Das Wichtigste in Kürze
  • Wer Holzbalken mit perfekt rechtwinkeligen Seiten selber herstellen will, braucht eine Abrichthobelmaschine.
  • Die meisten Hobelmaschinen auf dem Markt sind Kombigeräte, die auch die Dicke eines Werkstücks verdünnen: Abricht- und Dickenhobelmaschine.
  • Je tiefer die Maschine hobeln kann, desto flexibler sind Sie in Ihren Bauprojekten.

hobelmaschine test

Fast 7 Millionen Euro nahmen deutsche Hobelwerke im Jahr 2017 ein (Quelle: Eurostat). Ein Trend nach oben, denn in 2008 waren es nur wenig mehr als 5 Millionen. Um Bretter in der passenden Dicke zu finden, müssen Sie nicht auf die Angebote von Hobelwerken in Baumärkten angewiesen sein.

Wer das Abrichten oder Dünnen von Holz lieber selbst in die Hand nehmen möchte, für den haben wir in unserem Hobelmaschinen-Vergleich 2020 eine feine Auswahl zusammengestellt.

Hobelmaschinen sind dazu da, um Werkstücken perfekt rechtwinkelige Seiten zu geben (abrichten) und sie auf die gewünschte Stärke (Dicke) herunterzuhobeln (dickenhobeln). Wer jedoch nur ein wenig Holz von Brettern oder Balken abtragen möchte, der wird auch mit einem kleineren Holzhobel (bzw. Falzhobel) zufrieden. Achten Sie dort besonders auf Modell-Typen mit Falztiefenanschlag:

1. Sind alle Hobelmaschinen auch Abrichthobel sowie Dickenhobel?

Was ist abrichten?

Mit einer Abrichte bzw. Abrichtmaschine wird die Seite eines ungleichmäßigen Werkstücks begradigt. Diese ebene Fläche wird nun an den Anschlagwinkel angelegt.

Anschließend führt man die nächste ungleichmäßige Seite über den Abrichthobel, während die gerade Fläche am Anschlag gleichmäßig entlanggleitet. Nun stehen beide geebneten Seiten in einem perfekten rechten Winkel zueinander.

Bevor Sie sich für einen potentiellen Hobelmaschinen-Testsieger entscheiden, bedenken Sie, welche Funktion Ihnen am wichtigsten ist: Abrichten ober Dickenhobeln.

Die meisten Hobelmaschinen sind Dickenhobelmaschinen, die die Stärke eines Werkstücks verdünnen. Doch nur die besten Hobelmaschinen sind Kombigeräte, die auch abrichten.

Wer Holzplatten, Bretter oder Balken nur auf eine bestimmte Stärke herunterhobeln will, der wird auch mit einem reinen Dickenhobel glücklich.

Allerdings müssen für die meisten Bauprojekte Werkstücke saubere, rechte Winkel haben und diese erhalten Sie nur mit einer Abrichte. Profis werden daher eher zu Kombigeräten greifen.

Versteckte Abrichtmaschine
Einige Hobelmaschinen sehen auf den ersten Blick wie reine Dickenhobelmaschinen aus. Dies liegt jedoch daran, dass sie nicht auf der Oberseite einen Abrichttisch haben, sondern aufgeklappbar sind. Nachdem die Hobelbrücke hochgeklappt wurde, kann man im Inneren die Werkstücke abrichten.

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2. Lässt sich mit 3 mm Hobeltiefe schneller und flexibler arbeiten?

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Damit Sie keinen Dickenhobel-Test machen müssen, bietet sich ein Gerät mit weiter Werkstückaufnahme an (hier im Bild: Einhell TC-SP 204).

Die maximale Hobeltiefe verrät Ihnen, wie viel Span das Gerät abhebt. Diese Spanabnahme lässt sich natürlich auch verringern. Daher bleiben Sie mit einer besonders tiefen Spanabnahme sehr flexibel.

Haben Sie hingegen einen Hobel, der nur 1 mm Span abhebt, müssen Sie das Werkstück mehrmals durch die Maschine schieben, um auf die gewünschte Stärke zu kommen. Dies betrifft ebenso die Abrichttiefe.

