Das Wichtigste in Kürze
  • Kinderzahnpasten sind milder als Cremes für Erwachsene und sollen den kleinen Rackern mit bunten Farben, Glitzer und tollen Disney-Motiven auf der Verpackung Freude am Zähneputzen vermitteln.
  • Auch bei Babys müssen von den Eltern die Zähne geputzt werden, damit kein Karies entsteht. Aber aufgepasst: Die Kariesprophylaxe bei Babys sollte ohne Fluorid in der Zahnpasta erfolgen – das empfehlen jedenfalls viele Kinderärzte, da Babys die Zahnpasta bzw. deren Schaum zum Großteil schlucken. Damit aber auch die ersten Zähnchen Ihres Babys geschützt sind, können Sie Fluoridtabletten verwenden.
  • Die beste Kinderzahnpasta motiviert mit Geschmack und Aussehen Ihr Kind zum Zähneputzen – das ist aber nur die halbe Miete. Auch die Inhaltsstoffe einer Kinderzahnpasta müssen stimmen: Sie sollte kein Zink enthalten und dafür Fluorid (außer Sie geben dieses in Form von Tabletten).

Kinderzahnpasta Test

Für 43,48 Millionen Deutsche gehört sie im Jahr 2016 mehrmals täglich zur Mundhygiene dazu: die Zahnpasta (Quelle: VuMA). 5,84 Millionen Deutsche benutzen hingegen nie eine Zahnpasta – eine erschreckende Zahl in Sachen Mundhygiene. Damit die Kleinen von Anfang an positive Erfahrungen mit dem Zähneputzen sammeln können, gibt es spezielle Kinderzahnpasten, die bereits den Jüngsten Freude bereiten.

In unserem Kinderzahnpasta-Vergleich 2020 erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe in der besten Kinderzahnpasta in welcher Menge vorhanden sein sollten. Außerdem zeigt Ihnen unsere Kaufberatung, welche Typen von Zahncremes sich für welche Altersgruppe eignen und wie Sie Ihrem Baby das Zähneputzen schmackhaft machen können.

1. Darf man Baby-Zähne mit Erwachsenen-Zahnpasta putzen?

Kinder lieben es süßZähne putzen

Dass eine Kinderzahnpasta keinen Zucker enthält, ist selbstverständlich. Aber damit Kinder mehr Spaß beim Zähneputzen haben, sind die meisten Pasten mit Ersatzstoffen gesüßt. Vor allem süßer Fruchtgeschmack ist bei den Kleinen beliebt. Aber aufgepasst: Ist die Zahncreme zu lecker, dann erhöht sich die Gefahr, dass die Kinder das Mittel lediglich von der Zahnbürste ablutschen und runterschlucken.

Sobald der erste Zahn das Licht der Welt erblickt, will die tägliche Mundhygiene nicht mehr vernachlässigt werden. Für Ihr Baby ist es wirklich wichtig, dass Sie als Eltern Ihre Verantwortung für die Zahn-Gesundheit Ihrer Lieben wahrnehmen.

Auch, wenn es nur ein Zahn ist und ein Baby keine Süßigkeiten im klassischen Sinne isst, so können sich dennoch Kariesbakterien im Mund vermehren und gemeinsam mit Zuckersäuren Schaden anrichten.

Dabei sollten Sie den Unterschied zwischen einer Kinderzahnpasta für Kleinkinder und Babys und Zahncremes für Erwachsene beachten: Milchzähne sind noch verhältnismäßig weich, darum enthalten Kinderzahnpasten nur wenig Schleifpartikel, während bei Erwachsenen-Zahncremes oft ein Whitening-Effekt gewünscht ist, der mit starkem Abrieb erreicht wird. Baby-Zähnen würden Sie mit einer solchen Zahnpasta schaden. Der RDA-Wert gibt die Stärke des Abriebs an. Eine Kinder- oder Junior-Zahnpasta sollte maximal einen RDA-Wert von 60 haben.

Abgesehen von diesem Wert wäre Ihrem Baby oder Kleinkind Ihre Zahncreme für Erwachsene in den meisten Fällen zu scharf. Dies würde zu einem täglichen Kampf beim Zähneputz-Ritual führen – und Sie wollen ja, dass Ihr Kind sich gerne seine Beißerchen pflegen lässt. Kinder haben meist Zahnpasten mit einem milden oder gar fruchtigen Geschmack lieber, aber diese können Ihren Süßigkeitenappetit steigern.

