Das Wichtigste in Kürze
  • Parkkrallen sind eine sehr günstige Möglichkeit, Ihr Fahrzeug vor Diebstahl zu sichern. Dabei sind sie komplett unabhängig von digitalen Sicherungen wie Funkverriegelungen und sind damit auch nicht so leicht angreifbar
  • Eine Parkkralle hat als analoge Diebstahlsicherung auch einen psychologischen Effekt. Wenn Sie sich also die beste Parkkralle kaufen (beispielsweise bei Amazon oder ATU), achten Sie auf leuchtende Signalfarben wie Rot oder Gelb. Diese können Diebe abschrecken und so davon abhalten, überhaupt erst einen Diebstahlversuch zu unternehmen
  • Die beste Parkkralle sollte einfach zu handhaben sein, damit Sie nicht bei jeder Montage der Parkkralle unnötig viel Zeit verschwenden. Je schwerer und robuster die Parkkralle ist, umso mehr Schutz kann sie Ihrem Fahrzeug bieten. Gleichzeitig leidet aber die Handhabung darunter
Parkkralle Test

Eine Parkkralle schützt Ihr Fahrzeug zuverlässig vor Diebstahl und ist dabei noch sehr günstig.

Egal ob GPS-Tracker, Mikrowellensensoren oder Schließanlage für die Garage. Die Möglichkeiten, das eigenen Fahrzeug gegen Diebstahl zu sichern, sind heutzutage nahezu unbegrenzt. Doch sind all diese Möglichkeiten in den meisten Fällen sehr teuer. Eine preisgünstige Alternative ist die Parkkralle. Einmal am Rad angebracht, ist das Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig, bis die Kralle wieder abgenommen wird. Auch der ADAC empfiehlt eine Verwendung von analogen Anti-Diebstahl Maßnahmen in Kombination mit elektronischen Sicherungen.

Laut einer Statistik des Bundeskriminalamts werden nicht einmal ein Drittel aller Fahrzeugdiebstähle in Deutschland aufgeklärt. Mit einer Parkkralle sichern Sie sich ab und sorgen dafür, dass Ihr Fahrzeug gar nicht erst gestohlen werden kann. Doch wie funktioniert eigentlich eine Parkkralle? Was macht einen Parkkrallen-Testsieger aus? Diese Fragen beantworten wir Ihnen gerne in unserem Ratgeber zum Parkkrallen-Vergleich.

1. Sind Parkkrallen ein günstiger Diebstahlschutz?

Reifenkralle als Wegfahrsperre

Eine reifenumschließende Parkkralle bietet Ihrem Fahrzeug den maximalen Schutz vor Diebstahl. Das Rad wird auf diese Weise komplett bewegungsunfähig gemacht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Diebstahlsicherungen ist die Parkkralle (auch bekannt als Autokralle oder Radkralle) eine der günstigsten und effektivsten Varianten des Diebstahlschutzes. Die Parkkralle ist nicht zuletzt so effektiv, weil sie sich nicht auf den Einsatz von Elektronik verlässt. Die Funktionsweise ist vergleichbar mit einem Fahrradschloss, das an einem Rad angebracht wird. Sie verhindert, dass das Rad sich drehen kann und macht das Fahrzeug auf diese Weise fahruntauglich. Die Parkkralle wird hierbei einfach an die Felge angelegt und verschlossen.

Deswegen ist die Parkkralle eine sehr beliebte Lösung nicht nur bei Privatpersonen. Sie kommt sogar bei einigen deutschen Behörden zum Einsatz. Beispielsweise verwenden die Polizei, das Ordnungsamt und einige Stadtverwaltungen Parkkrallen, um Parksünder oder Schuldner festzusetzen. Leute, die beispielsweise besonders oft beim Falschparken erwischt wurden, können auf diese Weise von der Polizei ganz schnell zum Bahn- oder Taxifahren verdonnert werden.

2. Welche Parkkrallen-Typen gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien von Parkkrallen. Die klassische Parkkralle wird von außen ans Rad angelegt, dann zugezogen und verschlossen. Die zweite Unterart von Parkkrallen wird um das komplette Rad herum angelegt. Der Griff der Parkkralle zeigt zum Boden und verhindert, dass das Rad eine komplette Umdrehung ausführen kann.