3. Sind 300 mm breite Hobelwellen für weite Bretter geeignet?

Wenn Sie schon einen großen Abricht- und Dickenhobel in Ihre Werkstatt stellen, dann sollte er auch eine breite Spanne an Werkstücken verarbeiten können. Die Breite der Messerwelle setzt die Grenzen für verarbeitbare Holzteile. Daher kann die Hobelbreite nicht weit genug sein.

Wer jedoch einen mobilen Montagehobel wählt, der muss sich mit 150 bis 200 mm breiten Hobelmessern zufrieden geben. Hobelmaschinen-Hersteller wie Ryobi, Makita oder Güde bringen in dieser Kategorie leistungsstarke Marken-Geräte in den Handel.

Große Werkstückhöhe ist beim Dickenhobeln wichtig
Beim Dickenhobeln wird das Werkstück ähnlich wie bei einer Zeitungspresse von mehreren Walzen durch die Maschine geführt. Daher ist das Werkstück auf die Größe der Maschine begrenzt. Um einen Hobelmaschinen-Test zu gewinnen, sollte sie Werkstücke von mindestens 200 mm Stärke aufnehmen. Aber selbst günstige Hobelmaschinen schaffen zum Teil 150 mm.

4. Optimal für Heimwerker: 230 Volt und 1.500 Watt

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400-V-Hobelmaschinen schaffen auch riesige Hartholzbalken, sind aber eher für den Profi-Einsatz (hier im Bild: Scheppach Plana 4.1c).

Hobelmaschinen mit mehr als 2.000 Watt Leistungsaufnahme haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen kraftvollen Motor, daher können Sie sich bei Elektrowerkzeugen dieser Art an der Wattaufnahme orientieren.

Allerdings arbeiten besonders kräftige Hobelmaschinen auch mit höherer Spannung. So sind Modelle mit 400 Volt nicht selten. Doch für die 400-V-Hobelmaschinen brauchen Sie auch entsprechende Starkstromanschlüsse in Ihrer Werkstatt.

Hobelmaschinen mit mehr als 2.500 Watt gewinnen in Sachen Kraft jeden Hobelmaschinen-Test. Doch für Heimwerker ist hier weniger mehr: Mit 1.500 Wattleistung und einer haushaltsüblichen 230-Volt-Spannung gelingen Ihnen auch meisterliche Werkstücke.

Viel Power für Hartholz
Allerdings werden Sie mit einer 1.500-W-Maschine Probleme bei Hartholz wie Eiche oder Buche kriegen. Vermutlich müssen Sie mit Ihrem Heimwerker-Hobel das Holz sehr langsam durch die Maschine schieben. Anfängern raten wir, lieber mit Weichholz wie Kiefer oder Fichte zu üben.

Vor- und Nachteile von 230-V-Hobelmaschinen

  • kompatibel mit jeder Steckdose
  • flexibel einsetzbar
  • wird keine extrem hohen Leistungen erreichen
  • häufig zu schwach für Hartholz

Die häufigsten Hart- und Weichhölzer:

Baum Holzart Besonderheiten
Buche Hartholz
  • optimal für Möbel & Innenausbau
  • attraktive Farben und Maserung
Eiche Hartholz
  • optimal für Möbel & Innenausbau
  • attraktive Farben und Maserung
Fichte Weichholz
  • optimal als Bauholz
  • lange Lebensdauer
Kiefer Weichholz
  • optimal als Bauholz
  • lange Lebensdauer

5. Fixes Hobeln mit 8 Metern pro Minute

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Beim Dickenhobeln wird die Geschwindigkeit des Material-Vorschubs relevant (hier im Bild: Einhell TC-SP 204).

Fließbandhobler werden mit einem schnellen Material-Vorschub von 8 Metern pro Minute glücklich. Doch gerade Anfängern empfehlen wir in unserer Kaufberatung, lieber einen moderarten Holztransport von 5 Metern pro Minute zu verwenden.

So haben Sie mehr Kontrolle über den Hobelvorgang und können rechtzeitig die Stoptaste drücken. Profis werden jedoch einen Dickenhobel mit wenigstens 7 m/min oder mehr bevorzugen. Für das Abrichten ist der Material-Vorschub hingegen unwichtig.