2. Verzichtet ein Kinderzahnpasta-Testsieger auf Zink?

2.1. Die beste Kinderzahnpasta sollte zum Alter der Kids passen

Bei Kinderzahnpasten können Sie zwei Kategorien unterscheiden: Cremes für Babys ab dem 1. Zahn bis zum 6. Lebensjahr und welche vom 6. bis zum 12. Jahr. Die Hauptmerkmale der einzelnen Typen finden Sie in der folgenden Tabelle.

Art Beschreibung
klassische Kinderzahnpastaklassische-kinderzahnpasta-gel
  • für Babys und Kleinkinder vom ersten Zahn bis zum 6. Lebensjahr (manchmal aber auch erst ab einem oder zwei Jahren)
  • sehr mild
  • max. Fluoridgehalt von 500 ppm (parts per million) sollte nicht überschritten werden
  • mit und ohne Fluorid erhältlich
Junior-Zahnpastajunior-zahnpasta-ab6
  • Kinderzahnpasta ab 6 Jahren
  • für Schulkinder bis zum 12. Lebensjahr
  • mild im Geschmack
  • max. Fluoridgehalt von 1.500 ppm entspricht der empfohlenen Erwachsenendosis
  • mit und ohne Fluorid erhältlich
Außerdem können sich die Kategorien in ihrer Konsistenz unterscheiden: Handelt es sich um ein Creme- oder Gel-Produkt? Der größte Unterschied zwischen den beiden ist, dass Gele in der Regel noch weniger Schleifpartikel wie z.B. Kieselerde enthalten als Zahnpasten.

Wir empfehlen Ihnen, sich wirklich an die Altersangaben der Hersteller zu halten. Sollten Sie sich z.B. für eine Kinderzahnpasta mit Fluorid entscheiden, dann ist die enthaltene Fluoridmenge zwar anfangs ausreichend, aber sobald Ihr Kind ins schulfähige Alter kommt, verändern sich seine Zähne und deren Bedürfnisse. Dann sollten Sie auf eine höhere Dosis in der Zahncreme achten, um einen effektiven Kariesschutz zu erreichen.

2.2. Nehmen Sie eine Fluorid-Kinderzahnpasta oder Fluoridtabletten – nicht beides

Beim Thema Fluorid in Kinderzahnpasten streiten sich Kinder- und Zahnärzte. Ihr Kinderarzt wird Ihnen wahrscheinlich eine Zahncreme ohne Fluorid für die Kleinen empfehlen. Hintergrund ist, dass Kleinkinder und besonders Babys den Schaum noch nicht ausspucken können und mit Sicherheit einiges davon verschlucken werden.

Zahnpasta ist ein nicht zum Verzehr geeignetes Kosmetik-Produkt, darum sehen Kinderärzte die Inhaltsstoffe von Kinderzahncremes etwas kritischer als Zahnärzte. Diese sehen nämlich vor allem die Möglichkeit der Kariesprophylaxe mit Hilfe von Fluorid.

Kinderärzte empfehlen Ihnen als Alternative zu einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta Fluoridtabletten. Diese seien für Säuglinge und kleine Kinder, die die Zahnpasta noch nicht ausspucken können, geeigneter zur Kariesprophylaxe, so Kinderärzte gegenüber Ökotest. Von Ihrem Zahnarzt werden Sie vermutlich die genau gegenteilige Empfehlung bekommen.

Darum empfehlen wir Ihnen folgendes:

Sie sollten Fluorid in Ihre Kariesprophylaxe integrieren. Wenn Ihr Kind sich nur widerwillig die Zähne putzen lässt und Sie sich nie sicher sind, ob sie alle Beißerchen erwischt haben, dann empfehlen wir Ihnen eine Kinderzahnpasta ohne Fluorid sowie die gleichzeitige Gabe von Fluoridtabletten. So erhalten die Milchzähne wertvolle Unterstützung, und Sie müssen keine Angst haben, wenn das Zähneputzen mal wieder zu einem Kampf wird.

Allerdings empfehlen wir keine gleichzeitige Einnahme bzw. Benutzung von Fluoridtabletten und fluoridhaltiger Kinderzahnpasta, um eine Überdosierung mit Fluorid zu verhindern.

richtige Menge ZahnpastaNehmen Sie oder Ihr Kind zu viel Fluorid ein, kann es zur sogenannten Fluorose kommen. Hierbei handelt es sich um gelb- bis weißliche Zahnschmelzflecken. Das sollten Sie möglichst vermeiden.

