Das Wichtigste in Kürze
  • Pre-Nahrung (auch Anfangsmilch oder Babymilch) ist ein Muttermilchersatz und eignet sich besonders für Babys, deren Mütter aus den verschiedensten Gründen nicht stillen können oder wollen.
  • Hypoallergene Pre-Nahrung ist – der Name verrät es – besonders allergenarm und wird daher auch gut von allergiegefährdeten Säuglingen vertragen. Gibt es Allergien bei den Eltern oder in der näheren Verwandtschaft, kann hypoallergene Babymilch empfehlenswert sein.
  • Es ist gesetzlich vorgeschrieben, welche Inhaltsstoffe Anfangsmilch enthalten muss. So können Sie sichergehen, dass Ihrem Säugling auch ohne Muttermilch ausreichend Nährstoffe zugeführt werden.

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Die natürliche Anfangsnahrung eines Säuglings ist Muttermilch. Für Mütter, die nicht in der Lage sind, ihr Kind zu stillen, gibt es mit Pre-Nahrung (oder Anfangsmilch bzw. Babymilch) eine Alternative zur Muttermilch.

Eine Statistik der Nielsen Company zeigt, dass mit dem Verkauf von milchbasierter Babynahrung 2017 in Deutschland ein Umsatz von beinahe 510 Millionen Euro erzielt wurde.

Damit Ihr Säugling mit allen für die Entwicklung notwendigen Nährstoffen versorgt wird, ist die Zusammensetzung von Pre-Nahrung besonders wichtig. Der Gesetzgeber schreibt deshalb ganz genau vor, welche Inhaltsstoffe in der Pre-Nahrung in welcher Form und Konzentration vorkommen müssen.

Worauf Sie beim Erwerb Ihrer Pre-Nahrung achten sollten, können Sie in unserer Kaufberatung lesen.

Außerdem haben wir weitere interessante Vergleiche für Sie zusammengestellt:

1. Was ist Pre-Nahrung?

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Pre-Nahrung versorgt Säuglinge mit den notwendigen Nährstoffen.

Pre-Nahrung ist ein industriell gefertigter Muttermilch-Ersatz, der wie Baby-Milchpulver funktioniert. Das Pulver wird mit Wasser vermengt, wodurch eine der Muttermilch sehr ähnliche Flüssigkeit entsteht. Um Ihr Baby zu füttern, füllen Sie die Pre-Nahrung in ein übliches Fläschchen ab.

So können Sie, auch wenn Sie nicht oder nicht ausreichend stillen können oder wollen, Ihr Baby mit den für die früheste Entwicklung notwendigen Nährstoffen versorgen und eine gesunde Ernährung sicherstellen. Zu Beginn unseres Pre-Nahrung-Vergleichs 2020 möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass Muttermilch die beste Anfangsnahrung für Säuglinge ist.

Obwohl Pre-Nahrung alle wichtigen Nährstoffe für Ihr Baby enthält, erreicht sie die Qualität von Muttermilch nur bedingt. Wenn Sie grundsätzlich in der Lage sind zu stillen, sollten Sie dies tun und nur im Ernstfall auf eine künstliche Alternative ausweichen.

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Das Füttern mit Pre-Nahrung sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme besprechen.

Bevor Sie mit dem Füttern von Pre-Nahrung beginnen, sollten Sie sich vorher unbedingt von Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme beraten lassen.

Die Stiftung Warentest hat für die Ausgabe 07/2016 einen Pre-Nahrung-Test durchgeführt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass ernährungsphysiologisch alle Produkte gut abschneiden.

Im Vergleich zum Stillen mit der Brust weist Babymilch verschiedene Vor- und Nachteile auf, die wir in der folgenden Übersicht einander gegenübergestellt haben:

  • Mit Babymilch können Sie Ihr Baby deutlich flexibler (z. B. auch in der Bahn) stillen, ohne dass vorher Muttermilch abgepumpt werden muss.
  • Auch der Vater oder andere Familienmitglieder können Ihr Baby mit Anfangsmilch stillen, ohne dass vorher Muttermilch abgepumpt werden muss.
  • Über die Muttermilch können Krankheitserreger von der Mutter an das Baby weitergegeben werden.
  • Beim Füttern mit Babymilch fehlt die körperliche Nähe, die beim Stillen mit der Brust entsteht.
  • Muttermilch enthält mehr Nährstoffe als Anfangsmilch.

