Das Wichtigste in Kürze
  • Skihelme und Snowboardhelme sind funktionell gesehen gleich. Auch zwischen Snowboardhelmen für Frauen und solchen für Männer existieren kaum Unterschiede. Die meisten Helme gibt es in vielen verschiedenen Größen.
  • Wenn Sie die höchstmögliche Sicherheit bei einem Snowboardhelm haben möchten, greifen Sie auf einen Vollschalenhelm zurück, gefertigt mit Hartschalen- oder Hybridtechnologie.
  • Die leichtesten Modelle sind Halbschalenhelme mit sogenannter In-Mold-Technologie. Für Freizeit-Snowboardfahrer kann deren Unfallschutz ausreichend sein.

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2016 betrafen rund 11 % der von der Schweizer Unfallversicherung registrierten Snowboardverletzungen den Kopf.

Diese niedrigen Prozentsätze sollten aber nicht den Eindruck erwecken, man brauche seinen Kopf nicht besonders zu schützen. Denn der geringe Anteil an Verletzungen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Mehrheit der Pistenfahrer einen Helm trägt. Im Ernstfall kann das Tragen eines Helms Leben retten.

„Mit dem Helm ist aber meine Sicht eingeschränkt und ich höre schlechter“, hört man manche Helm-Kritiker sagen. Dabei zeigen Ergebnisse einer Studie der Universität Innsbruck, dass Helmträger nicht langsamer auf Ereignisse abseits des Sichtfeldes reagieren als Snowboardfahrer, die nur eine Mütze tragen.

Deshalb empfehlen wir Snowboardfahrern ohne Einschränkungen das Tragen eines Helmes. Worauf Sie bei der Auswahl des geeigneten Modells achten müssen, verrät Ihnen unser Snowboardhelm-Vergleich 2020.

1. Welche Arten von Snowboardhelmen gibt es im Vergleich?

1.1. Nicht jeder Snowboardhelm schützt die Seitenbereiche Ihres Gesichts

Typ Eigenschaften
snowboardhelm damenHalbschalenhelm Diese Helme schützen Stirn und Hinterkopf. Meist ist als Schutz gegen die Kälte eine Ohrenabdeckung dabei, die teilweise auch abnehmbar ist.

Die Halbschalenhelme sind komfortabel und leicht.

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Vollschalenhelm

Neben Stirn und Hinterkopf werden hier auch die Ohren geschützt, sodass der Seitenaufprallschutz sehr gut ist.

Vollschalenhelme sitzen sehr sicher und fest, dadurch kommt man aber auch schneller ins Schwitzen und das Hören wird ein bisschen beeinträchtigt.

Wichtige Signale oder Rufe können Sie mit einem Vollschalenhelm trotzdem ausreichend hören.

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Snowboardhelm mit Visier

Das Visier kann ganz einfach heruntergeklappt werden und schützt die Augen vor UV-Strahlen. Ein Visierhelm eignet sich gut als Snowboardhelm für Brillenträger, da die Sehhilfe nur unter spezielle Skibrillen passt.

Visiere beschlagen zudem nicht so schnell wie Snowboardbrillen, sind schneller zu bedienen und ermöglichen meist auch die bessere Sicht.

1.2. Das Herstellungsverfahren der Helme entscheidet über Stabilität und Belüftung

Welche Technologie zum Einsatz kommt, ist entscheidend dafür, wie leicht, langlebig und stabil Ihr Snowboardhelm ist.

Hat der Hersteller die In-Mold-Technologie angewandt, wurde das Schutzmaterial EPS fest und untrennbar mit einer Außenschicht aus Polycarbonat verbunden. Das Innenteil wird entweder eingeschweißt oder eingespritzt.

In-Mold-Helme sind besonders leicht und häufig auch recht günstige Snowboardhelme. Dafür müssen Sie bereits nach kleineren Stürzen und Unfällen den Helm austauschen!

Hardshell-Helme, auch Hartschalenhelme genannt, bestehen aus einer robusten Außenschale und einer flexiblen Innenschale aus EPS (Polystyrolpartikelschaum).

Unter hohen Temperaturen und Druck werden beide Schalen miteinander verbunden. Im Zwischenraum bleibt Platz für ein integriertes Belüftungssystem. Meist besteht die Außenschale aus ABS oder Carbon.