Außerdem sollten Babys und Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr eine Kinderzahnpasta mit maximal 500 ppm Fluorid benutzen. Diese Dosierung wird in den aktuellen Leitlinien zur Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe empfohlen. Bis zum Alter von 2 Jahren sollten Sie Ihrem Baby nur einmal am Tag die Zähne putzen. Hierbei sollten Sie nur einen dünnen Zahnpastafilm auf die Zahnbürste tun und am besten eine Baby-Zahnpasta ohne Fluorid verwenden – Ihr Baby wird das meiste verschlucken, darum geben Sie ihm lieber Fluoridtabletten.

Ab dem 2. Lebensjahr sollten Zähne zweimal täglich mit einer etwa erbsengroßen Pastenmenge geputzt werden. Nun können Sie nach der Meinung vieler Experten auch fluoridhaltige Zahnpasta für Kleinkinder nutzen.

Ab dem 6. Lebensjahr benötigen die Kinderzähne eine höhere Fluorid-Dosierung von mindestens 1.000 ppm, wie sie auch in Erwachsenen-Zahnpasten zu finden ist.

Vor- und Nachteile von Fluorid-Zahnpasta gegenüber fluoridfreier Zahncreme
  • effektive Kariesprophylaxe
  • keine Tabletteneinnahme notwendig
  • Fluor wirkt da, wo es gebraucht wird
  • sollte nur von Kindern, die bereits ausspucken können, benutzt werden

2.3. Zink hat in Kinderzahncreme nichts zu suchen

Zink ist als Spurenelement für Ihren Stoffwechsel unverzichtbar. In einer Kinderzahnpasta sollte es dennoch nicht enthalten sein. Ziel der Zink-Beigabe ist es, Zahnstein, Plaque, Entzündungen am Zahnfleisch oder Mundgeruch zu minimieren. Kleinkinder benötigen am Tag eine geringere Menge an Zink, um ihren Tagesbedarf zu decken.

Zink-Kinderzahnpasten erhöhen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der Stiftung Warentest die Gefahr einer Überdosierung.

Wir empfehlen Ihnen darum, Ihrem Kind keine zinkhaltige Kinderzahnpasta zu kaufen.

2.4. Der Geschmack von Kindern ist noch in der Entwicklung

Wenn Sie eine Kinderzahnpasta kaufen, auf der ″milde Minze″ oder ″Fruchtgeschmack″ steht, dann bedeutet das noch nicht, dass das Produkt für Ihr Kind auch genauso schmeckt. Der Geschmack von Kindern entwickelt sich erst nach und nach, darum schmeckte im Kinderzahnpasta-Test der Stiftung Warentest eine Zahnpasta, die nach ″mild-mint″ schmecken sollte, für Kinder nach ″roter Grütze″. Ätherische Öle schmeckten im Kinderzahnpasta-Test für die Kinder sogar sehr unterschiedlich: z.B. nach Zitrone, Lakritze oder bitterer Medizin.

kinderzahnpasta-erdbeer-himbeer

Dieses Kinderzahngel von Lavera schmeckt fruchtig süß nach Erdbeeren und Himbeeren.

Beliebt ist z.B. die ″Elmex Kinderzahnpasta″, aber auch ″Elmex Junior″ als Anschluss-Zahnpasta findet Anklang. ″Putzi Zahnpasta″ ist ebenfalls seit vielen Jahren beliebt und Sie kennen sie vielleicht noch selber von früher. Sie sollten die Geschmacksangaben auf den Hersteller-Verpackungen nicht zu ernst nehmen und sich eher an den Inhaltsstoffen orientieren. Wir empfehlen Ihnen, zudem eher zu einer milden Kinderzahnpasta mit Minzgeschmack zu greifen – ein zu süßer Geschmack kann den Süßigkeiten-Appetit Ihres Kindes verstärken.

Die Produkte beliebter Marken unterscheiden sich stark im Preis – auch im Vergleich zu Erwachsenen-Zahnpasta: Laut der Stiftung Warentest gibt es einen ″Kinderzuschlag″ für die bunten Farben und glitzernden Pasten. Lediglich die Elmex-Zahnpasta für Erwachsene ist pro 100 ml teurer als die Kinderausführung.