2. Welche Inhaltsstoffe befinden sich in Pre-Nahrung?

Gesetzliche Regelung der Inhaltsstoffe

pre-nahrung ernährungIn einer Verordnung der Europäischen Union ist vorgeschrieben, welche Inhaltsstoffe Pre-Nahrung enthalten muss. 2020 tritt eine neue Verordnung in Kraft, die die Zusammensetzung auf den neusten Stand der Forschung bringt. Bis zu diesem Datum müssen die Hersteller die Rezeptur ihrer Pre-Nahrung angepasst haben. Nur so kann eine gesunde Ernährung durch Anfangsmilch garantiert werden.

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Anfangsmilch darf nur Laktose als Kohlenhydrat enthalten.

Die Inhaltsstoffe von Pre-Babynahrung sind in der EU-Verordnung Nr. 609/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates gesetzlich festgelegt. So darf nur Laktose als Kohlenhydrat verwendet werden. Als Eiweiß wird in der Regel Kuhmilcheiweiß zugeführt, dessen Proteinanteil aufgrund der besseren Verträglichkeit durch Molkeneiweiß ersetzt wird.

Ebenfalls ist die genaue Art und Menge an Vitaminen und Mineralstoffen gesetzlich vorgeschrieben. So muss Pre-Nahrung mindestens 2,5 mg Vitamin C pro 100 kJ enthalten, darf aber den Höchstwert von 7,5 mg nicht überschreiten.

Außerdem kann Anfangsmilch Arachidonsäure (AA) und Docosahexaensäure (DHA) beinhalten. Dabei handelt es sich um mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die auch als LC-PUFA bezeichnet werden.

Die Abkürzung steht für long-chain polyunsaturated fatty acids – also langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Weitere Namen sind Omega-3-Fettsäuren und Omega-6- Fettsäuren.

Des Weiteren sind Zusätze wie z.B. Milchsäurebakterien und andere Mikroorganismen (Probiotika) oder Ballaststoffe aus Mehrfachzucker (Präbiotika) erlaubt. So dürfen Ballaststoffe wie Galakto-Oligosaccharide (GOS) und Frukto-Oligosaccharide (FOS) beigemischt werden.

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Pre-Nahrung ist frei von Farbstoffen, Aromastoffen, Gluten und Konservierungsstoffen.

Vereinzelt konnten positive Effekte dieser Bakterien und Ballaststoffe auf die Darmflora nachgewiesen werden.
Umfassende Belege oder gar eine Aufnahme in die Diätverordnung stehen noch aus.

Pre-Nahrung ist glutenfrei. Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Aromastoffe oder Konservierungsstoffe sind verboten. Bei Ihrem persönlichen Pre-Nahrung-Test sollten Sie also bedenken, dass die Inhaltsstoffe für die Anfangs-Ernährung weitestgehend gesetzlich vorgegeben sind und sich die Produkte daher nur geringfügig unterscheiden.

vergleich.org logoÜbrigens: In Pre-Nahrung kann Palmöl enthalten sein. Für die Gewinnung des Öls wird tropischer Regenwald abgeholzt, wodurch große Schäden an der Umwelt entstehen. Eine Alternative können Produkte von Bimbosan sein, ein Hersteller von Pre-Nahrung ohne Palmöl. Wenn Sie Pre-Nahrung kaufen, achten Sie auf deren Inhaltsstoffe.

3. Welche Pre-Nahrung empfiehlt sich bei Allergien?

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Für hypoallergene Pre-Nahrung wird die allergieauslösende Wirkung des Kuhmilcheiweiß reduziert.

Für hypoallergene Pre-Nahrung (abgekürzt Pre-Nahrung HA oder HA-Nahrung) wird allergenarmes Eiweiß verwendet. Das Eiweiß wird einer speziellen Behandlung unterzogen. Durch einen als Hydrolisierung bezeichneten Prozess wird die allergieauslösende Wirkung des Kuhmilcheiweiß‘ auf ein Minimum reduziert. Im Vergleich zu regulärer Anfangsmilch schmeckt HA-Nahrung minimal bitterer.

Hypoallergene Produkte wie bspw. Aptamil Pre HA oder Beba Pre HA eignen sich jedoch nicht zur Allergie-Therapie, sondern sind in erster Linie zur Prävention gedacht. Besonders Kinder, deren Eltern oder Geschwister von Allergien betroffen sind, sollten mit allergenarmer Pre-Nahrung gefüttert werden. Weitere allergenarme Produkte sind bspw. Beba Pre Pro HA, Hipp Pre HA oder Milasan Pre HA. Auch Bebivita Pre HA eignet sich für allergieanfällige Babys.

