Das Wichtigste in Kürze
  • Auf aktuellen BlackBerry-Smartphones läuft eine spezielle Android-Version, die auf Sicherheit getrimmt ist. Dadurch eignen sich BlackBerry-Smartphones besonders für Nutzer, die auf Datenschutz gesteigerten Wert legen.
  • Der typische BlackBerry-Eyecatcher ist die QWERTZ-Tastatur unter dem Display. Mit dem „Speed-Key“ öffnen Sie Apps blitzschnell. Welche Apps das sind, können Sie selbst bestimmen.
  • Für Privatanwender bieten die Topmodelle genug Dampf unter der Haube: Mit 8-Kern-Prozessoren und reichlich Arbeitsspeicher können Sie mit den Top-Smartphones von Blackberry auch spielen und Multimedia-Anwendungen nutzen. Wirklich zu Hause sind sie jedoch eher im Produktivitätsbereich.

BlackBerry-Rückseite mit Logo

2009 war BlackBerry weltweit der zweitgrößte Produzent von Mobiltelefonen – direkt hinter Nokia. Doch Nokia und BlackBerry verschliefen die Touchscreen-Ära und gingen geräuschlos unter, während Samsung und Apple den Markt eroberten.

blackberry-supportJetzt taucht BlackBerry wieder auf. Die BlackBerry-Smartphones fertigt nun der chinesische Hersteller TLC, das Betriebssystem kommt von Google, der Software-Feinschliff von BlackBerry selbst. Auch die markante BlackBerry-Tastatur unter dem Display feiert ihr Comeback.

Die Frage lautet: Taugen die Geräte etwas? Und wenn ja, für wen? Können sie mit Samsung, Apple und Huawei mithalten? Im BlackBerry-Smartphone-Vergleich 2020 von Vergleich.org verraten wir Ihnen, was BlackBerry-Handys auch heute noch auszeichnet und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

blackberry-smartphone-test

1. BlackBerry: Was können die Smartphones?

Die neuen Smartphones von Blackberry treffen dank Android und modernem Design den Geschmack der Privatanwender. Zuvor war die Zielgruppe ganz eindeutig festgelegt: Geschäftskunden. Für die ersann man besonders sichere Technologien für die Übertragung von Daten.

mini-smartphoneAuch heute schreibt sich BlackBerry die Datensicherheit groß auf die Fahne. Sie nutzen zusätzliche Hardware und Software, um das Telefon vor Eindringlingen zu schützen. Außerdem sperrt BlackBerry Android-Funktionen, die Hackern als Einfallstor dienen könnten.

Die neuesten Modelle punkten außerdem mit schnellen Prozessoren, reichlich Arbeitsspeicher und solider Akkulaufzeit. Das macht sie für Privatanwender interessant, die beim Surfen und Spielen keine Abstriche machen wollen und gern auf der BlackBerry-typischen Tastatur tippen.

Die Vor- und Nachteile von BlackBerry-Smartphones:

  • besonders sichere Smartphones
  • monatliche Sicherheits-Updates
  • externe Tastatur für bequemes Tippen
  • lange Akkulaufzeit
  • relativ kleine Displays
  • oft Schwächen bei der Helligkeit

blackberry-handy-test

2. Mit oder ohne Tastatur: Welche BlackBerry-Smartphone-Typen gibt es?

Hier liegt der Klickpunkt – Verzeihung – Knackpunkt. BlackBerry-Smartphones sehen exotisch aus, denn die meisten von ihnen unterscheiden sich von normalen Smartphones durch die separate Tastatur. Damit wird das Spießerhandy von gestern zum Exoten von heute. Die Modelle ohne Tastatur heben sich jedoch nicht vom Einheitsbrei des Smartphone-Marktes ab.

Kategorie Beschreibung
Mit Tastatur

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  • Smartphone mit separater QWERTZ-Tastatur
  • klassisches BlackBerry-Aussehen
  • mit Speed-Key für schnellen App-Zugriff

+ schnelles Tippen
+ exotisches Aussehen
- kleine Displays

Ohne Tastatur

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  • klassisches Smartphone
  • Tippen über Display
  • ähnelt gängigen Smartphones

+ großes Display
- Durchschnitts-Smartphone
- keine Besonderheiten

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3. Kaufberatung zu BlackBerry-Smartphones: Worauf sollte man achten?

Sie wollen ein BlackBerry-Smartphone kaufen? Werfen Sie vorher einen Blick auf die wichtigsten Kaufkriterien, um das beste BlackBerry-Smartphone für Ihre Bedürfnisse zu finden. Dazu gehören: Geschwindigkeit, Speicher, Tastatur und Zusatzfunktionen.

