Das Wichtigste in Kürze
  • Öl-Brennwertkessel sind Heizkessel, die mit Öl befeuert werden. Brennwertkessel arbeiten extrem effizient und wandeln das Heizöl nahezu komplett in Energie um.
  • Aktuelle Brennwertheizkessel für Öl können nahezu alle Heizölarten verarbeiten. Nur beim Anteil von Bio-Öl unterscheiden sie sich: die meisten schaffen mindestens 5 % Bioanteil.
  • Wer möglichen Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg gehen möchte, sollte die Brennwertheizung im Set mit einem passenden Warmwasserspeicher wählen.
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Hier sehen Sie das Innere eines Öl-Brennwertkessels von Buderus.

Seit dem Jahr 2012 sind die Heizölpreise in Deutschland wieder am Fallen (Quelle: Statistisches Bundesamt, MWV, Energie). Während wir noch im Dezember 2012 und 2013 mehr als 80 Cent pro Liter bezahlten, waren es im Winter 2016 weniger als 50 Cent.

Die Meinungen zu dem Für und Wider der Öl-Brennwertkesseln gehen auseinander. Im Netz finden sich gelegentlich Berichte, wie wenig effizient Ölheizungen heizen würden. Doch der Öl-Brennwert-Test von Stiftung Warentest hat bereits 2008 gezeigt, dass moderne Öl-Brennwertheizungen sehr wohl effizient sein können.

Aktualität ist das Stichwort: Leider sind die meisten der getesteten Modelle nicht mehr verfügbar. Lediglich der von Stiftung Warentest gekürte Öl-Brennwertkessel-Testsieger Wolf COB-20 findet sich in diversen Shops.

Wie Sie selbst einen potenziellen Gewinner eines Öl-Brennwertkessel-Tests finden, der auch aktuell ist, verraten wir Ihnen in der folgenden Kaufberatung.

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Je mehr Stockwerke Sie mit einem Brennwertkessel beheizen wollen, desto größer muss die abgegebene Heizleistung sein. Dies sind nicht nur Boiler und Heizkörper, sondern betrifft auch Fußbodenheizungen.

1. Je größer das Haus, desto mehr Heizleistung wir benötigt?

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Hersteller wie Rotex haben eine breite Spanne an unterschiedlich leistungsstarken Öl-Brennwertkesseln.

Der beste Öl-Brennwertkessel ist der, der nicht zu klein und nicht zu groß gewählt wurde. Soll die Ölheizung mehr als nur zwei Stockwerke versorgen, dann brauchen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als 15 KW Heizleistung.

Wer im Neubau wohnt, der kann tendenziell unter der angepeilten Heizleistung liegen. Altbaubewohner sollten eine Ölheizung mit mehr Leistung wählen. Zusätzlich empfiehlt sich immer noch eine Beratung durch einen Experten. Diese kennen alle Ölheizungen im Vergleich und wissen um die Tücken in Altbauten.

Heizleistung selbst berechnen:

Wie viel Leistung Ihr Ölkessel ungefähr liefern soll, können Sie grob selbst berechnen: Multiplizieren Sie Ihre gesamten Quadratmeter Wohnfläche mit 0,1.

Drei Beispiele:

  1. 150 m² x 0,1 KW = 15 KW
  2. 250 m² x 0,1 KW = 25 KW
  3. 300 m² x 0,1 KW = 30 KW

Welcher Öl-Brennwertkessel ist der beste? Der stärkste und effizienteste!

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Kessel in der Brennwerttechnik setzen nahezu perfekt Heizöl in Energie um.

Abseits von reiner Heizleistung sollte die Öl-Brennwerttechnik auch effizient arbeiten. Da im Kessel des Ölbrenners das Heizöl optimal in Wärme umgewandelt wird, erreichen alle Brennwertkessel-Typen Heizwerte von mehr als 100 %.

Das Maximum liegt bei 106 %, aktuelle Ölheizkessel schaffen in der Regel 105 %.

Unternehmer, die ein großes Büro oder Ladenräume beheizen wollen, sollten sehr genau auf einzuhaltende Richtlinien achten. In einigen Fällen kann es sein, dass Sie dazu verpflichtet sind, bestimmte Effizienzauflagen zu erfüllen.

Finanzielle Unterstützung für effiziente Ölheizungen:

Damit alte, ineffiziente Heizanlagen durch aktuelle ersetzt werden, unterstützt der Staat solch einen Austausch: „Anreizprogram Energieeffizienz“ nennt es sich; kurz APEE. Weitere Informationen finden Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BafA).

2. Ist ein Warmwasserspeicher inklusive, erspart er Anschlussprobleme

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Ist der Tank für Warmwasser gleich dabei, wird es in der Gesamtsumme später günstiger (hier im Bild: Buderus loga plus GB145 mit Logalux SU300).

Zwar sind die meisten Anschlussdurchmesser in Deutschland genormt, doch nicht immer ist die Position der Schläuche einheitlich.

Wer also ohnehin plant, an den Öl-Brennwertkessel einen neuen Warmwasserspeicher anzuschließen, der sollte gleich ein Set wählen: Speicher und Ölheizungen vom selben Hersteller sind in der Regel perfekt aufeinander abgestimmt.

Kaufen Sie jedoch verschiedene Bauteile von unterschiedlichen Herstellern, müssen Sie vorerst überprüfen, ob alle Anschlüsse miteinander kombinierbar sind. Außerdem ist es möglich, das Pumpen und Sensoren nicht immer exakt untereinander harmonieren. Dies zieht viele Stunden Feinabstimmung nach sich.