Eine Parkkralle mit Felgenmutterschutz ist etwas größer und schwerer, aber schützt das Rad dabei zuverlässiger als eine klassische Parkkralle. Bis auf die Art, wie die Schlösser angebracht werden, wirken sie doch auf dieselbe Weise.

klassische Parkkralle Parkkralle mit Felgenmutterschutz
klassische Parkkralle Parkkralle mit Felgenmutterschutz

Während eine klassische Parkkralle wegen Ihrer kleinen Größe kompakt und sehr leicht zu handhaben ist, schützt Sie das Fahrzeug jedoch nicht ganz so gut wie eine Parkkralle mit Felgenmutterschutz. Außerdem lässt sie sich sehr schnell und ohne großen Aufwand montieren.

Zahlreiche Parkkrallen-Tests belegen, dass Radsicherungen mit Felgenmutterschutz einen umfangreicheren Schutz bieten können, dadurch jedoch in Sachen Handhabung, Kompaktheit und Gewicht hinter der klassischen Parkkralle zurückfallen. Die bekannteste Parkkrallen-Marke in diesem Marktsegment ist Nemesis.

klassische Parkkralle

  • kompakt, leicht zu handhaben
  • sehr günstig
  • schnelle Montage gewährleistet
  • nicht so sicher wie eine Parkkralle mit Felgenmutterschutz

Parkkralle mit Felgenmutterschutz

  • sehr guter Schutz vor Diebstahl wird gewährleistet
  • unhandlich und schwer
  • teuer in der Anschaffung
  • Montage dauert länger als bei einer klassischen Parkkralle

3. Kaufberatung: Worauf gilt es beim Kauf einer Parkkralle zu achten?

3.1. Je schneller Sie die Kralle anbringen können, umso besser

Eine Parkkralle sollte ohne Weiteres am Wagen anzubringen und wieder zu entfernen sein. Wenn die Montage zu lange dauert, verlieren Sie bei jeder Fahrt wertvolle Zeit, die Sie damit zubringen, Ihre Parkkralle anzubringen/zu entfernen.

3.2. Achten Sie darauf, dass die Größe der Kralle zu der Größe des Rades passt

Das naheliegendste Kriterium ist natürlich die Größe der Kralle. Obwohl viele der Krallen ein breites Spektrum an Reifenbreiten abdecken, sollten sie doch darauf achten, dass die Breite Ihrer Reifen nicht die der Kralle überschreitet. Achten Sie also vor dem Kauf auf diese Kenngröße. So stellen Sie sicher, dass die Parkkralle auch an Ihr Rad passt.

Viele Parkkrallen-Tests halten es für sehr wichtig, dass die Kralle auch stufenlos einstellbar sein sollte. So stellen Sie den perfekten Sitz der Parkkralle sicher und verhindern, dass die Kralle zu locker oder zu fest sitzt. Eine Parkkralle ist zu locker, wenn Sie sich mit etwas aufwand wieder vom Reifen entfernen lässt und zu fest, wenn die Felge durch den bloßen Sitz der Kralle in Mitleidenschaft gezogen wird.

3.3. Radmuttersicherungen sind ideal, um Fahrzeuge auch für längere Zeit effektiv zu sichern

Wenn Sie Ihr Fahrzeug auch über einen längeren Zeitraum an einem festen Stellplatz lassen wollen, ist der Kauf einer Radkralle mit Radmuttersicherung anzuraten. Der Vorteil gegenüber einer einfachen Autokralle besteht darin, dass das Fahrzeug nicht nur fahruntüchtig gemacht, sondern auch die Muttern der Felgen geschützt werden. Das ist deshalb so wichtig, weil Diebe bei einer normalen Radkralle einfach das gesamte Rad gegen ein anderes austauschen könnten.

Auch das Knacken einer Parkkralle ist für einen geübten Dieb kein Problem, allerdings wird dafür Zeit benötigt. Das bekommt ganz besonders bei teilstationären Zielen wie Wohnwagen oder Anhängern eine große Relevanz.

Auto am Straßenrand. Das linke Vorderrad ist durch eine Parkkralle geschützt

Eine leuchtende Signalfarbe wie in diesem Fall schreckt Gelegenheitsdiebe ab.

3.4. Die Parkkralle sollte Ihr Auto keinesfalls beschädigen

Auch wenn es selbstverständlich erscheint, so verfügen doch nicht alle Parkkrallen über Sicherheitsmaßnahmen, die das Wagenäußere vor Schäden schützen. Die zwei Problembereiche sind dabei der Radkasten und die Felgen, die im Falle eines Diebstahlversuches oder einer unsachgemäßen Handhabung der Parkkralle Schaden nehmen könnten. Dieses Risiko kann minimiert werden, indem Sie darauf achten, dass Ihre Parkkralle über Schutzvorrichtungen wie beispielsweise einen PVC-Bezug oder Gummidämpfer verfügt.