3.1. CPU und Arbeitsspeicher bestimmen die Geschwindigkeit

blackberry-software-updateProzessor und Arbeitsspeicher bilden den Motor des Smartphones – den Treibstoff liefert der Akku. Ein Smartphone mit vielen PS unter der Haube ist ein Smartphone mit schnellem Prozessor (CPU). Der Prozessor schaltet, waltet und dirigiert die restlichen Komponenten.

Heutige Prozessoren bestehen aus mehreren Kernen. Jeder Kern kann etwas anderes berechnen, deswegen können Smartphones mit vielen Kernen auch viele Berechnungen gleichzeitig durchführen. Das Resultat: Je mehr CPU-Kerne ein Handy hat, desto schneller läuft es – sofern die Taktfrequenz mitspielt.

Für heutige Anforderungen empfehlen wir einen Prozessor mit sechs bis achten Kernen, die mit rund 2 GHz getaktet sind.

Wie der Name verrät, hat der Arbeitsspeicher eine andere Funktion als die CPU. Er ist ein Zwischenspeicher für wichtige Daten, auf die das System schnell zugreifen muss. Das beinhaltet sowohl Daten vom Betriebssystem als auch Daten von aktuell geöffneten Apps.

Je mehr Arbeitsspeicher das Telefon hat, desto schneller starten Programme und desto flüssiger können Sie zwischen Apps wechseln. 3 Gigabyte sollten es heutzutage mindestens sein.

3.2. Bequemer tippen mit QWERTZ-Tastatur

Wer ist dieser QWERTZ?

QWERTZ-Tastaturen heißen so, weil diese Buchstaben auf der Tastatur nebeneinander eine waagerechte Reihe bilden. Ihre Gegenstücke sind englische Tastaturen – hier liegt der Buchstabe Y da, wo bei uns Z liegt. Diese Tastaturen heißen QWERTY-Tastaturen.

Die markanteste optische Eigenschaft von BlackBerry-Telefonen ist die unter dem Display liegende Tastatur („BlackBerry-Keyboard“). Das Tippgefühl ist angenehm und nach kurzer Gewöhnungsphase fliegen die Finger nur so über die Buchstaben – perfekt für Vielschreiber und Twitter-Freunde.

Viele Nutzer schätzen den „Speed-Key“ besonders. Das ist ein Knopf in der unteren Ecke der Tastatur, über den Sie schnell auf BlackBerry-Apps, normale Apps, Mails und Co. zugreifen können. Das funktioniert so: Sie halten den Knopf gedrückt und kombinieren ihn mit einem Buchstaben.

Welches Programm daraufhin geöffnet wird, bestimmen Sie selbst. Mit Speed-Key + C könnten Sie z.B. Chrome öffnen, + E könnte die Emails öffnen, + F die Facebook-App. Hat man sich einmal daran gewöhnt, will man nicht mehr ohne.

Oldschool-BlackBerry im Stadion

3.3. 32 GB Speicher sind das Minimum – besser sind 64 oder 128 GB

sicherheit

Ob günstiges BlackBerry-Smartphone oder Oberklasse: Der Speicher des Telefons sollte nicht zu knapp bemessen sein. In Zeiten von kletternden Pixelzahlen wiegt jedes Bild und Video umso schwerer auf dem Speicher.

Wenn Sie Videos in 4K aufnehmen, verbraucht das jede Minute rund 375 MB Speicher. Nach 3 Minuten hätten Sie also bereits einen Gigabyte gefüllt.

Hinzu kommt, dass Ihnen nicht die vollen 32 GB zur Verfügung stehen. Etwa 5 GB gehen an vorinstallierte Software wie das Betriebssystem. Effektiv stünden Ihnen in diesem Falle also „nur“ 27 GB zur Verfügung.

Vergleich.org empfiehlt Geräte mit wenigstens 64 Gigabyte Speicher.

Eine andere Möglichkeit ist es, den bestehenden Speicher aufzustocken. Dafür benötigt das Smartphone einen microSD-Kartenleser. Mit microSD-Karten können Sie den Speicher um viele Gigabyte vergrößern. Allerdings: Die Daten auf der Karte werden langsamer verarbeitet als die Daten auf dem internen Speicher.

3.4. Dual-SIM-Smartphone: Zwei SIM-Karten parallel nutzen

android

Gerade für Business-Kunden kann es attraktiv sein, wenn das Smartphone mehrere SIM-Karten und somit mehrere Handy-Verträge unterstützt. So können Sie Anrufe auf Ihre Privat- und Geschäftsnummer mit nur einem Gerät empfangen.