Letzteres ist ein sehr hochwertiges Material, welches viele Jahre robust bleibt und dennoch leicht ist.

Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile der Hardshell-Technologie gegenüber der In-Mold-Technologie zusammengefasst:

  • auch für ambitionierte Fahrer geeignet
  • unempfindlicher bei kleinen Stößen und Schlägen
  • bessere Belüftung möglich
  • zwischen 50 und 100 g schwerer
  • hochpreisiger

Wer die Vorteile von beiden Arten von Snowboardhelmen möchte, kann auf die immer beliebter werdende Hybrid-Technologie zurückgreifen. Der obere Helmteil ist eine Hartschalen-Konstruktion, damit eine gute Belüftung sichergestellt ist.

Der untere Teil wurde nach dem In-Mold-Verfahren gefertigt.

Als Freeride-Helm, also für Fahrten außerhalb der Pisten, eignen sich Hardshell- oder Hybrid-Konstruktionen.

2. Unterliegen Snowboardhelme in den USA strengeren Normen als in der EU?

bester snowboardhelm

Die oberen Extremitäten werden bei Snowboardunfällen am häufigsten in Mitleidenschaft gezogen (Quelle: Suva).

Alle Pistenhelme, die Sie innerhalb der EU kaufen können, tragen ein sogenanntes CE-Siegel mit der Prüfnummer EN 1077. Nach dieser Zahl folgen die Buchstaben B oder A.

Gehört ein Helm der Schutzklasse B an, handelt es sich um einen Halbschalenhelm. Um zertifiziert zu werden, muss ein Helm den Oberkopf bedecken.

Der Helm darf bei einem Aufprall aus 1,5 Metern maximal 69 Joule Energie aufnehmen.

Außerdem darf die Helmhülle nicht durchbrochen werden, wenn sie aus einer Höhe von 37,7 Zentimetern auf einen scharfen Gegenstand prallt.

Schutzklasse A steht für Vollschalenhelme. Um die Prüfnummer EN 1077 A zu erhalten, muss sich der Helm in zwei Punkten von einem Helm aus der Schutzklasse B unterscheiden.

Zum einem muss der Helm auch die Seiten des Kopfes und die Ohren umfassen. Zum anderen soll der Helm auch aus einer Höhe von 75 Zentimetern den Aufprall auf einen scharfen Gegenstand überstehen.

Für die US-amerikanische Prüfnorm ASTM F2040 gelten strengere Kriterien. So wird der Aufprall auf drei verschiedenen Untergründen und bei unterschiedlichen Temperaturen getestet. Diese Prüfnummer finden Sie unter anderem bei Snowboardhelmen von Anon, Poc oder Uvex.

Die meisten Snowboardhelme hierzulande tragen nur die Prüfnummer EN 1077.

Bei der Snowboardbekleidung sollten Sie ebenfalls auf die entsprechenden Normen achten. Wenn Sie unter Ihrer Snowboardjacke Protektoren tragen möchten, sollten diese das Siegel EN 1621 2 aufweisen. Mittlerweile gibt es nicht nur Westen mit Protektoren, sondern auch Protektoren-Shorts.

snowboardhelm fahrrad fahrenNur bedingt eignen sich Snowboardhelme zum Fahrradfahren. Im Winter schützen sie besser vor dem kalten Wind. Allerdings bieten Snowboardhelme im Straßenverkehr nicht so viel Sicherheit wie (mit der Nummer EN 1078) zertifizierte Fahrradhelme. Letztlich ist ein Snowboardhelm aber besser als gar kein Helm.

3. Welche Kaufkriterien Sie bei Snowboardhelmen beachten sollten

3.1. Kühle Köpfe benötigen eine verschließbare Belüftung

Wer sich beim Snowboarden richtig anstrengt oder einen sonnigen Tag auf der Piste erwischt, kommt schnell ins Schwitzen. Deshalb benötigt Ihr Helm eine gute Belüftung, die verstellbar ist.

Einige Snowboardhelme im Vergleich haben auf der Oberseite oder an den Seiten verstellbare Belüftungsschlitze.

