Das Wichtigste in Kürze
  • Freiverkäufliche Halssprays helfen bei Heiserkeit, Kratzen im Hals sowie Schluckbeschwerden. Dafür sorgen unter anderem Bienenwachs und Sonnenhut. Bei stärkeren Entzündungen im Rachenbereich sollten Sie von einer Selbstmedikation absehen und einen Arzt aufsuchen.
  • Halsspray wird mithilfe eines Applikators direkt und ohne Nachspülen in den Rachen gesprüht. Das macht es zu einem Arzneimittel, das ideal für unterwegs ist.
  • Wenn Sie unter Asthma oder einer anderen Erkrankung der Atemwege leiden, sollten Sie vor der Einnahme unbedingt die Inhaltsstoffe und die Packungsbeilage studieren.

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Ein kratzender Hals, Heiserkeit und Räusperzwang im Rachen sind erste Anzeichen einer sich anbahnenden Erkältung. Jetzt ist schnelle Abhilfe gefragt, um zu verhindern, dass sich Viren und Bakterien ausbreiten.

Halsspray wird direkt in den Rachenraum gesprüht und kann dort seine Wirkung gezielt entfalten. Der Vorteil gegenüber Hustensaft, Lutschtabletten und Halsschmerztabletten: Sie müssen nicht nachspülen und benötigen kein Wasser zur Einnahme. Das macht es zu einem besonders praktischen Begleiter für unterwegs.

Halsspray hat diese positiven Wirkungen auf Ihre Gesundheit:

lindert erkältungsbedingte Halsschmerzen

vermindert die Schleimbildung im Rachen

gegen Heiserkeit und Räusperzwang

Doch wie effektiv ist das Halsschmerzmittel auf Knopfdruck wirklich? In unserem Halsspray-Vergleich 2020 haben wir die Beipackzettel von freiverkäuflichen und apothekenpflichtigen Rachensprays verschiedener Marken miteinander verglichen.

Auf Basis von Halsspray-Tests und -Studien von ÖKO-TEST sowie Stiftung-Warentest geben wir eine Einschätzung, welche Inhaltsstoffe besonders wirksam sind – und welche lieber vermieden werden sollten. So finden Sie garantiert das beste Halsspray für Ihre Bedürfnisse.

Hinweis: Vergleich.org selbst hat keinen Halsspray-Test durchgeführt. Alle Informationen entstammen den Inhaltsstoffen der Packungsbeilage oder Ergebnissen aus veröffentlichten Hals- bzw. Rachenspray-Tests. Wenn Sie bleibende Beschwerden in der Hals- und Rachenregion haben, raten wir Ihnen, einen Facharzt aufzusuchen.

1. Helfen natürliche Wirkstoffe wie Bienenwachs und Sonnenhut besonders sanft?

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Was sind apothekenpflichtige Medikamente?

Neben freiverkäuflichen Arzneimitteln gibt es auch Medikamente, die nur in der Apotheke erworben werden können.

Diese sogenannten apothekenpflichtigen Präparate enthalten oft eine hohe Wirkstoffkonzentration und sollten nicht ohne ärztliche Beratung eingenommen werden. Mittlerweile können einige apothekenpflichtigen Halssprays auch in Online-Apotheken gekauft werden.

Die Zusammensetzung der Wirkstoffe entscheidet darüber, wie wirksam das Präparat ist und welche Anwendungsgebiete es abdeckt.

Ein Halsspray, das auf natürlichen Inhaltsstoffen basiert, ist in der Regel freiverkäuflich erhältlich. Inhaltsstoffe, die typischerweise bei freiverkäuflichen Rachensprays verwendet werden, sind beispielsweise Propolis und Sonnenhut. Besonders gut hilft diese Art von Halsspray bei Heiserkeit und den ersten Anzeichen einer Erkältung.

Propolis und Sonnenhut, als Grundlage freiverkäuflicher Halssprays:

  • Propolis: Harziger Bienenwachs, das antibiotische, antivirale und antimykotische Eigenschaften besitzt.
  • (Roter) Sonnenhut: Wird in der Fachsprache auch Echinacea genannt. Die Einnahme stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungen vor.

Andere Produkte sind wegen ihren hoch konzentrierten Wirkstoffen apothekenpflichtig. Dazu zählen besonders Halssprays, die Antiseptika enthalten.

