somit unwahrscheinlicher.

Vergleich.org-Tipp: Positionieren Sie die Splitboard-Bindung weiter hinten, sodass sich das Körpergewicht nach hinten verlagert. Auf diese Weise helfen Sie der Nase des Boards, ein Einsinken im Schnee zu verhindern.

splitboard-snowboard

Freeride-Splitboards sind ideal für tiefen Schnee geeignet.

1.3. Freestyle: Das Board für Kunststücke und Tricks

Auch das Freestyle-Splitboard weist eine klare Spezialisierung auf. Sowohl vorderes (tip) als auch hinteres Ende (tail) sind hier gleich geformt, was heißt: Vorwärts und rückwärts fahren ist gleichermaßen möglich, beim Wechsel ändert sich das Fahrverhalten nicht.

Das flachere und oftmals kürzere Brett liefert noch mehr Kontrolle und Grip im Schnee, wodurch sich die Freestyle-Boards – der Name verrät es – sehr gut für den Freestyle-Bereich eignen. Tricks und Kunststücke in den Halfpipes oder auf Rails können hiermit also bestens angegangen werden.

2. Shapes: Wie sieht das Brett von oben aus?

Hinter dem Begriff Shape verbirgt sich die Form des Splitboards, wenn man es flach liegend von oben betrachtet. Dabei geht es also um die Form von Nase und Ende sowie um den Bereich dazwischen, also die Taillierung.

Je nachdem, welchen Schnitt das Splitboard hier aufweist, ändern sich auch die Fahreigenschaften. Während das vorherige Kapitel um die Splitboard-Typen also eine grobe Deklarierung vorgibt, die zum Teil recht pauschal von Herstellern und Marken zur einfacheren Kategorisierung verwendet wird, zeigen Shape und Profil (Kapitel 3), inwiefern diese Deklarierungen auch mit Leben gefüllt werden.

splitboard-shape

Ausprägung und Form von Nase, Ende sowie Taille unterscheiden sich je nach Shape.

Vergleich.org hat Ihnen zwei gängige Shape-Formen aufgelistet und erklärt, welche Splitboard-Eigenschaften damit einhergehen.

2.1. Twin Shape: Nase und Ende gleich geformt

Der Name verrät es bereits ein wenig: Beim Twin Shape sind Nase und Ende (tip und tail) gleich geformt. Entsprechend der Board-Kategorie Freestyle lässt es sich mit dem Twin Shape genauso gut vor- wie rückwärtsfahren.

Ob teures oder günstiges Splitboard: Möchten Sie in die Halfpipe oder in den Park, bietet sich ein Twin-Shape-Splitboard an.

splitboard-park

Twin-Shape-Splitboards eignen sich gut für Parks.

2.2. Directional Shape: Breitere Nase für mehr Auftrieb

Tapered Directional Shape

Eine besondere Form des Directional Shapes ist der Tapered Directional Shape. Tapered bedeutet auf Deutsch verjüngt und so ist die Form auch zu verstehen: Das Brett ist vorne breite und läuft nach hinten hin schmal zu. Dies ermöglicht selbst in sehr tiefem und lockerem Schnee eine Menge Auftrieb.

Während der Twin Shape also überwiegend bei Freestyle-Splitboards zu finden ist, ist der Directional Shape häufig bei Freeride-Splitboards zu sehen.

Die Nase ist hier breiter und sorgt so im Zusammenspiel mit dem Profil (siehe Kapitel 3) für einen größeren Auftrieb. Die Form wird oft auch von nach hinten versetzten Bindungsschrauben unterstützt, durch die die Splitboard-Bindung weiter hinten liegt. So lastet mehr Gewicht auf dem hinteren Teil des Bretts, wodurch der vordere leicht angehoben wird und mehr Auftrieb erlangt.

3. Das Profil: Wie liegt das Board auf dem Boden?

Nachdem wir mit dem Shape das Splitboard von oben betrachtet haben, wechseln wir nun die Perspektive und schauen von der Seite darauf. Es geht darum, welche Vorspannung das Splitboard hat und wie es auf dem Boden liegt. Es liegt nämlich nie komplett glatt auf wie ein Holzbrett, vielmehr ist es so geschwungen, dass je nach Profil beispielsweise die Enden oder die Mitte stärkeren Kontakt zur Unterfläche haben.

In den folgenden Unterkapiteln stellen wir Ihnen die vier gängigsten Profile für Splitboards vor und erläutern dabei, welche Vorteile mit diesen Vorspannungen einhergehen.

split-snowboard

In der Luft sind alle gleich. Doch wie sich das Board auf dem Schnee verhält, hängt nicht zuletzt vom Profil ab.

3.1. Camber: Gut für Sprünge

Beim Camber-Splitboard ist die Mitte des Bretts nach oben gewölbt, während Nase und Ende auf dem Schnee aufliegen. Dennoch gehen auch tip und tail noch mal nach oben, um für mehr Auftrieb zu sorgen.

Diese spezielle Form macht es möglich, besonders gut mit dem Splitboard zu springen. Doch auch das Fahrverhalten am Boden ist positiv beeinflusst, lassen sich die Bretter doch sehr ruhig fahren. Dieses ruhige Fahrverhalten erlaubt wiederum ein sehr präzises Steuern.