So erscheint es nur auf den ersten Blick nach mehr Kosten, doch diverse Öl-Brennwertkessel-Erfahrungen im Netz zeigen, dass dies meist die nachhaltigere Wahl ist.

Am besten schauen Sie auch gleich, ob der jeweilige Anbieter ebenso Heizöltanks vom Hersteller oder gar der gleichen Marke bereithält.

Die Vor- und Nachteile eines Öl-Brennwertkessel-Sets:

  • keine Anschlussprobleme
  • Geräte aufeinander abgestimmt
  • häufig günstiger als Einzelgeräte
  • hohe Anschaffungskosten auf einmal

3. Ist ein hoher Bio-Heizöl-Anteil gut für die Umwelt?

icoVIT exklusiv von Vaillant

Der icoVIT exklusiv von Vaillant schafft beispielsweise Bioheizöl mit 20 % alternativem Zusatz.

In der Ölheizung wird der Brennwert (also die Energie) perfekt ausgenutzt. Dennoch gehört Heizöl noch immer zu den fossilen Brennstoffen und wird eines Tages aufgebraucht sein. Damit sich dies hinauszögern lässt, entwickeln Forscher alternative Brennstoffe oder Zusätze.

Bioheizöl ist beispielsweise ein schwefelarmes Heizöl, dem nachwachsende Rohstoffe beigemischt wurden. Je mehr nachwachsender Rohstoff im Bioheizöl enthalten ist, desto „mehr Bio“ ist es.

Welches Öl eignet sich für Brennwertkessel?

Langfristiges Ziel ist es, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Heizöl auf 100 % zu bringen, aktuell schaffen die meisten Öl-Brennwertkessel jedoch nur Bioheizöle mit 10 %. Alle aktuellen Öl-Brennwertheizungen bewältigen wenigstens 5 %, einige Heizungen meistern sogar 20 %.

Heizleistung von normalem Heizöl im Vergleich zu Erdgas:

Brennstoff Brennwert (Hi)
Heizöl (EL) ca. 10,6 kWh/l
Erdgas (L) ca. 9,8 kWh/m³
Erdgas (H) ca. 11,5 kWh/m³

4. Zählen Flammenwächter zur Grundausstattung?

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Den meisten Öl-Brennwertheizungen ist viel Zubehör mitgegeben: Anschlüsse, Regelsysteme etc. (hier im Bild: Wolf COB-20)

Damit in der Nacht die Heizung nicht ungewollt ausgeht, hat jede moderne Ölheizung einen Flammenwächter, der die Verbrennung kontrolliert. Geht die Flamme aus, zündet die Kontrolleinrichtung der Zündeinrichtung sie eigenständig wieder ein.

Der Sensor reagiert auf Licht. Sollte die Flamme nicht mehr leuchten, versucht die Elektronik wieder zu zünden. Viele Geräte geben auch einen Alarm von sich oder zeigen eine Fehlermeldung an.

Immer häufiger finden sich auch Ölbrennkessel mit App-Anbindung. Allerdings muss sich hier noch zeigen, wie zuverlässig die modernen Ausgabemöglichkeiten arbeiten.

Unabhängig vom Licht, können Sie aber auch schnell hören, ob die Flamme noch brennt. Jedoch werben nicht wenige Hersteller damit, dass ihr Modell besonders leise sei. Wir haben die Lautstärke hingegen nicht als Vergleichskritierium stark gemacht, da die Brennwertkessel in der Regel sowieso im Keller oder auf dem Dachboden stehen.

5. Häufige Fragen zur Öl-Brennwertheizung: Preise und Leistung

5.1. Wie viel KW hat ein Öl-Brennwertkessel?

Die kleinsten Ölheizkessel liefern meistens um die 15 KW. Große Ölkessel schaffen zum Teil 40 KW. Dazwischen finden Sie Heizleistungen ganz nach Wunsch und Bedarf.

Um selbst auszurechnen, wie viel KW Sie brauchen, multiplizieren Sie einfach Ihre Gesamtwohnfläche mit 0,1 KW. Das Ergebnis ist ein ungefährer Richtwert.

5.2. Was kostet ein Öl-Brennwertkessel?

Öl-Brennwertkessel sind nicht günstig, aber meistens ihr Geld Wert: Im Schnitt kosten einzelne Modelle zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Wer ein Set wählt, muss mit 7.000 bis 9.000 Euro rechnen. In unserem Öl-Brennwertkessel-Vergleich 2020 haben wir beide Kategorien aufgenommen: Im Set oder einzeln.

Dies kann aber unter Umständen günstiger sein, falls Sie ohnehin planen, einen Warmwasserspeicher oder Fußbodenheizung anzuschließen. Bedenken Sie aber auch Liefer- & Montagekosten; diese variieren stark. Bevor Sie also einen Öl-Brennwertkessel kaufen, sollten Sie vorher mit dem Händler alle Details absprechen.

5.3. Was kostet der Einbau eines Öl-Brennwertkessels?

In Öl-Brennwertkessel-Preisen ist leider nicht immer die Montage inklusive. Der reine Einbau kann zwischen 1.000 bis 2.000 Euro betragen. Muss der Schornstein angepasst werden, kommen noch einmal 1.000 Euro dazu. Da dies oft unattraktive Hürden sind, gibt der Staat Fördergelder dazu. Weitere Informationen finden sich beim BafA.