Antiseptika sind keimtötende Wirkstoffe, die in apothekenpflichtigen Arzneimitteln vorkommen können. Halssprays mit Antiseptika sind besonders für fortgeschrittene Entzündungen im Hals- und Rachenraum sowie bei Mandelentzündungen sinnvoll. Für Kinder sind Halssprays, die Antiseptika enthalten, nicht geeignet.

Die Unterschiede zwischen einem freiverkäuflichen Halsspray und einem Halsspray, das apothekenpflichtig ist, hat Vergleich.org für Sie im Folgenden zusammengestellt:

Medikamenten-Kategorie Eigenschaften und Merkmale
apothekenpflichtiges Halsspray

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+ bei akuten Entzündungen im Rachenbereich, Schleimbildung und Halsschmerzen

+ hohe Wirkstoffkonzentration, schnelle Wirkung

- für Kinder ungeeignet

- kann allergene Inhaltsstoffe und Antiseptika enthalten

freiverkäufliches Halsspray

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+ oft auf natürlicher Basis

+ bei Heiserkeit, Kratzen im Hals und Räusperzwang

+ oft auch für Kinder geeignet

- wirkt nur oberflächlich

Vorsicht: Wirkstoffe wie Benzocain und Lidocain (beispielsweise im Halsspray von Wick enthalten) können Allergien auslösen. Sie sollten also nicht ein günstiges Halsspray kaufen, ohne Ihren Arzt um fachlichen Rat zu bitten. Besonders wenn Sie allergene Veranlagungen oder Asthma haben.

2. Stiftung Warentest und ÖKO-TEST beweisen: Betäuben – nicht behandeln

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Die Verbraucherinstitute ÖKO-TEST und Stiftung Warentest haben sich ebenfalls mit der Thematik Halsschmerzmittel beschäftigt. In verschiedenen Tests wurde die Frage behandelt, inwieweit die Einnahme von Halsspray sinnvoll ist und ob das Rachenspray auch über Erkältungsanzeichen hinaus eingenommen werden sollte.

Dafür hat ÖKO-TEST insgesamt 34 Halsschmerzmittel verschiedener Hersteller unter die Lupe genommen. Die Mittel sollen gegen Halsschmerzen, Schleim und Anzeichen einer Erkältung helfen sollen. Auch ein Halsspray-Test fließt in das Testurteil an. Das Ergebnis fasst folgender T-Online-Artikel zusammen: Viele Präparate dämmen die Symptome zunächst ein, zeigen aber keine nachhaltige Wirkung.

Laut ÖKO-TEST betäuben freiverkäufliche Halssprays bei Halsschmerzen oftmals nur die Symptome, wodurch der Patient zunächst eine Linderung der Schmerzen empfindet. Eine langfristige Behandlung von einer Erkältung oder Mandelentzündung sei aber mit Halsschmerzmitteln wie Rachenspray, Lutschpastillen und Hustenbonbons nicht zu empfehlen. Spätestens nach einer Woche sollten Sie deswegen einen Arzt aufsuchen, wenn sich die Symptome nicht bessern.

Auch die Stiftung Warentest hat bisher noch keinen Halsspray-Testsieger gekürt. In einer Meldung zu Halssprays warnt das Verbraucherinstitut vor Präparaten, die Antiseptika enthalten. Antiseptika töten dementsprechend nicht nur krankheitserregende Viren im Mundraum ab, sondern greifen auch nützliche Bakterien an.

Testberichte von ÖKO-TEST und Stiftung Warentest stehen der Wirkung von Halsspray skeptisch gegenüber. Oft würden Wirkstoffe die Symptome nur oberflächlich behandeln. Eine nachhaltige Besserung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum seien aber nicht zu erwarten.

3. Halsspray für unterwegs: Sind Pumpspender ein idealer Begleiter – auch für zwischendurch?

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Oft entstehen die ersten Anzeichen einer Erkältung im Hals- und Rachenraum. Eine belegte Stimme und Kratzen gehören zu den Vorboten, die Halsschmerzen und Husten zur Folge haben können.

