2.1. Weiche Minen versprechen einen einfachen Farbauftrag
Für eindrucksvolle Aquarellbilder müssen die zum Einsatz kommenden Stifte eine weiche Mine mitbringen. Nur wenn die Mine der wasservermalbaren Farbstifte ausreichend weich ist, lässt sich die Farbe – und damit die Pigment – gleichmäßig aufs Papier bringen.
Woran erkennen Sie, ob die Mine weich genug ist? Beim Auftrag sollte nichts von der weichen Mine krümeln, wie wir es von Buntstiften kennen. Außerdem weist eine weniger weiche Mine auf eine eher wachsige Konsistenz hin, deren Pigmente sich in der Regel nur schlecht mit Wasser mischen.
Verwenden Sie eine harte Mine, kratzt der Stift außerdem zu sehr auf dem Untergrund. Die Folge: Selbst nach dem Wasservermalen sind noch die Spuren der wasservermalbaren Farbstifte zu sehen und beeinträchtigen das Ergebnis Ihres Kunstwerks.
Einen Nachteil hat eine sehr weiche Mine jedoch: Der Stift nutzt sich schneller ab. Für kleine Kinder, die noch keinen allzu großen Wert auf die künstlerischen Aspekte legen, sondern einfach spielen wollen und auch bei großflächigen Bildern lange etwas von ihren Stiften haben möchten, können Sie also auch beruhigt Aquarellstifte mit etwas härteren Minen kaufen.
2.2. Satte Farben durch eine hohe Pigmentierung

Aquarellstifte-Sets mit 24 Farben sind ideal für Einsteiger. Möchten Sie eine größere Auswahl, sollten Sie sich für ein Set mit 50 Farben und mehr entscheiden.
Sind Aquarellstifte nicht ausreichend pigmentiert, lässt die Deckkraft insgesamt zu wünschen übrig und Ihre Bilder wirken blass.
Damit das Zeichnen mit Aquarellstiften nicht zur Frustration führt, sollten Sie auf Stifte mit einer hohen Pigmentierung setzen. Grundsätzlich sind Künstler-Aquarellfarben hochwertiger und höher pigmentiert als Standardstifte.
Die Deckkraft von Aquarell-Buntstiften lässt sich ganz einfach in Gegenüberstellung von Strichen unterschiedlicher Stifte testen. Das Ergebnis häufig: Die teureren Aquarellstifte-Sets, beispielsweise 24 Aquarellstifte als Künstler-Aquarellstifte, bringen häufig auch eine höhere Deckkraft mit, während die Pigmente sehr billig produzierter Stifte häufig mit anderen Stoffen gestreckt sind.
Der Preis eines Aquarellstifte-Sets setzt sich unter anderem aus der Anzahl der Stifte zusammen. Kaufen Sie eine Packung mit gleich 72 Stiften, kommen Sie beim Preis pro einzelnen Stift häufig günstiger davon als wenn Sie 24 Aquarellstifte oder Aquarellstifte einzeln kaufen. Auch die Hochwertigkeit der Verpackung, zum Beispiel Aquarellstifte im Holzkoffer oder ein 24er-Metalletui, sowie beigelegtes Zubehör wie Pinsel oder Anspitzer spielen mit hinein. Grundsätzlich sind Künstler-Aquarellfarben aufgrund der Dichte der Farbpigmente hochwertiger und teurer als Standardfarben.
2.3. Die Anzahl der Farben: Primärfarben sind Grundvoraussetzung
Der Blick auf die breite Palette an Aquarellstifte-Sets verrät, dass viele Produkte häufig entweder 12, 24, 36 oder 72 Stifte in verschiedensten Farben enthalten. Stehen Sie noch am Anfang Ihrer Künstlerkarriere, kann eine zu große Auswahl an Farben jedoch schnell überfordern. Sie können auch mit 24 Aquarellstiften bereits überraschende Effekte erzielen.
Aus diesem Grund empfehlen wir von Vergleich.org Anfängern, zunächst auf ein kleineres Set von höchstens 12 oder 24 Stiften zu setzen, beispielsweise in einem 24er-Metalletui. Mit Ihrem persönlichen Zeichenstil entwickelt sich auch ihr Geschmack in Sachen Colorieren. Passend zu dieser Farbpalette lassen sich die richtigen Stifte später bei Bedarf auch einzeln ergänzen, denn Sie können Aquarellstifte auch einzeln kaufen.
Wichtig sind zunächst die Primärfarben Gelb, Rot und Blau, dank derer anderer Farbtöne auch beliebig gemischt werden können. Diese sollten in so gut wie allen Sets in mindestens einer Variante vorkommen (z. B. als Ultramarin, Purpur bzw. Kirschrot, Cadmium-Gelb), sodass Sie sich darüber keine Sorgen zu machen brauchen. Zusätzlich lohnt sich die Investition in Schwarz, Ocker, Sepia und Graphite-Grau.
