Das Wichtigste in Kürze
  • MPPT-Laderegler laden Ihre Batterien zwischen 10 und 30 Prozent effizienter als PWM-Laderegler. MPPT steht dabei für Maximum-Power-Point-Tracking oder maximale Leistungspunkt-Suche.
  • Für Hausdach-Fotovoltaik-Anlagen, die mehr als 140 Solarzellen besitzen, benötigen Sie einen Solarregler, der eine Spannungs-Toleranz von mindestens 75 Volt erreicht.
  • Den größten Nutzerkomfort erhalten Sie bei einem Laderegler mit zusätzlicher Handy-App. Die Daten werden für Sie übersichtlich auf dem Smartphone-Display präsentiert.

Solarladeregler-Test

Solarstrom boomt. Laut SolarPower Europe wurden in Deutschland im Jahr 2017 Solaranlagen mit einer Leistung von 1,8 Gigawatt installiert. Damit werden etwa 480 Haushalte ein ganzes Jahr mit Strom versorgt.

Diese Anlagen stehen nicht auf brachliegenden Industrieflächen, sondern direkt in unserer Nähe – auf privaten Hausdächern und Wohnmobilen. Die umweltschonende Aufrüstung ist auch bei Ihnen einfach möglich. Neben den passenden Batterien und Solarmodulen benötigen Sie dafür einen Solarladeregler. Er schützt Ihre Batterie vor Tiefenentladung und Überspannung.

In der Kaufberatung zu unserem Solarladeregler-Vergleich 2020 erfahren Sie dazu, ab wann Sie einen Laderegler mit besonders hoher Eingangs-Spannung benötigen. Eines vorab: Die Anzahl der Solarzellen ist dafür ausschlaggebend.

1. Sind Wattleistung und Batterietyp für den Laderegler entscheidend?

LadereglerIhr persönlicher Solarladeregler-Testsieger hängt von der Größe Ihrer Solaranlage ab. Daher müssen Sie zunächst den benötigten Ladestrom Ihres Ladereglers berechnen. Ansonsten funktioniert das Zusammenspiel zwischen Solarladeregler, Batterie und den Solarmodulen nicht.

Der ist abhängig von Ihrem Batteriesystem (12 V oder 24 V) und der Watt-Höchstleistung (auch Watt Peak oder abgekürzt: Wp) Ihres Solarmoduls.

Die Watt-Höchstleistung finden Sie auf dem technischen Datenblatt Ihres Solarmoduls. Um den mindestens notwendigen Ladestrom herauszufinden, teilen Sie einfach das Watt Peak durch die Spannung Ihres Batteriesystems.

Bei einem typischen Wohnmobil-Solarmodul, das in der Spitze 360 Wattstunden schafft und an eine 12-Volt-Batterie angeschlossen ist, benötigen Sie einen Solarladeregler, der mindestens 30 Ampere Ladestrom erreicht (360/12 = 30). Bei einer 24-Volt-Batterie und gleicher Watt-Höchstleistung benötigt Ihr Laderegler mindestens 15 Ampere.

1.1. 50 Volt maximale Eingangs-Spannung reichen für Wohnmobile bereits aus

SolarladereglerIm zweiten Schritt prüfen Sie die Voraussetzungen an die nötige Eingangs-Spannung. Die Eingangs-Spannung kommt von Ihrem Solarmodul und wird in Volt angegeben.

Die vom Solarmodul erzeugte Eingangs-Spannung hängt von der Anzahl der Solarzellen ab. Je größer das Modul ist, desto mehr Zellen besitzt es und desto höher ist auch die Eingangs-Spannung. Wenn die Eingangs-Spannung vom Solarmodul niedriger ausfällt als der Maximal-Wert vom Laderegler, sind Ihre Anlage und der Regler miteinander kompatibel.

Sie berechnen die vom Solarmodul erzeugte Spannung, indem Sie die Anzahl der Solarzellen mit 0,5 multiplizieren. Ein typisches Solarmodul, das in der Spitze 360 Wattstunden erzeugt, besitzt 60 Solarzellen und überträgt demnach eine Eingangs-Spannung von 30 Volt.