Unter den Kinderzahncremes gibt es beim Preis pro 100 ml starke Schwankungen: Das Weleda Kinder-Zahngel kostet beispielsweise über 7,50 € pro 100 ml, während Sie für das Milchzahn-Gel von Signal ca. 1,60 € für dieselbe Menge ausgeben müssen. Eine günstige Kinderzahnpasta gibt es z.B. auch von Dontodent. Elmex, Putzi und die Nenedent Zahncreme befinden sich im mittleren Preissegmet.

Hier finden Sie eine kleine Übersicht über beliebte Marken und Hersteller von Kinderzahnpasten:

  • Dontodent
  • Elmex
  • SensiDent
  • Dentinox Nenedent
  • Signal
  • Odol med3
  • Perlodent
  • Lavera
  • Weleda

3. Fragen und Antworten rund um das Thema Kinderzahncreme & Zähneputzen

3.1. Wie macht man den Kindern das Zähneputzen schmackhaft?

Baby Zähne putzen

Sie brauchen viel Geduld, wenn Sie Ihrem Baby die Zähne putzen.

Besonders, wenn Sie Ihrem Baby die Zähne putzen, sehen Sie sich oft mit einem kämpfenden Balg konfrontiert – Babys geben ihren Protest sehr lautstark kund. Um einen solchen Sirenenalarm zu verhindern, empfehlen wir Ihnen, einige kleine Tricks anzuwenden:

  • Schaffen Sie Ablenkung. Am besten vollziehen Sie als Eltern das Zähneputz-Ritual gemeinsam – einer lenkt ab und der andere putzt. Zur Ablenkung eignet sich z.B. das Lieblingsspielzeug Ihres Babys.
  • Verbreiten Sie keine Hektik. Die Atmosphäre sollte entspannt und positiv sein. Lassen Sie z.B. eine Spieluhr laufen oder erzählen Sie mit ruhiger Stimme eine Geschichte.
  • Wenn Ihr Baby sich immer gegen das Zähneputzen im Bad wehrt, dann versuchen Sie einmal einen Ortswechsel. Die Atmosphäre auf dem Sofa kann beispielsweise viel entspannter für Ihr Kind sein, so dass es sich weniger stark wehrt.

3.2. Welches ist die beste Putztechnik?

Es gibt viele verschiedene Systematiken, nach denen Sie sowohl die Zähne Ihrer Kinder als auch Ihre eigenen putzen können. Für Ihr Kleinkind sollten Sie jedoch die KAI-Methode bevorzugen – diese können die Kinder später ganz leicht von Ihnen übernehmen.

Diese Methode geht wie folgt:

  • Als erstes werden die Kauflächen gereinigt.
  • Anschließend die gesamte Außenfläche der kleinen Zähnchen. Hierfür sollten die Kinder die Zähne aufeinander legen und Sie gehen mit kreisenden Zahnbürsten-Bewegungen über diese.
  • Abschließend putzen Sie die Innenseite der Zähne.

zähne putzenAuf diese Weise stellen Sie sicher, dass jeder einzelne Zahn mit der Zahnbürste gereinigt wurde. Das ist das Hauptziel. Wie dieses Ziel erreicht wird, ist allerdings zweitrangig. Damit Sie bei Ihrem Kind sicher sein können, die Zähne wirklich komplett zu erfassen, empfehlen wir Ihnen, mit Ihren Fingern die Ober- bzw. Unterlippe Ihres Kindes leicht zurückzuklappen. So sehen Sie, wo Sie mit der Zahnbürste sind und riskieren auch nicht, das Zahnfleisch zu stark mitzuputzen.

3.3. Wann können Kinder sich ihre Zähne selbst putzen?

Ab wann Ihr Kind bereit ist, sich seine Zähne selber zu putzen, hängt von seinen motorischen Fähigkeiten ab. Beobachten Sie Ihr Kind und lassen Sie es das Putzen selber probieren. Selbst, wenn Sie noch nachputzen müssen, so ist es einerseits eine gute Übung für später und andererseits motiviert es Ihr Kind, da es eine aktive Rolle einnimmt.

Lassen Sie Ihr Kind aber erst unbeaufsichtigt putzen, wenn Sie sich sicher sind, dass seine motorischen Fähigkeiten ausreichend sind und es auch motiviert genug ist, alle Zähne zu putzen.