Teilweise kann die Belüftung auch komplett verschlossen werden, was für kälteempfindliche Köpfe wichtig ist.

Gute Belüftungseigenschaften weisen vor allem Halbschalenhelme auf, die eine Hardshell- oder Hybrid-Konstruktion sind.

3.2. Das Innenfutter können Sie meist austauschen und waschen

Alle Modelle aus unserem Snowboardhelm-Vergleich 2020 haben ein Innenfutter, das Sie herausnehmen, bei 30 Grad waschen oder ersetzen können.

Wenn Sie eine sehr empfindliche Haut haben, sollten Sie zudem auf ein „antiallergisches“ Innenfutter achten. Dieses verwendet unter anderem die Marke Giro für den Nine Mips.

3.3. Kaufen Sie reduzierte statt billige Snowboardhelme

snowboardhelm alpina

Preiswerte und empfehlenswerte Helme bieten u.a. Alpina, Anon oder Blac Crevice an.

Zwischen Qualität und Preis besteht bei Snowboardhelmen durchaus ein Zusammenhang. Besonders langlebige Materialien und stabile Bauweisen gehen ins Geld, wobei Freizeitsportler nicht zwingend viele Hundert Euro für einen Helm ausgeben müssen.

Einige gute Modelle wie der Nine Mips von Giro oder der Fornix Communication von Poc bekommen Sie für unter 150 Euro (Stand: Oktober 2017).

Kostet ein Snowboardhelm unreduziert aber nur 80 € oder noch weniger, wird wohl auch der Unfallschutz darunter leiden.

Besondere Vorsicht ist auch bei günstigen Snowboardhelmen geboten, die online zu kaufen sind, deren Hersteller aber keine eigene Website haben.

Wir raten Sparfüchsen dazu, nach der Wintersport-Saison den Snowboardhelm zu kaufen. Produkte von teuren Marken sind dann teilweise bis zu 70 % reduziert.

Prinzipiell sind Snowboardhelme online günstiger. Das hängt jedoch auch davon ab, ob Sie Lieferkosten nach Deutschland haben und welche Kosten bei Rücksendungen entstehen.

3.4. Machen Sie keine Kompromisse bei der Passform

Wie lange halten Snowboardhelme?

Auch wenn Sie keinen Unfall erleiden, muss der Helm irgendwann gewechselt werden. Durch die Benutzung, UV-Strahlen und einfach durch den Zeitverlauf verlieren die Materialien an Qualität.

Es empfiehlt sich, nach vier bis fünf Jahren den Snowboardhelm auszutauschen.

Bei sehr hochwertigen Snowboardhelmen ist die Nutzungsdauer etwas länger. Erleiden Sie einen kleinen Unfall, kann ein Hartschalenhelm wahrscheinlich weitergetragen werden. Lassen Sie in so einem Fall den Snowboardhelm am besten von einem Fachhändler überprüfen.

Der beste Snowboardhelm nützt Ihnen nichts, wenn er nicht passt. Falls Sie den Snowboardhelm online kaufen, sollten Sie den Helm zu Hause in Ruhe anprobieren. Passt er nicht gut, zögern Sie nicht, ihn wieder zurückzuschicken.

Teilweise lässt sich die Größe der Helme über ein Kopfband am Nacken etwas verstellen. Hierbei handelt es sich aber nur um Feinjustierungen.

Wir raten dazu, besser gleich Ihre genaue Größe zu kaufen. Denn die Innenschale muss eng am Kopf anliegen, damit der Helm sehr gut schützen kann.

Frauen haben häufig einen Kopfumfang zwischen 54 und 56 Zentimeter und Männer zwischen 58 und 60 Zentimeter.

Ein Snowboardhelm in XS ist häufig für einen Kopfumfang zwischen 52 und 53 Zentimetern gedacht und ein Snowboardhelm in XL für einen Umfang von 60 bis 61 Zentimetern.

Einige Hersteller haben aber auch ihre eigenen Größentabellen, weshalb Sie immer die genauen Größenangaben überprüfen sollten. Auch die Bezeichnung „Snowboardhelm für Damen“ oder „Snowboardhelm für Herren“ sagt meist nicht viel darüber aus, in welchen Größen das Produkt erhältlich ist.