Für Wohnmobile sollten deshalb nach Solarladeregler-Tests Regler mit einer maximalen Eingangs-Spannung von 50 Volt völlig ausreichen, da Wohnmobile meist relativ kleine Module auf dem Dach verbaut haben.

Erst bei Laderegler-Fotovoltaik-Anlagen auf Hausdächern werden für den solaren Betrieb Maximalspannungen von 75 bis 100 Volt notwendig. Im Folgenden haben wir für Sie dazu eine Übersichtstabelle erstellt. Darin sind alle Informationen zu den gängigsten Solarmodul-Größen samt Solarzellen-Anzahl und Eingangs-Spannung vermerkt. Die Werte können je nach Hersteller leicht abweichen.

Maße Solarmodul Anzahl Solarzellen Watt-Peak (Wp) erzeugte Eingangs-Spannung
170 x 100 x 40 cm 60 Stück 360 Wp 30 Volt
340 x 200 x 80 cm 120 Stück 720 Wp 60 Volt
510 x 300 x 120 cm 180 Stück 1080 Wp 90 Volt
  • Camping-Solaranlage: Hier kommen Sie kaum auf mehr als 100 Solarzellen. Ein Solarladeregler für 12-V- oder 24- V-Batterien mit einer maximalen Eingangs-Spannung von 50 Volt reicht hier völlig aus.
  • Solarladeregler-Wohnmobil: Bei Wohnmobilen kommen Sie je nach Solarmodul-Größe auf 60 bis 140 Solarzellen. Sie benötigen deshalb entweder einen Laderegler mit 50 oder 75 Volt Eingangs-Spannung.
  • Hausdach-Solaranlagen: Hier bedecken die Solarmodule meistens einen großen Teil des Dachs. Ab 200 Solarzellen benötigen Sie einen Laderegler mit 100 Volt Eingangs-Spannung. Drunter reicht Ihnen auch ein 75 Volt Solarladeregler.

Laderegler-Test

1.2. MPPT-Laderegler laden Ihre Batterien bis zu 30 Prozent effizienter

MPPT steht für ‚Maximum Power Point Tracking‘ und besitzt laut Solarladeregler-Tests die beste Leistung unter Solarladereglern. Diese Technologie lädt Ihre angeschlossene Batterie jederzeit bestmöglich auf und ist daher die ideale Wahl.

Dafür bedienen sich MPPT-Solarladeregler verschiedener Algorithmen, welche die Leistung erhöhen und die Ausgangs-Spannung des Solarmoduls kaum drosseln. Dadurch landet in kurzer Zeit mehr Strom in der Batterie, ohne dass diese Schaden nimmt.

Zwischen Batterie und Solarmodul besteht durch den MPPT-Solarladeregler ein dynamischer Leistungs-Kreislauf. Die Aufladedauer reduziert sich dadurch gegenüber dem starren System von PWM um 10 und 30 Prozent.

PWM steht für Pulsweitenmodulation und ist um ein vielfaches günstiger als MPPT-Regler. Sie reduziert die Ausgangs-Spannung des Solarmoduls auf den Wert der Batterie. Die Leistung ist dadurch geringer als bei MPPT, da ein Teil der Stromspeicherung verloren geht, die durch eine leicht erhöhte Spannung eingespeist werden könnte.

Bemerkbar macht sich das vor allem im Winter, wenn wenig Licht die Solarmodule erreicht. MPPT ist daher ein Muss für Solarladeregler-Testsieger.

Das sind die Vorteile von MPPT- gegenüber PWM-Ladereglern:

  • 30 Prozent effizienteres Aufladen
  • gute Sonnen-Ausbeute im Winter
  • schonende Batterieladung
  • deutlich teurer als PWM

Solarregler

2. Erhöhen Temperaturkompensation und einstellbarer Batterietyp die Ladeeffizienz?

In Batterie-Nähe montieren

Um die Funktion der Temperaturkompensation richtig zu nutzen, sollten Sie den Laderegler sehr nah an der Batterie montieren.