Eine andere Möglichkeit bietet sich Sparfüchsen. Wer wenig telefoniert, kann sich eine Prepaidkarte für Telefonate und zusätzlich einen Vertrag nur für Internetdaten zulegen. Dadurch können Sie sich mit einem Dual-SIM-Smartphone ein beachtliches Datenvolumen nutzen und dennoch weniger zahlen als für einen All-Inclusive-Tarif.

Hobby-Fotografen sollten außerdem auf eine gute Kamera achten. Sie sollte mit wenigstens 12 MP auflösen. Das ist zwar nicht übermäßig viel, kann aber völlig ausreichen – das beweisen z.B. Handys vom Samsung wie das Samsung Galaxy S9.

BlackBerry Smartphone auf einem Tisch

4. Sicherheit à la BlackBerry: Sind Ihre Daten hier sicher?

top-smartphones

Hacker tüfteln ständig an neuen Tricks, um an Daten zu gelangen. Sie suchen Sicherheitslücken in Hard- und Software, um durch sie schädliche Programme auf Endgeräte zu schmuggeln. Gänzlich sicher davor ist niemand – aber man kann zumindest vorsorgen.

Genau das ist das Ziel, das BlackBerry sich setzt. Sie produzieren selbst keine BlackBerry-Telefone mehr, sondern konzentrieren sich auf Sicherheitslösungen. So läuft auf den von TLC gefertigten BlackBerry-Smartphones eine spezielle BlackBerry-Android-Version, bei der BlackBerry Sicherheitslücken gestopft hat und es in Form von regelmäßigen Sicherheitsupdates weiterhin tut.

Diese Sicherheits-Features gibt BlackBerry unter anderem auf der Firmenwebseite an:

  • Hardware-Check: Wird das Handy gestartet, prüft eine BlackBerry-Software, ob Hard- oder Software-Komponenten manipuliert wurden. Anschließend überwacht das Telefon Änderungen am Telefon, die potentiell gefährdend sind.
  • Android-Sicherheit: BlackBerry sperrt Funktionen des Betriebssystems, die Hackern Türen öffnen könnten.
  • Datenverschlüsselung: Der WLAN-, Bluetooth- und NFC-Datenverkehr wird durch zusätzliche Technologien geschützt. Die Festplattendaten werden verschlüsselt.
  • Daten löschen: Der Nutzer kann seine Daten jederzeit komplett vom Telefon löschen. Bei Enterprise-Lösungen besteht die Möglichkeit, dass ein Administrator die Daten aus der Ferne löscht.
  • Emails verschlüsseln: Durch S/MIME entsteht eine weitere Sicherheitsstufe. Hierbei werden E-Mails, die Sie von dem Smartphone senden, digital signiert und verschlüsselt.

Für eine vollständige Liste der Sicherheitseigenschaften besuchen Sie am besten die Herstellerwebseite.

Asiatische Frau mit BlackBerry-Handy

5. BlackBerry-Smartphone-Test: Was sagt die Stiftung Warentest?

Bislang hat die Stiftung Warentest leider keinen BlackBerry-Smartphone-Test durchgeführt. Folglich gibt es auch keinen BlackBerry-Smartphone-Testsieger in ihrem Katalog.

6. Fragen und Antworten zu BlackBerry-Smartphones

  • Welche Marken und Hersteller gibt es neben BlackBerry?

    Die Platzhirsche auf dem Smartphone-Markt sind Apple, Huawei und Samsung. Weniger umsatzstark sind die Smartphone-Sparten von HTC, LG, Sony, Motorola oder Nokia.
  • Blackberry OS, BlackBerry Pearl, BlackBerry World: Was steckt hinter den Namen?

    Das BlackBerry OS ist das Betriebssystem, das BlackBerry nutzte, bevor auf BlackBerrys Android lief. Der dazugehörige Appstore hieß BlackBerry World. Das BlackBerry Pearl ist ein älteres Handy, das sich seiner Zeit großer Beliebtheit erfreute – genau wie das BlackBerry Bold. Auf diesen Geräten lief die BlackBerry-Software, die vom BlackBerry-Support mit regelmäßigen Updates versorgt wurde. Auch Apps wie Skype für BlackBerry liefen auf dem System. Heute erfolgen die BlackBerry-Software-Updates über Googles Android – allerdings legt BlackBerry hier deutlich schneller nach als die Konkurrenz, die gern ein paar Monate braucht, um Sicherheitsupdates zu veröffentlichen.