In dieser Phase kann ein Halsspray mehrmals täglich eingenommen werden, um Symptome zu bekämpfen. Dabei sollten Sie bedenken, dass die Dosierung von Ihrem Alter, Körpergewicht und der gesundheitlichen Verfassung abhängt. Lesen Sie für die genauen Einnahmebestimmungen unbedingt den Beipackzettel des jeweiligen Produktes.

Die meisten Produkte haben ein Sprührohr, das bis kurz vor den Rachen reicht. So kann der Wirkstoff mithilfe einer Pumpbewegung direkt in den Hals gesprüht werden.

Vorteile für die Einnahme von Halsspray:

  • einfache Dosierbarkeit dank Pumpspender
  • der Wirkstoff wird gezielt im Rachenbereich verteilt
  • portabel und ideal für unterwegs, ohne Nachspülen

Für einen angenehmen Geschmack sorgen Pfefferminzöl und Salbei-Extrakte. Aber Vorsicht: Einige Menschen reagieren allergisch auf Pfefferminzöl. Auch ätherische Öle sollten als Duftstoffe und Aromazusätze vermieden werden.

Vergleich.org empfiehlt: Wenn Sie unter Asthma oder einer vergleichbaren Atemwegserkrankung leiden, sollten Sie unbedingt davon absehen, ein Halsspray zu verwenden. Die Wirkstoffe können Ihre empfindlichen Bronchien angreifen, Ihre Atemwege verkrampfen und schlimmstenfalls zu einem allergischen Schock führen.

4. Was sind die besten Hausmittel gegen Halsschmerzen?

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Wer bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Halsschmerzen nicht sofort zu pharmazeutischen Hilfsmitteln, Hustensaft oder Hustenstiller greifen möchte, kann auf altbewährte Hausmittel gegen Halsschmerzen zurückgreifen.

Vergleich.org hat für Sie die beliebtesten Hausmittel gegen Erkältungen mit Halsschmerzen zusammengefasst:

  1. Honig für den Hals: Ob pur gelöffelt oder in Kombination mit Ihrem liebsten Heißgetränk. Honig legt sich wie ein wohltuender Film über die gereizten Stellen im Hals.
  2. Wärme tut gut: Besonders Salbei- und Kamillentee helfen gegen ein Kratzen im Hals. Aber auch fertige Halsschmerztees helfen dank einer speziellen Kräutermischung.
  3. Salzwasser desinfiziert: Lösen Sie einen Esslöffel Salz in einem Glas mit warmen Wasser auf und gurgeln Sie das Salzgemisch gründlich. Der befremdliche Geschmack verfliegt beim Ausspucken – wie die ersten Anzeichen von einer Erkältung.

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Rachenspray

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Obwohl einige Themen schon im Laufe der Kaufberatung angesprochen wurden, finden Sie hier eine Zusammenfassung der gängigsten Fragen und Antworten zum Thema Halsspray.

5.1. Ist Halsspray für Kinder geeignet?

Wegen des erhöhten Mentholgehalts und den Antiseptika sind die meisten apothekenpflichtigen Halssprays für Kinder ungeeignet. Einige Präparate können zudem Alkohol enthalten.

Grundsätzlich raten wir Ihnen, einen Arzt aufzusuchen, wenn Ihr Kind Anzeichen einer Erkältung zeigt.

5.2. Kann ich Halsspray in der Schwangerschaft benutzen?

Da es noch nicht genügend umfassende Halsspray-Tests und -Studien zur Einnahme von Halsspray in der Schwangerschaft oder Stillzeit gibt, raten wir Ihnen dazu, das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Beratung einzunehmen.

In der Stillzeit kann es beispielsweise dazu kommen, dass bestimmte Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen und dementsprechend beim Stillen von dem Kleinkind aufgenommen werden.

Viele Halssprays enthalten außerdem Alkohol, der sowohl schädlich für die Mutter als auch bedenklich für das Baby sein kann.

5.3. Kann ich Halsspray auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln anwenden?

Bevor Sie das Halsspray mit anderen Medikamenten kombinieren, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen. Denn nicht jedes schmerzstillende Medikament verträgt sich mit anderen Wirkstoffen.

Bevor es zu Wechselwirkungen mit anschließenden Nebenwirkungen kommen kann, sollten Sie die Packungsbeilage gründlich studieren und bei offenen Fragen oder Bedenken unbedingt einen Arzt aufsuchen.