3.5. Was ist das richtige Gewicht für eine Parkkralle?

Das Gewicht spielt eine nicht unwesentliche Rolle bei der Auswahl Ihrer Reifenkralle. Zum einen gilt: Je schwerer die Parkkralle, desto sicherer ist sie auch. Jedoch muss die Parkkralle so leicht sein, dass eine problemlose Handhabung gewährleistet ist. Ein ausgewogenes Gleichgewicht zu finden, ist dabei der Schlüssel. Heben Sie zu Hause testweise vergleichbar schwere Gegenstände an, um ein Gefühl dafür zu bekommen, bis zu welchem Gewicht Sie persönlich uneingeschränkt mit der Parkkralle umgehen können.

3.6. Große Parkkrallen in leuchtenden Signalfarben können Diebe abschrecken

Je größer die Parkkralle ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Diebe Sie bemerken. Dabei kann die Größe eine entscheidende, abschreckende Wirkung haben. Auch leuchtende Warnfarben wie Rot oder Gelb tun ihr Übriges, um Diebe abzuschrecken. Behalten Sie dabei aber trotzdem immer im Kopf, dass die Parkkralle nicht zu schwer für Sie sein sollte.

4. Kombination mit anderen Anti-Diebstahl-Mechanismen

Jamming – Eine gefährliche Methode der Diebe

Beim Jamming versuchen Diebe, das Funksignal, das Sie mit Ihrem Schlüssel an die Verriegelung Ihres Wagens senden, zu stören und auf diese Weise zu blockieren. Dadurch wird der Verschlussmechanismus nicht ausgelöst und die Türen des Wagens bleiben offen. Die einfachste Möglichkeit, um sich gegen Jamming zu wehren, ist, den Wagen nicht aus der Entfernung zu ent- oder verriegeln, sondern den Schlüssel nur aus kurzer Distanz zu verwenden und direkt zu prüfen, ob der Mechanismus auch wirklich ausgelöst wurde. Jamming ist für Autobesitzer besonders gefährlich, weil viele Versicherungen es nicht abdecken.

Eine Parkkralle schützt eine verrostete Felge

Der Felgenmutterschutz verhindert, dass das Rad mithilfe eines Wagenhebers einfach ausgetauscht werden kann.

Natürlich kann eine Parkkralle keine hundertprozentige Sicherheit gegen Diebstahl bieten. Keine Anti-Diebstahl-Maßnahme kann das. Ganz besonders, wenn die Parkkralle nicht über einen Felgenschutz verfügt, ist es bereits vorgekommen, dass gewiefte Diebe den Wagen mit einem Wagenheber aufbockten, das betroffene Rad in kürzester Zeit abmontierten und gegen ein neues Rad austauschten.

In Kombination mit anderen Anti-Diebstahl-Maßnahmen wie beispielsweise einer Lenkradkralle stellt die Parkkralle eine gute Sicherung dar. Wir empfehlen, sich vor dem Kauf mit Ihrer Autoversicherung auseinanderzusetzen, da die Verwendung einiger Parkkrallen-Marken eventuell sogar von der Versicherungsgesellschaft anerkannt werden kann.

Wie die Stiftung Warentest 2016 berichtete, entdeckten Forscher große Sicherheitslücken beim Umgang mit Funkschlüsseln. In einem Test konnte das Forscherteam die Sicherheitsfunktionen von fünfzehn Automodellen ohne Probleme überwinden. Sie konnten über eine Abhöreinrichtung sogar den Entriegelungscode abfangen und reproduzieren.

Ganz besonders wegen der Angreifbarkeit von digitalem Diebstahlschutz ist es nach wie vor wichtig, auch auf physische Abwehrmaßnahmen wie zum Beispiel eine Parkkralle zu setzen. In Kombination ergeben die Maßnahmen einen umfangreichen und sicheren Anti-Diebstahl-Schutz.

Interessant zu wissen ist, dass der Versicherungsschutz trotz der massiven Sicherheitslücken weiterhin bestehen bleibt. Wenn das Auto durch Manipulation der Funkverriegelung gestohlen wird, übernimmt die Versicherung trotzdem die Kosten. Wertsachen im Auto wie beispielsweise Laptops oder Smartphones sind allerdings je nach Tarif oft nicht mitversichert und müssen im Falle eines Diebstahls auf eigene Kosten wiederbeschafft werden. Das ist gleich noch ein Grund mehr, sich eine Radkralle anzuschaffen.