Bei Ihrem persönlichen Pre-Nahrung-Test sollten Sie eventuelle Allergiefälle im näheren Umfeld berücksichtigen. Ist dies der Fall, empfehlen wir Ihnen, zu allergenarmer Pre-Milch bzw. Baby-Milchpulver zu greifen. So können Sie für eine allergenarme Ernährung Ihres Babys sorgen. Anfangsmilch wie Milasan Pre HA erhalten Sie auch im Drogeriemarkt dm.

vergleich.org logoÜbrigens: Die German Infant Nutritional Intervention hat im Rahmen einer Studie die allergiehemmende Wirkung des Produkts Beba HA Pre nachweisen können. Über einen Zeitraum von 3 Jahren wurden die Auswirkungen auf die Allergieentwicklung überprüft. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass das Allergierisiko durch die Verwendung von hypoallergener Pre-Nahrung von Beba reduziert werden kann.

4. Gibt es neben der Anfangsmilch weitere Typen von Säuglingsnahrung?

Auch die beste Pre-Nahrung ist nur für Säuglinge bis 6 Monate geeignet. Im Anschluss sollten Sie beginnen, Ihr Baby mit sogenannter Folgenahrung zu füttern.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Säuglingsnahrungstypen es neben der Pre-Nahrung noch gibt:

Typ Beschreibung
1er Babymilch

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Wie Anfangsmilch ist 1er Babymilch ab dem ersten Lebenstag als Säuglingsnahrung geeignet. Sie enthält neben Laktose z. B. auch Maltose und Dextrose. Sie hat einen etwas höheren Stärkegehalt als Anfangsmilch, sodass 1er Babymilch etwas dickflüssiger ist.

Wenn Ihr Baby von der Pre-Milch nicht mehr satt wird, können Sie zur 1er Milch wechseln. Durch einen etwas höheren Kaloriengehalt nimmt Ihr Baby mehr Nährstoffe auf.

Damit Ihr Baby durch die gesteigerte Kalorienzufuhr nicht zu schnell zunimmt, sollten Sie sich unbedingt an die empfohlene Trinkmenge des Herstellers halten.

2er Babymilch

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Bei 2er Babymilch spricht man auch von Folgemilch. Sie hat einen höheren Eiweißgehalt als 1er Babymilch und Anfangsmilch und ist dadurch sättigender.

Mit 2er Babymilch als Säuglingsnahrung sollten Sie Ihr Baby erst ab dem 6. Lebensmonat füttern, denn die Nieren jüngerer Babys sind noch nicht für die größere Belastung eines erhöhten Eiweißgehalts gewappnet.

Auch hier sollten Sie die empfohlene Trinkmenge des Herstellers nicht überschreiten, da es ansonsten zu einer zu schnellen Gewichtszunahme Ihres Säuglings kommen kann.

3er Babymilch

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Mit 3er Babymilch, die ebenfalls als Folgemilch bezeichnet wird, können Sie Ihr Baby ab dem zwölften Monat füttern. Hier wird der Eiweiß- und Kaloriengehalt der Säuglingsnahrung nochmals erhöht.

Falls Ihr Kind bereits das erste Lebensjahr vollendendet hat, aber immer noch von 2er Babymilch satt wird, müssen Sie auch nicht zur 3er Babymilch wechseln.

3er Babymilch ist kalorienreicher als 2er Babymilch. Sie sollten sich daher unbedingt an die Herstellerangabe zur empfohlenen Trinkmenge halten. So lässt sich einer übermäßigen Gewichtszunahme vorbeugen.

Sie sehen, dass es verschiedene Säuglingsnahrungen gibt, die jeweils auf ein bestimmtes Alter ausgerichtet sind. Achten Sie darauf, dass Ihr persönlicher Pre-Nahrung-Testsieger auch für das Alter Ihres Babys geeignet ist.

Ab dem fünften Lebensmonat kann die Ernährung des Babys durch Beikost ergänzt werden. Als Beikost werden Speisen bezeichnet, die Ihr Baby zur Muttermilch bzw. Pre-Nahrung zu sich nimmt. Dazu zählen z. B. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und daraus hergestellte Breie.

5. 2020 ändert sich die die vorgeschriebene Zusammensetzung von Pre-Nahrung

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Ab 2020 muss Pre-Nahrung Docosahexaensäure (DHA) enthalten. DHA wirkt sich positiv auf die Entwicklung des Gehirns aus.