Der beste Solarladeregler benötigt unbedingt die beiden Funktionen Temperaturkompensation und Batterietyp-Einstellung. Dadurch erhöhen Sie zusätzlich die Ladeeffizienz. Das erreicht der solare Regler dadurch:

Die Wahl des Batterietyps erlaubt Ihnen, auf die spezifischen Anforderungen von Blei-, Gel- und Lithium-Akkus einzugehen.

Alle drei besitzen unterschiedliche Optimalwerte, was den Überladungs- und Entladungsschutz angeht. Durch die Batterie-Wahl weiß Ihr Laderegler, wie hoch oder niedrig die System-Spannung ausfallen darf. Bei der Temperaturkompensation geht es ebenfalls um die Batterie. In der Solarregelung ist dafür ein Temperatursensor verbaut.

Der Temperatursensor misst die Umgebungstemperatur und passt die Spannung zwischen Solarmodul und Batterie sowie zwischen Batterie und Stromverbrauchern an. Wenn die Temperatur über 25° C steigt, benötigt die Batterie mehr Spannung, um elektrische Verbraucher mit Strom zu versorgen. Gleichzeitig reicht eine geringere Ladespannung als gewöhnlich, um durch die Solarmodule aufgeladen zu werden. Diese Spannungs-Anpassungen macht ein Laderegler mit Temperaturkompensation völlig automatisch. Sie müssen sich also nicht darum kümmern.

2.1. Der einstellbare Timer verhindert unnötigen Spannungsabfall in der Nacht

MPPT-LadereglerAuch in der Nacht besitzt der Regler nach Solarladeregler-Tests eine wichtige Funktion für Ihre Fotovoltaik-Anlage. In dieser Zeit wird die Batterie nicht aufgeladen, da kein Sonnenlicht einfällt.

Trotzdem hängen die Stromverbraucher weiterhin an der Batterie und ziehen Strom; und selbst dann, wenn diese nicht eingeschaltet sind.

Generell kappt der Solarladeregler die elektrischen Verbraucher bei Dunkelheit komplett von der Batterie ab. Dadurch würden Sie bei Ladereglern, die solar arbeiten, aber auch nicht mehr das Licht einschalten können. Durch die Timer-Funktion stellen Sie ein, wie viele Stunden nach Sonnenuntergang die Stromverbraucher noch am Stromnetz hängen.

So haben Sie abends noch genügend Lese-Licht und sobald Sie schlafen gehen, machen auch die Stromverbraucher Pause.

Die Timer-Funktion spart Ihnen Strom, schützt die Batterie vor dem Entladen und verhindert unnötige Spannungsschwankungen, welche sich auf die Lebensdauer der Batterie auswirken könnten.

Solarregler-Wohnmobil

2.2. Den höchsten Bedienkomfort liefern Solarladeregler mit Handy-App

Ebenfalls praktisch

Ein Laderegler mit USB-Anschluss ist besonders in Camping-Autos praktisch. Daran können Sie Ihr Handy, Tablet oder den Bluetooth-Lautsprecher aufladen.

Laderegler liefern eine Menge einstellbare Optionen. Dazu zählt vor allem die manuell wählbare Maximal- und Minimalspannung. Die Vorteile von Solarladereglern mit Handy-App liegen dabei im Bedienkomfort und dem leicht größeren Funktionsumfang.

Sie haben praktischerweise alles auf einen Blick und müssen nicht mit einem abstrakten Schwarz-Weiß-Display kämpfen. Außerdem bieten viele Marken in ihren Handy-Apps ausführliche Historien, über die Sie Ihren durchschnittlichen Stromverbrauch und die Ladeeffizienz jederzeit verfolgen können.

Durch die Handy-App finden Sie viel leichter die optimalen Einstellungen. Für die Anbindung Ihres Ladereglers mit dem Handy benötigen Sie übrigens kein WLAN. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth und dauert nur wenige Sekunden.

Solare Regler mit Handy-App bieten Ihnen den höchsten Bedienkomfort. Sie sind gegenüber Reglern mit Display deutlich übersichtlicher. Außerdem ist der Verbindungsaufbau gegenüber Laptops deutlich einfacher, da Sie kein Kabel benötigen.