Camber sind also keine Spezialisten für den Tiefschnee, sondern eher für harte und schnelle Pisten mit Sprungmöglichkeiten.

splitboard-camber

Das Camber-Splitboard liegt bei Nase und Ende auf, in der Mitte entsteht eine Wölbung nach oben.

3.2. Rocker: Gut für Tiefschnee

Beim Rocker-Splitboard liegt hingegen die Mitte des Bretts auf dem Schnee auf, während die beiden Enden nach oben gewölbt sind.

So wird in der Regel etwas mehr Auftrieb erzeugt, wodurch sich Rocker eher für den Tiefschnee eignen als Camber-Boards.

Das mittige Aufliegen des Bretts sorgt zudem für eine hohe Wendigkeit, insbesondere Drehungen um die eigene Achse lassen sich leichter vollziehen.

3.3. Flat: Verzeiht viele Fehler

Flat-Splitboards liegen beinahe flach auf dem Boden auf. Nur Nase und Ende heben sich leicht ab, damit ein Mindestmaß an Auftrieb erreicht wird.

Demnach sind Flat-Boards nicht für tiefen Schnee gedacht, sondern sollten überwiegend im Park gefahren werden. Dort gibt es schließlich viele Möglichkeiten, sich auszutoben, aber auch Fehler zu machen.

Dank des satten Aufliegens werden diese Fehler zum Teil geschluckt und der Fahrspaß nicht durch permanente Stürze unterbrochen.

Snowboard Powder Splitboard

Im tiefen, pulverigen Schnee (engl.: Powder) ist das Flat-Splitboard die falsche Wahl.

3.4. Hybrid: Mischung aus Camber und Rocker

Der Hybrid ist schließlich oftmals eine Mischung aus Camber und Rocker. Was zunächst nach einem Widerspruch klingt, lässt sich bei genauerer Betrachtung auflösen.

Er liegt wie der Rocker mittig auf, allerdings auch wie der Camber an tip und tail. Zwischen Mitte und Enden ist er nach oben gewölbt und sorgt so für einzigartige Fahreigenschaften.

So sollen diese Boards die Sprungfreudigkeit des Cambers aufweisen, zugleich aber wendig und tiefschneegeeignet sein wie ein Rocker.

splitboard-hybrid

Hybrid aus Camber und Rocker, in diesem Fall aber mit einer sehr schwach ausgeprägten Camber-Wölbung in der Mitte.

3.5. Vergleich.org-Zusammenfassung: Eigenschaften der verschiedenen Profile

Hier möchten wir noch einmal die Vorzüge der verschiedenen Vorspannungen zusammenfassen und darlegen, wofür sich die unterschiedlichen Arten besonders eignen.

Profile Eigenschaften
Camber-Splitboard
  • Enden liegen auf
  • Mitte nach oben gewölbt

+ sprungfreudig
+ laufruhig
+ präzise

- durchschnittlicher Auftrieb

Rocker-Splitboard
  • Mitte liegt auf
  • Enden stark nach oben gewölbt

+ viel Auftrieb: gut für Tiefschnee
+ wendig

- verzeiht nicht viele Fehler

Flat-Splitboard
  • beinahe flach aufliegend
  • Enden leicht nach oben gewölbt

+ fehlerverzeihend
+ gut für Parks und Tricks geeignet

- nicht für Tiefschnee geeignet

Hybrid-Splitboard
  • Mitte und Enden liegen auf
  • dazwischen zwei Wölbungen nach oben

+ sprungfreudig
+ laufruhig
+ wendig

- kein Spezialist für ein bestimmtes Terrain

4. Welche Hersteller und Marken sind für Splitboards bekannt?

Da der Splitboard-Markt von vielen bekannten und weniger bekannten Marken bespielt wird, möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige Splitboards nennen, die aus renommiertem Hause kommen und sich bei Snowboardern großer Beliebtheit erfreuen.

  • Burton-Splitboard
  • Jones-Splitboard
  • K2-Splitboard
  • Nitro-Splitboard
  • Rossignol-Splitboard
  • Salomon-Splitboard
  • Voilé-Splitboard
marken-splitboard

Im Marken-Dschungel der Splitboards ist es nicht immer leicht, den Überblick zu wahren.

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Splitboards

Kaufentscheidung schon beinahe getroffen? Wir klären zum Abschluss noch zwei Fragen, die sich Interessierte im Internet häufig stellen. Hilft Ihnen nicht weiter? Dann nutzen Sie gern die Kommentarfunktion am Ende dieses Vergleichs und schreiben Sie uns direkt an.

5.1. Hat die Stiftung Warentest schon einen Splitboard-Test gemacht?

Nein, bislang hat das Institut keinen Splitboard-Test durchgeführt und somit keinen Splitboard-Testsieger gekürt. Neben einem Split-Snowboard-Test fehlen übrigens auch Snowboard- und Skier-Tests.

Immerhin einen Ski- und Snowboardhelm-Test findet man bei der Stiftung, jedoch datiert dieser aus dem Jahr 2009 und ist somit nicht mehr aktuell. Testsieger wurde damals der Bollé Powder V44 SB.

5.2. Welche Schuhe eignen sich fürs Splitboard?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Allerdings sind spezielle Splitboard-Schuhe nötig, die in die speziellen Splitboard-Bindungen hineinpassen.

Schließlich müssen die Schuhe beim Splitboard sowohl in der Ski-Version als auch in der Snowboard-Funktion verwendbar sein.