Eine neue Verordnung passt die vorgeschriebenen Inhaltsstoffe von Pre-Nahrung an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an. Zunächst wird der Kaloriengehalt geringfügig reduziert.

Außerdem muss der Pre-Nahrung Docosahexaensäure (DHA) hinzugefügt werden. DHA ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure aus Fischöl, die sich vor allem positiv auf die Gehirnentwicklung des Säuglings auswirkt.

Die bereits 2016 verabschiedete neue Verordnung räumt den Herstellern eine Übergangsfrist von 4 Jahren ein. Bis 2020 müssen die Produkte also an die neuen Richtlinien angepasst werden.

vergleich.org logoAchtung: Im Handel sind auch Produkte verfügbar, die unter kunstvollen Namen wie „Kindermilch“ o. ä. vertrieben werden. Produkte dieser Kategorie sind für die Ernährung Ihres Babys überflüssig und können – da die Inhaltsstoffe nicht gesetzlich vorgeschrieben sind – sogar zu einer Überdosierung an Mineralstoffen bzw. Vitaminen führen.

6. Diese Hersteller von Anfangsmilch gibt es

Es gibt eine große Bandbreite an Herstellern von Babymilch. So gibt es bspw. neben den Produkten Aptamil Pre und Milasan Pre auch noch Bebivita Pre und Beba Pre. Eltern haben also eine große Auswahl.

In der folgenden Übersicht haben wir die beliebtesten Hersteller und Marken für Sie zusammengestellt:

  • Töpfer
  • Babylove
  • BEBA
  • Bebivita
  • Hipp
  • Holle
  • Humana
  • Milupa
  • Novalac
  • Aptamil
  • Milasan

Zudem sind Produkte wie Babylove Pre, Hipp Pre-Nahrung oder Bebivita Anfangsmilch bzw. Pre-Nahrung im Handel erhältlich. Auch Beba Pre-Nahrung und Milasan Anfangsmilch können Sie online oder im Drogeriemarkt erwerben.

7. Fragen und Antworten rund um das Thema Pre-Nahrung

7.1. Wie lange soll mit Pre-Nahrung gefüttert werden?

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Mit Pre-Nahrung können Sie Ihren Säugling bis zum Abschluss des 6. Lebensmonats füttern.

Die Diätverordnung, über die auch die zulässigen Inhaltsstoffe von Pre-Nahrung festgelegt sind, empfiehlt ein Füttern mit Anfangsmilch bis zum 6. Lebensmonat.

Im Anschluss können Sie Ihr Baby mit 2er und 3er Babymilch versorgen.

7.2. Wie oft darf man Pre-Nahrung wieder aufwärmen?

Anfangsmilch sollten Sie auf keinen Fall wieder aufwärmen. Bei warmen Temperaturen vermehren sich Keime und Bakterien rasant.

Wir empfehlen Ihnen nur so viel Anfangsmilch für Ihr Baby zuzubereiten, wie es auch verzehren soll bzw. kann.

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Pre-Nahrung sollte nicht aufgewärmt werden, da sich sonst Keime, Bakterien und andere Krankheitserreger bilden können.

7.3. Wie oft soll man Pre-Nahrung am Tag füttern?

Da Anfangsmilch ein Muttermilch-Ersatz ist, können Sie Ihr Baby im Prinzip immer füttern, wenn es nach Nahrung verlangt. Lässt das Sättigungsgefühl deutlich nach, können Sie über einen Wechsel zu 1er Babymilch nachdenken.

Diese enthält mehr Kalorien und Kohlenhydrate als Pre-Nahrung und sättigt über einen längeren Zeitraum. Wie bei Pre-Nahrung können Eltern ihr Baby nach der Geburt ab dem ersten Lebenstag mit 1er Babymilch füttern.

7.4. Kann man Stillen und Pre-Nahrung kombinieren?

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Ihr Säugling kann sich an Pre-Nahrung gewöhnen und die Muttermilch verweigern.

Die Kombination von Muttermilch und Pre-Nahrung hängt in erster Linie von Ihrem Baby ab. So gibt es Säuglinge, die eine Mischung akzeptieren und sowohl mit Pre-Nahrung gefüttert, als auch gestillt werden können. Dies bietet sich vor allem bei Müttern an, die nicht ausreichend Muttermilch produzieren können.

Manche Säuglinge gewöhnen sich jedoch sehr schnell an die Pre-Nahrung, sodass sie schließlich die Muttermilch bzw. die Brust ablehnen.