3. Ist der Solarladeregler die Schnittstelle zwischen Batterie, Solarmodul und Stromverbrauchern?

Laderegler-solarDer solare Regler ist Solar-Zubehör und das wichtigste Bindeglied zwischen Batterie, Solarmodul und Stromverbrauchern. Alle drei Einheiten der Solaranlage sind dafür mit dem Laderegler über Kabel verbunden. Die Vernetzung ist dabei relativ intuitiv gestaltet.

An der Vorder- oder Unterseite des Solarladereglers finden Sie für die Batterie, das Solarmodul und die Stromverbraucher jeweils zwei Anschlüsse.

Diese sind entweder mit Abkürzungen oder aussagekräftigen Symbolen gekennzeichnet. In der Praxis hält die Solarregelung dann ein Spannungsgleichgewicht zwischen dem Solarmodul und der Batterie. Er verhindert damit, dass die 12 V oder 24 V Batterie bei zu hoher Sonneneinstrahlung überlastet. Außerdem verhindert er, dass die elektrischen Verbraucher zu viel Strom ziehen.

4. Die häufigsten Fragen zu Solarladereglern

Im Folgenden wollen wir Ihnen weitere nützliche Fakten rund um Batterie-Laderegler und Fotovoltaik präsentieren. Falls Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie uns gerne in die Kommentar-Spalte.

4.1. Wie teuer muss ein guter 12-V-Solarladeregler sein?

SolarregelungDas kommt ganz auf den Einsatzzweck des Reglers an. Gute und günstige Solarladeregler finden Sie im Internet und bei Discountern wie Lidl bereits ab 15 €. Diese sind völlig ausreichend, wenn Sie eine kleine Solaranlage betreiben möchten – also auf dem Wohnmobil-Dach oder im Camping-Wagen.

Wenn Sie einen Solarladeregler kaufen, um die Hausdach-Anlage auszustatten, sollten Sie mit mindestens 80 € rechnen. Beispielsweise bieten Steca und Victron in diesem Preissegment hochwertige 24-V- und 12-V-Solarregler an.

4.2. Wird mehr als ein Laderegler benötigt, wenn zwei oder mehr Batterien mit der Solaranlage vernetzt sind?

Nach Solarregler-Tests kommt das ganz darauf an, welcher Schaltungs-Kategorie Ihre Batterien angehören und ob es sich um 12 V oder 24 V Batterien handelt. Bei einer Parallelschaltung, also Plus an Plus, besitzen die Batterien einen höheren Ladestrom. Hier sollten Sie im Grunde kein Problem haben, mehrere 12 V oder 24 V Batterien mit nur einem Laderegler zu betreiben.

Bei einer Wechselschaltung, also Plus zu Minus, erhöht sich die Batterie-Spannung. Das hat Auswirkungen auf den Ladestrom. Zwei wechselseitig geschaltete 12 V Batterien besitzen gemeinsam also 24 V Gesamt-Spannung. Das müssen Sie hinsichtlich der maximalen Ladestrom-Kapazität Ihres Ladereglers berücksichtigen. Ein Solarladeregler für 12 V könnte dann eventuell nicht mehr ausreichen. Bei zwei 24 V Batterien in Wechselschaltung brauchen Sie spezielle Solarladeregler. Hier lohnt es sich eher das Batterie-System zu ändern.

4.3. Wo sollten die Solarmodule für die optimale Sonnen-Ausbeute platziert sein?

PWM-SolarladereglerLaut der Stiftung Warentest eignet sich dafür am besten das Süddach. Aber auch Richtung Südosten und Südwesten ist der Ertrag weiterhin hoch. Als Aufstellungsort für Solarmodule eignen sich ebenfalls Flachdächer. Der Neigungswinkel der Solarmodule beträgt im Idealfall 30 Grad.

Am Tag fällt durch die 30 Grad am meisten Licht auf die Panels. Der Toleranzbereich ist aber deutlich höher. Gute Leistungen erzielen Sie ebenfalls mit 20 oder 50 Grad Neigung. Daneben können Sie auch Flächen nutzen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind, zum Beispiel das Dach des Wintergartens oder über der Terrasse.

Dadurch schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erhalten umweltfreundlichen Solar-Strom und einen perfekten Sonnenschutz.