Während im Jahr 2002 in Deutschland noch über 70.000 Fahrzeugdiebstähle polizeilich erfasst wurden, hat sich dieser Wert über die Jahre bis 2017 um mehr als die Hälfte verringert. 2017 wurden laut Statista lediglich 33.263 Diebstähle gemeldet.

5. Werden Parkkrallen auch von Behörden eingesetzt?

Doch nicht nur Privatpersonen setzen auf Parkkrallen. Auch immer mehr Behörden wie beispielsweise das Ordnungsamt oder das Finanzamt haben Parkkrallen-Tests gelesen und greifen auf die Anti-Diebstahl-Maßnahme zurück, um gerichtliche Verfügungen durchzusetzen. Auf diese Weise können Fahrzeuge von wiederholten Verkehrssündern aus dem Verkehr gezogen werden. Auch die Fahrzeuge säumiger Schuldner können als mögliches Pfändungsgut auf diese Weise festgesetzt werden. Das Entfernen eines gerichtlich angeordneten Radschlosses ist im Übrigen strafbar.

Doch Vorsicht! Nehmen Sie die Bestrafung von Falschparkern nicht in die eigene Hand. Auch wenn Behörden dazu berechtigt sind, zu solchen Maßnahmen zu greifen, ist das Festsetzen eines fremden Fahrzeugs mithilfe einer Parkkralle widerrechtlich und kann eine Anzeige wegen Nötigung nach sich ziehen.

Achtung: Eine Parkkralle darf von Privatpersonen nur zum Schutz des eigenen Fahrzeuges vor Diebstahl eingesetzt werden. Es ist gesetzlich verboten, fremde Fahrzeuge mit Parkkrallen aus dem Verkehr zu ziehen.

6. So bringen Sie eine Radkralle für PKW richtig an

Bevor Sie eine Parkkralle anbringen, sollten Sie als allererstes sicherstellen, dass die Handbremse des Wagens fest angezogen ist. Ganz besonders, wenn Sie am Reifen eines Autos hantieren, sollten Sie im Hinblick auf Ihre eigene Sicherheit besondere Vorsicht walten lassen.

  • In Schritt zwei legen Sie die Parkkralle locker an das zu verschließende Rad an. Die genaue Positionierung Ihrer Radkralle können Sie der Bedienungsanleitung entnehmen.
  • Nun befestigen Sie die Radkralle. Dabei müssen Sie sie nicht sonderlich festziehen, es reicht, wenn die Krallen sicher in die Felge greifen. Je nach Beschaffenheit Ihrer Radkralle müssen sie nun eventuell noch zusätzlich den Felgenschutz separat anlegen.
  • Zu guter Letzt verschließen Sie die Radkralle mit Ihrem Schlüssel. So müssen Sie sich nachts keine Sorgen mehr wegen eines Autodiebstahls machen.

Das folgende Video zeigt Ihnen das beispielhafte Anlegen einer Parkkralle. Der Felgenschutz wird bei dieser Art der Parkkralle separat angelegt.

Was mache ich, wenn ich den Schlüssel zu meiner Parkkralle verloren habe?
Es kann passieren, dass Sie in die unangenehme Situation kommen und Ihren Parkkrallen-Schlüssel verlegen oder verlieren. Machen Sie sich in diesem Fall keine allzu großen Sorgen. Eine Parkkralle ist zwar dazu gedacht, Diebe vom schnellen Diebstahl Ihres Fahrzeugs abzuhalten, allerdings sind sie mit ein wenig Zeit kein Hindernis. Im schlimmsten Fall müssen Sie die Metallstreben der Kralle mit einer Metallsäge durchtrennen.

Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, doch meistens ist es trotzdem der leichteste Weg. Damit sie nach Möglichkeit nicht in ein solches Szenario geraten, empfehlen wir Ihnen, beim Kauf der Parkkralle auf die Anzahl der mitgelieferten Schlüssel zu achten. Die meisten Hersteller liefern entweder zwei oder drei Schlüssel mit der Parkkralle. Lagern Sie immer noch einen Schlüssel an einem sicheren Ort, den Sie zur Not aber schnell erreichen können. Wenn Ihre Parkkralle nur über wenige Schlüssel verfügt, besteht weiterhin die Möglichkeit, von einem Schlosser weitere Exemplare anfertigen zu lassen.