6. 4.000 U/min reicht für akzeptable Ergebnisse

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Meist sind es die kleinen halbstationären Hobelmaschinen, die besonders hohe Umdrehungen schaffen, da ihre Hobelwelle entsprechend klein ist (hier im Bild: Triton TPT 125).

Wer schon einmal einen Handhobel benutzt hat, der kennt die unschönen Kanten, die man beim Ansetzen des Hobelmessers produziert. Dies passiert in einem wesentlich kleineren Maßstab auch bei Hobelmaschinen.

Je schneller sich die Messerwelle dreht, desto geringer werden die sichtbaren Ansatzkanten. Doch selbst für professionelle Ansprüche reichen 4.000 U/min, denn Profis schleifen anschließend die Werkstücke geschmeidig.

Schön-Schleifen nach dem Hobeln

Gehobelte Werkstücke, die im Endprodukt sichtbar sind, müssen immer noch schön geschliffen werden (z. B. für Möbel). Je weniger hart die Ansatzkanten der Messerwelle sind, desto weniger müssen Sie hier nachbessern.

Verschwindet das Werkstück hingegen in einer Konstruktion und ist später nicht sichtbar, können Sie diesen Aspekt vernachlässigen.

7. Grundausstattung für Heimwerker: Wiederanlaufschutz und Spanauffang

Heimwerker sollten beim Kaufen von Hobelmaschinen auf einen Wiederanlaufschutz sowie Spanauffang mit Absaug-Vorrichtung achten. Für Profis fällt dies nicht so stark ins Gewicht, da sie in einer großen Werkstatt mit viel Erfahrung arbeiten.

Der Wiederanlaufschutz ist ein sogenannter Unterspannungsauslöser (auch Nullspannungsschalter). Fällt einmal der Strom beim Arbeiten aus, schaltet die Sicherung die Maschine komplett ab. Dies verhindert, dass Maschinen von alleine anspringen, wenn der Strom wiederkommt.

Da Heimwerker buchstäblich im eigenen Heim werkeln, bietet sich hier ein Spanauffang mit Absaug-Vorrichtung an. So verteilen sich die Späne nicht in Ihrem ganzen Haus oder Keller. In einer professionellen Werkstatt ist dies weniger relvant. Doch auch dort schließen Profis einen Werkstattsauger an ihr Elektrowerkzeug an.

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8. Häufige Fragen zum Thema Abricht- und Dickenhobel

8.1. Welche Hobelmaschine ist für Heimwerker geeignet?

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Bernardo stellt nicht nur Werkzeuge für den industriellen Einsatz her, sondern auch halbstationäre Hobelmaschinen inklusive Spanabsaugung und Wiederanlaufschutz.

Für Heimwerker eignen sich nicht unbedingt die Sieger eines Abricht- und Dickenhobel-Tests. Heimwerkern empfehlen wir halbstationäre Hobelmaschinen, die mit 230 Volt betrieben werden. Außerdem sollte die Hobelstation auch einen Anschluss für eine Staubabsaugung bieten und einen Wiederanlaufschutz vorweisen.

Arbeitsschutz ist ebenso beim gelegentlichen Heimwerkern Pflicht: Tragen Sie beim Hobeln Atem- sowie Hörschutz. Die Stiftung Warentest empfiehlt, mit ein wenig Klebeband nachzuhelfen, falls mal die Staubabsaugung nicht perfekt mit dem Werkstattsauger harmoniert.

Hersteller wie Einhell, Bernardo und Scheppach stellen hervorragende Hobelmaschinen für Heimwerker her. Auch beim österreichischen Hersteller Zipper finden sich interessante Dickenhobelmaschinen.

8.2. Welche Absaugung für welche Hobelmaschine?

Hat die Hobelmaschine einen Adapter für Werkstattsauger, können Sie nahezu jeden Nass-Trockensauger Ihrer Wahl anschließen. Passende Modelle haben wir hier getestet:

8.3. Welche Hobelmaschinen-Breite eignet sich für Heimwerker?

Als Heimwerker werden Sie sich vermutlich keine große Hobelmaschine ins Haus holen, daher wird die Hobelwelle auch entsprechend klein bleiben. Allerdings sollte Ihre Hobelanlage keine kleinere Welle als 150 mm verbaut haben. Einige Hobelmaschinen kommen bereits mit einer 200 mm breiten Messerwelle.