2.4. Verpackungen: Aus Metall auch als Aufbewahrungsmöglichkeit zu verwenden
Zwar sollte die Verpackung von Aquarellstiften in Aquarellstifte-Tests nicht die oberste Priorität innehalten. Doch haben Sie mehr als einen Favoriten, kann die Art der Verpackung der ausschlaggebende Punkt sein, durch den Sie sich letztendlich entscheiden.
Denn je robuster die Box ist, desto eher können Sie Ihre Stifte langfristig darin lagern. Karton lässt sich preiswert herstellen und bringt natürlich ein geringes Gewicht auf die Waage, was gut für unterwegs ist, doch reißt er auch schnell und weicht bei Kontakt mit Wasser auf.
Ein Koffer aus Holz ist sehr edel. Aus diesem Grund sind Aquarellstifte im Holzkoffer hervorragend als Geschenk geeignet. Auch ist er robust und schützt die Aquarellstifte ausreichend. Wichtig ist hier lediglich zu beachten, dass Holz relativ schwer sein kann und Sie Ihre Materialien nach Benutzung unbedingt erst gut trocknen lassen sollten, bevor Sie sie verstauen. Andernfalls kann es zum Faulen des Holzes kommen. Zudem werden Aquarellstifte im Holzkoffer oft nur mit einer besonders hohen Anzahl an Farbstiften angeboten, zum Beispiel mit 120 Farben. Als Geschenk für Anfänger sind eher 24 Aquarellstifte geeignet.
Am beliebtesten und weitesten verbreitet sind Metalletuis, mit denen Sie nichts falsch machen können. Die Vor- und Nachteile von Metall-Boxen haben wir übersichtlich für Sie aufgelistet:
Vorteile- hohe Schutzfunktion
- hochwertige Optik
- beständig gegen Wasser
- leichter als Holz
Nachteile- teurer in der Herstellung
- möglicherweise schwerer als Karton
Bruchsicherheit: Jene Aquarellstifte, die in Tests im Internet als besonders bruchsicher eingestuft werden, erhalten bei der Fertigung häufig eine Spezialverleimung der Mine. Trotzdem sollten Sie selbst hier pfleglich mit den Stiften umgehen, um die Bruchsicherheit nicht unnötig auf die Probe zu stellen und lange etwas von Ihren Zeichen-Materialien zu haben.

Wer noch nie mit Aquarellstiften gemalt hat, sollte unseres Erachtens alle Möglichkeiten des Umgangs damit austesten, bevor das erste eigentliche Bild entsteht.
2.5. Schadstoffe: Mit Zertifizierung vermeiden Sie den Kontakt
Vor allem bei Kindern ist die Gefahr groß, dass sie mit Schadstoffen in Kontakt kommen könnten. Denn sie neigen dazu, an Gegenstände zu lutschen. Erklären Sie Ihrem Kind am besten vor der Benutzung des Zeichenmaterials eingehend, keine Farbe in den Mund zu nehmen.
Sollte Ihr Nachwuchs noch zu jung sein es zu verstehen oder möchten Sie besondere Vorsichtsmaßnahmen walten lassen, greifen Sie zu Produkten, die nach DIN EN 71 als kindgerecht deklariert wurden. Die europäische Norm steht für die Sicherheit des Spielzeugs. Beispielsweise sind für Kinder so die Aquarellstifte von Staedtler oder Arteza unbedenklich.
Als Erwachsener geht für Sie weniger ein Risiko von der Mine selbst aus, sondern eher von der Lackbeschichtung des Stiftes. Leider konnten wir von Vergleich.org keine einschlägigen Untersuchungen in Sachen Aquarellstifte, sondern lediglich für Buntstifte (siehe Kapitel 4) ausmachen.
Hier konnten sich unter anderem die Modelle von Faber-Castell und Stabilo bewähren, sodass möglicherweise davon auszugehen ist, dass Faber-Castell-Aquarellstifte und Stabilo-Aquarellstifte ebenso ungefährlich sind. Bleiben Sie trotzdem auf der sicheren Seite, indem Sie sich stets nach dem Malen mit Aquarellstiften die Hände waschen.
Liebes Vergleich.org,
dieser Ratgeber hat mir nicht nur dabei geholfen, passende Aquarellstifte für mich zu finden, sondern ist auch sehr schön bebildert. Bravo!
Mit herzlichen Grüßen
Martha
Liebe Martha,
wir freuen uns, dass wir Ihnen mit unserer ausführlichen Recherche weiterhelfen konnten und wünschen Ihnen viel Freude beim Kreieren Ihrer Aquarellbilder.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Vergleich.org-Team