Damen-Snowboardhelme weisen lediglich ein feminineres Design auf als Herren-Snowboardhelme.

Wie Sie Ihre Helmgröße herausfinden, lesen Sie im folgenden Kapitel unserer Kaufberatung.

4. Muss der Helm auch offen in Position bleiben?

Um Ihren Kopfumfang zu bestimmen, legen Sie das Maßband einen Zentimeter über Ihren Augenbrauen an.

Messen Sie waagerecht um den Kopf herum und achten Sie darauf, dass sich das Maßband über den Ohren befindet. Das Band muss eng anliegen, darf aber auf keinen Fall einschneiden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Helm wirklich passt, sollten Sie diese Punkte durchgehen:

  • Wie sitzt der Snowboardhelm bei offenem Kinnriemen?
  • Sitzt der Helm auch dann noch auf dem Kopf, wenn man den Kopf wackelt oder sich langsam nach vorne beugt?
  • Zieht der Helm nach hinten oder rutscht er zur Seite, wenn der Kinnriemen richtig eingestellt ist?
  • Sitzt er fest, ohne nach ein zwei Stunden zu drücken?
  • Hat man eine gute Sicht, wenn das Visier heruntergeklappt ist?

Bei Snowboardhelmen mit starker Innenpolsterung muss bedacht werden, dass die Polsterung mit der Zeit etwas nachgibt. Daher darf sich der Helm anfangs ruhig ein wenig straffer anfühlen.

snowboardhelm erwachseneBedenken Sie das Wachstum: Ein Kinderkopf wächst schnell. Womöglich haben Sie vergangenes Jahr einen passenden Snowboardhelm für Ihr Kind gekauft, der bald schon zu klein ist. Wenn Ihr Kind regelmäßig auf dem Board steht, aber nicht ständig ein neuer Helm angeschafft werden soll, kann Leihen eine günstige Alternative sein.

5. Snowboardhelme im Test

Die Stiftung Warentest prüfte in ihrer Ausgabe 12/2016 zehn Ski-/Snowboardhelme für Erwachsene. Im Fokus standen Halbschalenhelme, die in diesem Test aber den gleichen Sicherheitsanforderungen genügen sollten wie A-Helme (Vollschale.) Ansonsten konnte der Helm keine befriedigende Note erzielen.

snowboardhelm vergleich

Perfektes Winterwetter, um den neuen Snowboardhelm auszuprobieren.

Snowboardhelm-Testsieger wurden der schwere Airwolf SP 6 von Casco sowie der Uvex P1us. Bester Snowboardhelm hinsichtlich des Unfallschutzes ist das Casco-Produkt, dessen Belüftungssystem allerdings nur mittelmäßig abgeschnitten hat.

Den zweitbesten Unfallschutz bot der andere Testsieger, Uvex P1us, der in der Kategorie „Handhabung, Komfort“ die Konkurrenten ausstach.

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation untersuchte 2014/2015 sieben Ski- und Snowboardhelme mit Visier. Testsieger wurde der Hlmt 300 von Uvex, der ein hohes Sicherheitsniveau bietet. Das Visier schränkt die Sicht nicht ein und verkratzt kaum. Noch besseren UV-Schutz bietet jedoch der Style Kask auf Platz zwei.

6. Für Kinder gilt in vielen Ländern Helmpflicht

Fast überall steht es Erwachsenen frei, ob sie ihren Kopf auf der Piste schützen. Doch bei Kindern und Jugendlichen sieht das in einigen Ländern anders aus.

So droht in Italien beispielsweise ein Bußgeld von bis zu 200 Euro, wenn Kinder unter 14 Jahren ohne Helm Snowboard oder Ski fahren.

Regelungen zur Helmpflicht beim Snowboardfahren und Skifahren in typischen Urlaubszielen:

Land Helmpflicht
snowboardhelm freeride nicht vorhanden
snowboardhelm-testsieger bis 15 Jahre

in Niederösterreich für jeden Helmpflicht

snowboardhelm-kinder nicht vorhanden
test-snowboardhelm nicht vorhanden
snowboard-italien bis 14 Jahre
snowboardhelm schwarz bis 15 Jahre
snowboardboots bis 16 Jahre